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"Das Flüstern wilder Pferde" Wildpferde in Bosnien-Herzegowina

BergPferde auf der Hochebene von Livno

...leise trägt der Wind es über die Hochebene von Livno. Ganz sanft, fast melodisch dringt es an mein Ohr. Hier ein kurzes wiehern, ein zufriedenes Schnauben und die Bewegung von Hufen auf knirschendem Schnee. Am Horizont, keine 500 Meter entfernt, umgeben von der kargen Landschaft, eingebettet in eine schneebedeckte Kulisse, hoch oben in den Bergen des dinarischen Gebirges, ein Reich geformt durch Wolken und Wind, die Heimat wilder Pferde.

Der Winter hier in den Bergen ist hart! Neuschnee erschwert sowohl die Futtersuche und auch das Vorankommen für Pferd und Mensch. Auch wir kämpfen uns tapfer die letzten Meter zu Fuß durch den tiefen Schnee. Der Jeep, der uns bis kurz über die Baumgrenze bringen konnte, musste den Rückzug antreten, da hier selbst für das Allradfahrzeug kein Weiterkommen möglich war.

Doch schnell war alle Anstrengung und die schmerzenden Muskeln beim Anblick der PFerde vergessen. Was war das für ein Moment!

"seelenmomente"

Während meines Besuches in Bosnien bei den Wildpferden, hatte ich die Möglichkeit diese "wunderbaren Geschöpfe" frei in ihrem Willen und Handeln zu fotografieren. Eingebettet in ihren Lebensraum, verschmolzen mit der natürlichen Umgebung, als einzigartiges Lebewesen mit unglaublich feinen, sozialen Strukturen und Kommunikationsweisen. Es entstanden Bilder von Pferden, die auf den Hochebenen von Livno einen Ort entstehen lassen, der für alle seine Besucher im Zeichen der Freiheit steht!

"Fazination Kommunikation"

Wie schon bei meinem ersten Besuch, vor über einem Jahr, bin ich wie verzaubert. Es ist wie ein unsichtbares Band, das einen magisch in ihre Nähe zieht. ich spüre ihre Energie, aber auch die ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlen. Sofort ist man im hier und jetzt, vergisst alles um sich herum.

Fazinierend ist und bleibt für mich die klare Kommunikation der Bergpferde untereinander. Die zielgerichtete Verständigung und der fast lautlose Austausch der Herden.

Die Sprache der Wildpferde ist oft nur ein Flüstern, basierend auf Bewegungen. Ein großer Teil der Kommunikation läuft also in form von Körpersprache ab. So verraten Gesichtsausdruck, die Ohrenstellung, Bewegungen mit dem Schweif und z.B. die geduckte Körperhaltung eines PFerdes seinen Kameraden ganz deutlich, wie es dem Pferd gerade geht und wie man sich ihm gegenüber in diesem Moment verhalten sollte.

Auch die Leithengste suchen den körperlichen Austausch und die Nähe ihrer Herdenmitglieder. Sei es um den Familienbund zu festigen oder auch um die Rolle des Leithengstes zu Bestätigen. Ihr Umgang ist nie aggressiv, sondern immer klar und verständlich. Durch das senken des gesamten Halses beispielsweise und das Rümpfen der Nüstern treiben sie gerne ihre Familienmitglieder in eine vorbestimmte Richtung oder distanzieren sie von junghensten, die auf der suche nach einer eigenen herde bzw. Stuten sind.

"Zeichen von zuneigungen"

Lange bleibt mein Blick auf einer Stute mit Ihrem Vielleicht 2-3 Monate alten Fohlen hängen. Ihr Umgang miteinander ist fast zärtlich. rührend zu sehen, wie beide immer wieder den Körperkontakt zueinander suchen. der Kopf der Stute, der sich wieder und wieder schützend über den des Fohlens legt. Das Kleine, das durch diese Berührungen sicher und behütet an der Seite seiner Mutter durch den Schnee stapft. Welch ein bezaubernder Anblick!

"Hengstkämpfe"

Die Hengste sind bestrebt, STeitigkeiten untereinander ohne Tätlichkeiten beizulegen und es in solchen Situationen nach Möglichkeit bei Drohgebärden und Einschüchterungen zu belassen. Viele Auseinandersetzungen zwischen den Pferden laufen auf friedlichem Wege ab. Es gibt eine Reihe von Drohgebärden, die Pferde anwenden, bevor es richtig zur Sache geht.

"wilde burschen"

"Die Kinderstube"

Früh übt sich wer ein großer imposanter Leithengst werden möchte. Die Junghengste messen ihre Kräfte im Spiel.

Die Scheinkämpfe, wobei sie sich auf die Hinterbeine stellen, beißen, treten und gegenseitige Verfolgunsjagden liefern, sind nie böse gemeint und enden meistens in einer Runde "Fellkraulen".

"Geschöpfe des Windes"

"Ein Reich geformt durch Wolken und Wind

Die Tage und Stunden bei den Wildpferden in Bosnien waren wie ein Geschenk. Umgeben von den "Geschöpfen des Windes", wie ich sie nenne, verfliegen alle Ängste und Sorgen. Ihre Energie, mit der sie sich umgeben, ist spürbar und trägt einen förmlich durch den Tag bis zum Sonnenuntergang. Wenn die Zeit des Abschiednehmens naht, ist es fast so, als bliebe ein Teil von mir mit ihnen in den Bergen von Livno.

Dort wo wilde Pferde die Worte von Freiheit nicht nur Flüstern sondern Leben!

"Das Flüstern wilder Pferde"

Marion Martin

Created By
Marion Martin
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Credits:

All Rights reserved by Marion Martin, Germany / "Lichtfreiheiten"

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