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New Eyes on Baroque in Kooperation mit MagentaMusik 360

Die digitalen Formate werden ermöglicht durch:

New Eyes on Baroque

Auch bei unseren Produktionen heißt es: Abstand halten. Die Lutherkirche Wiesbaden bietet dafür genügend Raum und gleichzeitig eine hervorragende Akustik!

Interpreten

Jeanette Köhn vocals

Nils Landgren trombone

Matthias Pérez guitar

Eva Kruse bass

Jonas Knutsson saxophone

Voktett Hannover

Programm

Johann Sebastian Bach „Quia respexit“ Nr. 3 aus Magnificat D-Dur BWV 243 (ca. 7’)

Antonio Vivaldi „Plena nectare“ aus „Juditha triumphans“ RV 644 (ca. 4’)

Johann Sebastian Bach Air aus Suite Nr. 3 D-Dur BWV 1068 (ca. 5’)

Georg Friedrich Händel „Gia nel seno“ aus „La Storia di Lucrezia“ HWV 145 (ca. 5’)

Johann Sebastian Bach „Bist du bei mir, geh ich mit Freuden“ BWV 508 aus „Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach“ (arr. Carl Unander-Scharin) (ca. 5’)

Johann Sebastian Bach „Zion hört die Wächter singen“ aus „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 140 (ca. 4’)

Henry Purcell „When I am laid“ aus „Dido and Aeneas“ Z. 626 (ca. 4’)

Johann Sebastian Bach Invention C-Dur BWV 772 (ca. 3’)

Henry Purcell „Music for a while“ (arr. Gunnar Eriksson) (ca. 3’)

Henry Purcell „Hear my prayer, O Lord“ (arr. Sven-David Sandström) (ca. 7’)

Johann Sebastian Bach „In deine Hände“ aus „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit. Actus Tragicus“ BWV 106 (ca. 5’)

Johann Sebastian Bach „Bach-Polska“ (arr. Eric Sahlström) (ca. 2’)

Georg Friedrich Händel „Lascia ch’io pianga“ aus „Rinaldo“ HWV 7 (ca. 5’)

New Eyes on Baroque

Aufnahmen barocker Musik gibt es viele – sowohl solche, die um eine historische Aufführungspraxis bemüht sind, als auch jene, bei denen eine radikal moderne Verarbeitung des Originals angestrebt wird. Die schwedische Sopranistin Jeanette Köhn aber wählt auf „New Eyes on Baroque“ den Mittelweg. Unterstützung erhält sie dabei von dem bewährten „Christmas With My Friends“-Ensemble um Nils Landgren, dem „Fokus Jazz“-Künstler des Rheingau Musik Festivals 2015, und dem Voktett Hannover. Einerseits verfügen die klassisch ausgebildete Sängerin und das vielseitige Vokalensemble über reichlich Erfahrung mit der Darbietung barocker Musik, andererseits stehen ihr Instrumentalisten zur Seite, welche allesamt im Jazz beheimatet sind.

Die Anregung für dieses Projekt bekam Nils Landgren 2007 von den Veranstaltern des Bachfestes Leipzig, welche die Musik von Johann Sebastian Bach in einem neuen musikalischen Gewand hören wollten. Jeanette Köhn ergänzte das Repertoire noch um Werke weiterer barocker Komponisten.

Jeanette Köhn ist eine der vielseitigsten Sopranistinnen in Schweden. Als Solistin wirkte sie in nicht weniger als 40 CD-Aufnahmen mit, drei davon sind als Solo-Alben erschienen. Sie hatte zahlreiche Auftritte im Fernsehen und Rundfunk im Rahmen großer Ereignisse wie der Nobelpreisverleihung, der Beerdigung von Astrid Lindgren sowie der Feier zu König Carl Gustavs sechzigstem Geburtstag in den Rikssalen. Jeanette Köhn verfügt über ein umfangreiches Konzert-und Oratorienrepertoire mit dem sie auf der ganzen Welt engagiert wird.

Groovender Funk liegt ihm ebenso wie Bigband-Sound, moderner Jazz oder sentimentale Balladen: Der schwedische Posaunist Nils Landgren, nach seinem markanten Yamaha-Instrument auch „Mr. Red Horn“ genannt, hat in seiner Karriere alle möglichen Musikstile umarmt und vermag dementsprechend viele Menschen zu verzaubern: vom Klassikfreund über den Jazzfan bis zum Pop-und Rockliebhaber. Zu seinem konkurrenzlosen Fleiß und seiner enormen Produktivität kommt die Vielseitigkeit hinzu: Landgren ist längst nicht nur Posaunist, Sänger und Komponist, er wirkte auch als Talentscout und -mentor, als Arrangeur und Produzent, als Orchester-und Festivalleiter oder als Hochschuldozent.

Jonas Knutsson ist ein schwedischer Jazz-Saxophonist, Komponist und Musikpädagoge. Er arbeitete mit verschiedenen Ensembles sowie eigenen Bands, wie der Formation Norrland mit Johan Norberg, Berger Knutsson Spering und der Band Horn Please. Jonas Knutsson betätigt sich außerdem als Komponist von Werken wie „Fanfar“ (2002) für 20 Saxophone und 10 Schlagwerke. 2003 schrieb er „Almost Music“, ein Saxophonkonzert für Sopransaxophon und Kammerorchester; 2006 folgte „Almost Crescendo“ für Jazzquartett, Symphonieorchester und Chor.

Der Gitarrist Mattias Pérez, einer der führenden schwedischen Instrumentalisten, tourt mit verschiedenen Besetzungen durch die Welt. Im Studio hat er bereits eine Vielzahl von Alben aufgenommen. Für seine 2013 erschienene erste Solo-CD mit dem Titel „East“ erhielte er begeisternde Kritiken von der Fachpresse. Trotz der besonderen Beziehung von Mattias Pérez zum schwedischen Erbe liebt er Herausforderungen außerhalb Schwedens, auch mit seiner eigenen Band MP3.

Die Bassistin Eva Kruse arbeitet seit 2002 kontinuierlich mit Eric Schaefer und Michael Wollny. Außerdem spielt sie mit dem Quartett Firomanum, dem Arne Jansen Trio, und der Berliner Band SOAP. Beim Schleswig-Holsteinischen Festival Jazz Baltica spielte sie unter anderem mit [em], Firomanum, dem Saxophonisten Bunky Green sowie dem Jazz Baltica Ensemble unter der Leitung von Johannes Enders. Außerdem lernte sie in Salzau den schwedischen Posaunisten Nils Landgren kennen, mit dem sie mittlerweile regelmäßig spielt und tourt.

Voktett Hannover

Das Voktett Hannover wurde 2012 als ein gemischtes und doppelchörig besetztes Vokalensemble von Studierenden der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover gegründet. Die acht Sängerinnen und Sänger verbindet einerseits der Wunsch, herausragende Werke der Vokalmusik auf hohem Niveau zu durchdringen und andererseits, einem breiten Publikum den Zugang zu solchen musikalischen Ereignissen zu ermöglichen. Sie widmen sich in ihren abwechslungsreichen Programmen vorrangig A-cappella-Werken, die möglichst facettenreich die vielstimmige Vokalmusik der europäischen Musikgeschichte widerspiegeln sollen. Ihr umfassendes Repertoire reicht von den Anfängen der polyphonen Vokalmusik bis zu Kompositionen der Gegenwart.

Mit vielseitigen A-cappella-Programmen ist das Voktett Hannover bei renommierten Konzertreihen und Festivals in ganz Deutschland zu Gast. Dazu zählen Bachfest Leipzig, chor.com, Kultursommer Nordhessen, chor@berlin, NDR Musikfest, Internationale A-cappella-Woche Hannover sowie die Stunde der Kirchenmusik Stuttgart. Für 2020 wurde das Ensemble unter anderem zu Konzerten beim MDR Musiksommer und Rheingau Musik Festival eingeladen.

Lutherkirche Wiesbaden

1903 entschloss sich die Evangelische Gesamtgemeinde Wiesbaden zum Bau einer vierten evangelischen Kirche in Wiesbaden. Den Architekturwettbewerb zum Bau der Lutherkirche gewann Friedrich Pützer. Die Jury meinte: „Der Grundriss dieses Entwurfs ist neuartig und verspricht eine außerordentlich schöne Innenwirkung, aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine gute Akustik. (...) Der Entwurf erzielt mit verhältnismäßig geringen Mitteln eine große architektonische Wirkung und wird als bedeutsamer Schritt auf dem Wege zur Weiterentwicklung des protestantischen Kirchenbaus angesehen werden können.“ Der erste Spatenstich erfolgte im August 1908, Weihnachten 1910 war die Kirche fertiggestellt. 1992 renoviert, gehört das vom Jugendstil geprägte Ensemble bis heute zu den bedeutendsten Bauwerken Wiesbadens.

Fusion aus Barockmusik und Jazz

Gemeinsamkeiten freilegen, anstatt Unterschiede zu betonen: Dieses Ansinnen verfolgen Nils Landgren und seine musikalischen Mitstreiter in ihrem Projekt „New Eyes on Baroque“. In dem kühnen Klangexperiment begegnen sich die Sopranistin Jeanette Köhn, ein exquisites Jazzensemble rund um Starposaunist Nils Landgren und ein klassisch orientiertes Vokalensemble, um bekannte Werke von Johann Sebastian Bach und seinen Kollegen in einen neuen Kontext zu stellen.

Die vom Ensemble in ein frisches musikalisches Gewand gehüllten Werke nähern sich dabei respektvoll den barocken Kompositionen. Ohne ihren Ursprung zu verschleiern, eröffnen sie dem Hörer durch die äußerst ungewöhnliche Besetzung neue Perspektiven und Klangerlebnisse: Nils Landgren an der Posaune, Jonas Knutsson am Saxophon, Matthias Pérez an der Gitarre und Eva Kruse am Kontrabass ersetzen gewissermaßen das barocke Kammerensemble.

Es ist nur naheliegend, dass sich Jazzmusiker der barocken Musik widmen. Denn die Freiräume für Improvisationen finden sich nicht erst im Jazz, sondern ebenso in der ornamentalen Ausgestaltung barocker Melodien und der damals üblichen Generalbassbegleitung. Bereits Johann Sebastian Bach etwa galt zu seinen Lebzeiten als hervorragender Improvisator.

Das Jazzensemble haucht den rund 300 Jahre alten Stücken von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi und Henry Purcell mit außergewöhnlichen Klangkonstellationen neuen Lebensgeist ein. Doch drängen sich die im Jazz beheimateten Instrumentalisten nie in den Vordergrund, sondern wirken unterstützend für Jeanette Köhns klare und einfühlsame Sopranstimme. Die Schwedin interpretiert die Arien aus Kantaten und Opern mit ihrem natürlichen Timbre und einem der verschiedenen Stimmungen der Kompositionen gerecht werdenden Ausdruck. Das Vokalensemble Voktett Hannover ergänzt den Gesamtklang um eine weitere, natürlich-innige Facette. Damit beweisen die Musiker eindrucksvoll, dass es weiterhin möglich ist, auf Jahrhunderte alte Kompositionen einen neuen Blick zu werfen.

Bild: Bach in neuem Licht

Konzertgenuss vor malerischer Kulisse

Das Rheingau Musik Festival zählt zu den größten Musikfestivals Europas und veranstaltet Jahr für Jahr rund 150 Konzerte in der gesamten Region – von Frankfurt über Wiesbaden bis zum Mittelrheintal. Einmalige Kulturdenkmäler wie Kloster Eberbach, Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads und das Kurhaus Wiesbaden sowie lauschige Weingüter verwandeln sich jeden Sommer in Konzertbühnen für Nachwuchskünstler und Stars der internationalen Musikszene von Klassik über Jazz bis hin zu Kabarett und Weltmusik.

Herausgeber und Veranstalter

Konzertstream des Rheingau Musik Festivals in Kooperation mit MagentaMusik 360, das Musikportal der Telekom Deutschland GmbH

Rheingau Musik Festival Konzertgesellschaft mbH, Rheinallee 1, 65375 Oestrich-Winkel

www.rheingau-musik-festival.de, info@rheingau-musik-festival.de

Intendant und Geschäftsführer (Vors.) Michael Herrmann

Geschäftsführer Marsilius Graf von Ingelheim

Impressum

Redaktion und Texte Theresa Awiszus, Fenja Fieweger, Markus Treier

Gestaltung Q Kreativgesellschaft, Wiesbaden

Fotocredits Titel: New Eyes on Baroque © Thron Ullberg | Hinter den Kulissen © Rheingau Musik Festival | Detail © Lutherkirche Wiesbaden | New Eyes on Baroque © Thron Ullberg | Voktett Hannover © Nils Ole Peters | Bach in neuem Licht © Q Kreativgesellschaft, Wiesbaden | Lutherkirche Wiesbaden © Ansgar Klostermann | Rheingau-Impression © Sabine Siemon | Kamera-Impression © iStock