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Die Narben des 23. Februar Alltägliche Erinnerungen im Pforzheimer Stadtbild

Zur Ausstellung

Anlässlich des 76. Gedenktages des 23. Februar präsentiert das Kulturamt vom 03.02. – 28.02.2021 die Ausstellung "Die Narben des 23. Februar 1945. Alltägliche Erinnerungen im Pforzheimer Stadtbild " in den Fenstern des Stadtlabors (Rathauspavillon). Die Ausstellung mit Aufnahmen des Fotografen Sebastian Seibel widmet sich den heute noch sichtbaren Folgen des verheerenden britischen Luftangriffs im Zweiten Weltkrieg. Kunsthistorikerin Christina Klittich begab sich auf Spurensuche und entdeckte zahlreiche „Narben“, die zu alltäglichen Erinnerungen geworden sind.

Wallberg

Am 23. Februar 1945 traf der von Deutschland ausgelöste Zweite Weltkrieg Pforzheim mit einem verheerenden britischen Luftangriff. Ein weithin sichtbares Mahnmal der Kriegszerstörung Pforzheims ist der Wallberg, der im Volksmund „MonteScherbelino“ genannt wird. Früher erreichte der Wallberg eine natürliche Höhe von 378 m. Zwischen 1952 und 1966 wurde er mit 1,65 Millionen Kubikmetern Bauschutt und Trümmern aus der zerstörten Stadt auf 417,5 m Höhe aufgeschüttet. Seit dem 23. Februar 2005 erinnern auf dem Plateau fünf Stelen an Vergangenheit, Zerstörung und Neuaufbau der Stadt.

Brötzinger Schule

Die Brötzinger Schule entstand in zwei Bauabschnitten. Der Nordflügel als ältester Gebäudeteil wurde im Stil der Neorenaissance errichtet und 1889 fertig gestellt. Eine Steigerung der Schülerzahlen führte zur Erweiterung mit West- und Südflügel, die 1914/15 angefügt wurden. Der mächtige Frontgiebel an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße fiel am 23. Februar 1945 einer Sprengbombe zum Opfer und wurde nicht wiederhergestellt. Zwischen 2008 und 2010 erfolgten der Umbau der Schule zur Ganztagesschule und der Neubau einer Mensa.

Osterfeld schule

Bei ihrer Eröffnung 1907 war die Osterfeldschule die größte und modernste Volksschule Badens. Nach Kriegsschäden wurde die Dachzone stark vereinfacht wiederhergestellt, auf Giebel und Turmhelme verzichtet. Als bleibende Erinnerung sind die Brandspuren des Krieges bis heute deutlich an der Fassade sichtbar. Die Osterfeldschule erlebte im Laufe ihrer Geschichte eine vielfältige Nutzung. In beiden Weltkriegen als Lazarett genutzt, diente sie ab 1945 als provisorisches Rathaus. 1948 zog das Stadttheater in den östlichen Turnhallenflügel. Seit 1994 befindet sich dort das Kulturhaus Osterfeld.

Hebel-Gymnasium

Im Juli 1911 wurde die nach dem badischen Großherzog Friedrich I. benannte Oberrealschule eingeweiht. Einen optischen Akzent setzte der Eckturm, in dem eine Sternwarte eingerichtet war. Das Schulgebäude wurde während des Zweiten Weltkriegs erheblich beschädigt und mit einem flach aufgestockten, klobigen Eckturm 1950 stark verändert wiederaufgebaut. Danach drängten sich drei Gymnasien (Keplergymnasium, Reuchlingymnasium und Wirtschaftsoberschule) in dem Schulkomplex. Heute ist hier das Hebel-Gymnasium beheimatet.

Schulze-Delitzsch-Straße

Die Zäsur zwischen dem zerstörten Stadtraum und seinem unzerstörten Bereich zeigt sich deutlich an der Schulze-Delitzsch-Straße. Im Ostteil dominieren Nachkriegsbauten. Im westlichen Abschnitt ist ein geschlossenes Ensemble von Wohnhäusern aus der Jugendstilzeit erhalten geblieben. Fantasievolle Dekorationen schmücken die historischen Fassaden.

Auferstehungs-kirche

Die Auferstehungskirche wurde 1946-1948 nach Entwürfen des bedeutenden Architekten Otto Bartning erbaut. Sie war der erste evangelische Nachkriegskirchenbau in Deutschland und wurde zum Vorbild für über 40 weitere „Notkirchen“ in deutschen Städten. Die Außenwände der Kirche bestehen aus Trümmersteinen unterschiedlicher Formate und Färbungen aus kriegszerstörten Häusern der Stadt. Damit verlieh der Architekt der Auferstehungskirche den Charakter eines Mahnmals. Teilweise zeigen die Steine noch Spuren ihrer früheren Verwendung.

Ehemalige Villa Bek

Ein Blickfang an der Schwarzwaldstraße ist die ehemalige Villa Bek. Das burgähnliche Eckgebäude entstand 1903 als Wohnhaus mit anschließenden Fabrikflügel für den Schmuckfabrikaten Ernst Gideon Bek. Kriegsschäden führten zu einer vereinfachten Wiederherstellung in den Nachkriegsjahren. Auf den schmückenden Fachwerkgiebel und den Dachgarten wurde verzichtet. 1995/96 erfolgte der Umbau zum Wohn- und Bürogebäude.

Ehemalige Schmuck- und Uhrkettenfabrik Kollmar & Jourdan

Die zwischen 1901 und 1910 entstandene Schmuck- und Uhrkettenfabrik Kollmar & Jourdan war mit mehr als 1.000 Angestellten zeitweise die größte Kettenfabrik der Welt. Beim Großangriff am 23. Februar 1945 wurde der nordöstliche Gebäudeflügel zerstört. Die Wiederherstellung erfolgte mit Flachdächern und Staffelgeschossen an Stelle der ursprünglichen Steildächer, Ecktürme und Giebel. Im Nordflügel ist heute das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie eingerichtet. In den Obergeschossen der ehemaligen Fabrik befinden sich die Pforzheim Galerie und die Carlo Schmid Schule.

Parkplatz Ecke Bleichstraße / Jahnstraße

Bis heute sind die Folgen des Krieges im Stadtbild sichtbar. An einigen Stellen klaffen Baulücken, wo bis zum 23. Februar 1945 stattliche Wohnhäuser standen. Meist werden die unbebauten Flächen als Parkplatz genutzt. Auch an der Ecke Bleichstraße / Jahnstraße findet sich ein kriegsbedingt unbebautes Grundstück. Es ist von den fensterlosen Brandmauern der Nachbarhäuser umgeben.

Baracke Bleichstraße

Als Folge des 23. Februar 1945 finden sich in der Pforzheimer Innenstadt noch einige einstöckige Gebäude. Sie entstanden meist für Geschäfte als Provisorium. In den Nachkriegsjahren befand sich auf diesem Grundstück an der Bleichstraße eine Tankstelle. Später wurde der niedrige Behelfsbau als KfZ-Werkstatt, dann als Secondhand-Laden und Pizza-Service und schließlich als Baubüro für die Errichtung des Sedan-Carrés genutzt. Der Abbruch und die Bebauung mit einem mehrstöckigen Gebäude sind geplant.

Melanchthonhaus

Das Melanchthonhaus entstand 1914 nach Plänen des Architekten Hans Blöchle als „Christliches Hospiz Melanchthonhaus“ mit großem Saal, Speisesälen und Fremdenzimmern für den evangelischen Stadtmissionsverein. Nach Kriegsschäden gelangte das Gebäude als Schenkung zur Badischen Landeskirche und wurde 1949-1952 umgebaut. Der Arkadengang und der Saal blieben dabei erhalten, während an die Stelle des ursprünglichen Walmdachs eine Aufstockung trat. Heute wird das Melanchthonhaus als Geschäfts- und Bürohaus genutzt.

Am Schoßgatter 1-3

Das Haus an der Roßbrücke zeigt die bewusste gestalterische Auseinandersetzung mit einer Kriegsruine. Der Arkadengang mit seinen Rundbögen aus rotem Sandstein und der Runderker an der Gebäudeecke zur Leopoldstraße sind die Überreste des 1908 nach Plänen des Pforzheimer Architekten Heinrich Deichsel errichteten Wohn- und Geschäftshauses Kiedaisch. Nach der Kriegszerstörung am 23. Februar 1945 wurden die stehen gebliebenen Ruinenteile 1950/51 in die Neubebauung einbezogen.

Provisorium Leopoldstraße

Die Stadt Pforzheim ist gekennzeichnet durch die Zerstörung am 23. Februar 1945 und den darauf folgenden Neuaufbau. Immer noch finden sich eingeschossige Gebäude in der Innenstadt. Die Flachbauten entstanden in den frühen Nachkriegsjahren als Ladenprovisorien. Diese Bauten machen die Stadtbebauung spannend und erzählen Geschichte. Auch an der Bahnhofstraße und der Leopoldstraße stehen noch heute niedrige Behelfsbauten neben mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern. Das Provisorium Ecke Leopoldstraße / Hafnergasse bezog im November 1951 die Fischhandlung „Nordsee“.

Provisorium Zerrennerstr. 2

Nach seiner Eröffnung im März 1927 galt das UFA-Theater an der Zerrennerstraße als eines der modernsten und schönsten Kinos Süddeutschlands. Die hiesigen Architekten Deichsel, Faller und Clev erbauten einen Filmpalast im expressionistischen Stil. Das Kino bot Platz für über 1000 Besucher. Beim Luftangriff am 23. Februar 1945 wurde das UFA-Theater mit seiner Ausstattung zerstört. Heute befindet sich an seiner Stelle ein eingeschossiges Gebäude, das in der unmittelbaren Nachkriegszeit als Ladenprovisorium entstand.

Herz-Jesu-Kirche

Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde 1928/29 in expressionistischen Stilformen erbaut. An der Außenmauer war das mittlere Mauerband sternförmig gestaltet. Die Fenster hatten Spitzgiebel. Am 23. Februar 1945 wurde die Kirche teilweise zerstört. Der Turm und die Südwestseite blieben erhalten. Beim Wiederaufbau wurde die ursprüngliche Stilsprache abgeschwächt. Die Fenster erhielten Rundbögen, die kleinen Fenster Rechteckformen. Das Dach wurde als Kuppel gestaltet. An der Nordostseite entstand eine Toten-Gedächtnis-Kapelle zur Erinnerung an den Luftangriff und seine Opfer.

Stadtkirche

Die evangelische Stadtkirche am Lindenplatz mit ihrem schlanken Glockenturm entstand in den Jahren 1964 bis 1968. Sie ersetzte einen neogotischen Vorgängerbau von 1899, der nach schweren Kriegsschäden in mehreren Etappen gesprengt wurde. Die rötlichen Sandsteine an der Außenfassade des Kirchensaals stammen aus der Ruine der alten Stadtkirche, die gelben Sandsteine vom 1962/63 abgebrochenen Stuttgarter Kronprinzenpalais. Die Zusammenstellung mit zeittypischen Waschbetonplatten weist damit ganz bewusst auf Kriegszerstörung und Neuaufbau hin.

Kreuzstraße 1

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Kreuzstraße 1 entstand 1928/29. Im Ergeschoss befand sich ursprünglich das Gasthaus „Zum Rössle“. Nach Kriegsschäden wurde das Gebäude 1949 unter Verzicht auf den mächtigen Stufengiebel vereinfacht mit einem Walmdach wiederaufgebaut. Der Arkadengang mit expressionistischen Spitzbogenöffnungen aus rotem Sandstein blieb erhalten. 2020 erfolgte die Restaurierung des Gebäudes. Splitterspuren wurden dabei freigelegt und als Kriegsnarben sichtbar belassen.

Hochschule, Fakultät für Gestaltung

Die 1911 in repräsentativen Jugendstilformen erbaute großherzoglich-badische Kunstgewerbeschule (heute Hochschule Pforzheim, Fakultät für Gestaltung) erlitt bei einem Luftangriff im Januar 1945 schwere Zerstörungen. Der Ostflügel und der Dachbereich wurden stark beschädigt, der bekrönende Turm, die gemauerte Einfriedung an der Holzgartenstraße und die Innenausstattung völlig zerstört. In den Nachkriegsjahren erfolgte eine vereinfachte Wiederherstellung des Gebäudes. In den letzten Jahren wurde der Bau mehrfach vergrößert. Ein hofseitges Gebäude und ein Anbau an der Südostecke kamen hinzu.

Emma-Jaeger-Bad

Mit dem Emma-Jaeger-Bad eröffnete 1911 das erste Hallenbad in Pforzheim. Ermöglicht wurde das Gebäude durch eine Stiftung der Kaufmannsgattin Emma Jaeger. Der Luftangriff am 23. Februar 1945 beschädigte große Teile des Bades. Es wurde bis auf die im Westen anschließende Frauenschwimmhalle vereinfacht wiederhergestellt. 1965 kam der Neubau einer Schwimmhalle hinzu. Inzwischen ist der Badebetrieb eingestellt. Seit 2014 befindet sich im historischen Emma-Jaeger-Bad das EMMA-Kreativzentrum mit Arbeitsplätzen und Ateliers für Existenzgründer, Kreativwirtschaft und Studierende.

Altes Rathaus

Ein Blickfang zwischen Historie und Moderne ist das Alte Rathaus. Es wurde 1911 zur Erweiterung des Rathauses am Marktplatz errichtet. Nach Kriegsschäden erfolgte zwischen 1950 und 1952 ein Teilabbruch und die provisorische Wiederherstellung. Heute ist das Alte Rathaus Bindeglied zwischen dem Neuen Rathaus und dem Technischen Rathaus. In Anlehnung an das ehemalige mächtige Mansardwalmdach wurde der Altbau 1999 – 2001 durch zwei aufgesetzte Geschosse erweitert und eine neue Eingangszone hinzugefügt. Im Inneren überspannt eine Glastonne mit Lamellen den Lichthof.

Museum Johannes Reuchlin

Die mittelalterliche Schloß- und Stiftskirche St. Michael erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden und wurde bis 1957 wiederhergestellt. An der Südseite des Stiftchores wurde in den Jahren 2006–08 das „Reuchlinkolleg“ wiederaufgebaut. In dessen Obergeschoss befand sich einst die Bibliothek von Johannes Reuchlin. Im Innern präsentiert das Museum Johannes Reuchlin eine Ausstellung zum Leben und Wirken des berühmten europäischen Humanisten. In das Museum integriert ist die historische Außenmauer des Chores. Sie zeigt u.a. Reste alter Bemalung und Kriegsnarben von Brand- und Granatsplittern.

Erbprinzenstraße – ehemaliger Omnibusbahnhof Süd

Die Erbprinzenstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und Stadthäuser errichtet. Beim Großangriff des 23. Februar 1945 wurde die Bebauung bis auf wenige Reste zerstört. Ende der 1940er Jahre setzte die Neubebauung ein. Die neue Nordstadtbrücke aus Beton mit breiter Rampe ersetzte 1951 eine schmale Eisenbrücke. Zwischen Nordstadtbrücke und Lindenstraße legte man 1980/81 den Omnibusbahnhof Süd an, der mit Inbetriebnahme des neuen ZOB 2015 seine Funktion verlor. Auf dem früheren ZOB-Süd soll der Neubau der AOK-Bezirksdirektion entstehen.

Bahnhofplatz

Zu den wenigen Zeugen der Vergangenheit in der Innenstadt gehört am Bahnhofplatz eine Gruppe von Wohngeschäftshäusern. Die Gebäude mit ihren prächtigen Fassaden in Formen von Historismus und Jugendstil stammen aus der Zeit um 1910. Während der 1860/61 erbaute Hauptbahnhof nach Kriegsschäden abgerissen und 1958 durch einen Neubau ersetzt wurde, konnte das gegenüberliegende Ensemble mit dem Hotel „Ruf“ und „Ketterers Schloßkeller“ wiederhergestellt werden. Beim Wiederaufbau wurden die Fassaden vereinfacht, Geschosszahlen reduziert sowie auf Dach- und Giebelaufbauten verzichtet.

Ehemaliges Bezirksamt – Bahnhofstraße 22/24

Zu den wenigen wiederhergestellten Vorkriegsbauten im Stadtkern gehört das ehemalige großherzoglich-badische Bezirksamt. Erbaut wurde die zweiteilige Gebäudegruppe 1903 nach Plänen des Architekten Emil Lang in Jugendstilformen. Die Wandbilder am Turm schuf der Karlsruher Künstler Hellmuth Eichrodt. Nach Kriegsschäden wurde die Anlage 1948/49 wiederhergestellt. Die an den Turm anschließenden Gebäude wurden um ein weiteres Geschoss erhöht, wobei die Zäsur im Wechsel des Materials sichtbar blieb. 1961/62 erhielt der Turm unter Verzicht auf die ursprünglichen Giebel einen neuen Kupferhelm.

Ebersteinstraße

Während heute im Südteil der Ebersteinstraße Nachkriegsbauten dominieren, blieb die Bebauung im Nordteil von der Kriegszerstörung verschont. Nach der Teilzerstörung wurde das Wohnhaus Ebersteinstraße 1 mit der Gaststätte „Goldener Bock“ vereinfacht wiederaufgebaut. Erhalten blieben die Figurenreliefs an der Fassade. Gegenüber kam 2015 nach dem Abriss der beiden Nachkriegsmietshäuser Ebersteinstraße 4 und 6 eine Werbung für „Betten-Ratz“ aus den frühen 1950er Jahren zum Vorschein. Bis zum Neubau eines Bürokomplexes auf der Freifläche wird die Reklame an der Hauswand zu sehen sein.

Zähringerallee 17

An der Ecke Zähringerallee / Kronprinzenstraße steht ein an eine langgezogene Baracke erinnerndes Haus. Es wurde Anfang der 1950er Jahre auf einem Trümmergrundstück errichtet. Ursprünglich war es zunächst wohl als Provisorium gedacht, um die Wohnungsnot nach dem Krieg zu lindern. Unter dem Haus liegt ein historisches Kellergewölbe. Zeitweise befand sich in dem Gebäude das Atelier der Pforzheimer Bildhauerin Gisela Bär.

Zähringerallee 25

Ab 1871 entstand die Nordstadt nördlich der Bahnanlagen als Stadterweiterungsgebiet. Die Zähringerallee wurde 1899 als begrünte städtische Wohnstraße angelegt. Abgesehen von Kriegsverlusten im südlichen Teil der Zähringerallee blieb die Wohnbebauung aus der Zeit nach 1900 mitsamt den Vorgärten als geschlossenes Ensemble erhalten. Sehr anschaulich dokumentiert die Fassade des Hauses Zähringerallee 25 Kriegszerstörung und Wiederaufbau. Eine diagonale Baunaht markiert den kriegszerstörten Fassadenbereich, der in einfacher Putzbauweise wiederhergestellt wurde.

Nordstadtschule

Die Nordstadtschule mit ihren 47 Klassenzimmern wurde in den Jahren 1914-1920 erbaut. Nach Kriegsschäden wurde die Dachzone stark vereinfacht wiederhergestellt und auf schmückende Giebel und Türmchen verzichtet. Schon bald nach Kriegsende konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Teile des Schulhauses erlebten eine vielseitige Nutzung. So waren hier zeitweise die Hauswirtschaftsschule (heute Johanna-Wittum-Schule), das Staatliche Schulamt und das Stadtarchiv untergebracht. Ab 2011 fand eine umfangreiche Sanierung und Erweiterung statt. Eine Mensa und eine moderne Sporthalle entstanden.

Interaktiver Stadtplan mit den Narben des 23. Februar

Ein Projekt des