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Son of a Preacher Man Michael Dufner

«Herr Dufner, wissen sie es schon? Ihr Sohn möchte auch Pfarrer werden!» Fröhlich und begeistert teilt mir das die Oberstufenlehrerin kurz vor dem Elterngespräch mit. Ja, ich weiss, dass mein Sohn aktuell diesen Berufswunsch hat. Aber dass er das so in der ganzen Klasse vertritt, dass sogar seine Lehrerin davon angesteckt wird und so begeistert auf mich zukommt, das hat mich überrascht.

Ich erinnere mich an meinen Lehrer. Seine Aussage nach einem Vortrag war anders: «Michi, aus dir wird nie ein Redner, das war zu schlecht.» Und dann bekam ich vor der ganzen Klasse, mit viel Scham verbunden, die Note 1.

Mit 20 Jahren passierte es dann: Ich hielt meine erste Predigt. Es war HORROR, ich bin gestorben! Und doch war es auch HERRLICH – göttlich und wunderschön. Ich erlebte, wie Gott meinen Dienst segnete. Wie Menschen berührt wurden, ihr Leben Jesus schenkten. Etwas später stand ich in der Stami. Gust Ledergerber und die Gemeindeleitung wollten mich als Jugendmitarbeiter anstellen. Nachdem es bei der ersten Abstimmung nicht geklappt hatte, wollte die Gemeindeleitung es ein zweites Mal versuchen. Sie haben für mich Partei ergriffen und die Gemeinde irgendwie überzeugt, so dass ich 2003 als Jugendmitarbeiter angestellt wurde. Ohne theologische Ausbildung, ohne Erfahrung, ohne besonders vorbildlichen Lebenswandel. Aber sie haben es gewagt. In dieser Zeit wurde meine Leidenschaft für den Gemeindebau geweckt. Ich erlebte, wie Gott meinen Dienst bestätigte. Ich sah einem Pastor bei seiner Arbeit über die Schultern und wurde für den Beruf begeistert. Es war die Zeit, in der der Wunsch wuchs, ein Theologiestudium zu beginnen.

Heute darf ich das Sprungbrett leiten. Vieles erinnert mich an meine Anfänge.

Ich mache dir Mut, investiere in Jugendliche. Rufe sie heraus, sei mutig, auch wenn vieles noch nicht geklärt ist und es sogar undenkbar scheint für die Gemeinde. Vertraue, dass Gott führt.

Denn ich wäre heute nicht, wo ich bin, wenn die Stami nicht in einen verrückten, wilden, jungen Michi investiert hätte. Und ich möchte nirgends anders sein, weil ich meine Berufung leben darf.