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Meine Reise nach Äthiopien von Hermon, Januar 2020

Meine Mutter und ich (Foto: privat, Familie Zemicael)

Am 25.08.2019 bin ich nach Äthiopien geflogen, um meine Familie zu treffen. Auf diesen Tag habe ich lange gewartet. Ich hatte meine Familie über fünf Jahre nicht mehr gesehen.

Als ich am Flughafen von Addis Abeba angekommen war, konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Ich war ganz nervös. Die Vergangenheit und die schönen Momente mit meiner Familie besonders mit meiner Mutter kamen mir wieder in den Kopf. Als ich meine Mutter sah, lief ich auf sie zu und umarmte sie minutenlang. Wir beide weinten. Sie sagte: „Dank sei Gott, dass wir uns wiedersehen“. Auch mein Vater und meine Geschwister waren am Flughafen und begrüßten mich. Meine Eltern und fünf Geschwister von mir leben in Eritrea. Zwei Geschwister wohnen in Äthiopien. Meine Eltern sind extra für das Wiedersehen aus Eritrea nach Äthiopien gekommen.

Wir sind vom Flughafen zu meiner Schwester nach Hause gefahren und haben lecker gegessen. Dabei haben wir uns viel unterhalten, über die Vergangenheit und über die aktuelle Situation in Eritrea.

Ich war einen ganzen Monat in Addis Abeba und sehr glücklich. Ich habe die Zeit mit meiner Familie genossen. Sie haben mir die Stadt gezeigt, wir haben gut gegessen und ich habe die Traditionen von Äthiopien kennengelernt. Das war die schönste Zeit meines Lebens. Auch wenn ich vier Wochen dort war, verging die Zeit sehr schnell. Am 23.09.19 war mein letzter Tag. Am Abend um 21:00 musste ich mich wieder von meiner Familie trennen. Wir waren alle sehr traurig und mussten weinen. Mein Vater sagte zu mir: „Hermon, bleib immer du selbst. Gib dich auch in schlechten Zeiten nicht auf und bleib stark. Du bist jetzt ein erwachsener Mann!“

Ich wünsche mir für alle, deren Familien im Ausland leben, dass sie diese wiedersehen. In Eritrea gibt es ein Sprichwort: Nach einer Trennung kommt immer ein Wiedersehen!

Text: Hermon, Januar 2020