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Leo I. - der Grosse 440 bis 461 Bischof von Rom

Die meisten Bischöfe des 4. und 5. Jh. haben in irgendeiner Weise die päpstliche Macht ge-steigert. So hat sich INNOZENZ I. (402-417) im Zusammenhang mit den Kämpfen und Beschlüssen um die Synode von Nizäa als Inhaber des obersten Richteramtes der Kirche angesehen!

LEO I., DER GROSSE, ist der erste römische Bischof, der mit staatsmännischer Begabung in den Wirren des untergehenden römischen Reichs den römischen Primat begründet. Leo schützt Rom vor den Verwüstungen der Hunnen unter Attilla (451) und der Vandalen (455). Das Wort: „Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“, bezieht er auf das Papsttum. Er behauptet, der römische Bischof sei mit der Machtfülle Christi ausgestattet worden und darum der „Vicarius Christi“ (=„Stellvertreter Christi“) oder der „Vicarius Filii Dei“ (=„Stellvertreter des Gottessohnes“) auf Erden. In Anlehnung an den römischen Kaisertitel „Pontifex maximus“ bezeichnen sich die Päpste seit dem 5. Jh. als „Summus Pontifex“ (höchster Brückenbauer). Der Ausdruck „Pontifex maximus“ dringt erst im 15. Jh., im Zeitalter der Renaissancepäpste, in den kirchlichen Gebrauch ein. Der unter den Bischöfen verbreitete Titel „Papa“ (Vater) beansprucht er für sich allein und untersagt anderen Bischöfen, sich mit diesem Titel anreden zu lassen. Aus diesem Wort wird das deutsche Wort „Papst“ abgeleitet. Den Sieg der Orthodoxen auf dem Konzil von Chalcedon (451) nimmt Leo für sich in Anspruch. Im Gegenzug verwirft er einen Kanon (= Beschlussfassung), der die Gleichstellung der Patriarche von Rom und Konstantinopel vorgesehen hätte. Während seiner Amtszeit taucht der 6. Kanon von Nizäa auf. Er ist eine Fälschung und trägt die Überschrift „Vom Primat der römischen Kirche.“ Er beginnt mit den Worten: „Die römische Kirche hat immer den Primat gehabt.“ Auch kirchenpolitisch vermag sich Leo durchzusetzen. Obwohl an allen Fronten des römischen Reichs Kämpfe ausgebrochen sind, macht er seine Regierungsgewalt bis nach Spanien und Nordafrika geltend. Indem er Bezug auf den gefälschten Kanon von Nizäa nimmt, verhindert er, dass HILARIUS VON ARLES in Südgallien ein unabhängiges Patriarchal aufbauen kann. Wäre dies möglich geworden, wäre die abendländische Geschichte wohl in mancher Beziehung anders verlaufen.

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