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Der Altmühltal-Radweg in sechs Tagen Teil 3 - von Treuchtlingen über Pappenheim nach Eichstätt

Der Morgen in Treuchtlingen ist nass! der Himmel dunkelgrau und es regnet. Doch ein Blick auf den Regenradar unseres Iphones gibt uns Hoffnung - Nur eine Wolkenbank, die gegen 10.00 Uhr durch sein soll. Und so ist dann auch.

Hinter Treuchtlingen windet sich die Altmühl durch die steile Felslandschaft der südlichen Frankenalb. Der Fluss ist 10-15 Meter breit und hat sich tief in das Juragestein eingegraben. Aus den bewaldeten Bergrücken ragen nun die Dolomitenfelsen heraus. Es erwartet uns einer der schönsten Abschnitte des Altmühltal-Radweges. Da stört es uns auch nicht, dass durch den Regen die Wege aufgeweicht sind und es beschwerlicher ist, auf dem weichen Untergrund zu radeln.

Zunächst kommen wir nach Pappenheim. Wer kennt ihn nicht, den berühmten Spruch: „Ich kenne meine Pappenheimer.“ Das Zitat geht auf Schillers Drama Wallensteins Tod zurück, in dem der Feldherr Albrecht von Wallenstein sagt: „Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer“.

Die Altmühl zieht sich hier in einer engen Schleife durch den Ort. Die Burg wollen wir uns ansehen, stellen die Räder auf dem Marktplatz bei der Touristinformation ab und nehmen den steilen Aufstieg zur Burg in Angriff. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einigen teilweise stark verfallenen Gebäuden vorbei. Es passt zur Ausstrahlung der Burg-Ruine.

Auf dem Weg zur Burg

Die Burg Pappenheim zieht sich über 1,5 Kilometer um den Berg mit Mauern und Türmen und wird überragt vom gewaltigen Bergfried, den man bestiegen darf und von dem man eine grandiose Fernsicht über den Ort und das Tal hat. Der Zugang zur Burg und ist kostenpflichtig.

Auf der Burg

Es erwarten uns auf der Burg die beiden historischen Ausstellungen, eine Folterkammer, historische Säle, die Burgkapelle, das Natur- und Jagdmuseum sowie ein botanischer Garten mit heimischen Pflanzen und der historische Kräutergarten.

Blick auf das Dorf und die St, Galluskirche
Eine der beiden Ausstellungen

Zurück im Dorf blicken wir uns noch kurz um, da wir vor dem Neuen Schloss stehen, das durch die zugezogenen Fenster abweisend wirkte. Nur der Gasthof zum Hirschen war herausgeputzt.

Links: Neues Schloss, rechts der Gasthof zum Hirschen

Einen weiteren Stopp machen wir an der Weidenkirche. Es ist eine von der evangelischen Jugend in Bayern errichtete besondere Kirche und die einzige in ganz Bayern.

Die Weidenkirche

Zwölf Apostel am Wegesrand

Blick von der Brücke über die Altmühl bei Zimmern

Dann radeln wir über die Brücke bei Zimmern. Auf der anderen Flussseite geht es zwischen Bahn und Altmühl nach Solnhofen, wo wir die Altmühl erneut überqueren und auf der Südseite weiterradeln. Unterwegs sehen wir eine Gruppe Paddler, die riesigen Spaß haben, ein Wehr zu überwinden. Einige Bootsanleger mit Campingplatz haben sich an der Altmühl etabliert.

Nach Solnhofen präsentieren sich auch an diesem Morgen bei blauem Himmel die wuchtigen Riff-Felsen des ehemaligen Jurameeres, die Zwölf Apostel, natürlich eines der beliebtesten Fotomotive und schönsten Getope in Bayern. Einige vereinzelte Rapsblüten am Wegesrand untermalen die herrliche Aussicht.

Die Zwölf Apostel

In engen Bögen geht es über Eßlingen und Altendorf nach Dollnstein. Weitere massive Felsen erheben sich am Wegesrand.

Massiver Kalkfelsen bei Solnhofen

In Dollnstein befindet sich das Altmühltalzentrum Burg Dollnstein. Augenfälliger prägt das Stadtbild die Pfarrkirche St. Peter und Paul mit dem Marktzentrum.

Marktzentrum Dollnstein

Höhepunkt ist der Burgstein von Dollnstein, der rund 1 km hinter dem Ort aufragt.

Dollnstein, Burgstein

Der Felsen ist gut 50 Meter hoch und trägt ein Gipfelkreuz. "Die markante turmartige Felsbildung ist Teil einer Kalkplattform, die in einem subtropischen Flachmeer zur Zeit des Oberen Jura abgelagert wurde. Die Felsen wurden von Ur-Donau und Altmühl herauspräpariert." Das entnehmen wir dem Informationsschild vor dem Felsen.

Eichstätter Willibaldsburg

Da sich hinter Dollnstein das Tal wieder etwas weitet, geht es in zwei großen Schleifen in Richtung Eichstätt. Vorgelagert und weithin sichtbar ist die Eichstätter Willibaldsburg. Die Burganlage wurde 1355 vom Bischof Berthold Burggraf von Zollern errichtet und diente bis 1725 als Bischofssitz. In den nächsten Jahrhunderten wurde die Willibaldsburg von verschiedenen Bischöfen ausgebaut.

Kloster Marienstein

Direkt am Radweg und noch vor Eichstätt liegt das Kloster Marienstein. Es ist ein ehemaliges Kloster der Augustinerchorfrauen im Ortsteil Marienstein der Stadt Eichstätt in der Diözese Eichstätt.

Große Kreisstadt Eichstätt

Eichstätt ist eine Große Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis in Oberbayern. Die Stadt ist Sitz des Landkreises sowie der Verwaltung des Naturparks Altmühltal, außerdem Bischofssitz des Bistums Eichstätt und Hauptsitz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Das Hotel lag direkt am Marktplatz

Wir kommen trotz der verschiedenen Aufenthalte kurz nach Mittag in Eichstätt an, gehen erstmal Kaffee trinken am Marktplatz und stellen fest, dass sich unser Hotel nur wenige Häuser weiter befindet. So sind wir mitten drin im Ort. Auch hier können wir sofort einchecken und unsere Räder sicher abstellen. Diese sind allerdings von den aufgeweichten Kalksandwegen richtig verdreckt. Doch das wollen wir erst am nächsten Morgen in Angriff nehmen.

Der Dom von Eichstätt

Nachdem wir uns frisch gemacht und umgezogen haben, machen wir uns auf den Weg, Eichstätt zu erkunden. Die barocke Bischofs- und Universitätsstadt hat eine reiche geschichtliche Vergangenheit und viele Sehenswürdigkeiten. Unübersehbar ist die Stadt geprägt vom Domkapitel.

Dom von Eichstätt

Markantestes Bespiel für die Barockbauten, der Residenzplatz. Ohnehin wirkt Eichstätt richtig herausgeputzt.

Residenzplatz in Eichstätt
Bischöfliche Residenz-Bauten mit u.a. Finanzverwaltung

Wir schlendern noch weiter durch die Gassen - alles macht einen gepflegten, repräsentativen Eindruck.

Zum Abschluss unseres Rundgangs besuchen wir die Klosterkirche St. Walburg der Benediktinerabtei und werden von der pompösen, mit Gold überladenen Ausstattung des Kircheninnern "erschlagen". Aber es ist ziemlich einmalig und deshalb sehenswert.

Klosterkirche St. Walburg

Dieser dritte Tag war zwar nur rund 45 Kilometer lang, aber so gespickt voll mit Eindrücken, dass wir abends nur noch in das italienische Restaurant direkt im Hotelgebäude zum Essen gingen - die einzige Fehlentscheidung dieses Tages.

Ein Beitrag aus dem Online-Reisemagazin www.reisepilot.de

IMPRESSUM: Angaben gemäß § 5 TMG und verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Hans-Raimund Kinkel, Groten Heesen 11, 21033 Hamburg. E-Mail: info@reisepilot.de

www.reisepilot.de

Credits:

Hans-Raimund Kinkel

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