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Auf Augenschein in Visp Die Gemeindeserie

Unsere Eckdaten

  • In den 80er Jahren wird ein evangelistisch ausgerichteter Bibelkreis durch einige wenige Gläubige gegründet. Mitarbeiter und Praktikanten der FEG Langenthal investieren sich in die kleine Gruppe von jungen Christen im Oberwallis.
  • Der Wunsch, «selber Gemeinde» zu werden, wird immer grösser.
  • 1984: Anschluss an die «Inlandmission des Bundes FEG» (Vision Schweiz)
  • Anstellung von Erwin und Cécile Imfeld als erstes Pastorenehepaar
  • 1987: 15 Personen stimmen darüber ab, ein 2500 m2 grosses Baugrundstück zu erwerben. Dank der Unterstützung und Solidarität von FEG-Gemeinden aus der ganzen Schweiz entsteht das Gemeindegebäude, das bis heute genutzt wird.
  • In den folgenden 20 Jahren kommen immer mehr Menschen dazu – schrittweise darf die Gemeinde mehr und mehr wachsen und das Vertrauen seitens in der Bevölkerung stetig zunehmen.
  • 1997: Anschluss an den Bund FEG als selbständige Bundesgemeinde.
  • Heute: 120 Gottesdienstbesucher und ca. 50 Kinder besuchen regelmässig die Veranstaltungen. Die FEG ist in der Bevölkerung gut etabliert, gehört dazu und ist bekannt. Durch konsequente und geduldige Beziehungspflege ist viel Vertrauen entstanden – auch zu den politischen Behörden und Entscheidungsträgern.

Statement der Gemeindeleitung

«Seit ihrer Gründung vor über 30 Jahren hat die FEG Visp ein grosses Anliegen: Das Evangelium im Oberwallis bekannt zu machen und Menschen für Jesus zu gewinnen. Bis heute hat sich diese Grundausrichtung der Gemeinde nicht geändert. Wir wollen Christen befähigen und sie darin unterstützen, einen evangelistischen Lebensstil zu führen. Unser Herz schlägt für die Menschen in unserem Tal. Wir wollen sie mitnehmen auf einen Weg (mitkommen), sodass sie zum Glauben an Jesus finden (ankommen) und anschliessend in ihrer Jesus-Beziehung wachsen (weiterkommen) können.»
Rico Steiner, Heini Schaffner, Dany Rohner, Stefan Ritz, Alain Sterren

Fragen an die Pastoren Dany Rohner und Heini Schaffner:

danyrohner@ bluewin.ch; heini.schaffner@feg-visp.ch
Ihr seid seit 17 (Dany) bzw. seit 5 (Heini) Jahren Pastoren in der FEG. Was begeistert euch an eurer Gemeinde?

Ganz sicher die ungebrochene Hingabe an den evangelistischen Auftrag und die Natürlichkeit, mit der die Gemeinde diesen Auftrag im Alltag auslebt. In sämtlichen Gruppen – von den Kindern bis zu den Senioren – laden die Einzelnen ihre Freunde zu Gemeindeveranstaltungen ein. Das ist absolut genial!

Ihr lebt in einer mehrheitlich katholisch geprägten Kultur. Wie begegnet ihr dieser Kultur vor Ort?

Dadurch, dass das Oberwallis traditionell katholisch geprägt ist, sind Gespräche über Gott, Glauben und Kirche sehr natürlich möglich. Wir versuchen, Menschen immer dort abzuholen, wo sie sich befinden (und nicht dort, wo wir sie vielleicht gerne hätten). Das heisst: Wir kritisieren nicht in erster Linie den Katholizismus – auch wenn wir natürlich vieles anders sehen. Sondern wir knüpfen dort an, wo die Leute sind. Ähnlich wie Paulus in Apg. 17 in seiner Rede auf dem Aeropag. Die Ernsthaftigkeit und Ehrfurcht, mit der man im Oberwallis religiösen Themen und Gott begegnet, sind wertvoll und positiv – hier setzen wir an.

Gleichzeitig spüren die Menschen aber auch, dass es in der FEG eben nicht einfach um Religiosität und frommes Programm geht, sondern vielmehr darum, den Glauben so in das Leben hinein zu transportieren, dass er tragfähig und alltagsrelevant ist. Wir versuchen deshalb, unsere Veranstaltungen immer so zu gestalten, dass Christen wie auch Nichtchristen sich wohl fühlen und etwas mitnehmen können.

Bei uns im Oberwallis funktioniert fast alles über persönliche Beziehungen und Vertrauen. Da diese beiden Dinge der Schlüssel zu den Herzen der Menschen in unserem Umfeld sind, setzen wir auch hier an. Und wir machen unseren Mitgliedern Mut, sich als Christen bewusst im Oberwallis zu engagieren und eben vertrauensvolle Beziehungen zu leben.

Wie fördert ihr die Verwurzelung eurer Gemeinde in der Bibel? Oder anders gefragt: Worauf liegt euer Fokus in der Verkündigung?

Bibelwissen ist wichtig. Aber Bibelwissen allein verändert noch keine Herzen. Unser Fokus liegt deshalb nicht primär auf dem Vermitteln von Wissen. Sondern vielmehr darauf, den Leuten zu helfen, wie sie Wahrheiten und Prinzipien der Bibel in ihrem Leben umsetzen können. Anwendung ist der Schlüssel. Wir predigen praktisch ausnahmslos in «Serien», weil wir merken, dass das den Besuchern hilft, über längere Zeit – 4 bis 5 Wochen – an einem Thema zu bleiben. Und: Ehrlichkeit, Authentizität und Transparenz sind uns wichtig. Was wir predigen, muss auch in unserem eigenen Leben «verheben».

Welchen Stellenwert haben Lobpreis und Musik bei euch?

Einen grossen! Wir haben das Vorrecht, im musikalischen Bereich äusserst begabte Mitarbeiter zu haben. Die Herausforderung liegt für uns darin, dieses Potential für die Gesamt-Gemeinde nutzbar zu machen. Das heisst: Nicht einfach perfekte Musik auf die Bühne zu bringen, sondern die Gemeinde mitzunehmen, sodass wir alle gemeinsam Gott anbeten können. Wir überlegen uns deshalb z.B. sehr genau, wie und wann wir neue Lieder einführen, damit sie von der ganzen Gemeinde in ihren «Liederschatz» aufgenommen werden können. Bei uns gibt es keine «alten» oder «neuen» Lieder – es gibt nur «Gemeindelieder». Das ist uns wichtig. Es braucht Zeit, bis EIN Lied auch MEIN Lied geworden ist.

Stichwort «neugierig» (das Jahresmotto 2020 der FEG Schweiz): Wo bleibt ihr als Gemeinde neugierig?

Wir sind konstant dran, uns zu fragen, wie wir die aktuellen Entwicklungen in unserer Region und in der Gesellschaft positiv nutzen können, um das Evangelium kommunizieren zu können. Paulus spricht in Kol 4,3 davon, dass Gott uns eine «Tür des Wortes» öffnet, um das Geheimnis von Christus zu verkündigen. Wir fragen uns immer wieder neu: Wo ist diese Tür gerade jetzt? Wie kommen wir an die Herzen der Menschen heran? Wo schenkt Jesus Chancen, die wir nutzen können? – Wo immer wir solche offenen Türen sehen, wollen wir mutig hindurchgehen. Und neugierig vertrauen, dass Jesus etwas daraus macht zu seiner Ehre.