Es ist nur ein Hund ...und trotzdem ändert er alles!

Joschi

...es ist doch nur ein Hund! Welcher Hundebesitzer hat dies nicht schon gehört und sich über die Bemerkung seines Gegenüber gewundert, da der "Hund" eben viel mehr sein kann...

Dies ist eine solche Geschichte von dem „mehr sein“, von dem „ein Leben umkrempeln" und am Ende, das noch lange nicht erreicht ist, seine Menschen verändert hat.

Die Geschichte von einem Hund, der die Inspirationsquelle für meine neue Leidenschaft wurde: Fotografieren! Inspiriert durch ein tolles Projekt der KAPLUN ARTISTS

Dies ist die Geschichte von Joschi da Capo vom Kirchwinkel!

Ins Herz geschlossen - vom ersten Moment

Sie beginnt im Frühjahr 2012...wobei wenn ich ehrlich bin, beginnt Sie bereits 2009, wir wussten es nur noch nicht.

In dieser Zeit mussten wir bereits einen sehr persönlichen Schicksalsschlag verkraften und dann kam für mich noch eine schwere Schwindelerkrankung dazu. Mein linkes Gleichgewichtsorgan wurde durch eine Entzündung zerstört und ich hatte zwei schwere Schwindelanfälle mit komplettem Kontrollverlust. Will sagen, ich war über Stunden (!) nicht in der Lage irgendetwas im Raum zu fixieren oder deutlich zu sehen, alles um mich herum drehte sich. Ich musste mich fortwährend übergeben und erst im Krankenhaus konnte ich danke Medikamente "schlafen gelegt" werden. Achterbahnfahren und dabei im Bett liegen...eine merkwürdige Erfahrung und verstörend zu gleich, da man selbst absolut nichts dagegen tun kann, man ist seinem Körper einfach ausgeliefert. Klar sagen die Ärzte, das man auch mit nur einem Gleichgewichtsorgan leben kann - das Gehirn passt sich hier an. Aber was ist, wenn auch mein rechtes ausfällt, wenn es wieder zu so einem Kontrollverlust kommt, man nicht gehen und stehen kann, sich sofort übergibt und jeder denkt - übringes auch die Sanitäter die mich nach dem ersten Anfall ins Krankenhaus brachten - man hätte nur zu viel getrunken? Dabei saß man nur am Schreibtisch und von jetzt auf gleich ist alles um einen herum aus den Fugen geraten. Nach und nach konnte ich im Krankenhaus wieder gerade laufen und mein Gleichgewicht finden, aber trotzdem blieb die Angst...kann das wieder passieren? Infolge dessen entwickelte ich eine Angststörung und zog mich mehr und mehr zurück. Erst nach dem Beginn einer Therapie ging es schrittweise wieder Bergauf.

Schwindel, Angst... Unsicherheit

Meine Zeit nach der Schwindelerkrankung war geprägt von übertriebener Selbstbeobachtung und damit verbundener Abstieg in die dunkle Welt der Angststörung...kommt jetzt wieder ein Schwindelanfall, verliere ich wieder die Kontrolle...Unruhe, Angst...dann Panik!

Erst mit der Erkenntnis, dass ich das nicht mehr will und einer guten Klinik (P.S.: Schwindelambulanz der Uniklinik Essen) begann der Aufstieg aus der dunklen Welt der wiederkehrenden Angst.

Zum Glück fand ich schnell einen Therapeuten und die Erkenntnis, dass Selbstbeobachtung nicht immer hilfreich ist. Dazu eine kleine Geschichte: 

Trifft eine Ameise einen Tausendfüßler und fragt diesen: Wie schaffst Du es, immer alle tausend Füße richtig zu bewegen? Darüber habe ich noch nie nachgedacht, sprach der Tausendfüßler und lief weiter...ins Grübeln gekommen, wie das funktionieren könne mit seinen vielen Beinen, stolperte er und fiel hin...

Ich habe auch einfach "zuviel" gegrübelt!

Und in einer solchen Situation wollt Ihr einen Hund, wo Ihr auch noch beide arbeitet?

Ja, weil wir sehr genau und gewissenhaft darüber nachgedacht haben und uns der „LEBENSLANGEN“ Verantwortung bewusst sind!

Wehrlos ergeben

Vom ersten Moment an begeistert...

Und dann half im Frühjahr 2012 der Zufall! Über einen kleinen Umweg erhielten wir Kontakt zu Züchtern am Niederrhein, die gerade Dalmatiner Welpen hatten. Wiederum durch einen Zufall des Schicksals ergab es sich, dass wir „Joschi“ aufnehmen durften. Eine aufregende Zeit der Vorfreude und Erwartung begann, da unser Joschi erst noch seine Zeit mit seiner Mama und seinen Geschwistern verbrachte, um alles für ein tolles Welpenleben zu lernen.

Gekommen um zu bleiben...

Und nun begann eine neue Zeit der „Unsicherheit“ für mich...machen wir alles richtig, geht es dem Hund gut, spielen wir genug mit Ihm, schläft er ausreichend, frisst er....

Und draußen erst: So viele Eindrücke - für Ihn und für uns...jeder Gassi Gang eine neue Erfahrung. Aber es war eine gute Unsicherheit, weil sie Halt gab, weil sie sich nicht auf mich richtete, sondern auf den kleinen Tupfenmann

Und die vielen innigen Momente des gemeinsamen Zusammenseins...was für eine Entspannung

und auch das!

Wer kennt das nicht? Das Körbchen hat angefangen und ist explodiert....zum Glück ist dem Hund nichts passiert!

Aber eines wurde mir auch langsam klar: Ich möchte diese Momente festhalten und von daher kam plötzlich meine Kamera wieder ins Spiel - gekauft für eine tolle Norwegen Schiffsreise (Erholung nach meiner Schwindelerkrankung) und dann leider wieder im Schrank gelandet.

Also begann wir beide unsere ersten Schritte in eine neues Leben: Joschi als Welpe bei uns und ja, ich als quasi Welpe in der Fotografie! 

Und Action...

Eines meiner ersten Bilder von Joschi mit der "alten" Pentax Kx und dem Tamron 70-300mm Objektiv. 

Meine Begeisterung war entflammt...meinen Hund im Spiel fotografieren und dann Hund und Ball passend erwischen...wie "geil" ist das denn...

Von da an, machte ich immer mehr Aufnahmen, ahnte allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wo mich das alles hinführen würde (vielleicht weiß ich es heute auch noch nicht, aber ist das nicht spannend?) 

Kleine Welt, plötzlich groß!

Es folgten erste Versuche von Makroaufnahmen...meine erste Spinne als Makro...und ja, ich war schon ein wenig stolz! 

P.S.: Während dem Fotografieren dachte ich nie und denke auch heute noch nie daran, ob ggf. wieder ein Schwindelanfall kommen könnte...auch eine Form der Therapie! 

Mein erstes Makro!

...und es gibt soviel zu entdecken...

Pusteblumig fein und klein...

...und Joschi?

Fühlt sich mit uns und wir mit Ihm einfach nur wohl...er wurde fester Bestandteil unseres Alltags und für Ihn sind wir umgezogen in ein Haus mit Garten.

Einfach immer dabei...

Ich will mehr...erster Fotokurs!

Es war mir bald klar, ich will mehr...mehr lernen, besser fotografieren. So ergab es sich, dass ich im Mai 2014 meinen ersten Fotokurs in der Fotoschule Ruhr bei Tom Striewisch besuchte...

Klassiker im Ruhrgebiet
Industriekultur...

Alte Industriekultur...längst vergessene Zeiten....

Zeche Zollverein

...wird fortgesetzt, die Geschichte hat gerade erst begonnen ;-)

und jetzt kommt einfach auch mal Farbe ins Spiel...manachmal sind es die kleine Dinge, die es zu beachten gilt!

Ich schau dir in Augen Kleiner...

Ich begann in 2014 neben Joschi mehr und mehr die kleinen Dinge im Garten zu erkunden und durfte feststellen, dass man - um gute und interessante Bilder machen zu können - manchmal gar nicht weit gehen muss...ein Schritt in den Garten reicht schon!

Und ich merke mehr den je: ich bin zwar "angespannt", aber fokussiert auf das Fotogrtafieren und nicht auf meinen Schwindel! Insofern also sehr entspannt!

Fotografie als Spiegelbild

...und "er" ist und bleibt Quelle meiner Inspiration: Joschi!

Created By
Udo Jürgensen
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