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Mein Name ist Sebastian Bauer Gemeindegründung in Lodz, Polen

Mein Name ist Sebastian Bauer. 2015 lebte ich noch in London und wurde dort zu Unrecht angeklagt. Ich wurde zu einer dreijährigen Haft verurteilt. Für mich brach meine Welt zusammen.

(alle Bilder von Sebastian Bauer)

Dazu kam noch ein viel grösserer Schmerz: Mein damaliger Partner erkrankte an Leukämie. Er verstarb in den ersten Wochen als ich im Gefängnis war. Das war sehr schwierig. Als ich die Nachricht von seinem Tod erhielt, wollte ich mich umbringen, aber der Selbstmord misslang, ich wurde gerettet.

Es war eine harte Zeit im Gefängnis. Ich wurde oft geschlagen, wurde vergewaltigt und musste viel Schmerzen erleiden. Zu meinem Glück wurde ich nach zwei Monaten in ein anderes, besseres Gefängnis verlegt. Dort war ich geschützt vor körperlicher Gewalt. Aber ich fiel in eine schwere Depression.

Eines Tages fand ich altes Skizzenpapier und zwei Bleistifte in der Mülltonne. Ich nahm es und skizzierte einen Elefanten. Während dieses Skizzierens habe ich meinen Schmerz vergessen. Ich vergass für einen kurzen Moment, wo ich war. Später durfte ich Malpapier, Pinsel und Farben kaufen. Das Malen hat mir sehr geholfen. Durch die Farben kam ein warmes Licht in mein Leben und seit längerem fühlte ich mich wieder einmal gut und sicher.

In meiner Zelle standen einige Bücher, unter anderem auch die Bibel. Immer wieder mal las ich in diesem Buch. Im zweiten Jahr im Gefängnis las ich immer mehr in der Bibel. Ich stellte bei mir fest, dass ich nach Farben und der Bibel schon fast süchtig war.

2018 wurde ich entlassen und bin nach Polen zurückgekehrt. Ich habe weiter gemalt und tue das bis heute. Meine Kirche waren die Predigten von Pastoren auf YouTube. Es war für mich sehr wichtig, nah bei Gott zu sein. Im Jahr 2019 wurde mir klar, wer Jesus ist, was er für mich getan hat und dass ich ohne ihn nichts bin. Ich wurde wiedergeboren! Die Freude, die ich damals in meinem Herzen hatte, war überwältigend.

Aber der Feind griff mich stark an. Wieder hatte ich mit einer starken Depression zu kämpfen. Ich hatte viele Angriffe in meinen Träumen und öfters plagten mich Selbstmordgedanken. Drei Monate lang lag ich fast nur noch im Bett. Ich fand nur manchmal die Kraft, um in der Bibel zu lesen und zu beten. Aber immer wenn ich betete, wurde ich durch laute, lästernde Stimmen gestört. Doch ich hörte nicht auf!

Im September 2020 suchte ich eine christliche Gemeinde. So fand ich die FEG Lodz und bereue es nicht. Mir wurde auch klar, dass ich als Christ nicht mehr in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben kann. Ich weiss, dass Jesus bei mir ist, aber ich bin immer noch in meinem sündigen Fleisch.

Wenn ich zurückblicke, bereue ich keinen einzigen Moment. Gott hat mir alles genommen und mir alles gegeben! Auch wenn es nicht immer einfach sein wird, ich habe mein Leben ganz Gott gegeben.»

Jarek und Ania Celebanski arbeiten in Lodz, Polen, jarcel@o2.pl
Bitte Zweck angeben: ZBsp. Jarek Celebanski, Vision Europa