Zeitungsworkshop mit geflüchteten syrischen Kindern Bekaa-Tal/Libanon

Hintergrund

Im Bekaa-Tal im Libanon leben zur Zeit ca. 400.000 geflüchtete Menschen aus Syrien in sogenannten »Informal Settlements«, selbstverwalteten Zeltstädten, die von der libanesischen Regierung zwar geduldet, aber nicht unterstützt werden. Diese Menschen sind auf die Unterstützung der regionalen NGO's, sowie UNICEF und UNHCR angewiesen. Eine dieser NGO's, die BEYOND ASSOCIATION, konzentriert sich auf die Schulbildung der Kinder. Insgesamt werden ca. 21.000 Kinder von BEYOND ausgebildet, um später den Anschluss an das libanesische Schulsystem zu meistern. Arabisch, Englisch, Mathe, Musik und Sport gehören zu den Grundlagen, die gelehrt werden. Ältere Kinder (Zwölf-Vierzehnjährige ) können auch an einem Journalismuskurs (Press Club) teilnehmen.

Ziel des Workshops

Die Kinder lernen in diesem Workshop die Grundlagen des Zeitungshandwerks: Themenfindung, Texten und Fotografieren sowie Layout werden kindgerecht vermittelt. Das Projekt fördert das Selbstbewusstsein der Kinder, die ihre Produkte stolz in der Öffentlichkeit präsentieren.

Aktuell lernen die Jugendlichen, die zwischen zwölf und vierzehn Jahre alt sind, im sogenannten Press Club der NGO Beyond Association, ihre Erlebnisse handschriftlich zu verfassen. Außerdem werden sie ermutigt, ihren Alltag mit Kameras festzuhalten. Die so entstandenen Aufsätze werden von den Verfassern in ein ringgebundenes Album geklebt und im Freundes- und Familienkreis präsentiert. Wir haben vor diesen Prozess zu professionalisieren und das Ergebnis nachhaltiger zu machen, indem wir den jungen Journalistinnen und Journalisten beibringen, wie sie ihre Artikel als Wandzeitung gestalten.

Diese Seite dokumentiert unseren Workshop in der sog. "Safezone" der Beyond Association in Saadnayel (District Zahlé), Libanon im Zeitraum 18. bis 30. September 2016.

Saadnayel liegt eine Autostunde von Beirut entfernt im Bekaa-Tal, in der Nähe von Zahlé.

Um unsere erste gemeinsame Redaktionskonferenz mit ihnen abzuhalten, haben die Schüler zunächst Stühle und Tische im Quadrat angeordnet. Diese Art der kommunikativen Sitzordnung ist ihnen bisher unbekannt: Der Großteil ihres Unterrichts findet in gewohnter schulischer Sitzordnung statt. Die Veränderung ist hilfreich, denn sie stärkt das Teamgefühl und lässt Schüler und Lehrer auf Augenhöhe begegnen.

Trainer István Vélsz (links) erklärt die Bausteine der Titelseite einer Tageszeitung, während Lehrer Mesiad übersetzt. Die Jugendlichen zerschneiden sie daraufhin in ihre einzelnen Gestaltungselemente um den Aufbau der Titelseite besser analysieren zu können. So wird den Schülern die Funktion von Layout, Text und Fotos vermittelt.

Mesiad notiert die Ergebnisse der Zeitungstitel-Abstimmung. Gewinnen wird der Titel Sawtuna, was auf Arabisch „unsere Stimme“ bedeutet.

Während der Themenkonferenz erarbeiten die Jugendlichen die Themen, die sie dann realisieren und fotografieren. Nour erläutert ihren Themenvorschlag. Sie will eine 70-Jährige porträtieren, die gesundheitsbedingt nicht mehr auf dem Kartoffelfeld arbeiten kann und nun ihr Geld durch Kleiderherstellung verdient.

Taghreed, Nour und Waaed machen erste Aufnahmen mit ihren Kameras. Die Jugendlichen haben die Aufgabe bis zum nächsten Mal ihre Geschichten zu fotografieren und zu schreiben.

Weil die Jugendlichen nicht tippen können, überträgt Mesiad die handschriftlichen Texte auf den Computer und liest die Fotos ein.

Die Jugendlichen hören sich an, was István zur Zusammenstellung von Text und Bild erläutert, während Mesiad übersetzt.

Das Mädchen und Jungs nebeneinander in einem Raum sitzen ist im Press-Club eine Selbstverständlichkeit. In ihrem Heimatland Syrien ist das vielerorts nicht so.

Shaymaa und Jamal kleben Bilder, Texte und Überschriften auf die Zeitungsseite. Dabei orientieren sie sich an einer gedruckten Vorgabe.

Mesiad und István sitzen vor den improvisierten Zeltanlagen, die als Klassenzimmer dienen. Sie besprechen die letzen Änderungen der Zeitung, bevor sie in den Druck gehen soll.

Im Copyshop in Zahle wird die erste Ausgabe der Zeitung der Jugendlichen "Unsere Stimme" gedruckt.

Souverän präsentieren Hussein und Shaymaa ihre Zeitung einer skandinavischen Delegation. Das Projekt soll unter anderem dazu dienen, den Kindern zu vermitteln, wie wichtig ihre Meinungen, Anliegen und Gefühle sind. Maria, Mitbegründerin der Beyond Association, ist der erste Fan von „Unsere Stimme“.

Ein Flüchtling liest die Erstausgabe von "Unsere Stimme" an einer Zeltwand im Flüchtlingslager Omarie. Die Zeitung wird in den Lagern verteilt und an prominenten Orten aufgehängt.

Das Workshop-Team (von l. n. r.): Mesiad, Ali, Istvan, Jamal, Erol, Hussein und (knieend)Taghreed und Shaymaa. (Waed und Nour waren abwesend).

Credits:

Erol Gurian, István Velsz

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