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Was macht das Corona-Virus mit uns Christen? Peter Schneeberger

Als einer der jüngeren Pastoren wegen einer Ansteckung mit Covid-19 auf die Intensivstation eingeliefert wurde, kam auch bei mir an, wie brandgefährlich das Virus ist. Bringt das Virus uns zu einem vertieften Verständnis über Gott und die Welt? Oder lamentieren wir über das, was wir gerade verlieren?

Einerseits sehe ich einen starken Innovationsschub in technischer Hinsicht in Gemeinden. Ich sehe eine hohe Hilfsbereitschaft, für andere Menschen da zu sein. Andererseits verbinden sich zwei Viren miteinander: Das Angst- und das Corona-Virus. «Packen wir’s an» liegt mir näher als vorsichtig zuhause zu hocken. Ich wurde zwangsentschleunigt. Doch es ergeht mir wie im Stau auf der Autobahn, ich wurde nicht unbedingt ruhig, sondern «kribbelig». Ich versuche in all den Wirren, Fragen und Unsicherheiten, mich an Gott – den Ewigen – zu wenden und zur Ruhe zu kommen.

«Christen sind ja nicht von gestern, sondern von morgen!» so der Aufruf eines Zukunftsforschers. Mich bewegt eine Frage: Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es Gott sowieso verändern wollte? Sehe ich aus heutiger Corona-Perspektive in die Zukunft, sehe ich Probleme, Ängste und wirtschaftliche Depression auf uns zukommen. Gabor Steingart hat es so ausgedrückt: «Die wirtschaftlichen, sportlichen und gesellschaftlichen Erfolge sind vergangen. Seit die Welt beschlossen hat, zynisch zu werden, vergleichen wir nicht die Erfolge, sondern die Zahlen der Infizierten und Toten.»

Ich möchte als Leiter der FEG Schweiz ein Hoffnungsträger sein.

Gespannt auf das Kommende, neugierig, vorausschauend. Ich glaube, Gott bewegt uns dahin, dass wir erkennen, dass das Leben und der Spass nicht einfach verfügbar sind. Viele Christen waren eher im Reisebüro zu Hause als in der Gemeinde. Das Virus ist ein Weckruf Gottes zu einem radikalen Anhalten und zur Busse. Ich möchte nicht, dass sich mein Aktivitätendrang jetzt einfach in die digitale Welt verlagert. Vielmehr will ich mich in der Hand Gottes bergen und mich ganz bewusst freuen, dass ich eingeschränkt leben muss. Ich möchte ein Widersacher des Virus sein und kein Wirt. Ich möchte wie Markus Müller, der Zukunftsforscher, sagen: «Die alleinige Frage, wie wir die aktuelle Herausforderung bewältigen, genügt nicht. Die Chance der Krise: dass wir unsere Vorstellung der Zukunft festigen und von dieser Vorstellung aus die aktuellen Schritte planen und gehen. Unsere Chance: In den Verheissungen Gottes verankert zu sein und so ein Bild für den Herbst 2020, das Jahr 2021 oder 2025 zu gewinnen.»

Mich treibt ein Wort an, dass Gott gesagt hat: «Denn ich allein weiss, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!» Jeremia 29,11

Gott gibt uns Zukunft. Die Gegenwartsbewältigung ist wichtig. Die Zukunft ist wichtiger. Gott ist am wichtigsten.