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In den Euganeischen Hügeln 2018

Der Wunsch von Wolfgang endlich Venedig nicht nur von außen, sondern auch von innen zu sehen, lies ihn nicht mehr los. Von Jahr zu Jahr wuchs in seinen Gedanken dieser Wunsch bis zu einer nicht mehr vernachlässigbaren Größe. Also was tun? Wenn man schon mal in der Gegend sei, könnte man ja auch die in der Provinz liegenden Städte wie Padua, Vicenza, Verona aber auch Ravenna, oder Modena, eventuell auch Bologna noch besuchen. Also schnell auf die Italienkarte geschaut und einige schwache Hilfslinien gezogen und gefunden wurde ein Ort südlich von Padua, der vorausgesetzt man findet eine passable Unterkunft, ideal als Basis zur Erkundung der Provinz Venetien genommen werden konnte. Außerdem, und das erwies sich im nach hinein als sehr großer Vorteil, der Ort lag in den Colli Euganei. Eine wunderschöne Hügellandschaft mit alten Städtchen und Weingütern an der örtlichen Weinstraße. Gefunden haben wir eine Ferienunterkunft in einem alten Weingut in Rovolon.

Die Fahrt mit dem Auto dorthin haben wir in zwei Abschnitte eingeteilt und wie die letzten Jahre auch Berlin – Kinding im Altmühltal und am nächsten Tag von Kinding über den Brenner nach Italien. Will man jedoch in die Mitte von Italien (Toskana, Umbrien oder Marche) empfiehlt es sich eine Zwischenübernachtung in Sterzing oder Brixen ins Auge zu fassen. In Verona dann die Autobahn Richtung Venedig und hinter Vicenza nach Rovolon auf die neue Autobahn A31 (Autostrada della Valldestico) abgebogen. Die Fahrt dann in den Ort war aber mal wieder so ein Abenteuer, welches man nur mit einem Navi erfahren kann, Anstatt in Rovolon landeten wir zuerst in einem kleinen Ort Carbonara und sollten dann in eine Straße abbiegen die aber in einem Feldweg endetet und durch Weinberge führte. Ein freundlicher älterer Herr erklärte uns nach einigem hin und her das der Weg zwar richtig sei und führte uns dann auf die eingestellte Straße San Giorgio nach Rovolon, nun in Rovolon angekommen war erneut fragen angesagt, weil die Hausnummer der Reisebeschreibung einfach nicht zu finden war. Einige ältere Frauen, denen ich unsere Adresse zeigte, sagten das üblich no lo so, dann aber hieß es ist das etwa der Americano? Nun, irgendwann fanden wir die Einfahrt zum Weingut und wurden von Giovanni (ein waschechter Vicentiner) empfangen.

Nach der Einweisung in die Ferienwohnung haben wir uns zunächst eine Pause gegönnt und einen kleinen Spaziergang auf der Fattoria gemacht. Mit einer Flasche Wein aus der Fattoria ließen wir den Abend auf der Terrasse ausklingen und gingen dann doch recht müde zu Bett. Den folgenden Sonntag haben wir dann zur unserer Erholung genutzt und sind nur etwas in Rovolon spazieren gegangen und haben ansonsten auf der Wiese hinter der Fattoria und auf der Terrasse gefaulenzt.

Hier möchten wir unsere Ferienunterkunft in Rovolon/It vorstellen. Ein Weingut in den Colli Euganei. Die Fattoria Eolia, romantisch zwischen den Weinfeldern gelegen. Die Ruhe, sowohl am Tage als auch in der Nacht, einfach überwältigend.

Die Umgebung unserer Ferienwohnung. Großzügig ausgestattet und eingebettet in eine liebliche Hügellandschaft.

Abbazia di Praglia im Veneto.

Nach einigen Erkundungen der Umgebung und Auskuntschaften wo kann man Lebensmittel besorgen usw. entdeckten wir auf dem Weg zu einem Supermercato das kleine Hinweisschild zum Kloster Praglia. Diesen Weg benutzten wir dann auch um am Ende der wirklich schmalen Straße auf einen größeren Parkplatz zu gelangen, direkt am Fuße der Klosterbasilika. Wie in Italien üblich, da Mittagszeit, war die Basilika geschlossen. Einen Hinweis auf die Klosterpforte fanden wir auch nicht.. Nach einer Umrundung der Basilika dann doch, zwar keine Klosterpforte sondern den Eingang zum Klosterladen. Nach einer ewig lang dauerenden Wartezeit erschien ein Klosterbruder der die mittlerweile stattliche Anzahl von Besuchern zur Besichtigung abholte. Die Führung durch die Klostergemäuer erfolgte in italienischer Sprache, ich konnte allerdings den Klosterbruder dazu bewegen auf meine doch rudimentäre Kenntnisse der Sprache einzugehen. Was ihm auch hervorragend gelang. Das Kloster wurde 1080 gegründet durch die Familie Maltraverso für den Benediktiner Orden und war ursprünglich als Pratalia (was wohl auf der Wiese heißen soll -Prato = Wiese) bekannt. Die Abtei hat sich zu einem Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Restaurierung alter Bücher entwickelt und gehört heute zum italienischen Kulturerbe.

Abbazia die Praglia Hauptportal der Basilika

Im Kapitelsaal

Detail aus der Wandverkleidung des Kapitelsaales; Dargestellt sind Fisch und Rosen als Allegorie für die Trockenheit des Fastens und die geheimen Absichten unseres Herzens die nur im sehr klaren Licht offenbart werden. In sicco moritur sub cortice mitis, so lautet die Inschrift der beiden Allegorien.

Der große Hauptkreuzgang (von 3 weiteren Kreuzgängen)

Blick in den Kreuzgang

Klostergarten mit Kräutergarten (vorne)

Eine sehr gute Beschreibung in italienischer Sprache mit Fotos und Filmen über Praglia und anderen sehenswerten Orten in Italien gibt es von Dr. Paolo Slavazza auf YouTube https://www.youtube.com/watch?v=ypp1H6SwIJs&t=2s und bei Wikipedia in deutsch https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Praglia

Cena

Ein typisches italienisches Abendessen (Cena) hatten wir in Rovolon im Ristorante "montegrande" zu uns genommen. Wie in Italien üblich an einem Samstag abend, einen Platz auf der Terrasse nur mit einer Prenotatione zu erhalten. Eine bunte Mischung an Gästen einer Geburtstagsfeier, Familien mit ihren Kindern und Freunden und mitten darunter wir. Ein toller Abend für uns mit einem ausgezeichneten Abendessen und sehr gutem Wein aus eigener Produktion des Weingutes "montegrande". Die Speisekarte lohnt ein Studium.

Abendkarte
Speisekarte de Ristorante
Im Ristorante Montegrande

Venedig

Zu Begin unseres Aufenthaltes war mein Sohn mit Tochter ebenfalls in Padua und hatten sich in einem Hotel unweit der Altstadt einquartiert. Da wir uns lange nicht gesehen hatten wurde es für uns ein Wiedersehen auch mit meiner Enkelin (beide Wohnen in Brasilien). Die beiden hatten das Wochenende schon gut genutzt um Venedig zu erkunden. Wir vier also fuhren dann Montags von Padua über die Autobahn direkt nach Venedig zu der vor einigen Jahren angelegten neuen Bahnhofs- und Parkinsel

Tronchetto (immer auf der Autobahnspur Porto bleiben). Ein riesiges Parkhaus und ein ebenso riesiger Bus- und Wohnwagenparkplatz findet man dort. Man kann aus dem Parkhaus sofort in ein Vaportetto (Wassertaxi) steigen und für 18 EUR pro Tag zu einem gewünschten Ziel in Venedig fahren. Unser erstes Ziel war die Klosteranlage San Giorgio mit einem Campanile von wuchtiger Höhe gegenüber dem Markusplatz. Ein Museum hinter der Kathedrale lohnt auf jeden Fall. Sehr zu empfehlen ist der Besuch des Campanile, den man mit einem Aufzug bequem erobern kann. Man sollte auf keinen Fall die Fotokamera vergessen. Man hat von dort oben einen tollen Panoramablick auf den Markusplatz und ganz Venedig.

Eine kleine Diashow mit einer Auswahl aus Fotos verschiedener Kameras haben wir hier zusammengestellt. Diese Diashow mit Bildern von zwei Tagen Venedig wird nach und nach erweitert. Kommentare zu den Bildern werden dann auch folgen. So glaubt man, wenn man die Massen an Menschen sieht, es gäbe in Venedig kein ruhiges Plätzchen um sich in ein Strassenkaffe zu setzen und etwas zu speisen oder ein Espresso zu sich zu nehmen. Doch es gibt diese Ecken, wir fanden einige. Nach einer Pause gingen wir weiter um die bekannte Rialtobrücke zu erobern. So nebenbei entdeckten wir das Haus in dem der Maler Canaletto gewohnt hat. Man erinnere sich daran, dieser Maler brachte mit seinen wundervollen Ansichten der venezianischen Kanäle als erster die Perspektive in die Bilder. Canaletto lebte auch in Dresden einige Zeit. Bemerkenswert ist sein Bild vom Marktplatz in Pirna auf dem man noch heute stehende Gebäude bewundern kann.

Ravenna

Ravenna

Vor langer Zeit besuchte ich diese Stadt schon einmal, es muss wohl um 79/80 gewesen sein. An die Stadt selbst hatte ich nur noch schwache Erinnerungen, das Grab von Dante sowie auch das Grabmal Theoderich des Großen war mir in Erinnerung geblieben. Also los auf die neue, von Padua nach Bologna führende Autobahn A31, und irgendwann dann nach Ravenna abgebogen. Dabei haben wir bemerkt das es nach Bologna von der Abbiegung genau so weit wäre. Man kann sich das mal Merken für ‚ein nächstes mal‘. Wegen der Anfahrt von der Autobahn war der erste Anlaufpunkt in Ravenna die alte historische Basilika Sant'Apollinare in Classe, ursprünglich am Hafen der Stadt (deshalb Classe) gelegen. Heute ein gutes Stück vom Hafen und Strand weg. Meine Schätzung etwa 3 Km. Deshalb sollte man bei der Annäherung an die Stadt von dieser Seite aus auf die für meine Begriffe viel zu kleine Schilder für die Abfahrt achten. Verlässt man die Abfahrtsstrasse folgt man dann einem kleinen Hinweisschild zur Kirche Apollinare und biegt links ab. Diese dem hl. Apollinaris von Ravenna geweihte Basilika zeichnet sich, wie so viele Basiliken in Ravenna, durch sehr gut erhaltene und sehenswerte Mosaiken im Byzantinischen Stil aus. Schon beim Betreten der als Ausstellungsort umgewidmete Vorhalle erhält man einen Eindruck von dem, was im Kirchenschiff einen erwartet. Man läuft unwillkürlich durch das von Säulen getragenen drei schiffige Hauptschiff auf den grandiosen Chor zu. Zunächst hat man keinen Blick übrig für die runden Mosaiken im Hauptschiff, so sehr wird man von den Mosaiken im Chor gefesselt. Der Chor und seine Apsis sind durch Mosaiken verziert, die Christus zum ersten Mal (so sagt man) als Kreuz verklärt. Unter dem Altar soll sich das Grab des heiligen Apollinare befinden. Im Triumphbogen findet man als Mosaiken eine Figur unter der steht Sanctus Apolinaris und zwölf Schafe, die wohl die zwölf Apostel symbolisieren sollen. Eine, wie wir finden, gelungene Allegorie. Im Hauptschiff befinden sich oberhalb der Tragebögen des Mittelschiffes Bischofsdarstellungen, die wie mir noch in Erinnerung war, Päpste darstellen sollten. Und sollte das letzte freie Mosaik mit einem Papst gefüllt sein werde die Welt unter gehen. Na ja, ich denke mal, dafür brauchen wir heutzutage keinen Papst mehr. Im weiteren sind als kleine Sinnbilder noch aufgeführt der Adler für Johannes, der geflügelte Mensch für Matthäus, der Löwe für Markus und der Stier für Lukas. In einer Innenwand der Basilika ist eine Tafel eingelassen, auf der in lateinischer Schrift auf die 40 Tage dauernden Anwesenheit des Kaisers Otto III im Jahre 1001 hingewiesen wird. Wir hatten uns für diesen Tag vier Ziele vorgenommen, das erste Ziel war damit erreicht.

Weiter ging es nun in die Stadt Ravenna zum Tomba di Dante. Wir fanden es dank der Navileistung sehr schnell und fanden einen Parkplatz für zwei Stunden in der Largo Firenze 48121Ravenna (Navieinstellung). Einmal ums Eck der Cassa di Ravenna in die Via Dante Aligheri und schon sieht man vor sich die Tomba di Dante. Um in das Grabmal zu gelangen muss man sich etwas vordrängeln und auch mal etwas zu lange dort Verweilende auf Seite schieben. Ein kräftiges und lautes Permesso hilft ungemein. Ein Besuch der unmittelbar hinter der Tomba di Dante gelegene Franziskanerkirche lohnt sich ebenfalls. ES ist auch sehr interessant der Krypta einen Besuch abzustatten (leider bei unserem Besuch gschlossen). Die Krypta steht ca. 30-40 cm unter Wasser (Das war bei meinem ersten Besuch in Ravenna auch so und viel mir wieder ein!). Das liegt daran, das die Kirche mitsamt der Krypta in den Boden sinkt und auf den hohen Wasserspiegel des Adriatischen Meeres trifft. Irgendwann wird dieses Bauwerk im weichen Boden versinken.

Sehr interessant ist auf dem Weg zur Piazza San Francesco auf den Erdhügel zu achten (Hinweisschild) unter dem in der Zeit des zweiten Weltkrieges die Italiener den Sarkophag von Dante vor der Gestapo versteckt hielten. Eine kleine Espressopause in dem Kaffee Palumbo mit leckeren Pasticce und das Treiben der Kinder auf der Piazza zu schauen lohnt auf jeden Fall.

Weiter machten wir uns dann per Pedes (der Weg dorthin ist zu empfehlen!) zum Mausoleum der Gallia Placidia und der Basilika San Vitale, ein Oktogonales Gebäude mit einer Kuppel. Beide Gebäude sind Schmuckstücke der Byzantinischen Mosaikkunst. Ob Gallia Placidia je dort ihre Totenruhe hatte ist sehr umstritten. Sie lebte aber lange Zeit in Ravenna. Der Schlusspunkt unserer Tagesreise war dann das Grabmal Theoderichs. Ich empfehle die Via Carnaro bis kurz hinter das Reisebüro der Stadt Ravenna und dort auf den Parkplatz einzubiegen. Achtung! Die Eintrittskarten zum Grabmal sind nur im dortigen Reisebüro zu erhalten. Eine Fotoserie vom Grabmal hat dankenswerter Weise Dagmar angefertigt. Einen weiteren Höhepunkt wäre das Baptisterium der Arianer gewesen, leider war die uns zur Verfügung stehende Zeit nicht ausreichend. Eine hervorragend gemachte PDF Broschüre über das Weltkulturerbe der Stadt Ravenna findet man hier: http://www.turismo.ra.it/upload/materialeturistico/ravenna_oro_ger.pdf

Die Basilica San Vitale

Die Basilika ist sehr charakteristisch und wuchtig, sie ist achteckig, was aber am meisten auffällt, sind die in ihrem Inneren sehr gut erhaltenen Mosaike von einzigartiger Schönheit. Die Basilika wurde 547 n.Chr. eingeweiht. Für Dagmar und meine Wenigkeit kommen Erinnerungen an den Aachener Dom (ebenfalls achteckig nach Byzantinischem Muster) dabei auf. Die Basilika San Vitale ist ein herausragendes künstlerisches Beispiel aus der Spätrömischen Zeit. Die sehr dekorativen Mosaike in der Apsis mit Christus auf dem Erdball und den begleitenden Erzengel künden von der Erhabenheit der Basilika als ein großes Denkmal der damaligen Zeit. In der Apsis befinden sich ebenfalls Mosaike des Hofes von Justinians mit seiner Frau Theodora. Man sieht förmlich in die Zeit der Antike hinein. Für mich und sicher auch für Dagmar war beindrucken, wenn die Sonnenstrahlen durch die hohen und schmalen Fenster auf die Mosaike vielen und diese dadurch hohen Glanz abstrahlten. Wir haben die besten Bilder unserer Kameras zusammengestellt, um sie hier zu präsentieren.

Auswahl von Bildern aus Ravenna

Verona

Verona

Verona, Stadt der Valpolicella Region. Verona erhielt schon 48 v. Chr das römische Bürgerrecht. Weil die Stadt am Kreuzungspunk dreier wichtigen römischen Straßen (Via Claudia Augusta, Via Raetia, Via Gallica) lag wuchs sie sehr schnell zu einer Kapitale des römischen Reiches an. Die Arena, heute eine grandiose Bühne für Opernaufführungen war, obwohl vor den Toren der Stadt gelegen, die damals größte Arena außerhalb Roms (die große Diva der italienischen Opera Maria Callas begann hier ihre Weltkariere!). Eine ausführliche Beschreibung der Veroneser Geschichte siehe unter https://de.wikipedia.org/wiki/Verona.

Aus einem früheren Besuch Veronas wusste ich noch das die Autobahnausfahrt Verona Süd die beste Gelegenheit bot bis nahe an die berühmte Altstadt und die Piazza Bra und die Arena zu kommen. Tatsächlich erreichten wir die mir von früher bekannte Autogarage unmittelbar an der Stadtmauer zur Piazza Bra. Jedoch, große Überraschung, es steht nun eine Tiefgarage dort, ausgerüstet mit fast allen Segnungen der Moderne, ausgerüstet mit viel Elektronic. Man erreicht die Piazza Bra nun per Pedes in 5 Minuten. Im inneren der Tiefgarage sollte man sich an den grünen Lichtern über den Abstellplätzen orientieren, denn diese sind frei. Adresse: Parking Sabia Arena, Via M. Bentegodi, 37122 Verona VR, Italien, Internet:

https://www.sabait.it/it/parcheggio-verona/parcheggio-saba-arena

Die Veroneser Altstadt ist wohl die (so sagt man) schönste und lieblichste Altstadt in Italien. Sie wird geprägt durch ein mittelalterliches Erscheinungsbild. Der Ausgangspunkt unserer Erkundung war natürlich von der Piazza Bra und der Arena geprägt. Nach einem ausgiebigen Bummel über die Piazza Bra und an der immer noch imposanten Arena entlang sowie mit einem Caffè und Dolci gestärkt dann in die nach Norden gerichtete Via Guiseppe Mazzini, vorbei an eleganten Geschäften bis zur Via Capello. Dort angekommen hat man schon sowohl links wie rechts die Qual der Wahl, zuerst in die Casa Julia oder zur Piazza delle Erbe. Wir wählten den Weg zur Piazza delle Erbe hinein in das mittelalterliche Verwaltungszentrum des alten Veronas. Der Marktplatz der ‚Kräuter‘ ist eine Sehenswürdigkeit und Erlebnis welches seines Gleichen sucht. Durch einen schmalen Gang (Via delle Costa) gelangt man von der Piazza delle Erbe direkt zum nächsten Höhepunkt, der Piazza dei Signori, das ehemalige Zentrum des alten Veronas. Ein Denkmal des großen Dichters der Renaissance Dante fällt sofort ins Auge. Wir verweilten eine längere Zeit auf der Piazza um die Umgebung auf uns wirken zu lassen. Trotz der vielen Touris kann man erahnen wie in vergangener Zeit dieser Platz als Zentrum auch auf die Menschen gewirkt haben muss. In der Via delle Fogge stärkten wir uns mit einem Imbiss. Gleich neben der Piazza liegt die Arche Scaligere, die Grabstätte einer im Mittelalter bedeuteter Veroneser Familie. Durch die Via Arche scaligere dann erreichten wir die Piazza Indipendeza, ein schattiges Plätzchen mit Garibaldi Denkmal. Über die Piazetta Navona mit ihrem hübschen Brunnen erreichten wir die Casa Julia, wie erwartet, voller Besucher. Man musste schon robust sich den Weg durch die Menge bahnen, um wenigsten einen Blick auf den angeblichen Balkon der Julia zu erlangen (der in Wirklichkeit ein alter Sarkophag sein soll). Weiter findet auch eine Bronzestatue aus neuerer Zeit unmittelbar am Brunnen im Hof Beachtung. Wenn man der Figur die rechte Brust streichelt soll man für immer verliebt sein (in wen sagt die Sage natürlich nichts). Da von diesem Brauch reichlich gebrauch gemacht wird ist sie auch blitzeblank. Über die Via Mazzini gelangten wir zurück an die Arena und schwenkten am Ende der Piazza Bra in Richtung des Castelvecchio um zu Ponte di Castelvecchio (eine Restaurierte Bogenbrücke aus dem 14. Jarh!) zu gelangen. Von dieser alten Brücke hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt und den Fluss Etsch. Leider ging dieser schöne Tag zu Ende und wir machten uns auf den Heimweg zu unserer FeWo nach Rovolon. Auch hier eine kleine Auswahl Bilder aus Verona .

Padua

Padua, eine alte Stadt im italienischen Veneto, bekannt durch seine Kathedrale für den heiligen Antonius mit Kuppeln im byzantinischen Stil. In der Basilika befindet sich auch das Grab des Heiligen. Überwältigend auch die Fresken von Giotto in der Scrovegnikapelle. Außerdem eine der ältesten Universitäten der Welt, an der der berühmte und später von der Kirche verfolgte Galilei einst lehrte und seine Vorstellungen einer neuen Physik darlegte und sich von den Lehren der alten Griechen entfernte. Die Universität wurde im Jahre 1222 gegründet. Die Altstadt von Padua wirkt mit ihren Bogengängen und den kleinen Cafés, bevölkert von Studenten bis heute wie eine heimelige und menschenfreundliche kleine Stadt. In der Peripherie ist allerdings eine große Anzahl von Industriebetrieben angesiedelt, die von wachsendem Wohlstand kündet.

Zunächst haben wir uns im Internet die Lage der Parkmöglichkeiten angeschaut und fanden tatsächlich eine Parkgarage in der Via 20 Settembre, 26, 35122 Padova PD. Wir fanden die Parkmöglichkeit dank Navi auch rasch und entdeckten, besser kann man es nicht treffen. In nur wenigen Schritten erreicht man schon die Via Roma, diese kleine schmale Straße war eine der alten Durchgangsstraße in Padua.

Nach kurzer Wegstrecke in Richtung Comune di Padua erscheint links ein unscheinbares Gässchen, die Via San Martino e Solferino. Folgt man Diesem erreicht man nach wenigen Schritten das ehemalige jüdische Ghetto mit der Synagoge und dem Gemeindezentrum Comunita ebraica. Das Ghetto wurde eingeschlossen durch die Straße 20. September und dem an diesem entlanglaufenden Fluss. Ein schöner Ausblick hat man vom Kreuzungspunkt und Ausgang der Straße 20. Septembre, Via Gualchiere und Via Umberto I. auf die Rückseite des Ghettos.

Eingang zu Alma Mater der alten Uni von 1222

Im Verlauf der Via Roma findet man kleine Straßencafé, Teile der alten Universität von Padua oder auch dieser gegenüber dem Gebäude der Comune di Padua mit seinem imposanten Treppenaufgang. An der alten Universität sollte man keinesfalls den Blick auf die Fresken im Innenhof und im Eingangsbereich versäumen.

Rathaus von Padua

Die Via Roma endet am Municipio und der alten Uni und wird von dort an die Via VIII Februario. Es endet hier auch die Fußgängerzone mit der Via Roma. Entlang der Via VIII Februario erreicht man gleich nach dem Gebäude der Comune das berühmte Caffè Pedrocchi. In diesem Caffè sammelten sich im 19. Fahrhundert Intellektuelle und Studenten, unter anderem auch Garibaldi, um mit revolutionärem Eifer über ein unabhängiges Italien zu diskutieren. Ein kleiner Imbiss oder ein Caffè auf der rückseitigen Sonnenterasse des Cafés sollte man nicht versäumen. Verlässt man das Caffè erreicht man die Piazza Cavour. Von dort zum Hauptgebäude der neuen Universität sind es über die Porta Altinate und entlang der Via Altinate nur einige Schritte. Ist man bis zur Uni gekommen sollte man unbedingt der Scrovegni Kapelle einen Besuch abstatten. Wunderschöne Fresken von Giotto aus den Jahren 1303-1305 sind darin zu bestaunen

Caffe Pedrocchi

Wir allerdings empfehlen den Weg hinter dem Caffè an der schönen Sommerterasse vorbei über die Piazetta Cappellato Pedrocchi direkt zur Piazza die Frutti zu schlendern. Sofort fällt einem der mittelalterliche Palazzo della Ragione als heimliches Wahrzeichen Paduas ins Auge. Durch den Palazzo kann man hindurchgehen und steht danach auf der Piazza delle Erbe der sich auch hinter dem Municipio anschließt.

Palazzo della Ragione

Für diesen Weg schlage ich etwa 4 Stunden vor, allerdings ohne Besuch der vielen kleinen Cafés und Modegeschäften.

Einen weiteren Weg zur Erkundung des alten Paduas erfolgt ebenfalls von der Via 20 Settembre am Kreuzpunkt der Via Roma über die kleine Brücke, von der man sich ein Bild machen kann von der Grenze des Ghettos.

Hier hatte das Ghetto seine Grenze

Weiter der Via Umberto I entlang führt der Weg zum Palazzo di Capodilista. Ein Hinweisschild macht darauf aufmerksam das der Palazzo während der Risorgimento Wohnsitz von Umberto I war. Ein paar Meter weiter steht die Kirche Parrocchia di San Daniele. Wir hatten das Glück einen Mönch in der Eingangstür zu treffen der einiges über das Gotteshaus erzählen konnte.

Via Umberto I

Folgt man der Straße erreicht man nach wenigen Schritten den Prato della Valle. Dieser weit aufgehende ovaler Platz soll wohl der drittgrößte Platz in Europa sein.

Prato della Valle

Ein großer Brunnen mit imposanter Fontäne schmückt diesen großen Platz. Zahlreiche Bänke und große Wiesen laden zum verweilen ein. Ein Blick auf die Loggia Amulea oder die Basilika Santa Guistina mit den Grabmählern der Santa Guistina und des Evangelisten Lukas runden das Bild ab. Ein Platz zum Verweilen oder das Flair der Stadt zu genießen. Auf dem Weg zur Basilika des San Antonio kann man über die Via Donatello zum Orto Botanico gelangen der als einen der ältesten Botanischen Gärten Europas gilt. Der Botanische Garten wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Basilica San Antonio

Weiter über die Via Orto Botanico erreicht man dann die Piazza del Santo mit der wuchtigen Basilika. In der Basilika befinden sich nicht nur die Reliquien des Heiligen Antonius, sondern auch wunderschöne Freskenmalereien von Altichiero. Auf eine ausführliche Beschreibung der vielen Vorkirchen der Basilika und den schönen Kreuzgängen sowie der vier Chiostro in dem Komplex verzichte ich hier.

Im Hintergrund das Grab des Antonio
In der Basilika
Die Vorkirchen

Wer alles genauer wissen möchte hier die offizielle Internetadresse der Basilika: http://www.santantonio.org/de

Was fehlt noch, ach ja, einige der wertvollsten Kunstwerke in Padua. Nein, nicht die Scrovegnikapelle, sondern die Chiesa degli Erimitani. In der befinden sich die noch älteren Fresken von Andrea Montegas aus dem 14. Jahrhundert!

Die Chiesa degli Eremitani in Padua.

Am Ende unseres Besuches in Venetien statten wir nochmal Padua einen Besuch ab, auch um die uns unbedingt empfohlene ehemalige Augustinerkirche zu Besuch, die unmittelbar neben der Scrovegni Kapelle liegt.

Die wirklich sehenswerte Kirche als Gesamtwerk und in ihr enthaltenen Fresken von Andrea Montegas aus dem 14. Sec liegt gut erreichbar im Nordosten unmittelbar an der Altstadt. Sie wurde gegen Ende des WWII durch Bombenangriffe zerstört.

Zu erreichen auch mit dem Auto zum Partkplatz an der Via Vecchio Gasometro, Einfahrt von der Via Trieste.

Die in ihr vorhandenen und restaurierten Fresken sind ebesno wertvoll, wenn auch älter, als die Giotto Fresken in der neben an liegende Cappella degli Scrovegni

Die Kirche wurde um 1276 als Klosterkirche für einen Bettlerorden erbaut, ab dem 13.Sec diente sie dem Augustinerorden als Klosterkirche. Eine gute Beschreibung findet man unter Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Eremitani-Kirche.

Und ein weiteres Bild mit dem Grabmal von Ubertine da Carrara.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/Church_of_the_Eremitani_%28Padua%29_-_Interior_Tomb_of_Ubertino_da_Carrara.jpg

Kleinere Städte und Paese in den Colli Euganei

Arqua Petrarca

Dieser alte zweigeteilter Ort liegt malerisch in den Colli Euganei. Zweigeteilt deshalb, weil es einen unteren Ort (di Sotto) und einen oberen Ort (di Sopra) gibt jeweils um eine Kirche herum gebaut wurde. Der Ort ist sehr alt, schon in der Bronzezeit lebten am Lago della Costa (Pfahlbauten wurden am Ende des 19. Jahrh.) ausgegraben. Die dort ansässigen Euganeer waren ein mythisches voritalisches Volk. Im Laufe der Geschichte wechselte der Ort zwischen verschiedenen Herrschern. Das Castel der Grafen Este wurde im Krieg der Carraresi und der Scaligern 1322 zerstört.

Das Bild links ist die Casa Petrarca

In der Renaissance war Arqua durch verschiedene venezianischen Adelsfamilien mit Villen bestückt worden. In einer dieser Villen verlebte der Dichter Petrarca seine letzten vier Jahre. Durch die Reminiszenz des Dichters gedieh der Ort gut. Den Beinahmen ‚Petrarca‘ erhielt der Ort aber erst 1866 nach dem Anschluss der Provinz Venetien an Italien. Heute lebt Arqua Petrarca vom Tourismus (Casa Petrarca!) und dem Verkauf landewirtschaftlicher Produkte.

In Arqua Petrarca Sopra

Hervor zu heben ist die Guiggiole, eine süße Beere (auch Brustbeere genannt) die zu Konfitüre, Schnaps und vieles mehr verarbeitet wird. Im Herbst wird ein großes Fest gefeiert in dessen Mittelpunkt eben diese Guiggiole steht. Ein sehenswerter Ort mit einigen Bars und Restaurants, Weinbau usw.

Este

Este, der Stammsitz des Adelsgeschlecht d’Este, Bei den Römern trug diese Stadt den Namen Ateste, vermutlich von dem Fluss Etsch abgeleitet der hier angeblich vorbeigeflossen sein soll. Von der trutzigen Wehranlage sind noch einige Festungsmauern erhalten und umschließen einen schönen Park.

Festungsreste in Este

Die d’Este gingen aus einem fränkischen Adelsstamm hervor. Bekannte Mitglieder der Familie sind z. B. Ippolito d’Este, ein Sohn Lucrezia Borgias, der die Villa d’Este in Tivoli erbauen ließ. Sein Nachfolger Allessandro d’Este erweiterte dann etwa 30 Jahre später die Anlagen der Villa zu einem Architektonischen Gesamtkonzept mit heute vielbestaunten Gartenanlagen. Auch Bernini soll daran beteiligt gewesen sein

Parkanlage in Este
Ansichten aus Este

Eine Kirche an der Stelle, aber kleiner und in einer anderen Ausrichtung, wurde 1478 errichtet, unterstützt durch den letzten Willen des Prinzen Taddeo d'Este. Die ursprüngliche Kirche befand sich außerhalb der Stadtmauern in Verbindung mit einem dominikanischen Kloster. Die Kirche wurde ab 1717 mit einem einzigen Kirchenschiff wiederaufgebaut. Im Jahre 1736 begann der Abriss der alten Kirche und führte zur Entdeckung eines Freskos mit der Pietà, das zur Quelle der Verehrung wurde. Im Jahre 1745 waren die meisten Innenräume fertig. 1770 wurde der Mönchsorden jedoch in Este unterdrückt und die Dominikaner vertrieben. Bis 1776 wurde die Kirche als Pfarrkirche für die Frazione San Martino wieder eingeweiht. Weitere Arbeiten, darunter der Bau der achteckigen Kuppel, wurden fortgesetzt und 1889 nach Entwürfen des Architekten Giuseppe Riccoboni abgeschlossen. 1924 erhielt die Kirche von Papst Pius IX. den Titel einer Basilika.

Der neue Hauptaltar wurde 1950 von Girolamo Bortignon eingeweiht. 1965 verwüstete ein Feuer die Sakristei.

Das Innere beherbergt in der Apsis, dem Hauptaltarbild, das eine byzantinische (kretische) Ikone der Madonna der Gnaden darstellt, die Este von Venedig geschenkt wurde. Ein fein geschnitztes Chorgestühl aus Holz ist unten in U-Form angeordnet. In der Kirche befindet sich auch ein Altarbild des Martyriums von St. Sebastian (um 1700) von Alberto Calvelli. Entlang des Kirchenschiffes befinden sich Nischen mit 15 Steinskulpturen von Heiligen, Propheten und Allegorien, die von Pietro Zandomeneghi (1806-1866) und Valentino Panciera, genannt Besarel, geschaffen wurden. Die Statuen sollen das Leben der Jungfrau vorausgesagt haben oder sich auf sie beziehen: Amos, Daniel David, Debora, Anne, Elisabeth, Johannes der Täufer, Simeon, Maria Soror Moysis, Castitas (Keuschheit), Costantia (Konstanz), Oratio (Gebet) und Humilitas (Demut).

Das Kirchenschiff hat acht leicht gegliederte Seitenaltäre und zwei Kapellen, die Altarbilder von St. Dominikus und St. Thomas Acquinas wurden von Antonio Zanchi gemalt. Der Altar des Allerheiligsten Sakraments ist aus polychromem Marmor gefertigt. Im Zentrum des Kirchenschiffes befindet sich ein Fresko aus dem späten 19. Jahrhundert, das die Krönung der Jungfrau Maria durch Giovanni Battista Baldi darstellt. Baldi malte auch die vier Evangelisten in den Zwickeln der Kuppel sowie die Medaillons entlang des Kirchenschiffs, die die Ärzte der Kirche (Löwe der Große, Ambrosius, Augustinus und Hieronymus) und vier Allegorien der Tugenden (Gerechtigkeit, Stärke, Mäßigung und Umsicht) darstellen. Eine Leinwand mit der Darstellung der Lieferung der Ikone an die Dominikaner (um 1700) wurde von Nicola Grassi gemalt.

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