Erwin & Lonny Ratz ein Zufluchtsort für Hans Buchwald

Erwin Ratz (geb. 1898) war Professor für Musikwissenschaft in Wien. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er von seiner Frau Lonny, die nach Berlin gezogen war, geschieden. Trotz der Trennung entschieden sie, gemeinsam das Leben von Hans Buchwald, einem Berliner Juden, zu retten.

Erwin und Lonny Ratz © MKÖ

Die Kinder von Hans Buchwald, Erich-Michael und Hanna, konnten noch vor Ausbruch des Krieges nach England fliehen. Die Mutter der Kinder, die von Hans Buchwald geschieden war, wurde im Jahr 1943 mit ihrem neuen Ehemann in den Osten deportiert, wo das Paar ermordet wurde.

Hans Buchwald verlor seinen Job, nachdem die Nazis an die Macht kamen, und wurde zur Zwangsarbeit am Bau von Bunkern und in einem Siemens-Werk verurteilt. Er wurde auch gezwungen, den gelben Stern zu tragen. Hans Buchwald musste seine Wohnung verlassen und sich in der Wohnung eines älteren jüdischen Ehepaares ein Zimmer mieten.

Dieses Paar wurde im Herbst 1942 deportiert, Hans Buchwald blieb jedoch bis zum Januar 1943 in der Wohnung. Als er eine Benachrichtigung erhielt, dass er sich zur Deportation melden sollte, verließ er seine Wohnung und ging zu seiner Freundin, Lonny Ratz. Er konnte in ihrem Haus am Eichkatzweg 28 in Berlin-Eichkamp bleiben, das sie mit ihrer Tochter Brigitte bewohnte.

Von da an hatte er keinen Aufenthaltstitel mehr oder ein Recht auf Lebensmittelkarten und war ganz auf die Großzügigkeit seiner Retter angewiesen.

Lonny Ratz hielt Hans Buchwald neun Monate lang bis zum September 1943 versteckt, bis ihr Gebäude während einer Bombardierung zerstört wurde.

Mit der finanziellen Unterstützung der Schwester von Lonny Ratz konnten falsche Dokumente für Hans Buchwald besorgt werden. Diese ermöglichten ihm nach Wien zu reisen, wo ihn Erwin Ratz aufnahm und ihn bis zum Ende des Krieges versteckte. Erwin Ratz half und unterstütze auch andere Juden unter anderem mit Lebensmittelkarten.

Hans Buchwald heiratete seine Retterin Lonny Ratz im Jahr 1967 und das Ehepaar lebte bis zu seinem Tod in Wien.

Buchwalds Tochter Hanna wanderte nach Israel aus und ließ sich in einem Kibbuz im Norden des Landes nieder. Sie starb 1970 in jungen Jahren. Es war ihr Mann, der sich an Yad Vashem wandte, um über die Rettung seines Schwiegervaters zu berichten. Er erzählte, dass Erwin Ratz sie bis zum Tod seiner Frau alle 2 Jahre im Kibbuz besuchte.

Am 25. November 2014 wurden Erwin und Lonny Ratz als „Gerechte unter den Völkern“ von Yad Vashem ausgezeichnet.

© Ehrung "Gerechte unter den Völkern", Botschaft des Staates Israel

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Mauthausen Komitee Österreich
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