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Musical Ruth Ruth sucht das Happy End

Eigentlich wollte Crossnews nur das Musical Ruth spielen. Mittlerweilen erleben sie hautnah, was eine «ausweglose Situation» ist, in der man das «Unmögliche wagt», ohne zu wissen, ob man wirklich neues Glück findet. Es ist das elfte Musical, das Achi Brunnschweiler, Diakon für Kinder- und Jugendarbeit der FEG Hauptwil, aufbaut. Die aktuelle Dramatik überbietet alles.
Achi Brunnschweiler

Ein Blick zurück: März 2018: «Amazing Grace» mit total 3600 Besuchern in verschiedenen Event-Hallen der Ostschweiz glänzt noch in den Augen der 40 Laien-Schauspieler, als das Team bereits nach einem nächsten Musical Ausschau hält. In Innsbruck entdecken sie «Ruth».

Ab Mai 2018 beginnen Verhandlungen: «Sind die Aufführungsrechte erhältlich?» Achi mit hochgezogenen Augenbrauen. «So zäh war es noch nie!» Ein Jahr später, im Juni 2019 ist der Tournee-Plan bereits definiert. Im August endlich die schriftliche Zusage der Rechte.

Ende 2019 ein erstes Vorsingen. Top Besetzungen! Eine Choreographin sagt zu, auf der Ebene Tanz ganz neue Akzente zu setzen. Eine professionelle Kostümbildnerin verpflichtet sich, die Kleider gratis zu nähen.

Aus dem Musical Esther (2014)

Der erste Lockdown im Frühling 2020 bremst nicht gross. Die Bauarbeiten für Technik und Bühnenbild kommen besser voran als geplant und die Online-Proben ermöglichen ein Dranbleiben. Enorme Motivation! 31. Oktober: Anprobe der Kostüme. Und dann wird es harzig.

November: Absage der Premiere. Corona-Konzept entwickeln. Reservations- und Zutritts-System erfinden. Zu diesem Zeitpunkt ist sich die Truppe noch sicher: Im Januar/Februar ist alles vorbei. «Ladet ein!»

Der Lockdown im Dezember 2020 bringt noch mehr ins Wanken. Eine Woche nach der anderen zieht ins Land, während der Achi und sein Team ihre Truppe nicht mehr live erleben. Alle Flyer können eingestampft werden.

Musical Josef (2016)

Und dann, Anfang Februar 2021 der Eindruck, die Sehnsucht. Oder ist es eine Vision? «Einmal im Jahr, an Schavuot, lesen die Juden das Buch Ruth. Dieses Jahr ist das am 16. Mai, am Sonntag vor Pfingsten.»

«Wir brauchen eine Bestätigung!»

Eine halbe Stunde später eine E-Mail aus Djibouti, von guten Freunden: «Habt ihr euch schon überlegt, an Pfingsten das Musical aufzuführen?» Die Kirche Wil ist bereit, am 16. Mai dem Musical Raum zu geben. Das Reisebüro ABS Israel Travel will kräftig unterstützen und Juden von Zürich, St. Gallen, Konstanz einladen. Unter Umständen gibt es anschliessend eine kleine Tournee…

Und so wird der Karren ein weiteres Mal angeschoben. Warum, Achi? «Weisst du: Nichts zu wagen, wollen wir nicht verantworten. Nur ein fahrendes Schiff kann man steuern. So gehen wir vorwärts und wollen erleben, was Gott für uns bereit hält.» Crossnews, ihr habt eine grosse Familie, die mit euch mitfiebert, mitgeht. Seid gesegnet!

Ein Bericht von Christian Stricker, Erlebnispädagoge, Pastor FEG Hauptwil, Lehrer, christian.stricker@er-lebt.ch

Crossnews

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