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Heuneburg Die Heuneburg - ein Zeuge aus frühgeschichtlicher Zeit

Wenn Sie unserem Wanderweg F2 folgen, dann werden Sie nach einem steilen Anstieg hinauf zur Höhe „Altscheuer“ vielleicht etwas enttäuscht sein. Denn die Heuneburg hat wenig mit dem zu tun, was man sich unter einer mittelalterlichen Burg vorstellt. Lediglich die Überreste von Erdwällen sind zwischen den Bäumen zu erkennen. Die Geschichte dieses Ortes ist aber durchaus spannend. Am besten lässt man sie sich bei einer der geführten Wanderungen von einem der Geopark-vor-Ort-Begleiter erzählen, die gerne ihr Wissen über diese Ringwall-Anlage weitergeben.

Hier war einmal ein Tor im Ringwall

Zur Historie: Der Ursprung dieser frühgeschichtlichen Siedlung liegt immer noch im Dunkeln. Sicher ist, dass die Römer schon vor mehr als 2000 Jahren in dieser Gegend waren und auch Spuren hinterließen (z.B. die Villa Haselburg bei Brensbach). Eine römische Goldmünze wurde im Bereich der Gemeinde Fischbachtal gefunden - Beweise einer Besiedlung hier gibt es aber nicht. Lange wurde auch vermutet, dass schon die Kelten in vorchristlicher Zeit hier oben auf der Höhe siedelten, aber letztendlich haben Forschungen ergeben, dass die Alemannen diese Schutzburg errichteten, nachdem sie etwa um 260 n.Chr. den Limes durchbrachen und die Römer auf die linke Rheinseite verdrängten.

Die Heuneburg bestand im 4. Jahrhundert n.Chr. aus einem Oval von 2 Ringwällen mit einem Durchmesser von etwa 180 m. Die Ringwälle waren ca. 3 m starke Steinmauern aus Granit, die mit einem Gerüst aus Holzbalken stabilisiert waren. Ein einziges Tor gab es auf der Ostseite. Damals stellte sich der Odenwald auch noch etwas anders dar: die Höhen der Altscheuer waren noch nicht mit Wald bewachsen - man konnte von hier weit in das Land schauen und die frühzeitlichen Handelswege überwachen („Weinweg“ und „Hohe Straße“). Das spärliche Wissen über die Heuneburg verdanken wir Ausgrabungsarbeiten, die schon 1842 unternommen wurden. Auch später wurde hier gegraben, allerdings wohl mehr mit Enthusiasmus als mit archäologischer Gründlichkeit, denn vieles wurde nicht dokumentiert und ging im Lauf der Jahre verloren. Im (leider geschlossenen) Museum Schloss Lichtenberg findet sich auch ein Modell der Heuneburg, das von einer Schulklasse gebaut wurde. Es zeigt, wie wir uns so eine Wallanlage vorstellen können. Zumindest so ähnlich wird die Heuneburg gewesen sein.

Übrigens feierten die Lichtenberger bis in das 19. Jahrhundert hinein jedes Jahr zu Himmelfahrt an der Heuneburg ein Frühlingsfest - das „Hüttenmärktchen“. Für die Schuljugend wurde zu diesem Anlass extra ein „Hüttenmarktsweck“ gebacken. Dieser alte Brauch ist aber inzwischen genauso im Nebel der Geschichte verschwunden wie die Heuneburg in der Vegetation, wobei die Höhen um Lichtenberg auch weiterhin von strategischer Bedeutung waren. Nur war es nicht mehr die Heuneburg, sondern die Burg der Katzenelnbogener - später das Lichtenberger Schloss, das zur Sicherung der territorialen Ansprüche hoch über dem Fischbachtal erbaut wurde. Aber das ist eine andere Geschichte …

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