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Offene Tür im Schächental Ein Interview mit Robi und Monika, FEG Altdorf

Ihr seid katholisch aufgewachsen. Wie wichtig war euch der Glaube in der Kindheit?

Robi: Ich habe mir nicht viele Gedanken gemacht, ging zur Kirche, war Ministrant und glaubte auch an Gott. Es war aber oft ein schlechtes Gewissen da, wenn ich nicht betete oder nicht in die Kirche ging. Und je älter ich wurde, desto weniger wichtig wurde mir der Glaube.

Monika: ich wusste, dass es einen Gott gibt – aber das wars dann schon. Bei meiner Firmung war ich sehr enttäuscht, dass nichts Spürbares passierte. Ich hatte mit dem Wirken des Heiligen Geistes gerechnet. Beten gehörte zu meinem Leben – aber es waren vorgegebene Gebete (z.B. vor dem Zubettgehen).

Wie kam es, dass ihr einen Gottesdienst in unserer Gemeinde besucht habt?

Wir hatten ein Haus gekauft – doch wir erlebten da eigenartige Phänomene (heute wissen wir: es waren dunkle Mächte). Wir waren deshalb auf der Suche nach Hilfe und sind durch eine Freundin hellhörig auf das grüne Haus geworden. Und haben daraufhin zum ersten Mal den Gottesdienst besucht.

Was hat euch angesprochen?

Wir fühlten uns sofort willkommen und aufgenommen. Es war uns sehr wohl. Diese Art von Gottesdienst hat uns sehr gefallen. Auch die Leute waren sehr offen und freundlich.

Monika, du hattest in dieser Zeit einen besonderen Traum, was hast du geträumt?

Ich hatte in dieser Zeit oft Kopfschmerzen und der Verdacht auf einen Tumor war da, und das machte uns mit unseren fünf kleinen Kindern natürlich Angst. Ein Termin für einen Untersuch stand an – und genau am Sonntag davor wurde nach dem Gottesdienst für uns gebetet. Die Kopfschmerzen waren am kommenden Tag weg. Und in dieser Woche träumte ich, dass Jesus mit mir im Auto sitzt. Eine Wärme und eine unbeschreibliche Liebe war da und überwältigten mich. Und es war, als würde mir Jesus sagen: «Monika, es kommt gut». Ich hatte eine tiefe Ruhe und Gewissheit auch für den kommenden Untersuch – und es wurde kein Tumor gefunden.

Noch heute erinnere ich mich manchmal beim Autofahren daran, dass Jesus dabei ist.
Am 25. Oktober 2020 feierten wir die Taufe von Robi und Monika im Urnersee. Es war der Sonntag, bevor es wegen Corona auch draussen wieder stärkere Einschränkungen gab.
Monika, du hast dann den Schritt gewagt, Jesus in dein Leben einzuladen. Kannst du beschreiben, was da passiert ist?

Kurze Zeit später war ich an einem Gebetsabend und nach diesem Abend hatte ich den starken Wunsch, mein Leben Jesus zu übergeben. Ich habe den Schritt gemacht und danach fühlte ich mich so sehr erleichtert und befreit. In den folgenden Tagen warf ich vieles weg, wie Bücher, homöopathische Artikel usw. Wir beteten dann auch nochmals mit Leuten aus der Gemeinde in unserem Haus, da ich noch einmal stark dunkle Mächte spürte. Danach kam Ruhe ins Haus. Mir wurde bewusst, was für eine Kraft das Gebet ist.

Robi, bei dir hat es etwas länger gedauert, bis du den Glaubensschritt gewagt hast. Wie war das bei dir?

Ja, bei mir hat es etwas länger gedauert. Ich bin ein traditioneller Typ. Mit Neuem und Ungewohntem tue ich mich eher schwer. Für mich war es ein Prozess, diesen Glauben anzunehmen. Es hat meinen Sonntag verändert. Dazu kam, dass ich mir sicher sein wollte, nicht auf einen falschen Weg zu kommen. Ich suchte darum auch nach «Beweisen», dass die Bibel wahr und vertrauenswürdig ist. Der Alphakurs half mir dabei, zu vertrauen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich wollte mein Leben mit Jesus teilen und habe ihn in mein Leben eingeladen.

Hast du viel Ablehnung in deinem Umfeld erlebt?

In meinem Familienkreis stosse ich auf Ablehnung, auch heute noch: Uns wird gesagt, dass wir in eine Sekte geraten seien. Inzwischen hat mich der Glaube aber sehr gestärkt und ich wage, mich auf Diskussionen einzulassen. Das ist manchmal spannend, aber auch herausfordernd.

Was hat sich bei euch verändert, seit ihr Jesus kennen gelernt habt?

Robi: Das Leben ist nicht einfacher geworden. Wir wissen aber, dass uns jemand hilft. Wir können auf Gott vertrauen. Er hilft, schwierige Situationen zu meistern. Man erkennt plötzlich falsches Handeln. Und auch kleine Dinge nimmt man plötzlich als Wunder wahr. Die Hierarchie der Dinge, die mir wichtig sind, hat sich verändert…

Ihr durftet bereits miterleben, wie durch euer Leben Menschen zum Glauben gekommen sind. Erzählt etwas davon…

Robi: In unserem Umfeld haben viele Menschen mitbekommen, dass sich etwas verändert hat. Manche stellen Fragen zu unserem Glauben, oder auch zum «grünen Haus». So konnten wir schon verschiedenen Freunden und Bekannten von unserem Glauben an Jesus erzählen, mit manchen auch beten, oder sie in den Gottesdienst oder in den Alphakurs einladen.

Monika: Gerade im letzten Herbst kamen einige von unseren Bekannten in den Alphakurs. Ich habe sie begleitet. Das war eine sehr ermutigende und erfüllende Zeit. Es gibt nichts Schöneres als mitzuerleben, wie Menschen aus dem eigenen Umfeld ihr Herz für Jesus öffnen.

Vielen Dank für dieses Gespräch. Auch für mich ist es ein Wunder zu sehen, wie ihr euch von Gott brauchen lasst.

Tom Mauerhofer, t.mauerhofer@gmail.com