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Methodenkoffer Sammlung didaktischer Methoden - Hochschule Fulda - Abteilung DLS

Der Methodenkoffer befindet sich noch im Aufbau und wird stetig aktualisiert.

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0-9

1-Minuten-Papier

Das 1-Minuten-Papier ist eine Methode zur Ergebnissicherung.

So geht's: Die Lernenden bekommen 1-2 Fragen, die sie in einer Minute schriftlich beantworten sollen. Im Anschluss können die Antworten im Plenum besprochen werden.

So wird die Methode eingesetzt: Beim 1-Minuten-Papier geht es darum, das erworbene Wissen durch eine Verschriftlichung abzusichern und sich den eigenen Kenntnisstand bewusst zu machen. Es kann vielfältig eingesetzt werden bspw. für eine Einstiegsreflexion, als Zwischenbilanz oder als Abschlussbilanz.

6-3-5 Methode

Die 6-3-5 Methode ist eine Kreativitätstechnik zum Generieren von neuen Ideen.

So geht's: Es werden 6 Teilnehmer*innen benötigt, die alle ein Blatt mit 3 Spalten und 6 Zeilen erhalten (also 18 Kästchen). In der ersten Runde schreibt jede Teilnehmer*in für das vorgegebene Problem drei Lösungsvorschläge/Ideen in die erste Zeile. Wenn dies von allen Teilnehmer*innen erledigt wurde, werden die Blätter an die nächste Teilnehmer*in weitergereicht und es müssen wieder drei Ideen aufgeschrieben werden (die zweite Zeile wird also vervollständigt). Die Beiträge sollen sich auf die Ideen der Vorgänger*in beziehen. Eine Spalte enthält also immer eine Idee, die von den nachfolgenden Teilnehmer*innen verändert/verbessert wird. Daher auch der Name 6-3-5-Methode: 6 Teilnehmer*innen generieren je 3 Ideen und diese werden 5mal an die anderen Teilnehmer*innen weitergegeben.

6 Denkhüte

siehe Sechs Denkhüte

A

ABC-Liste

Die ABC-Liste gilt als Kreativmethode und wird in der Erarbeitungsphase eingesetzt.

So geht's: Die Methode startet mit einer Fragestellung oder einer bestimmten Aufgabe, zu der die Teilnehmenden Ideen bzw. Assoziationen sammeln sollen. Dazu wird eine Liste die Buchstaben des Alphabets einzeln und untereinander aufgelistet sind. Rechts daneben muss ausreichend Platz zur Verfügung stehen, um beliebig viele Ideen zu sammeln. Die einzelnen Buchstaben werden um Ideen bzw. Antworten ergänzt, die mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Das Alphabet bietet dabei nur eine Struktur und gedankliche Stütze. Es muss nicht zu jedem Buchstaben zwingend ein Wort aufgeschrieben werden. Genauso wenig muss die Reihenfolge des Alphabets beim Ausfüllen eingehalten werden. Die Idee wird immer an der passenden Stelle notiert. Die ABC-Liste lässt sich sowohl alleine als auch in der Gruppe anwenden.

Advocatus Diaboli

Der "Advocatus Diaboli" ist eine Methode, die bevorzugt bei Diskussionen eingesetzt wird.

So geht's: Die Methode des "Advocatus Diaboli" kann auch als vereinfachte Variante der "Sechs Denkhüte" bezeichnet werden. Statt in viele Rollen zu schlüpfen, gilt es bei dieser Methode allerdings nur eine Rolle zu verteilen - die des Advocatus Diaboli bzw. des Bedenkenträgers. Er hinterfragt in Diskussionen die Standpunkte kritisch und nimmt die "Dagegen"-Position ein.

So wird die Methode eingesetzt: Möchte man eine kontroverse Diskussion zwischen den Teilnehmenden anregen, die auch Argumente hervorbringt, an die zuvor keiner gedacht hat, eignet sich dafür die Methode des Advocatus Diaboli. Sie wird daher vorrangig in der Verarbeitungsphase eingesetzt.

B

Blitzlicht

So geht's: Die Lehrende stellt eine Frage in den Raum. Alle Studierenden werden aufgefordert eine Rückmeldung oder eine Einschätzung zur Frage zu geben. Mögliche Frageschwerpunkte: Erwartungen an die Lehrveranstaltung, Erfahrungen in Bezug auf ein Thema, Sichtweise auf einen Diskussionspunkt/ein Argument etc..

C

Collage

So geht's: Die Teilnehmer*innen sollen in Einzelarbeit oder in Kleingruppen zu einem vorher gewählten Thema oder einer entsprechenden Fragestellung eine Collage erstellen. Gerade das Internet bietet eine Fülle von Bildmaterialen, die eingesetzt werden können (Urheberrecht beachten!). Bei der Gestaltung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Im Anschluss werden die Collagen von den Teilnehmer*innen vorgestellt. Der Informationsgehalt, der in den Collagen steckt, kann als Videovortrag gepostet, per Videochat vorgetragen oder via Handout zusammengestellt werden.

D

Dreieck der Gemeinsamkeiten

So geht's: Die Teilnehmenden werden in Dreiergruppen eingeteilt und sollen sich zu einer bestimmten Fragestellung austauschen. Meist bezieht sich die Fragestellung auf persönliche Erfahrungen. Anschließend werden Gemeinsamkeiten z.B. auf einem Flipchart oder einem (digitalen) Whiteboard, auf dem bereits ein Dreieck eingezeichnet ist, gesammelt. An jeder Spitze des Dreiecks wird der Name je eines Teilnehmenden notiert. An den Seiten des Dreiecks werden nun Gemeinsamkeiten der jeweils beiden außen stehenden Teilnehmenden gesammelt und in der Mitte die Gemeinsamkeiten aller Teilnehmenden.

E

Expert*innengespräch

Das Expert*innengespräch ist eine Methode aus der qualitativen Sozialforschung, die sich aber auch gut in der Lehre einsetzen lässt.

So geht's: Eine Expert*in eines Fachgebiets stellt sich den Fragen der Studierenden. Dabei steht nicht die Person im Mittelpunkt, sondern das durch die Person vertretene Fach. Hilfreich bei der Umsetzung sind vorher gemeinsam erarbeitete Leitfragen. Diese können auch wiederholt auf andere Expert*innen angewendet werden und machen die Antworten besser vergleichbar.

So wird die Methode eingesetzt: Gut geeignet ist das Expert*innengespräch in der Phase der Informationsvermittlung: Die Studierenden erhalten fundierte Information aus erster Hand. Es kann daher gut den Lehrendenvortrag oder das Lesen eines Textes ersetzen bzw. ergänzen. Kommt die Experte*in aus der Praxis ist es auch in der Phase des Transfers nutzbar.

Variationen: Laden Sie Expert*innen aus dem beruflichen Umfeld oder anderen Fachbereichen ein. Oder lassen Sie Ihre Studierenden im Laufe des Semesters zu Expert*innen in einem Gebiet werden. So erarbeiten sich Ihre Studierenden den Lerninhalt selbst.

F

Fishbowl

So geht's: Fishbowl ist eine Methode der Diskussionsführung in größeren Gruppen. Dabei diskutiert eine relativ kleine Teilgruppe in einem Stuhlkreis ein Thema, während die überwiegende Mehrheit außen herum sitzt und die Diskussion lediglich beobachtet - Dies gleicht einem Goldfisch-Glas, daher der Name "Fishbowl". Teilnehmer*innen im Innenkreis dürfen diesen verlassen und schaffen somit Platz für neue Diskussionsteilnehmer*innen von Außen. Es ist auch möglich, dass Teilnehmer*innen von Außen einen Diskutierenden "abklopfen" und den Platz tauschen. Ebenso kann es einen unbesetzten "Gaststuhl" im Innenkreis geben, der von den äußeren Teilnehmer*innen für eine Äußerung besetzt werden darf.

Fußnoten-Referat

So geht's: Die Lehrperson verteilt vor/zu Beginn des Semesters zum Thema dazugehörige Begriffe. Dies kann an alle, an ausgewählte Einzelpersonen oder auch Gruppen erfolgen (je nach Studierendenanzahl). Die Studierenden haben nun bis zum Vorlesungsstart/bis zur darauffolgenden Lehrveranstaltung Zeit, sich mit dem Begriff vertraut zu machen. Wird der Ihnen zugewiesene Begriff im Laufe des Semesters während der Lehrveranstaltung genannt, besteht die Aufgabe darin, diesen zu erklären. Die Methode ermuntert zur aktiveren Beteiligung und erhöht die Aufmerksamkeit.

G

Galerie-Methode

siehe Vernissage

H

I

Ideenkarussell

So geht's: Die Lehrperson bereitet verschiedene Arbeitsblätter vor: Sie notiert jeweils einen Oberbegriff oder eine Fragestellung auf einem Arbeitsblatt. Die Blätter werden durchgegeben, jede Teilnehmende notiert darauf Ideen, die sich auf den notierten Oberbegriff bzw. die Fragestellung des jeweiligen Arbeitsblatts beziehen. Die Blätter durchlaufen mehrere Runden. Am Ende sammelt die Lehrperson sie ein und strukturiert die gesammelten Ideen.

J

K

Kopfstand

Der Kopfstand ist eine Kreativitätstechnik. Mit der Methode kann durch Umkehrung des ursprünglichen Problems zu dessen Lösung gelangt werden.

So geht's: Zunächst gilt es, das eigentliche Problem zu besprechen und klar umrissen festzulegen. Sodann wird das Gegenteil des ursprünglichen Problems notiert. Anschließend wird in Teilgruppen besprochen, mit welchen Maßnahmen dieses Gegenteil erreicht werden kann. Die Ideen werden festgehalten und danach in der Gesamtgruppe strukturiert. Die Teilnehmenden versuchen abschließend, die zuvor eruierten Maßnahmen umzukehren und so zu formulieren, dass Aspekte daraus werden, die das Ursprungsproblem zu lösen vermögen.

L

M

N

O

One-Minute-Paper

siehe 1-Minuten-Papier

P

Q

R

S

Scrabble

So geht's: Anhand eines Ankerbegriffs werden weitere Begriffe gesammelt, die mit diesem zusammenhängen. Ein Ankerbegriff wird senkrecht auf ein Plakat oder Whiteboard/an die Tafel geschrieben. Die Studierenden sollen zu den Buchstaben des Ankerbegriffs Wörter assoziieren, die mit dem Ankerbegriff zusammenhängen. Je nach Anwendungsszenario trägt die Lehrperson die Wörter an der entsprechenden Stelle ein oder die Studierenden tragen die Begriffe eigenständig ein.

So wird die Methode eingesetzt: Die Methode kann beispielsweise eingesetzt werden, um die Vorkenntnisse der Studierenden zu einem Thema zu erheben oder auch die wichtigsten Schlagworte am Ende einer Lerneinheit noch einmal zusammenzufassen.

Sechs Denkhüte

Mit der Sechs Denkhüte-Methode wird ein komplexes Problem oder eine Aufgabe aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

So geht's: An die Teilnehmenden werden sechs "Denkhüte" verteilt. Diese Hüte ordnen den jeweiligen Personen Rollen zu. Diese Rollen bestimmen, welche Perspektive die Personen bei der Bearbeitung der Aufgabe einnehmen:

  • weiß = neutral und analytisch. Für diese Rolle sind Zahlen und Fakten wichtig.
  • rot = subjektiv und emotional. Diese Rolle bewertet die Aufgabe und Lösungen sehr subjektiv.
  • schwarz = pessimistisch und kritisch. Diese Rolle konzentriert sich auf Argumente, die negative Aspekte oder Risiken betonen.
  • gelb = optimistisch. Diese Rolle betont Vorteile und positive Aspekte, sieht Chancen.
  • grün = innovativ. Diese Rolle macht neue Vorschläge und konzentriert sich auf kreative Ideen.
  • blau = ordnend. Diese Rolle behält den Überblick, sammelt und strukturiert die Ideen.

T

Think - Pair - Share

So geht's: Die Think-Pair-Share-Methode ist in drei Phasen untergliedert: Think: Studierenden bearbeiten eine Aufgabe in Einzelarbeit und notieren ihre Ergebnisse. Pair: Studierende diskutieren (bzw. chatten) über ihre Ergebnisse in einer Partnerarbeit. Sie vergleichen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Antworten und Lösungen. Share: die Antworten werden anderen Paaren vorgestellt.

U

V

Vernissage

So geht's: Die Lehrperson bringt thematische "Ausstellungsstücke" mit. Dies können z. B. Studien, Poster, Kunstwerke, Ergebnisse von vorherigen Gruppenarbeiten oder Projektphasen sein. Diese Ausstellungsstücke werden dann im Raum verteilt positioniert (z. B. auf Flipcharts, Pinnwänden, Raumwänden). Die Studierenden können anschließend alleine oder in festgelegten Gruppierungen herumgehen und die Ausstellungsstücke betrachten. Auch hier bestehen erneut zwei Varianten: A) Die Studierenden äußern ihre Meinung/Assoziationen direkt vor der Gruppe oder B) Die Studierenden notieren Bemerkungen auf Klebezetteln neben dem entsprechenden Ausstellungsstück. Nachdem alle Studierenden alle Ausstellungsstücke gesehen haben, wird im Plenum ein Gesamtresümee gezogen.

Vortrag

So geht's: Die Studierende tragen vorbereitete Vorträge über bestimmte Themen vor. Am Ende des Vortrags erhalten die Studierenden vom Dozenten und den anderen Studierenden ein Feedback.

W

Wetterkarte

So geht's: Die Teilnehmer*innen geben symbolisch Rückmeldung zu ihrer Stimmung, ihren Erwartungen oder auch Erfahrungen: Die Teilnehmer suchen sich zu jeder Fragestellung das ihrer Rückmeldung entsprechende Wettersymbol aus (z.B. Sonne, Regenwolke, Blitz) und bringen diese Symbole anschließend auf einer großen Karte an. So entsteht eine Wetterkarte, die entsprechende Rückmeldungen visualisiert.

World Café

So geht's: An einzelnen Stationen (z.B. an einzelnen Tischen) wird zu verschiedenen Aspekten mit mehreren Personen diskutiert. Relevante Inhalte und Ergebnisse der Diskussion werden direkt an der Station (bei einem Tisch auf der "Tischdecke") festgehalten.

Ablauf im Detail: Benötigt werden pro Station ein bis zwei Personen, die sich für die Moderation bzw. Koordination des Themas an ihrer Station verantwortlich fühlen. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmenden wechseln diese Personen nicht die jeweiligen Stationen, sondern bleiben an ihren und koordinieren den Gesprächsverlauf. Alle Teilnehmenden sind dazu aufgerufen, ihre Ideen mit einzubringen, um gerne auch kontrovers über die jeweiligen Themen zu diskutieren. Die "Tischdecke" dient hierbei als Sammeloption jeglicher Punkte, die die Teilnehmenden für relevant erachten. Die Dauer der Diskussionsrunde an den Stationen sollte vorab besprochen werden. Die Diskussionen müssen nicht zwingend zu einem Konsens in der Gesprächsrunde führen, es dient viel eher des allgemeinen Austauschs und dem Diskurs. Die Moderator*innen der Stationen fassen gegen Ende der jeweiligen Diskussionsrunde die Ideen zusammen und halten diese ebenfalls auf der Tischdecke fest, bevor sie sich von der Gruppe verabschieden und die nächste Gesprächsrunde die Station betritt. Nach einer kurzen Begrüßung geben die Moderator*innen einen Anstoß, in dem sie über das berichten, was vorab in der Diskussionsrunde/ den Diskussionsrunden diskutiert wurde. Für ein World Café sollte je nach Gruppengröße mindestens 45 Minuten Zeit eingeplant werden, so dass wirklich jede*r die Chance hatte, an jedem Tisch mitzudiskutieren.

So wird die Methode eingesetzt: Der Austausch und der partizipatorische Charakter des World Cafés offenbart andere Ansätze und Sichtweisen auf Thematiken und ermöglicht so einen tiefergehenden Diskurs über diese in weiteren Lerneinheiten. Die Atmosphäre von World Cafés fördert einen engeren Austausch als eine Debatte mit allen Kursteilnehmer*innen zur gleichen Zeit.

X

Y

Z

Die vorliegende Methodensammlung entstand unter Mitwirkung der Teilnehmenden der E-Tutorien-Kurse der Hochschule Fulda. Danke an dieser Stelle!

Credits:

Erstellt mit einem Bild von Myriams-Fotos - "sparkler light bulb injection candle"