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Im Gewölbe von Dionysius Förderzeitraum: 2018/2019

Lindhorst, ev.-luth. Kirche St. Dionysius

Statische Sanierung der Gewölbe

Um notwendige statische Sicherungsmaßnahmen in ihrer Kirche durchführen zu können, hat die Wenger-Stiftung für Denkmalpflege der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Dionys in Lindhorst, Landkreis Schaumburg, eine Förderung zugesagt. Nach vorbereitenden Untersuchungen und Berechnungen sowie den notwendigen Ausschreibungen werden die Arbeiten 2019 folgen.

Zur Geschichte

Die Gemeinde Lindhorst liegt im niedersächsischen Landkreis Schaumburg zwischen den Ausläufern der Bückeberge und dem Mittellandkanal. Die Kirchengemeinde St. Dionysius gehört zur Ev.-luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe.

Die Kirche stammt in ihren ältesten Teilen aus dem 12. Jahrhundert. Aus dieser Zeit haben sich der quadratische, aus Bruchsteinen errichtete Westturm erhalten, ebenso die beiden kreuzgratgewölbten westlichen Langhausjoche, die aus Quadermauerwerk errichtet wurden.

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Kirchenschiff um ein kreuzrippengewölbtes Ostjoch und den Chorraum mit 1/8-Chorschluß erweitert. Hier wurden in den sechziger Jahren Reste gotischer Deckenmalereien freigelegt. 1565 erhielt der mittelalterliche Kirchturm seinen weithin sichtbaren markanten Pyramidenhelm mit geschlossener Laterne. Das Langhaus ist mit Sollingplatten gedeckt. Bemerkenswert ist der Altarschrein eines ehemaligen Triptychons, das um 1515/1520 vermutlich in Hildesheim geschaffen worden ist.

Schließlich wurde 1967 mit einem Erweiterungsbau an der Südseite des Chores sowie der Emporen im romanischen Teil eine Zeitschicht der Nachkriegsmoderne hinzugefügt.

Statische Probleme

Bei der Vorbereitung von Malerarbeiten wurden Risse in den romanischen Gewölben festgestellt. Die folgenden Untersuchungen zeigten, dass die romanischen Gewölbeschalen gravierende Schäden aufweisen. Die als Auflager dienenden Außenwände können den horizontalen Schub der Gewölbe nicht aufnehmen und sind bereits erheblich nach außen verkippt. In Folge der Bewegung des Mauerwerks sind Risse in den Gewölben und den Gurtbögen. Die damit einhergehende Kräfteumlagerung hat partiell bereits zu einer völligen Zerrüttung des Gefüges geführt. Das System ist teilweise nicht mehr tragfähig.

Um den Einsturz der Gewölbe zu verhindern, mussten bereits Spannanker als Notmaßnahme eingebaut werden. Eine grundlegende Sanierung ist unumgänglich.

Nachhaltige Stabilisierung

Bei der statisch-konstruktiven Voruntersuchung, die von dem erfahrenen Büro Bergmann aus Pfaffenhofen / Ilm durchgeführt wurde, wurde die signifikante Schiefstellung der Außenwände festgestellt. Entsprechende Befunde zeigen auch Dachtragwerk und Gewölbe. Die innen sichtbaren Schäden korrespondieren mit diesen Verformungen.

Zur nachhaltigen Sanierung der romanischen Gewölbe wird eine dauerhafte Gewölbeverspannung in den Achsen der drei romanischen Gurtbögen eingebaut. Um die geschädigten Gurtbögen instandzusetzen bzw. zu verstärken und ihren ursprünglichen Gesamtquerschnitt wiederherzustellen, werden anspannbare Nadel als Querzugsicherung eingebracht und die Risse unter teilweisem Neuversetzen der gelockerten Bruchsteine der Gewölbeschale injiziert. Der Schildbogen wird instandgesetzt und die Risse zur Vergleichsmäßigung der Lastabtragung im Gewölbe injiziert.

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