Loading

Rheinschätze Der ästhetische Wert des Hochwassers

Die zunehmende Verschmutzung im Rhein ist ein großes Problem für Tiere und Pflanzen. Eine Künstlerin in Spay, kann den angeschwemmten Müll jedoch für ihre Kunst nutzen. Durch ein eigens entwickeltes Papierverfahren, verbindet sie das Treibgut mit ihren Werken. Das schafft ein Bewusstsein für all diejenigen, die ihre Kunst betrachten. Von Seilen, über Glasscherben, bis Schuhen, kann Frau Krautkremer alles für ihre Kunst verwenden. Das Hochwasser bietet dabei immer besonderes Treibgut. Auch wenn es verheerende Folgen mit sich bringt, ist es dennoch ein Abenteuer für Frau Krautkremer. Eine Chance für ihre Kunst.

„Die Entscheidung ist gar nicht gefallen. Die Kunst ist zu mir gekommen.“

In Spay am Rhein sind die Einwohner eng an das Wasser gebunden. Eine Einwohnerin jedoch besonders. Ute Krautkremer ist am Rhein aufgewachsen und hat dort sämtliche Phasen ihres Lebens überdacht. Vom Sammeln des Treibguts als Kind, über jugendliche Feste bis in das Erwachsenendasein hinein. „(..) wir haben Probleme gewälzt.“ Der Rhein war stets an ihrer Seite.

Dies spiegelt sich insbesondere in der Kunst wider, die sie seit dem 14. Lebensjahr ausübt. Damals befand sie die Kunst als eine Nische um sich gegen ihre 7 Geschwister abzusetzen. Dann hat sie sich dazu entschlossen das Hobby zum Beruf zu machen.

In Mainz hat Frau Krautkremer Kunst studiert und auch ihr erstes Atelier eröffnet. Mit direktem Blick auf den Rhein. Auch wenn sie danach Kunst an der Schule unterrichtet hat, ist ihr die Freihandarbeit immer geblieben. Heute ist die Kunst mehr denn je ihr Leben.

„Der Rhein als etwas Unergründliches (…), diese Wasserfläche oder diese Ruhe, die darin steckt für mich – das möchte ich auch gerne ausdrücken.“

Durch ihre künstlerische Arbeit möchte Frau Krautkremer Vergänglichkeit und den Einfluss der Natur auf diese, darstellen. So hat sie die Methode des Papierabdrucks für ihre Zwecke angepasst. Mit der Methode lassen sich die am Rhein gefunden Schätze am besten verarbeiten.

„Rheinschätze“ trifft es hierbei besonders gut. Sie sammelt alles was nützlich wäre. Darunter befinden sich Schuhe, Seile aus Draht oder Plastik, Stöcke und unbedacht weggeworfene Dinge. Diese werden durch den Rhein transformiert und bilden neue Formen oder zersetzen sich.

Man merkt Frau Krautkremer an wie sehr sie ihre Arbeit liebt, denn sie hat ihr geholfen sich zu finden. So wirkt sie sehr mit sich im Reinen, energiereich und naturverbunden.

Den Müll sieht sie als Fluch und als Segen. Einerseits ist es schlimm, wie sehr die Menschen auf sich fixiert sind und die Umwelt missachten. Andererseits kann sie den Müll für ihre Kunst nutzen, wodurch sie gleichzeitig auf das Thema Umweltschutz aufmerksam macht.

Der Rhein ist eng mit ihr und ihrer Kunst verwoben.

„Mein Bewusstsein hat sich verändert – ich sehe das jetzt nicht mehr so romantisch wie als Kind.“

Das Hochwasser ist für Frau Krautkremer besonders spannend. Früher hat sie es geliebt, denn jedes Hochwasser war ein Abenteuer. Heute sagt sie, dass es für sie immer noch aufregend ist, weil sie es nutzen kann. Trotzdem bringt es natürlich schlimme Folgen für den Menschen, wodurch die positive Aufregung darüber geschwächt wird.

Diese Wucht und Weite, die mit Hochwasser einhergeht, gefällt ihr jedoch. Es erinnert den Menschen daran, wie klein und machtlos er gegen die Natur ist.

Auch in Zukunft wird Frau Krautkremer den Rhein wieder mit in ihre Kunst aufnehmen. Das neue Projekt wird im Rahmen der Stadt-Land-Fluß Ausstellung in Boppard stattfinden. Dazu entwickelt sie im Moment neue Gedanken und Kunstwerke, die erneut durch den Rhein geprägt sind.

Impressionen

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a Copyright Violation, please follow Section 17 in the Terms of Use.