Vipassana Meditation Marburg/Gießen Mit achtsamem Gewahrsein unterwegs auf dem mittleren Weg

Was tun wir?

Inspiriert von Lehrerinnen und Lehrern wie Fred von Allmen, Ursula Flückiger, Tsoknyi Rinpoche, Vidyadhara Chögyam Trungpa Rinpoche, Sakyong Mipham Rinpoche, Stephen Batchelor, Sayadaw U Tejaniya, Lama Tilmann, Steven Armstrong und anderen aus verschiedenen Traditionen, üben wir uns in der Vipassana Meditation.

Vipassana kurz und bündig

Vipassana (Pali, die Sprache, in der die Lehrreden des Buddha zwei Jahrhunderte nach seinem Tod niedergeschrieben wurden) oder Vipashiyana (Sanskrit) bedeutet frei übersetzt Einsicht oder Klares Sehen. Genau darum geht es in dieser Meditationspraxis. Diese Meditationspraxis hat ihre Wurzeln in Südostasien (Burma, Thailand, Laos, Kambodscha). Dabei gibt es viele Ähnlichkeiten mit den Weisheitspraktiken des Mahayana (Mahamudra, Dzogchen, Zen, Chan). Viele unserer Lehrer verbinden diese Traditionen und lehren und praktizieren traditionsverbindend.

Der Begriff der „Achtsamkeit“ ist zur Zeit in aller Munde. Achtsamkeitskurse werden von vielerlei Gruppen und Institutionen angeboten und versprechen offensichtlich ein gutes Geschäft. Vipassana Meditation lässt sich sicherlich auch unter den Oberbegriff der Achtsamkeit subsumieren. Allerdings geht das, was wir in unserer Praxis üben weit darüber hinaus.

Wir versuchen, ein achtsames Gewahrsein unseres Erlebens, unserer Erfahrung von Moment zu Moment zu kultivieren. Grundlage kann dabei die Satipatthana-Sutta aus den frühen Lehrreden des Buddha sein: „Wenn der Mönch einatmet, weiß er, dass er einatmet. Wenn der Mönch ausatmet, weiß er, dass er ausatmet. Wenn der Mönch denkt, weiß er, dass er denkt…“

Wir versuchen, bei jedem Moment unseres Erlebens „dabei“ zu sein. Ohne zu kommentieren oder zu bewerten. Dabei sind wir Zeuge eines Stromes von Gedanken, Gefühlen und Sinneserfahrungen, die wir in aller Regel gar nicht bestellt haben.

Unsere Sinne sind auf Empfang gestellt. Wir denken, riechen, hören, spüren, sehen, schmecken solange wir wach und bei Bewusstsein sind. In unserer Meditationspraxis bemerken wir dies alles, ohne uns einzumischen. Weder versuchen wir, eine bestimmte Erfahrung herzustellen, noch versuchen wir, eine aktuelle Erfahrung loszuwerden oder zu vermeiden. Unser Ziel ist es auch nicht, "besondere" Bewusstseinszustände herzustellen. Wir wissen einfach, was gerade in diesem Moment unsere Erfahrung ist. Punkt!

Schnell ordnen wir unsere sinnlichen und mentalen Erfahrungen in ein simples Schema ein: angenehm - unangenehm - neutral. Wenn wir dies bemerken, kehren wir wieder zu unserer direkten Erfahrung zurück. Erkennen wir diese sogenannten „Gefühlstönungen“ nicht oder nicht sofort, wird unser Geist aktiv. Der Wunsch, die als angenehm empfundene Erfahrung möge anhalten, sich nicht verändern (bestenfalls steigern), steigt auf und unser Geist wird eng und Leiden die Folge sein. Umgekehrt verfahren wir mit als unangenehm empfundenen Erfahrungen. Aversion, Ablehnung, Ärger und so weiter sind die Reaktionen. Dass dies ein Leidensprogramm in Gang setzt, ist allzu offensichtlich.

Wir versuchen, das „Licht des Gewahrseins“ auf diese Prozesse scheinen und Erkenntnis reifen zu lassen. Innere Ruhe, Freude, Gelassenheit und eine entspannte neue Handlungsfähigkeit sind die möglichen Folgen.

Diese Praxis macht kein Glückseligkeitsversprechen, nach dem Motto: Machen Sie acht Wochen unsere Diät und ihre Probleme mit dem Chef, der Familie, den Nachbarn oder dem Kniegelenk sind auf Dauer gelöst!“.

Wir versuchen nicht, unsere Erfahrungen zu manipulieren oder uns „besondere“ esoterische Zustände zu schaffen. Was wir tun, ist uns so furchtlos wie möglich unserer eigenen inneren Realität zu stellen. Sanft und freundlich nehmen wir uns und unsere Erfahrungen des Augenblicks an. Von Moment zu Moment zu Moment zu Moment ...

Eine individuelle Meditationsanleitung wird allen, die dies wünschen, selbstverständlich gerne gegeben.

Die Motivation

Dharma Praxis ist ein Weg der Befreiung, der Selbstbefreiung. Wir üben, um unsere Täuschungen, Verblendungen und Irrtümer über die Natur der Dinge und uns selbst zu erkennen und Stück für Stück aufzulösen. Solange wir immer wieder auf diese Täuschungen hereinfallen, wird inneres Leiden die Folge sein. Leiden, weil wir an Dingen, Ideen, Gefühlen festhalten, weil wir sie, entgegen ihrer Natur, für beständig, gar selbstexistent halten. Nicht der Schmerz, der Verlust ist es, was uns leiden lässt, sondern unsere innere Einstellung dazu. Wenn wir tief in uns begreifen, wie die Dinge (uns eingeschlossen) tatsächlich sind, können wir aus dem Kreislauf des Leidens (Samsara) aussteigen. Pema Chödrön sagt: “Schmerz ist unvermeidlich, Leiden schaffen wir uns selbst.“

Soweit so gut!

Aber was ist mit den anderen Lebewesen? Wollen nicht auch sie frei sein vom Leiden, gar der Ursache des Leidens? Wie können wir zutiefst zufrieden oder glücklich sein, wenn so viele Wesen leiden, obwohl es einen Ausweg gibt?

Aus der Erkenntnis der Verbundenheit mit allen Wesen entwickeln wir den Wunsch, dass alle fühlenden Wesen frei sein mögen. Mit dieser altruistischen Einstellung gehen wir an unsere Praxis heran und teilen sie mit der Welt. Dies ist der Weg der Bodhisattvas.

Muss ich BuddhistIn sein oder werden?

Vipassana Meditation ist eine Meditationspraxis, die vom historischen Buddha vor ca. 2500 Jahren gelehrt wurde. Wahrscheinlich war sie in ähnlicher Form bereits in Nordindien verbreitet. Eine religiöse Einstellung ist für diese Praxis nicht erforderlich, aber auch kein besonderes Hindernis. Einzig entscheidend ist Offenheit und der Wunsch, Herz und Geist entwickeln zu wollen. Alles Weitere wird sich finden...

Was kostet es?

Entsprechend der alten, vor allem in Südostasien gepflegten, Tradition der Goßzügigkeit sind die Kurse und Retreats (Phasen längerer Meditation von einem Tag bis zu mehreren Monaten) kostenlos (außer Unterkunft etc.). Die Lehre wird für so kostbar erachtet, dass sie nicht in einem Betrag beziffert werden kann. Sie soll allen Interessierten zur Verfügung stehen. Vipassanalehrerinnen und -lehrer finanzieren ihren Lebensunterhalt durch die freiwilligen und anonymen Spenden (Dana) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Unsere Gruppe trifft sich aus eigenem Antrieb. Wer mit uns meditieren möchte oder eine Anleitung wünscht, ist herzlich eingeladen, kostenlos. Um eventuell entstehende Kosten, für Raummiete o. ä. zu decken, sind freiwillige Spenden dafür willkommen.

Wer meditieren lernen möchte, melde sich bitte zuvor bei der Kontaktadresse am Ende der Seite.

Links

Wer mit uns meditieren, eine Einführung in die Meditationspraxis oder die Grundlagen des Buddhismus erhalten möchte, kann die Kontaktdaten unten nutzen.

Kontaktperson: Rüdiger Meier
Email: info@vipassana-marburg.de
Telefon: +49 152 31808474

© 2017 Rüdiger Meier (Text und Fotos)

Created By
Rüdiger Meier
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