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Junge Hoffnungsträger FEG Ilanz

Ester und ihre Eltern kenne ich schon länger. Die Familie wohnte zuoberst in der Surselva. Ich rechnete damit, dass Ester wie die anderen nach der Matura aus dem Tal wegzieht, aber Gott hatte etwas anderes im Sinn…

Ester, du wurdest in den letzten Monaten brutal durchgeschüttelt. Was hat der tödliche Unfall deines Vaters bei dir ausgelöst?

Angst. Verzweiflung. Zerbruch. Ich fühlte mich, als hätte mich jemand mitten im tobenden Meer aus dem Boot geworfen. Voller Angst versuchte ich zu schwimmen, doch die Wellen fühlten sich so heftig an. Ich dachte, ich würde ertrinken. Ich war verzweifelt. Ich schrie um Hilfe zu Gott. Was würde noch kommen? Zukunft, nein danke!

Was hat das mit deinem Glauben gemacht?

Ich rannte weg von Gottes Gegenwart. Ich glaubte nicht, dass er mich trösten könnte. Gegen aussen wirkte ich sehr stark. Ich funktionierte. Doch mein Herz zerbrach immer mehr. Eines Tages war ich draussen in der Natur und es fing an heftig zu regnen. Doch statt hineinzugehen blieb ich draussen. Ich blieb und mein Herz verstand, dass Gott mit mir über diese ganze Situation weinte. Er ist der Gott, der mich sieht

Deine neue Hoffnung ist in ein bewegendes Lied geflossen. Was hast du damit erlebt?

Als ich in einem Lager plötzlich ein Bild gesehen habe, wie junge Menschen in der Surselva miteinander Musik machten, wusste ich, dass Gottes Plan für mich in der Surselva noch nicht vorbei ist. Und er öffnete mir die Augen für die Schönheit um mich herum. Ich wollte ein Lied schreiben, ein Lied der Surselva widmen! So wie ich neue Hoffnung bekommen hatte, sollten das auch andere bekommen.

Du hast Kontakt zu anderen jungen Christen aus dem Tal geknüpft und nun trefft ihr euch regelmässig. Wie erlebst du das?

Lange habe ich gebetet, dass ich Leute finde in der Surselva, mit denen ich mich intensiv über den Glauben austauschen und Gemeinschaft erleben kann. Darum geniesse ich es extrem! Es ist spannend mitzuerleben, wie unsere Gruppe zusammenwächst. Es ist aber unser Wunsch, Jesus den Weg freizumachen, dass er in der Surselva wirken kann. Wie er uns brauchen will, wissen wir noch nicht genau. Doch wir wissen, Gott sieht die Surselva, deshalb sind wir gespannt.

Herzlichen Dank, Ester!

Wir können bleiben!

In der Mai-Ausgabe schrieb ich, dass die Gemeinde vielleicht schon bald umzieht. Wir hatten bereits den Vertrag, aber der hatte so einige Haken. In den Frust hinein kam die Meldung vom jetzigen Vermieter, dass er nochmals mit dem künftigen Eigentümer der Liegenschaft verhandelt hat und dieser bereit ist, den Mietzins massiv zu senken, damit wir bleiben. So haben wir inzwischen diesen Mietvertrag ausgehandelt und unterschrieben. Das heisst, wir können am bisherigen Ort bleiben.

Hans-Jörg Sprenger, h.sprenger@bluewin.ch
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