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Uni - Wahlen 2018 Pro und Contra

Konstanz, 12. Juni 2018.

Text: Ema Jerkovic, Layout: Julia Kohushölter.

Auch dieses Jahr ist es wieder soweit: Die Uni-Wahlen stehen an. Die Mitglieder des Studierendenparlament (StuPa), des Studienfachschaftswahlgremium (SFSWG), sowie der Uni-Gremien (Senat, Sektionsrat und Fachbereichsrat) werden gewählt. Doch wer steht zur Verfügung? Und was bedeutet das alles eigentlich?

Was oder Wer wird gewählt?

StuPa

StuPa ist die Kurzform von Studierendenparlament. Es ist die Legislative und besteht aus 23 Mitgliedern. Diese werden von den Studierenden gewählt. Dabei stehen verschiedene Listen zur Wahl, die in der Regel bestimmten politisch ausgerichteten Hochschulgruppen angehören. Jeder Studierende hat vier Stimmen und darf diese frei auf alle KandidatInnen und/oder Listen verteilen.

Studienfachschaftswahlgremien

Die studentischen Mitglieder jeder Fachschaft wählen ihr eigenes Wahlgremium, das aus sieben Studierenden besteht. Diese sieben haben die Aufgabe, den/die VertreterIn für die FSK (Fachschaftskonferenz), den/die FachschaftssprecherInnen und den/die FinanzerIn zu wählen, dem zweiten Teil der Legislative. Da sieben Sitze zu besetzen sind, hat jeder Studierende sieben Stimmen.

Senat

Der Senat ist das wichtigstes Gremium der Universität und entscheidet über die Einrichtung von neuen Studiengängen, Zulassungszahlen und andere Dinge, die die Uni in ihrer Gesamtheit betreffen. Außerdem wählt er das Rektorat. Er besteht aus 28 Mitgliedern, davon vier Studierende. Jeder Studierende hat vier Stimmen, kann jedoch pro Liste maximal zwei Kandidaten wählen.

Sektionsrat

In jeder der drei Sektionen (Mathematisch- Naturwissenschaftliche Sektion, Geisteswissenschaftliche Sektion, Sektion Politik - Recht - Wirtschaft) gibt es außerdem einen Sektionsrat. Dieser kümmert sich um fachbereichsübergreifende Themen wie die Einführung von fächerübergreifenden Studiengängen und Kooperationen für einzelne Vorlesungen, aber beispielsweise auch um die Neubesetzung von Professuren. Jeder Fachbereich ist im Rat der Sektion mit je einem Studierenden vertreten. Hier kann jeder Studierende eine Stimme für seine Fachschaft vergeben.

Fachbereichsrat

Jeder Fachbereich verfügt über ein eigenes Leitungsgremium, den Fachbereichsrat. Hier werden alle diejenigen Dinge besprochen, die konkret die Lehre und Forschung des jeweiligen Faches betreffen. Dazu gehören auch die Neubesetzung von Professuren, die Konzeption neuer Studiengänge oder Änderungen bestehender Prüfungsordnungen. Hier haben Studierende jeweils zwei Sitze, weshalb jeder Studierende auch zwei Stimmen hat.

„Mensaessen ändern!“

Pro: Die Umstellung zum neuen Mensasystem sorgte unter den Studis für große Aufregung.

Die Preise scheinen zu steigen und die Qualität zu sinken, so viele Stimmen. Die Jungsozialisten, die Jugendpartei der SPD (Jusos), wollen ebenfalls eine Änderung des Mensaessens erreichen. Dabei setzten sie vor allem auf die Idee einer einfachen und extrem kostengünstigen neuen Essenslinie. Die Grüne Hochschulgruppe (GHG) betont hierbei den nachhaltigen Aspekt der Anpassung, setzt sich jedoch dafür ein, die Möglichkeit ein Nachschlag zu erhalten, wieder und für alle Essenslinien einzuführen. Auch das Angebot an vegetarischen und vegane Speisen soll ausgebaut werden.

Weiterhin fordert die GHG sowie die Linke Solidarische Demokrat*innen (LSD) auch Essensangebote am Wochenende. Beide Hochschulgruppen kämpfen gegen die Möglichkeit, Coffee-to-Go-Becher in der Mensa und dem Campus-Café benutzen zu können. Die LDS weißt möchte außerdem zusätzlich Produkte von Nestlé aus dem Mensa-Sortiment nehmen.

Der Ring Christlich – Demokratischer Studenten (RCDS) äußert sich nicht zum Mensaessen, denn der Ausbau von Wlan in der Mensa finden sie wichtiger.

Contra: Die alten Essenslinien erlaubten den Studierenden sich so viel auf den Teller zu schaufeln wie gewollt.

Oft waren dabei die Augen größer als der Hunger. Sehr viele Lebensmittel landeten im Müll. Deshalb führte Seezeit die vorportionierten neuen Essenslinien ein. Im Sinne der Nachhaltigkeit ein gutes Konzept. Jedoch werden nicht alle Studierende von der gleichen Menge satt. Deshalb hagelte es Kritik und die meisten politischen Hochschulgruppen reagierten darauf.

„Studiengebühren abschaffen!“

Pro: Alle Studierenden sollten gleichbehandelt werden, auch wenn es um Studiengebühren geht.

Seit dem Wintersemester müssen nicht-EU-ausländische Studierenden und Studierende im Zweitstudium in Baden-Württemberg höhere Studiengebühren zahlen. Alle Hochschulgruppen äußerten sich gegen diese Entscheidung. Sie verstoße gegen das Recht des gleichen Zuganges zu Bildung. Alle Hochschulgruppen sprechen sich gegen die Studiengebühren aus.

Contra: Das extra eingezogene Geld soll der Lehre, den Hochschulen und der Studierenvertretung selbst zugutekommen.

Bisher kam aber beim Asta noch keines dieser Gelder an. So postulieren beispielsweise die Jusos, dass das Geld vermutlich zur Stopfung allgemeiner Haushaltslücken benutzt wird.

„Studienbeitrag senken!“

Pro: Studierende werden finanziell entlastet.

Vor allem die Jusos sind der Meinung, das finanzielle Überschüsse nicht tragbar sind und um ein bis zwei Euro gesenkt werden sollen.

Contra: Mit dem Studienbeitrag wurden bisher viele tolle Projekte für Studierende organisiert.

Weiterhin zahlt jeder Studierende einen Euro pro Beitrag für das Kulturticket und kann so jederzeit eine Theatervorstellung oder ein Konzert des Symphonieorchesters besuchen. Eine Senkung könnte dieses Konzept gefährden. Finanzielle Überschüsse können für weitere tolle Projekte oder einen Ausbau des Kulturtickets in beispielsweise den Bereich von Sportveranstaltungen benutzt werden, so die GHG.

„Lebenswelt Uni ausbauen!“

Pro: Die Universität Konstanz ist nicht nur ein Ort der Lehre, sondern auch Lebensmittelpunkt vieler Studierender.

Deshalb sind eine Verschönerung und ein Ausbau dieser ein Ziel zahlreicher politischer Hochschulgruppen. Die GHG bringt dafür konkrete Vorschläge: mehr Sitzmöglichkeiten und Rückzugsorte. Vor allem die im Sommer bereitgestellte Hängematte im Außenbereich des Foyers und der Hängemattentag während der Nachhaltigkeitswoche verdeutlichen dieses Ziel. Die Jusos dagegen sind für eine finanzielle Unterstützung des Ausbaues des Uni-Biergartens. Es sollen mehr Sitzplätze und eine Stempelkarte eingeführt werden. Ähnliche Ziele verfolgt auch der RCDS, der den Biergarten sowie den Außenbereich ebenfalls vergrößern möchte.

Contra: Keine politische Hochschulpartei hat sich negativ zum Ausbau geäußert.

Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind jedoch Lärmgeräusche während Umbauphasen – die so manchen noch aus der Bibliotheksumbauphase störend in Erinnerung geblieben sind.

„Inklusive Uni fördern!“

Pro: Weltoffen und liberal – so zeigt sich die Reformuniversität Konstanz.

Trotzdem sind noch viele Dinge bis zur komplett inklusiven Universität zu erreichen. Wohlfühlen an der Uni für jedermann, unabhängig ob LGBTQ+, hetero oder mit einer körperlichen Beeinträchtigung, ist ein Ziel der GHG. Insbesondere der Ausbau von Toiletten für Rollstuhlfahrer und die Schaffung einer genderneutralen Toilette stehen auf ihrer Agenda.

Auch die LSD ist für eine bessere Barrierefreiheit an der Universität Konstanz. Vor allem die Beschilderung für Rollstuhlfahrer soll ausgebessert werden sowie der holprige Boden zur Mensa begradigt werden.

Keine anderen politischen Hochschulgruppen äußerte sich zu diesem expliziten Thema.

„Campus Festival unterstützen!“

Für dieses spezielle Anliegen vertritt keine politische Hochschulgruppe die Meinung der Wählenden. Parallel zu den Wahlen findet die Urabstimmung zur finanziellen Unterstützung statt, so dass die Studierenden direkt mitbestimmen können. Durch diese entsteht eine Entscheidung auf höchster Legitimationsebene.

Pro: Jedes Jahr entscheidet das Studierenparlament, ob das Campus Festival vom Asta gefördert wird.

Der Nutzen des Festivals für alle Studierende wird dabei jedes Mal aufs Neue gegen seine Kosten abgewägt. 40 000 € werden pro Jahr für dieses Projekt ausgegeben, vor allem um studentische Helfer zu bezahlen. Das Campus Festival ist ein von vorneherein studentisch geplantes Projekt und fördert die Kultur auf dem Campus. Ohne die Bezahlung der Helfer müssten diese eventuell unentgeltlich arbeiten, die Tickets könnten noch teurer werden oder das Festival überhaupt nicht mehr stattfinden. Die Jusos,die GHG sowie der RCDS sprechen sich, unabhängig von der Urabstimmung, für die Unterstützung des Campus Festivals aus.

Contra: 40 000 € scheinen viel Geld zu sein.

Das Geld könnte auch für andere studentische Projekte genutzt werden. Auch besuchen viele externe Personen das Campus Festival, so dass dieses Projekt nicht als rein für Studierenden ausgelegt zu sein scheint. Somit kann es fraglich scheinen, wieso der Asta überhaupt Unterstützung zusagen sollte.

Es stehen nicht nur die GHG, die Jusos, der RCDS und die LSD zur Wahl. Dieses Jahr haben sich jedoch bisher noch recht wenige politische Hochschulgruppen zu ihren Zielen und Vorhaben geäußert. Es gibt jedoch auch Gruppen wie die Grüne Offene Linke Liste (GOLL), die explizit keine Wahlwerbung durchführt. Am 11. Juni ist die Hochschulmesse im Foyer, wobei sich Studierende direkt bei den Gruppen informieren können. Wahl ist am 12. und 13. Juni auf Ebene K5 neben der Pastabar.

Created By
Campuls Hochschulzeitung
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