Arktisreise Von Spitzbergen ins Polarmeer

Am schönsten anzuschauen im Vollbildmodus, in Windows z.B. mit der Taste F11, beim Mac mit Apfel + Ctrl + F. Oder über das Menü des Browsers.
Eine Reise in die Arktis mit der MS Nordstjernen. Mehr als 1000 Kilometer nördlich des Polarkreises, der Nordpol liegt näher. Wir sind Ende August 2016 in Longyearbyen in See gestochen, die Mitternachtssonne hatte sich soeben für einige Minuten unterm Horizont verabschiedet. Grandioses Licht, spektakuläre Landschaften, großartige Menschen.
Spitzbergen, Svalbard. Letzter besiedelter Landstrich vor dem Nordpol. Bilder und Videos (fast alle unter einer Minute, keines länger als 90 Sekunden ...) aus der abgeschiedensten Region der Welt. Dort oben in der Arktis ist es unwirtlich, unfassbar und friedlich. Unendliche Ruhe. Vielleicht das letzte nahezu perfekte Refugium auf diesem Planeten.

Ende August ist es noch immer rund um die Uhr hell, denn Spitzbergen liegt zwischen dem 74. und 81. Breitengrad. Zum Vergleich: Der Polarkreis befindet sich auf 66 Grad nördlicher Breite, die grönländische Hauptstadt Nuuk und Rejkjavik am 64. und Stuttgart am 48. Breitengrad. Oft wechseln die Lichtverhältnisse im Nordpolarmeer im Minutentakt.

MS Nordstjernen

Die MS Nordstjernen: Das denkmalgeschützte Schiff lief 1955 vom Stapel und brach Anfang 1956 zur Jungfernfahrt auf der Hurtigrute auf, gebaut wurde es auf der Werft Blohm & Voss in Hamburg. Es bietet Platz für 130 Passagiere und fährt für die Vestland Werft in Bergen. Als Expeditionsschiff ist es seit den 1990er-Jahren im Nordpolarmeer unterwegs. Ein kurzer Rundgang:

88 Meter Stahl, Platz für 130 Passagiere und als Antrieb der Schiffsdiesel von MaK Maschinenbau Kiel mit 3600 PS. Mehr Bilder vom Schiff hier:

Damit die Seite nicht zu lange lädt, sind immer wieder Bilder zu einzelnen Themen auf Unterseiten ausgelagert. Beim Klick auf die Buttons öffnet sich jeweils ein neuer Tab - am Schluss einfach schließen, im Vollbildmodus dazu mit der Maus an den oberen Bildschirmrand fahren.

LongyeArbyen

Longyearbyen ist sozusagen die Hauptstadt, zumindest der Verwaltungssitz von Svalbard, so heißt Spitzbergen auf norwegisch. Ein Dorf mit 2500 Einwohnern. Und einer Universität. Allerhand lustige Fahrzeuge an jeder Ecke. Denn der Winter ist hart und dunkel. Der Sommer dafür umso schöner.
Kein BaBaBanküberfall ... Bitte nicht! Kriminalität ist unbekannt in der Arktis. Knarren raus, Schuhe aus. Dann sind alle zufrieden.

Eine faszinierende Siedlung. Mehr Bilder und Infos gibt's hier:

Schnee & Eis

Spitzbergen wartet mit unfassbar schönen Eisformationen, Gletschern und Schnee zu jeder Jahreszeit auf. In unwirklichem Blau leuchten Eisschollen und kleine und größere Eisberge, die von kalbenden Gletschern stammen.

So sieht Treibeis von unten aus:

Hin und wieder tummeln sich auch die Bewohner der Arktis auf den schwimmenden Sofas. Gemütlich ist anders.
Baden im Eis? Warum nicht. Mehr dazu weiter unten.

Die Gletscher in Spitzbergen sind Gezeitengletscher. Sie kalben ins Meer, sind oft hunderte Quadratkilometer groß und mehrere hundert Meter dick. 70 Prozent des Wassers, das Gletscher weltweit an die Ozeane abgeben, gelangt so ins Meer. Durch den Klimawandel schrumpfen sie heute relativ schnell, die Gletscherzunge des mit etwa 400 Quadratkilometern riesigen Monacobreen (Breen=Gletscher) hat sich beispielsweise seit den 1960er-Jahren um weit mehr als einen Kilometer zurückgezogen.

Monacobreen, 79° 24′ N, 12° 34′ O

Ein grandioses Schauspiel ist ein kalbender Gletscher, immer wieder ist auf Spitzbergen das dunkle Grummeln und Krachen zu hören, wenn gewaltige Eismassen abbrechen. Hier ein Video des Seligerbreen direkt neben dem Monacobreen im Liefdefjorden:

Mehr Eis? Hier wird's blau und kalt:

Magdalenefjorden

Der Magdaleneforden ist sicher einer der grandiosesten Fjorde der Welt. Absurd schöne Bergformationen, groteske Eisgebilde, surreale Gletscher im äußersten Nordwesten von Spitzbergen. Wenn die Mitternachtssonne sich verabschiedet, die Wolken tief hängen und immer mehr Eisschollen diesen Ausläufer des Polarmeers langsam unpassierbar machen, wird das Licht nachts magisch, dieses unwirtliche Stück Erde zu einem Gemälde aus der Hand eines Romantikmalers.

Nachts in den Magdalenefjorden einzufahren ist ein Erlebnis. Hier ein Timelapse-Video, das die Zeit von Mitternacht (Sommerzeit) bis halb drei in 40 Sekunden zeigt, ein Foto alle 30 Sekunden - aufgenommen durchs Bullauge unserer Kabine auf der MS Nordstjernen achtern backbord. Also hinten links ...

Walross, Eisbär & Co.

Bartrobbe beim Vollbad.
Ein Karibu oder Spitzbergen-Rentier. Das Geweih ist von einem durchbluteten Material umgeben, eine Art behaarte Haut.

Nördlich des 80. Breitengrads liegt das kleine Eiland Moffen - die Walrossinsel. Sie ist Vogelschutzgebiet und darf nicht betreten werden.

Wer die Siedlungen verlässt, sollte immer ein Gewehr dabeihaben. Der Eisbär ist zwar an sich ein freundlicher und knuffiger Geselle, wenn er Hunger hat, fängt er aber nicht an zu diskutieren.
Kleiner Snack für den Nachwuchs.

Unterwegs

Nur das Knirschen von Eis oder Steinen unter den Schuhsohlen - mehr Geräusche gibt es für den Wanderer auf Spitzbergen nicht. Absolute Ruhe, faszinierende Ausblicke, glasklare Luft. Und hin und wieder eine mehr als 100 Jahre alte Trapperhütte, die auch heute noch benutzt wird. Mit exotischen Namen wie Texas Bar oder Camp Zoe. Mit dem Zodiac auf dem Wasser eröffnen sich neue Blickwinkel aus der Robbenperspektive.

Camp Zoe

Eine Fahrt mit dem Zodiac durchs Treibeis am Monaco-Gletscher:

Texas Bar

Zu Fuß und mit dem Boot - mehr Bilder von der Erkundung Spitzbergens hier:

Ny-Ålesund

Sie gehören zu den imposantesten Bergen auf Svalbard - die Tre Kroner (Drei Kronen), drei Gipfel östlich des Kongsfjord, gleich gegenüber von Ny-Ålesund: Svea, Dana, Nora (Schweden, Dänemark, Norwegen).

In Ny-Ålesund leben im Sommer 300, im Winter 30 Menschen. Zumeist Wissenschaftler aus aller Welt, das Dorf besteht aus internationalen Forschungsstationen - Polarforscher, Meeresbiologen, Klimaforscher, Glaziologen und Geologen arbeiten hier in der nördlichsten Siedlung der Welt, auch das Alfred-Wegener-Institut ist vertreten.

Roald Amundsen begann hier 1925 seine gescheiterte Nordpol-Expedition mit zwei Dornier-Wal-Flugbooten. Ein Jahr später überflog er mit Umberto Nobile und Lincoln Ellsworth erstmals von Ny-Ålesund aus mit einem Luftschiff den Nordpol und landete in Alaska, der Ankermast steht noch immer.
Roald Amundsen.
Der Ny-Ålesunder freut sich schon über 2 Grad im Sommer - Zeit für die kurze Hose.
Hier ist alles das nördlichste der Welt. Der nördlichste Hafen, das nördlichste Postamt - und die nördlichste Kneipe, wie auf diesem Bild zu sehen.
Wie überall auf Spitzbergen, müssen auch in der Kneipe die Schuhe draußen ausgezogen werden. Nicht umsonst heißt es: "Put off your shoes and leave your gun at the door."
Das nördlichste Schlagzeug der Welt!

Das nördlichste Bier

Wo die nördlichste Kneipe der Welt ist, darf auch das nördlichste Bier nicht fehlen. Es wird in Longyearbyen gebraut, von einem früheren Coalminer, der noch immer als Pilot kleine Maschinen mit Wissenschaftlern durch die Arktis fliegt. Und bei Bedarf auch die Wirtschaft in Ny-Ålesund direkt beliefert ...
Robert Johansen hat knapp sechs Jahre gekämpft, bis er die Svalbard Bryggeri eröffnen und sein eigenes Bier brauen durfte. Dafür musste ein norwegisches Gesetz geändert werden - Bier zu brauen war auf Spitzbergen nämlich verboten.

Barentsburg

Nordischer Charme trifft auf sowjetische Plattenbauarchitektur. Das ist die Bergbausiedlung Barentsburg, rund 60 Kilometer von Longyearbyen entfernt. 500 Menschen leben hier, auch die Russen wollen vom Tourismus profitieren und lassen sich einiges einfallen.
Nagelneuer Veranstaltungssaal für zwei Dutzend Besucher.
Russische Folklore - angeblich dargeboten von Bergarbeitern und ihren Frauen.

Eisbad

Nur für die ganz Harten. Denn es ist kalt. Sehr kalt.

Hier das Ganze noch als Video:

Paddeln

Traumhaft und nicht so kalt wie ein Bad: Paddeln im Adventfjorden bei Longyearbyen. Auch hier ein kurzes Video:

Kein Eisbärangriff ...

Die Reise fand statt im August und September 2016. Das war die Route:

Spitzbergen (Svalbard) liegt zwischen dem Nordkap (am unteren Bildrand) und dem Nordpol (oben rechts).

Nur kurze Zeit später ganz anderes Wetter ... Hier geht's zu einem kurzen Video über den Wintereinbruch in Longyearbyen am 3. Oktober 2016:

Unser Team: Opa, Papa, Enkel. Also Papasohn, Enkelpapa und Enkelpapapapa. Zusammen genau zwei Mal 78 Jahre alt = 156. Ohne Lenin gerechnet. Dann wären es nämlich nochmal 146 Jahre mehr.

Die Fotos wurden aufgenommen mit einer Nikon D500 mit dem Nikkor 28-300mm sowie dem Sigma 10-20mm. Einige Bilder stammen von einer GoPro 3 und einem iPhone. Dies ist eine rein private Website ohne kommerzielle Interessen.
Kontakt über Instagram - contact me via Instagram:
Created By
Dirk Huelser
Appreciate

Credits:

Dirk Huelser

Made with Adobe Slate

Make your words and images move.

Get Slate

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a Copyright Violation, please follow Section 17 in the Terms of Use.