The diversity of London and the joy of friendship

3:20 in der Nacht. Vor einigen Stunden war ich von meinem Amsterdam-Trip nach Hause gekommen, nun war ich bereits wieder wach und hatte erneut gepackt. Wofür? Das wusste ich selber noch nicht. Ich bin ja eigentlich nicht der Typ für Überraschungen - viel zu neugierig. Deswegen war ich trotz Müdigkeit so gespannt und kribbelig, als meine beste Freundin mich endlich abholen kam und unser Abenteuer losgehen konnte. Ich wusste aber, mit ihr konnte es nur gut werden und freute mich deshalb auf das Ungewisse. Und zwei Stunden später sassen wir bereits am Genfer Flughafen und warteten auf unseren Flug, der uns in eine der für mich tollsten Städte überhaupt führte.

London ist schön. Das leugnet wohl niemand. In der Stadt steckt aber noch so viel mehr, als man in den 08/15 Touri-Guides antrifft. Eine solch grosse Vielfalt. Kulturell, kulinarisch, musikalisch - für jeden ist was dabei. An jedem Ecken trifft man wieder auf etwas Neues, das einem begeistert. Die Inspiration ist überall, auch in den Menschen. Davon wurde ich in meinem zweitägigen Aufenthalt erneut überzeugt. Ich habe mehr Faszinierendes gesehen, als an anderen Orten in zwei Wochen. Ich hörte Strassenmusiker, bemalte mit den Obdachlosen den Gehweg, ich trank mein Kaffee auf einem Boot, trank mein Bier tanzend in einer Lesbenbar, ich sah Kunst, ich sah Graffitis, ich sah kleine Vororte und ich spürte das Grossstadtfeeling, war an kleinen 'Grümpel'-märkten und in noblen Markenshops.

Damit wir diese Vielfalt in ihren vollen Zügen geniessen konnten, recherchierte meine Freundin vorab. Der erste ihrer Insidertipps war Neal's Yard, ein kleiner Innenhof mehrerer Häuser. Bunt bemalte Hauswände, farbige Fähnchen, Grün überall. Nach 20 Schritten ist man wieder aus dem Innenhof raus, aber dieser kleine Platz ist magisch. Die Bänke in der Mitte laden zum Verweilen ein, was wir sicher auch getan hätten, wäre es nicht eisig kalt gewesen.

South Bank, auch ein Ort an dem man nicht vorbei kommt, wenn man in der Stadt ist. Das Flussufergebiet an der Themse verbirgt viele kleine Freuden. Wir liefen beispielsweise zufällig in ein Street Food Festival rein, das die allerbesten Brownies & Smoothies hatte und stiessen auf tolle Kunstshops. Vom Ufer aus hat man den besten Blick auf den Big Ben und läuft direkt am London Eye vorbei. Man wird vom Gesang der Strassenmusiker begleitet, während man dem Fluss entlang läuft. Leute entspannen auf Wiesen, Kinder rennen umher und drehen Runden auf dem Karussell. Einige Orte sind voller Getümmel und Touristen, läuft man aber nur wenig weiter ist man wieder alleine unterwegs. Das abgebildete Schiff ist ein kleines Café, das unverständlicherweise bis auf eine Person total leer war. Auch hier hat man also wieder den krassen Unterschied dieser Stadt - und das wenn man nur wenige Minuten läuft.

Auch Venedig-Fans kommen auf ihre Kosten: Etwas abgelegen und deshalb auch ziemlich verlassen liegt Little Venice. Ich denke, der Name ist schon ziemlich selbsterklärend. Boote, Boote und noch mehr Boote. Alle mit viel Liebe dekoriert, Pflanzen auf dem Dach und in bunten Farben gestrichen. Beim Durchlaufen wird man sofort zum Fantasieren angeregt. Wir stellten uns vor, dass die Besitzer in den Booten leben. Nach dem Aufstehen sitzt man in der 'Boots-Nachbarschaft' zusammen und trinkt erst mal ein Bier. Ein wenig wie beim Zirkus. Und wenn man von dem ganzen Wasser- und Schiffbetrachten genug hat setzt man sich einfach in eines der Bootsrestaurants und trinkt einen Kaffee.

Wer abends gerne etwas trinken geht ist im momentanen It-Viertel soho wohl am besten aufgehoben. Die Bars reihen sich aneinander, so weit das Auge reicht. Wenn die Linie unterbrochen wird, dann höchstens weil sich noch ein Tattooladen reingequetscht hat. Was mir vor allem zusagte: Hier einmal ein Ort an dem man eher als Heterosexueller in der Unterzahl ist, und nicht als Homosexueller. Oder zumindest ein Ort, an dem sich die Homosexuellen so zeigen können, wie sie sind, ohne komisch angemacht oder angeschaut zu werden. Und das gibt es einfach viel zu wenig. Die Homo-Flaggen sind in jedem Schaufenster abgebildet und die meisten der Bars sind Schwulenbars, auch ein Lesbenclub findet man. Und (Achtung Heteros, nehmt euch ein Beispiel!) man fühlt sich dort als nicht homosexuelle Person überhaupt nicht falsch am Platz. Den Lesbenclub haben wir selber ausgetestet und ich hatte lange im Ausgang nicht mehr solchen Spass wie dort. Und für die Fans des Exotischen und des mexikanischen Essens: Im ?? hat man die Chance genau diese Speisen zu geniessen, und das in mitten eines Sexshops. Und wer kann schon von sich behaupten, schon mal in einem Sexshop gegessen zu haben?

Mein persönliches Highlight, von dem ich zuvor noch nie gehört habe, noch nie Bilder oder Sonstiges gesehen habe, war God's own junkyard. Und nachdem ich dort war, kann ich wirklich nicht verstehen, warum es nicht bekannter ist. Klar, man fährt etwas mit der Metro und muss eine Weile laufen, aber das lohnt sich ABSOLUT! Damit ihr auch endlich wisst, wovon ich spreche: God's own junkyard ist die grösste Neonschild-Sammlung in Europa.

Auf dem Platz des kleinen Vororts von London sind ganz viele Garagen. Wir erkannten unser Ziel sofort, wegen den Besuchern, dem Licht, aber vor allem auch wegen dem Besitzer, der so freaky aussieht, dass er einfach zu diesem Ort gehören muss. Die Garage ist zwar ziemlich klein, aberdie Sammlung so riesig, dass man wirklich lange einfach staunend umher laufen kann. Man entdeckt ständig wieder etwas Neues oder kann etwas trinken in dem ebenfalls mit Neonschildern vollgestopften Café.

Unser letztes Ziel des London-Trips war der Camden Market, den man zwar in jedem Reiseführer findet, und der sicherlich kein Insidertipp ist, aber definitiv immer einen Besuch wert ist. Ich glaube, das ist ein Ort, hier könnte man tagelang umher laufen, man würde immer wieder Neues entdecken, immer wieder staunen und auf neue Inspiration treffen. Camden Market ist voll mit Bars, Restaurants, Foodständen, verrückten Leuten und leider auch voller Besucher. So hat man leider kaum Zeit und Platz seine Umgebung richtig wahrzunehmen.

Man bekommt hier einfach alles: Essen aus verschiedensten Ländern, günstige Kleidung vom Märet, teure Markenkleidung, Strassenmusiker findet man an jeder Ecke, so wie Strassenkünstler wie auf dem Foto der Hutmacher. Wird einem der ganze Rummel zu viel, kann man sich Fish & Chips gönnen und auf eines der zu Sitzen umgewandelten Motorräder sitzen und auf den Fluss schauen.

Wer schon in London war ( wie die meisten ) weiss wohl selbst gut genug, wovon ich hier die ganze Zeit schreibe. Wer noch nicht in Genuss dieser Stadt kam, dem konnte ich hoffentlich einen Vorgeschmack auf ihre unglaubliche Vielseitigkeit und Schönheit geben. Für diejenigen nun nur noch einen Tipp: Schnappt euch eure Favorite-Person und los nach London!

Wer noch nicht genug hat: Meine Freundin Samira ist nicht nur eine unglaubliche Freundin, sie macht auch immer unglaublich tolle Videos unserer Trips: https://www.facebook.com/SamiradeMena/posts/10210631743059605?notif_t=tagged_with_story&notif_id=1476371060954214

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