Loading

Sind wir treu? Sind wir bereit?

Im bekannten Gleichnis von den anvertrauten Talenten spricht der Herr von den guten und treuen Knechten. Beide Knechte setzten die anvertrauten 2 und 5 Talente erfolgreich ein. Den Knecht mit einem Talent nannte der Herr: «Böser und fauler Knecht!» Dieser Knecht meinte die Härte des Herrn zu kennen und vergrub das ihm anvertraute Talent.

Hatte dieser Knecht vielleicht Angst etwas zu verlieren? Damals gab es den Ackerbau, die Viehzucht und den Tauschhandel. Die besten Aussichten hatte man, wenn man sich im gleichen Umfeld wie der Herr investierte. Die Risiken und die Ängste, dass man etwas ver-lieren könnte, waren zu vernachlässigen.

War dieser Knecht vielleicht eifersüchtig auf die anderen Knechte, weil sie ein Vielfaches mehr an Talenten erhielten? Ein Talent hätte heute einen Wert von etwa CHF 960’000 (siehe Tabelle*). Somit hatte er keinen Grund eifersüchtig zu sein.

Es ist ähnlich wie beim Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt. 20): Der Arbeiter mit dem Arbeitsbeginn zur elften Stunde erhielt den gleichen Lohn wie derjenige, welcher den ganzen Tag gearbeitet hatte. Auch hier hätten alle Arbeiter und alle Knechte Grund gehabt dem Herrn für seine Güte dankbar zu sein.

Der Herr, sowie unser Vater im Himmel, hat uns, «jedem nach seinen Fähigkeiten» Talente anvertraut. Wie der Herr im Gleichnis abwesend ist, so ist auch Jesus im Himmel und hat uns Gaben hinterlassen.

*UMRECHNUNG:

1 Monatslohn = CHF 3’520, 1 Dinar (Tageslohn) = CHF 160, 1 Stundenlohn = CHF 20, 6000 Dinare = 1 Talent, 1 Talent = CHF 960’000, 2 Talente = CHF 1’920’000, 5 Talente = CHF 4’800’000

Mit diesen Fähigkeiten sollen wir «das Vermögen» vermehren, in unserem Fall Menschen zu Jüngern machen. Der Herr vergleicht nicht, wer eine grössere Summe einbringt oder am meisten Früchte trägt. Im Gleichnis werden beide treue Knechte gleichermassen gelobt. Die Frage ist: Sind wir treu? Sind wir bereit, die Gaben, welche uns der Herr geschenkt hat, auch einzusetzen? Der dritte Knecht kannte seinen Herrn nicht wirklich und zeigte weder Interesse noch Wertschätzung für die ihm anvertrauten Talente. Als Gottes Knechte wollen wir die Gaben, die uns anvertraut sind, während seiner Abwesenheit nutzen und sie für sein Reich einsetzen.

Lucas Patt, Leitung FEG Schweiz, Bereich Finanzen, lucas.patt@feg.ch

Credits:

Erstellt mit einem Bild von Christian Dubovan - "untitled image"