WESTCOAST USA 2016 ...warum wieder und wie alles begann.....

Vorwort:

Die aktuelle USA-Reise ist für mich ein Jubiläum. Es ist die 10.Reise über den "großen Teich". Vor 16 Jahren hat das alles angefangen. Angefixt durch die vielen Serien der 80er Jahre (ja, ich bin ein Kind dieser Epoche; Baujahr 77), die allesamt aus Hollywood entsprangen, und eine Tante auf Long Island (bei New York), habe ich mir in den Kopf gesetzt, die USA und die Orte meiner Lieblingsserien (und meine Tante natürlich) einen Besuch abzustatten.

Gesagt, getan? Nicht ganz....Es galt hier einpaar Hürden zu nehmen. Eine Hürde war das Finanzielle. So eine Reise über den Atlantik ist nun mal etwas kostspieliger als z.B. eine Busreise in den Schwarzwald. Die Zweite, und für mich emotional schwierigste war, ein Verkehrsmittel zu besteigen, dass sich mit knapp 900 Km/h in einer Höhe von 10 - 12 Kilometern über Grund fortbewegt. Mein Mount Everst in dieser Geschichte ist also meine Phobie vor großen Höhen (Fachbegriff: Akrophobie). Für Leute die unter dieser Angststörung leiden, ist das eine schier unüberwindbare Hürde.

Diagnose ist nun gestellt worden. Wie sieht jetzt das Heilmittel aus? Eine Angst kann man nur beherrschen, wenn man sich ihr stellt. Auch das ist einfacher gesagt, als getan. Man kann sich in professionelle Hände begeben (die Lufthansa bietet Seminare an, um die Flugangst zu beherrschen / besiegen), oder man nimmt das in die eigene Hand. Die Lösung ist also sich dem Angstlöser zu stellen. Und was bietet sich da besser an, als ein knapp 11-stündiger Flug nach Florida in die Vereinigten Staaten? Ich bin schon als Kind (mehr widerwillig) geflogen. Man hatte mich und meine jüngere Schwester mit den Großeltern per Flugzeug nach Griechenland "verfrachtet" und die Eltern sind dann mit dem Kfz hinterhergefahren. Es haben sie regelrechte Dramen abgespielt, als es wieder soweit war ein Flugzeug zu besteigen. Ich hatte jedesmal todesangst. Ein total bescheidenes Gefühl. Dass ich jemals einen Flieger aus freien Stücken besteigen würde, war für mich die pure Science Fiction-Vorstellung. Es hat sich gelohnt. Die erste USA-Reise war ein großer Sieg. Ein unbeschreibliches Gefühl der Befreieung. Die Welt stand nun offen. Ich fühlte mich wie Neil Armstong am 21. Juli 1969 (ob Mond oder Fernsehstudio, egal).

Wir schreiben das Jahr 2016. Seit einem Jahr wird an dieser Reise geplant. So einen langen Vorlauf, hatte ich noch nie für so ein Unternehmen. Es wurden Kataloge gewältz, Reiseforen durchforstet und im Internet auf Google Maps mit Streetview das Terrain im Vorab sondiert. Was sich in den letzten Jahren mit Google Maps getan hat, ist ein wahrer Quantensprung. Wusste man früher nicht, was einen Vor-Ort erwartet, so kann man heute (fast) jeden Ort der Welt vorab vom heimischen Sofa aus erkunden, bevor man seinen Fuss auf unbekanntes Gebiet setzt. Und das ganze funktioniert, beängstigender Weise, sehr gut. Ich bin in diesem Urlaub an Orte vorbeigekommen, an denen ich davor noch nie war, kannte mich aber in der Gegend schon aus. Google Maps Streetview sei Dank.

01.Juli 2016, Freitag: Der Feierabend konnte nicht schnell genug kommen. Um 15:30 Uhr die letzten Arbeiten abgeschlossen, die Sachen eingepackt und ab nach Hause. Um 16:45 Uhr kommt das "Taxi" von meinem Mitreisenden. Schwäbsich Gmünd - Aalen zur Rush-Hour. Das könnte knapp werden. Der Verkehr auf der B29 wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich hätte da ein paar "progressive" Vorschläge, wie man den Verkehr flüssiger machen könnte, aber da hätten die Bürgermeister der Gemeinden Essingen und Mögglingen sicher einigen Einwände. Um 17.08 Uhr fährt der Zug vom Hauptbahnhof Aalen nach Stuttgart. 12 Minuten Umsteigezeit um den ICE nach Frankfurt zu erreichen. Sportlich, aber machbar. Aber da hat die Resiegruppe "Wilder Westen - Sektion Oschtalbb" die Rechnung ohne die Deutsche Bahn gemacht. Mit satten 8 Minuten Verspätung verließen wir den Hof!!!! Der Umsteigepuffer schmolz von 12 Minuten auf ganze 4(!!!) zusammen. Für diejenigen die schon längere Zeit nicht mehr mit der Bahn nach Stuttgart gereist oder von Stuttgart abgereist sind, sei gesagt, dass dort gerade gebaut wird, und so ein Gleiswechsel (Ankunft auf Gleis 3, Abfahrt von Gleis 10) in 4 Minunten einfach nicht zu schaffen ist, zumal man ja mit Gepäck reist. Na das fängt ja gut an. Dank eines Endspurtes olympischen Ausmaßes über die Baustelle "Stuttgart 29" (die werden 2021 im Leben nie fertig; wenn überhaupt die Buzze fertig gebaut wird. Ich habe da so meine Zweifel...) haben wir den ICE nach Frankfurt doch noch gekriegt. Rein in den ersten Wagon, und sich dann zum Zielgebiet "reservierter Sitzplatz" durchkämpfen. Das war höchste Eisenbahn. Kaum waren wir im Zug, gingen auch die Türen zu. Punkt eins der Reise: Erledigt

Kapitel 1

Samstag, 02.0.016

Die Anreise

02.Juli 2016, Samstag: "Wind Nordost, Startbahn 03". Da unser Flug um 10.15 Uhr gen Westküste der USA startet, haben wir uns entschlossen, wie bei den letzten 2 USA-Flügen zuvor (2012 und 2013), einen Tag vorher anzureisen, das Gepäck im Vorab-Check-In abzugeben, und gemütlich am nächsten Morgen per Shuttle-Bus vom nahegelegenen Hotel zum Flughafen zu fahren, und so einen Stressfaktor weniger zu haben. Eine Anreise am Abreisetag birgt doch einige Risiken, und wenn die Bahn involviert ist, ist das Risiko dann nicht mehr hypothetisch, sondern real. Das Park Inn - Hotel in Frankfurt am Flughafen haben wir schon das 2. Mal ausgewählt (2013), und sind auch diesmal nicht enttäuscht worden. Eine Nacht mit Frühstück hat uns 69,00€ gekostet. Der Shuttle vom Zugterminal im Flughafen ist kostenlos. Für die Fahrt vom Hotel zum Flughafen werden aber 4€ pro Person fällig. Auch das ist in Ordnung. Kurzum: Eine klare Empfehlung!

Da wir das Gepäck am Vorabend aufgegeben hatten, waren wir nur mit dem Handgepäck und einem persönlichen Gegenstand "bewaffnet". Kurze Erläuterung: Die Lufthansa hat sonderbare Gepäckverordnungen. Das Handgepäck darf 8 Kilo nicht überschreiten. Man darf auch noch zusätzlich einen persönlichen Gegenstand mit den Maßen 40x30x10 mit in die Kabinen nehmen. Von Maximalgewicht ist hier keine Rede. Theroretisch kann das Ding eine Tonne wiegen, das interessiert keinen. Man könnte auch am Körper an die 60 Kilo tragen, das wäre O.K (!!!). Aber wehe wenn das Handgepäck ein Kilo Übergewicht hat, dann werden pro Strecke 75€ fällig. In Anbetracht dessen, dass der Kranich (die Deutsche Lufthansa) wahrlich nicht zu den kostengünstigsten Airlines am Markt zählt, und ein simples Economy-Ticket stolze 1100€ kostet, finde ich die Gepäcktarife eine Frechheit. Würde Emirates von Deutschland direkt an die Westküste fliegen, wäre ich der erste, der sich dort ein Ticket kaufen würde. British Airways erlaubt 20 Kilo Handgepäck, liebe LH.......

Boarding am Gate Z58. Der Flug ist heute komplett ausgebucht.

Terminal 1, Gate Z58 - Boarding Time: 09:30 Uhr
Der Flieger nach Los Angeles steht am Gate

Ich habe mir angewöhnt, zumindest einen der beiden Flüge am Fenster zu sitzen, da man auf der Strecke ein paar sehenswürdige Ausblicke aus über 10.000 Meter Höhe erhaschen kann. Die Landschaft über Island, Grönland, Kanada und dem Südwesten der USA ist einfach sagenhaft. Aber vor dieser Aussicht müssen wir erst das bescheidene Wetter in Deutschland hinter uns lassen. Beim Blick aus dem Flugzeugfenster fällt es einem schwer zu glauben, das wir Sommer haben.

Für die Chronisten unter uns.....Es ist der 02. Juli (!!!). Da fällt mir spontan ein Lied von Rudi Carell ein (Gott hab ihn seelig)

Etwas später als geplant (ca. 45 Minuten) hob dann unser Airbus A380 ab, und wir konnten endlich die Sonne sehen. Es folgte ein insgesamt ruhiger Flug. Eine beeindruckende Landschaft zog unter uns vorbei, wenn dann mal die Wolkendecke aufriss.

Das Flugzeung steht auf der Startbahn bereit. In wenigen Augenblicken geht es los...
Grönland von Oben
Erste warme Mahlzeit an Bord. Hühnchen mit Spinat. Dazu ein kleiner Salat, ein Brötchen mit Käse und Butter. Als Nachspeise ein leckeres Kuchenstückchen und eine kleine Schokolade. Fachurteil der Jury: Lecker!
Über Kanada und Wyoming (USA)

Der Tag des Fluges war auch der Tag des EM-Viertelfinals zwischen Deutschland und Italien. Ein neuer Service von Lufthansa ermöglicht Livespiele an Bord. Das wollten wir unbedingt mal ausprobieren. Das Spiel wurde um 21.00 Uhr angepriffen. Landung in Los Angeles war für 12:55 Uhr Ortszeit (21:55 Uhr deutscher Zeit) geplant. Das hieß wir konnten uns die erste Halbzeit im Flieger ansehen.

EIn Livespiel in 12 Kilometer Höhe...

Im Nachhinein verlorene Zeit. Dann doch lieber weiter aus dem Fenster sehen, denn jetzt kam nochmal ein Highlight am Ende des Fluges. Der Anflug auf Los Angeles International (LAX). Ich mag diese Stadt eigentlich nicht, aber die Landung auf diesen Mega-Airport finde ich immer wieder interessant.

Links: Im Landeanflug über Los Angeles Rechts: Rollen ans Gate nach der Landung in L.A.

Die Landung war perfekt, der Flug, wie schon erwähnt, sehr ruhig. Nun mussten wir nach der Landung kurz warten, da unsere Parkposition noch vom Kollegen der Korean Air besetzt war. (Nebenbei: Die Verspätung hat die Crew über den Nordatlantik locker wieder wett gemacht, so das wir überpünklich in Los Angeles aufgesetzt sind.) Der Flughafen hat 4 Start -bzw. Landebahnen. Gefühlt jede Sekunde startet oder landet eine Maschine. Über 60 Millionen Passagiere jährlich verzeichnet der Airport im Durchschnitt. Für mich als Planespotter ist es eine Wonne das Treiben auf dem Vorfeld dieses Airports zu beobachten. Die Langstreckenflugzeuge der Lufthansa haben 3 Außenkameras installiert. Eine am Bugfahrwerk, eine unter dem Bauch des Fliegers und eine oben an der Heckflosse. Diese Kameras liefern in der Luft wie auch auf dem Boden faszinierende Bilder. So kann man unter anderem endlich "nach vorne" sehen.

Nachdem unsere Parkpostion nach geschätzen 10 Minuten frei wurde, rollte der Riesenflieger sanft an das Terminal. Die Maschine kam nicht komplett am Terminal zum Halten, da standen die ersten auf, um an ihre Koffer zu kommen. Wenn jemand einen Anschlussflug hat, kann ich das versehen. Wobei es mir da schon auch schwer fällt. Denn raus kommen die Leute erst , wennn die Flugbegleiter die Türen öffnen. Es ist übrigens in der langen Geschichte der Fliegerei noch nie ein Passagier im Flieger geblieben. Ich kann diese Hektik einfach nicht nachvollziehen.

Nachdem auch wir den Flieger verlassen konnten, begaben wir uns in die Ankunftshalle. Dort warteten auch schon die Beamten und verteilten die ankommenden Fluggäste (außer unserem Flieger, waren da auch noch weitere Langstreckenflüge, die nahezu gleichzeitig mit uns gelandet sind) in die Schlangen vor den Schaltern der Einwanderungsbeamten. In der Regel dauert diese Prozedur immer ewig. Nach über einem 10-stündigen Flug will man eigentlich so schnell wie möglich raus aus dem Flughafen und zu seinem Hotel fahren. Diesmal gab es eine Neuerung. Man konnte an einem Kiosk automatisch einreisen. Dazu schiebt man seinen Pass in einen Automaten, beantwortet ein paar Fragen, lässt von sich noch ein Bild machen, und bekommt dann einen Ausdruck. Mit diesem Stückchen (Thermo-)Papier geht es dann zum Schalterbeamten. Der stellt noch die obligatorischen Fragen (Wie lange wollen Sie bleiben?, Was sind Ihre Intensionen in den USA?" und "Was sind Sie von Beruf?") Dann noch Fingerabdrücke nehmen lassen, und wenn der Beamte den Einreise-Stempel in den Pass pfeffert, ist man drin. Nächste Hürde: Das Abholen des Mietautos.

"Welcome to Los Angeles"

Die Autovermiet-Stationen sind etwas außerhalb vom Flughafen gelegen. Es fahren Shuttle-Busse vom Terminal zu jeder Autovermietstation die in Los Angeles vertreten ist. Diese Busse sind kostenlos. Das ist ein Segen in meinen Augen. Der Verkehr in L.A ist in der Rush Hour sehr hartes Brot. Dass was in Deutschland in den Großstädten zur Hauptstoß-Zeit abgeht, ist ein Kindergeburtstag. Das hier ist Krieg! Da ist man heilfroh, dass man nicht direkt vom Flieger in das Auto steigen muss. Die 30-45(!) minütige Fahrt ins 2.5(!!) Meilen entfernte Autovermietungszentrum ist die ideale Zeit sich mental darauf vorzubereiten. Man wird im Reisebüro in Deutschland schon für das "Interview" beim Autovermieter vorbereitet. Eigentlich ist alles mit der Buchung im Reisebüro gezahlt und man hat jede Versicherung die man benötigt. Trotzdem versuch der Angestellte in der Autovermietstation einem entweder ein teures Navigerät anzudrehen, man hat angeblich nicht alle Versicherungen im Paket abgeschlossen, die nötig sind, ein KFZ in den USA zu fahren, oder man versucht einem ein Auto aus einer höheren Kategorie anzuschwatzen. Hier muss man standhaft bleiben, lächeln, aber bestimmt ablehnen. Diese Versuche der Vermieter sind unterschiedlich penetrant. Beim letzten Urlaub (2013) hat uns der Vermieter einmal kurz aufgekärt, wir haben dankend abgelehnt und wurde schnell und professionell bedient. Beim jetzigen (wir haben bei Alamo gebucht) musste man des Öfteren "No, thanks. We 're fine" sagen (ich könnte schwören, dass ich schon mal mit dieser Person bei dieser Autovermietung zu tun hatte. Garantiert).

Man kann auch Vorab einchecken. Dazu meldet man sich bei Alamo für die Option "Skip the counter" an. So kann man alle notwendigen Daten schon nach Erhalt der Reisenterlagen vom Reisebüro eingeben. Man erhält dann eine Bestätigung der Reservierung mit zugehöriger Reservierungsnummer. Damit kann man dann die Unterhaltung am Schalter auf ein Minimum reduzieren. Wir mussten aber an den Schalter, weil wir uns nach einer sogenannten "Toll option" erkundigen wollten. In den USA ist es in der Regel üblich, dass man für Brücken eine Maut (nur in eine Richtung; meistens Stadteinwärts) abzuführen hat. Früher konnte man das an der Mautstation bar bezahlen. Aber auch hier wurde fleißig wegrationalisiert. Jetzt hat man (als Einheimischer) eine Mautkarte (FasTrak oder ähnliches) oder man zahlt im Voraus online (z.B.http://www.thetollroads.com/help/visitors). Jetzt ist das für Touristen nicht so einfach hier den Überblick zu behalten. Also kann man eine Option buchen, wo die Maut dann von der Autovermietungsfirma von der Kreditkarte abgebucht wird. Zuzüglich eine kleinen Gebühr. Im Endeffekt haben wir diese Option nicht gebucht. Wir werden sehen was passiert...

Nun konnten wir uns aus einer Reihe KFZ's in unserer gebuchten Kategorie (Mid SUV) einen aussuchen. Wir wollten auf keinen Fall ein dunkles KFZ. Temperaturen können auf über 40 Grad Celsius steigen. Da wollen wir uns keine Ofen zulegen. Aber es gab eh nur weiße Autos. Das erste was wir uns ausgesucht hatten, war noch richtig neu. Der Kilometerstand war dreistellig. Doch leider hat dieses KFZ keine USB-Buchse gehabt. Das war für uns aber zwingend notwendig. So konnten wir uns unsere Musik tagesaktuell auf eine USB-Stick ziehen, und mussten keine CDs brennen.

Das zweite KFZ hatte diese USB-Schnisstelle. Aber es hatte vieles andere nicht. Es war z.B. keine Temperaturanzeige im Bordcomputer. Wir wussten praktisch nie, wie warm bzw. heiß es da draußen ist. Dann geht das Licht im Auto nicht an, wenn die Türen aufgemacht werden(??). Da Auto ist ein KIA Sportster mit ca. 14000 Meilen auf dem Tacho (etwas mehr als 22500 Kilometer). Dafür hatte es was, was wir erst später bemerkten. Nämlich einen Sprung, nicht in der Schüssel, aber in der Windschutzscheibe. In Deutschland würde man die Scheibe austauschen, weil der Riss im Sichtfeld ist. Hier ist das keine große Sache. Naja, solang der Riss nicht merklich wächst........(was er aber leider tat...)

Das Auto ist übernommen, das private Navi ist ausgepackt und sucht sich seinen Standort in den USA. Das dauert ein wenig. Als der Kamerad nun auf der gleichen Seite des Atlantiks ist wie wir, können wir die Adresse unseres Hotels (Super8, Hollywood) eingeben, und uns auf den Weg machen. Das Hotel befindet sich wenige Gehminuten vom "Hollywood Walk of Fame" entfernt. Da wir beide noch relativ aufgedreht waren, und es relativ früh war (knapp nach 15:45 Uhr Ortszeit), beschloßen wir nach dem Einchecken eine erste Erkundungstour am Hollywood Boulevard zu machen. Endlich konnten die Reiseplanungen in die Tat umgesetzt werden.

Capitol Records, Hollywood
"Hollywood - Entertainment District"
Blick von Hollywood auf Downtown Los Angeles
"Road to Hollywood- Schriftzug" vor dem Hollywood and Highland Center
Blick auf den Hollywood Boulevard von Oben.....
Hollywood-Schriftzug vom Hollywood and Highland Center
TLC Chinese Theatre (ehemals Grauman's Chinese Theatre und Mann's Chinese Theatre)
Hard Rock Cafe am Hollywood Boulevard
Der Ort der jährlichen Oscar-Verleihungen im Dolby Theatre (ehemals Kodak Theatre)

Nach unserem kleinen Spaziergang von ca. 10 Kilometern sind wir dann beseelt um ca. 22.00 Uhr in unser Hotelbett gefallen und sanft ins Reich der Träume geglitten. Am nächsten Tag waren wir schon um 6.00 Uhr wach. Verdammte Zeitverschiebung.

Kapitel 2

Sonntag, 03.07.2016

Sightseeing Los Angeles 

Der erste komplette Tag in den USA ist angebrochen, und wir sind, Dank der Zeitumstellung, sehr früh auf gewesen. Da wir gestern aufgrund des langen Anreisetages (knappe 23 Stunden auf den Beinen) nur kurz am Hollywood Boulevard "geschnuppert" haben, sind wir heute voll eingestiegen: Walk of Fame, Dolby Theatre und TLC Chinese Theatre. Der "Walk of Fame" ist als Erstes dran. Hier finden sich viele Hollywood-Größen mit einem Stern auf dem Hollywood Boulevard verewigt. Es kommt vor, dass jemand 2 Sterne of dem Walk of Fame hat. Das rührt daher, dass die Sterne in 5 Kategorien vergeben werden. Ist ein Künstler in mehr als einer Kategorie erfolgreich, kann es durchaus vorkommen, dass er für jede Kategorie einen eigenen Stern erhält.

"Capitol Records Jazz Mural". Wandgemälde am Capitol Records Tower
Walk of Fame

Als nächstes haben wir uns für eine Tour im Dolby Theatre entschieden. Wir waren schon so oft in L.A, aber eine Tour durch den Veranstaltungsort der Oscars stand nie auf unserem Plan. Bis jetzt. Der Eintritt für ein bisschen Glamour kostet 22 Dollar pro Person. Man wird durch die Eingangshalle des Theaters geführt. Dort wird erklärt was sich am Abend der Oscarverleihung abspielt. Man benutzt den gleichen Eingang wie die Stars. Man ist in den gleichen Räumlichkeiten unterwegs wie Monate zuvor Meryl Streep, Juliane Moore, Brad Pitt, Angeline Jolie, Jennifer Aniston oder Leonardo di Caprio. An den Wänden im unteren Stock (Empfangsbereich) hängen erinnerungswürde Momente von den vergangenen Veranstaltungen. Die ein oder andere Anektode wird einem offenbart. So sind in der Oscar-Nacht Komparsen eingestellt, die nichts anders zu tun haben, als die Sitze der Stars zu besetzen, wenn diese mal das stille Örtchen aufsuchen. Der übertragende Fersehsender will keine leeren Sitze während der Live-Übertragung haben, deshalb werden die Stars durch diese "Lückenbüßen" ersetzt. Diese "Jobs" werden aber nur an Mitglieder der Produktionsteams der Filmstudios vergeben. Man möchte nicht in die Situation kommen, dass normale Fans urplötzlich die Veranstalltung durch zu starke Gefühlsbekundungen gegenüber ihren Idolen zum Platzen bringen.

Bei dieser Tour bekommt man auch den Hauptdarsteller der Veranstaltung zu sehen: Eine original Oscar-Statue. So eine wird den Gewinerinnen und Gewinnern überreicht. Die Statue, die die Gewinner auf der Bühne erhalten, ist eine Art Dummy. Da steht noch nicht der Gewinnername drauf. Dieser wird nach der Überabe und der Dankesrede hinter der Bühne auf die Statue graviert. Der oder die Gewinner müssen übrigens der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (das ist der offizielle Name des Gremiums welches die Oscars vergibt) schriftlich bestätigen, dass die Statue weder äußerlich veränderrt wird, noch veräußert wird. Und dass nach dem Tode der Gewinnerin / des Gewinners der Oscar wieder den Weg nach Hause findet. Die Trophähen müsssen in diesem Falle wieder der Academy zurückgegeben werden. Marlon Brando hatte angeblich diesen Passus bei einen seiner 2 Auszeichnungen (Der Pate) nicht unterscheiben wollen und hat so den einen Oscar nicht erhalten. Offiziel heißt es, Marlon Brando hat den Preis 1973 für "Der Pate" nicht akzeptiert, weil die Filmindustrie seiner Zeit sehr abwertend gegenüber den Indianer war. Stattdesen hat er eine indianischstämmige Schauspielerin hingeschickt, die eine Erklärung Marlon Brandos verlaß.

Der große Schlußpunkt war dann der Saal, indem die Oscar-Zerenmonie stattfindet. Man steht auf der Bühne und ist überwältigt von der Sicht ins Auditorium. Wie muss man sich erst fühlt, wenn man auf der Bühne steht vor vollem Haus, und den Preis entgegen nehmen darf.

Bild oben links: Eingangsbereich Dolby Theatre (Blickrichtung nach oben) . Bild oben rechts: Original Oscar-Statue hinter Schutzglas. Bild unten: Großes Auditorium im Dolby Theatre. Hier findet die jährliche Oscar-Veranstalltung statt.

Beim Verlassen des Dolby Theatre lauf ich kurz mal um die Ecke und krieg ganz feuchte Augen......Wann bekommen wir sowas auch in good old Germany?

Eine Amazon Paketstation. Bei mir als Prime Superkunde müßte sowas schon im Vorgarten stehen....

Die Tour dauert knapp eine halbe Stunde. Als wir wieder nach draußen treten, knallt uns die Sonne erbarmungslos auf den Kopf. Der Hollywood Boulevard ist jetzt menschenüberlaufen. Eine heftige Kombination. Also was tun? Genau. Schnell ins kühle Innere. Ein weiterer Punkt, der auf unserer L.A-Karte fehlte, war das Chinese Theatre. Der Ort an dem denkwürdige Filmpremieren stattfanden und immer noch stattfinden. Vor dem Theater, welches im Stil einer chinesischen Pagode gehalten und 1927 vom Kinobetrieber Sid Grauman eröfnet wurde, haben sich die ganz Großen in Gibs verewigt. Auch hier eine kleine Andektode: Wer von sich Gibsabdrücke machen lassen will (also die Stars; das ist nichts für uns Normal-Ottos), muss an die 15.000 Dollar zahlen. Die Karte kostet 15 Dollar und die Tour dauert ca. 30 Minuten. Man wird durch einen Guide in die Historie des Theaters eingeführt. Man erfährt welche Ausstellungsstücke gerade zu bestaunen sind. Hier sieht man u.a auch die 2 Tafeln die Charlton Heston als Moses im Film "die 10 Gebote" in die Höhe hält. Die Zeichen, die auf den Requisiten zu lesen sind, sind eigentlich nicht zu lesen, weil es sich hier um keine reellen Buchstaben handelt. Früher haben die Leute gerätsel, ob die Schriftart auf den Tafeln vielleicht aramäisch wäre (die Sprache die Jesus sprach). Aber nein. Die Zeichen sind reine Zufallsprodukte und haben keinerlei Bedeutung. That's the movie business. Alles Illusion. Als Nörgler würde man sagen: Alles Verarsche...

Großes Bild Oben: TLC Chinese Theatre von Außen. Bild mittig links: Großer Kinosaal. Bild unten links: Deckenkronleuchter. Bild rechts: Wand-/ Deckengestaltung

Auch diese Tour ging mal zu Ende und es hieß wieder Raus in die Sonne. Es war sehr heiß und weiter überlaufen. So suchten wir in den Nebengassen des Hollywood Boulevards nach Fotomotiven. Uns war es schlicht und ergreifen zu voll. Zum Glück haben wir mit dem Sternefotgrafieren früh angefangen. Hätten wir uns jetzt dazu entschlossen gehabt, hätten wie auf unseren Bildern keine Sterne sondern die Treter von wildfremden Menschen drauf. Nicht gerade erstrebenswert

Dieses Wandgemälde nennt sich "You are the Star". Hier sehen die ganz Großen aus dem Saal auf dich auf.

Nachdem wir unsere Punkte am Hollywod Boulevard für heute abgearbeitet hatten, wollten wir das Hollywood-Schild von nahe fotografieren. In diversen Foren gab es da Tips, wo man am Besten das Schild fotografieren kann. Wir sind den Mulholland Highway hochgefahren bis zu den letzen Häußern vor dem Schild. Aus Respekt vor den Leuten die da wohnen haben wir unser KFZ nicht einfach so vor deren Einfahrten gestellt, wie das manch andere Volksgruppen machen (dazu später mehr...), sondern wir sind bis zum Lake Hollywood Dogpark gefahren am Canyon Lake Drive, haben da unser KFZ geparkt, und sind dann bis zu dem Trail unterhalb des Schildes gelaufen. Da viele Touris rücksichtlos fremdes Gelände betreten, haben die Anwohner einen Sicherheitsdienst beauftragt, der die "Auswertigen" ganz genau beobachtet. Ab und an zeigen Park Ranger Präsenz. Man wird von Zeit zu Zeit angewiesen, nicht die Pflanzen abseits des Weges plattzuwalzen oder einfach auf der Strasse anhalten, wenn einem danach ist. Ich habe mir das Schauspiel einige Zeit angesehen, und es waren immer die gleichen Vertreter einer bestimmten Volksgruppe, die mir in all meinen USA-Reisen äußerst negativ aufgefallen sind. Chinesen haben weltweit ein ganz schlechtes Renomee wenn es um Urlaub und Tourismus geht. Diese Leute haben einfach keinerlei Anstand. Es wird sich nicht entschuldigt, wenn man einen anrempelt, es wird nicht Platz gemacht beim Fotografieren und Rücksicht wird schon gleich dreimal nicht genommen. Das Ganze ist soweit ausgeartet, dass die chinesische Regierung ihre Bürger zu mehr sozialen Verhalten im Ausland anhält und mit Konsequenzen droht, sollte sich das Bild des chiesischen Touristen im Ausland nicht bessern. Also ich habe festgestellt, dass sich in dieser Hinsicht rein garnichts getan hat.

Vegetation am Canyon Lake Drive
Hollywood Reservoir
Lustiges Garagentor. (Aufgenommen am Mulholland Highway)
Hollywood-Sign von Nahem
Direkt unterhalb des Hollwood-Schildes. Süße Idee: Irgendemand hat mit Flugzeugen einen Heiratsantrag in den stahlblauen Himmel schreiben lassen. Hoffentlich hat die angebetete JA gesagt. Die Idee ist super und hat dafür schon eine positive Entscheidung verdient.

Weiter ging es anschließend nach Pasadena. Fans von "The Big Bang Theory" wissen was und wo das ist. Pasadena ist eine Stadt im Los Angeles County ca. 17 Minuten von L.A entfernt. Autominuten sind es eigentlich 1-2 Stunden. Der Verkehr in dieser Gegend ist deprimierend (und ich fahre die Stecke Aalen - Essingen - Mögglingen - Bettringen täglich!!!). Es fließt nix. Staus biblischen Ausmaßes haben wir hier kennengelernt. In Pasadena befindet sich das Rose Bowl Stadion. Eine Betonschüssel für ca. 92500 Zuschauer. Das Stadion hat eine lange Tradition in der Ausrichtung wichtiger Sportereignisse. Es war schon 5 Mal Austragungsort des Super Bowls (Finalspiel um die Meisterschaft im American Football). Es war aber auch das Endspiel-Stadion der Fussball-WM 1994 (Finale zwischen Brasilien und Italien). Die Kirsche auf der Torte für den heutigen Tag war dann die Fahrt zur einer speziellen Filmlokation, einen Steinwurf von der Rose Bowl Arena entfernt. Das Haus des 1955er Dr. Emmett Brown aus "Zurück in die Zukunft". Als großer Film- und noch größerer Zurück-in-die-Zukunft-Fan war dieser Besuch ein Muss.

Rose Bowl in Pasadena
1955er Dr. Emmet Brown Haus (Offiziel: Gamble House)

Kapitel 3

Montag, 04.07.2016

4th of July

Heute war ein ganz spezieller Tag in den USA. Es war Feiertag. Die USA begehen am 04.07 (4th of July) ihren Unabhängigkeitstag (Independence Day) . Das wird in der Regel mit einem kleinen Barbeque im Familienkreis in einem der vielen Parks in und um L.A. gefeiert. Die Läden sind nicht zu. Das Leben läuft ganz normal weiter. Anders als bei uns in Europa, wo an solchen Festen (fast) alles Zuhause bleibt. Hier in den USA trifft man sich nach Feierabend mit Freunden und Familie und genießt das traditionelle Feuerwerk. Nicht überall im Land ist das aber erlaubt. Es gibt Orte die verbieten das Abbrennen von Feuerwerkskörpern.

Wir hatten heute die Universal Studios auf den Plan stehen. Die Metrostation Hollywood / Western ist praktisch vor unserer Haustür. Mit der U-Bahn fuhren wir bis nach Universal City. Eine Fussgängerbrücke überspannt den Lankershim Boulevard. Die Universal Studios liegen auf einem Berg. Ein Shuttle-Bus fährt die Gäste vom Fusse des Universal Hollywood Drives hoch zu den Universal Studios. Wir waren zwar sehr früh da (knapp vor 9.00 Uhr), aber wir waren nicht die Ersten. Vor der Universal-Kugel wurde wieder hauptsächlich chinesisch gesprochen. Das Wort Rücksicht scheint in dieser Sprache gänzlich unbekannt. Anstatt zur Seite zu treten, nachdem man das 20.Selfie gemacht hat, denkt man nicht im Ansatz daran, dass die anderen Leute um sie herum vielleicht auch das eine oder andere Bild OHNE chinesische Komparsen machen möchte. Es sind einfach furchtbare Manieren die da an den Tag gelegt werden, und es wurde im Laufe des Urlaubs nicht besser (mehr im weiteren Verlauf...leider.)

Nachdem es uns irgenwie gelungen war, unsere Bilder zu machen, reihten wir uns auch schon in die Sicherheitskontollen ein. In der heutigen Zeit leider notwendiger den je. In Anbetracht des Nationalfeiertages und der Symbolik die von so einem Tag ausging, ein notweniges Übel. Bei manchen Menschen sind die Synapsen falsch verlötet worden. Nichts sollte als Unmöglich betrachtet werden. An den Sicherheitsschleusen ging es zu wie auf dem Flughafen. Tascheninspektion und Metalldetektor. Das volle Programm. Mit zivilisierten Leuten in der Schlange verlief die Prozedur auch nicht länger als sie musste.

Nun waren wir drin und flanierten erstmal über das Gelände. Die ersten Bilder wurden geknipst. Auf Youtube kann man sich heutzutage ja alles ansehen. So auch die verschieden Fahrattraktionen die einen interessieren. Als erstes machen wir die Universal Studio Tour. Diese führt uns ins sogenannte Backlot. Dort wo die ganzen Studios (Sets) und Außendrehorte stehen. Ganze Straßenzüge von New York werden so nachgebaut, dass der Zuschauer nicht merkt, dass die Hochhaüßer im Hintergrund garnicht echt und garnicht hoch sind. Dass die Gebäude nur vorne wie Gebäude aussehen, von hinten wird dann die Illusion zerstört. Es handelt sich nur um Holzbauten. Man kommt an den Drehorten von Filmen wie "Der Weiße Hai", "Psycho", "Krieg der Welten (da liegt eine komplette Boeing 747 zerstört auf einem riesigen Gelände. So soll ein Flugzeugabsturz dargestellt werden. Und das wird es verdammt gut), "Jurassic Park", "Fluch der Karibik" und und und. Auch werden Drehorte von Serien (z.B. Desperates Houswives) oder Musikvideos gezeigt. Als kleines Highlight wird man auch in geschlossene Sets von Filmen gefahren. Dabei werden Szenen von Filmen nachgestellt. Ob es ein Erdbeben in einer U-Bahn mit explodierendem Tankwagen ist, oder eine 3D-Show wo man von King Kong und den Dinosauriern wie ein Spielball von Baum zu Baum geworfen (und auch ab und an auch fallen gelassen wird mit dazugehöriger Fallsimulation...), oder man ist urplötzlich in einer Verfolgungsjagd und wird von der Luft wie auch von der Straße mit schwerem Geschütz beschossen. Inklusive halsbrechrischer Verfolgungsfahrt. Alle Special Effects sitzen, die Illusion ist perfekt.

Die Tour war wie immer schön. Als nächstes wollten wir einigen Attraktionen (Rides) fahren. Das Erste auf dem Plan ist Shrek 4-D. Die ganze Show ist sehr gut gemacht. Man befindet sich anfangs in einem Verließ, wo diverse Charaktere gefangen gehalten werden um ein Geheimnis preis zu geben. Anschließend wird man in einen Kinosaal geführt. Dort läut dann eine 3-D Show ab. Die Sitze sind beweglich, und so sitzt man mitten in einer Kutsche und rast über Stock und Stein, wird von einem Drachen mit Feuer bespuckt und stürtzt in einem Boot einen Wasserfall hinunter. Das alles untermalt mit Bewegungen und Spritzdüsen, die einem bei passender Sequenz auf der Leinwand mit Wassr anspritz (das ist dann die 4.Dimension) , wenn der Drache auf der Leinwand niest... Ein Spaß für Jung und Alt.

Weiter ging es mit der Attraktion "The Simpsons Ride". Auch hier wird mit Illusion gearbeitet. Man sitzt in einem Gefährt. Dieses ist auf eine Plattform montiert. Die Plattform fährt das Gefährt nach oben. Dort steht man dann von einer Riesenleinwand. Dann wird auf der Leinwand ein Film abgespielt und es wird einem suggeriert das man direkt dabei ist. Da steht man plötzlich auf einer Achterbahn und die Plattform bewegt sich leicht, wackelt, neigt sich ein wenig, so dass in Kombination mit dem Film, man den Eindruck erweckt, man sitzt wirklick in einer Achterbahn. Auch hier sitzten alle Effekte. Die Fahrt ist realistisch (ohne die G-Kräfte natürlich, denn die Plattform fährt keinen Meter).

Diese Attraktion war neu für mich. Ich bin, was das anbelangt, ein etwas ängstlicher Mensch (und das wäre sehr neutral ausgedrückt...). Ich mag solche rasche Bewegungen und plötzliche Richtungswechsel überhaupt nicht. Aber das war bis jetzt alles im grünen Bereich. Bis jetzt....

Bei der nächsten Attraktion habe ich mir, als ich das zum ersten Mal in Florida in den Universalstudios sah, gesagt: nicht mal Tot bringt man mich da rein. Von außen sah das sehr wild aus. Das war so eine Art Wasserrutschfahrt. Man steht unten, und sieht das Floß runterrauschen. Und wenn das Boot die Talsohle erreicht hat, bekommt man auch noch einen Schwall Wasser in das Gesicht. Nein, das war nix für den Griechen, hab ich mir gesagt. Die Attraktion trägt den Namen: "Jurassic Park - The Ride"

Wie anfangs erwähnt, kann man sich ja mittlerweile zu allem bei Youtube ein Video ansehen. So auch zu dieser Attraktion. Man sitzt in einem Floß (nicht aus Holz). Wird ein wenig nach oben gezogen. Zieht ruhig und bedächtlich seine Bahnen. Und am Ende gehts kurz abwärts und der Spaß ist um. Nach Studium dieses Videos dachte ich mir: Das geht. Also gesagt, getan. Wir bestiegen das Ding, wir wurden hochgezogen. Schon hier hätte ich das Video bei Youtube anzweifeln müssen. Das war nämlich höher, als im Video gezeigt. Dann fährt man ein wenig bedächtlich durch eine Jurassic Park-Welt. Man wird von putzigen kleinen Saurieren neckisch mit Wasser vollgespritzt und fahrt so gemütlich vor sich hin. Dann ändert sich das Ganze Die Musik wird bedrohlicher, genau so wie die Szenerie. Plötzlich steht ein Auto hochoben auf einem Gebäude kopfüber und droht auf unser Floß zu fallen. Hektische Funksprüch sind nun zu hören. Wir fuhren in einen Raum. Und wir stiegen schon wieder (!!). Plötzlich befanden wir uns in einem stockfinsteren Raum wieder, kurz Stille, Dann....vor uns! Ein T-Rex will uns fressen, sein Maul ist schon weit offen....Eine Tür ging auf, ein Blitz war zu sehen, und die Schußfahrt begann. Wir fielen 25(!!) Meter tief auf der Wasserrutsche. Ich hatte alles rausgehauen, was ich an religiösem Repertoire zu bieten hatte. Ich hatte sogar kurz mit der dunklen Seite geliegäugelt. Denn dass, was dann passierte, war für mich der blanke Horror. Die Fliehkräfte die dabei auftraten, waren ernorm. Man wird aus dem Sitz gehoben (zum Glück hat uns ein Bügel im Sitz gehalten, naja fast. Wir hatten eine etwas fülligere, nette junge Dame dabei. Der Bügel ist nicht ganz eingerastet.). Der ganze Sturz hat vielleicht 5-8 Sekunden gedauert. Für mich waren das Stunden. Ich also in Panik. Kollege schlägt die Hände vor den Kopf, ich versuche in meiner totalen Verzweiflung unterhalb des Bügels IN das Floß AUF den Boden zu werfen (was anhand der G-Kräfte schlicht und ergreifen pysikalisch nicht möglich war). Das Fiese ist, es wird ein Bild gemacht (deshalb auch der Blitz vor der Schußfahrt). Das Bild sagte mehr aus als 1000 Worte. Noch nie wurde pure, menschliche Verzweiflung so gestochen scharf abgebildet wie auf diesem Bild. Ich habe kurz überlegt mir das Bild zu kaufen, aber a.) wollte ich so schnell wie möglich weg von dieser Attraktion, und b.) waren mir die 20 Dollar für das Bild im Endeffekt zu teuer. Wer will auch einen seiner schwärzesten Momente auf Bild verewigt haben.... Dieser war pechschwarz....

Nach dieser Erfahrung war es das mit meinem Pioniergeist. Für den Rest des Tages beschränkte ich mich auf die Zuschauer-Rolle - von draußen.

Zu guter letzt haben wir dann noch die Waterworld-Show besucht. Da werden Stunts gezeigt garniert mit einer kleinen (Liebes-) Geschichte. Wer in den ersten Reihen sitzt, wird nass gemacht. Die Sitze sind markiert (Splash-Zone), wird nass. Bei den sommerlichen Temperaturen ist das eine Wonne. Auch wenn man das Wasser kübelweise über die Birne geschüttet bekommt. Wir hatten uns schön nach oben gesetzt, wir wollten nicht naß werden.

Den Abschluss in den Universal Studios bildete der Besuch des Hardrock Cafes im Universal City Walk. Dort haben wir zu Abend gegessen. Es war wie immer lecker, und auch etwas teuer.....Aber das musste sein. Dann Richtung Parkausgang laufen, und den Shuttle nehmen, der uns wieder nach unten fährt. Mit der Metro sind wir dann ins Hotel gefahren. Wir hatten ja heute Abend was vor.

Universal-Weltkugel am Eingang
Universal Studios Hollywood - Schild am Eingang
Eingang zu den Universal Studios
Studio Tour - Eingang
Backlot Universal Studios
Unteres Geländer (Lower Lot)
Rolltreppe zum oberen Geländer (Upper Lot)
Jurassic Park - The Ride
Der Wasser-Fall....
Transformers The Ride 3D
Eine neue Attraktion - Harry Potter-Bereich
Waterworld - Die Show
Kommt ein Flugzeug geflogen....
Universal CityWalk
Hard Rock Cafe at the Universal Studios Hollywood

Der zweite Teil des Tages beinhaltete eine Fahrt zum Griffith Observatory. Von dort aus wollten wir uns die Feuerwerke im Stadtgebiet von Los Angeles ansehen. Das Griffith Observatory ist bei Einheimischen wie Touristen beliebt, weil es einen schönen Blick auf das Stadtgebiet von Los Angeles und Umgebung bietet, und weil man von dort auch das Hollywood-Schild sieht.

Als wir am Griffith Park ankamen, war schon zu lesen, dass der Parkplatz am Griffith Observatory zu ist, weil voll. Wir mussten ziemlich am Anfang des Bergweges hinauf zum Observatorium parken, und den Weg nach oben laufen. Oben angekommen, waren natürlich alle guten Plätze belegt. Wenn man erst nach 17.00 Uhr kommt, darf man sich net beschweren. Wir sind dann den Panoramaweg unterhalb des Observatoriums abgelaufen, und haben und am Hang ein Plätzchen gesucht. Dort haben wir dann auf die Dämmerung und das Feuerwerk gewartet. Um uns herum saßen Einheimische wie Touristen und warteten auf das Spektakel. Hier und dort wurde zaghaft "God bless the USA" angestimmt. Das sei den Amerikanern an diesem Tage gegönnt. Aber an den 364 anderen Tagen sollte Gott Weißheit in rauen Mengen über dieses Land abwerfen. Was sich hier teilweise abspielt (Polizisten erschießen wehrlose Schwarze, die Schwarzen nehmen die Polizei und die Weißen aufs Korn), ist der schleichende Beginn eines Bürgerkriegs. Dieses Land hat zwar den ersten schwarzen Präsidenten, aber der Graben der zwischen Weiß und Schwarz verläuft ist immer noch ziemlich tief. Hier hat sich augenscheinlich nicht viel getan.

Das Feuerwerk war dann leider nicht so spektakulär wie ich es mir erhofft hatte. Ab und an sah man einen Feuerwerkskörper hochgehen. Mal an einer Ecke der Stadt, dann wieder wo anders. Also ich hatte mir da mehr erhofft. Da sind die Feuerwerke in Berlin zu Silvester spektakulärer. Aber das ist meine persönliche Meinung. Um ca. 22.30 Uhr haben wir dann den Heimweg angetreten. Ein weiterer ereignisreicher Tag war zu Ende. Ab ins Hotel und ins Bett. Es wartete noch ein weiterer Tag in Los Angeles auf uns.

Downtown Los Angeles in der Abenddämmerung
Hollywood-Sign at sunset

Kapitel 4

Dienstag, 05.07.2016

L.A auf die Touri-Art

Der heutige Tag war in den anfänglichen Planungen von uns nicht vorgesehen, da wir in Los Angeles eigentlich nicht so viele Punkte in der Vergangenheit auf unserer Liste hatten. Doch bei der Planung dieser Reise sind immer mehr und mehr Punkte / Orte dazugekommen, dass wir hier einen Tag drangehängt hatten. Da unser Hotel aber nur für 3 Übernachtungen gebucht war, mussten wir uns eine andere Bleibe suchen. Die Wahl fiel auf ein Motel was näher am nächsten Punkt auf unserer Route lag. Es sollte weiter nach San Diego gehen. Also nahmen wir ein Hotel in Carson.

Nach dem Auschecken aus unserem "Start-"Hotel haben wir dann weitere Punkte auf unserer To-Do bzw. To-Visit-Liste abgearbeitet. Begonnen haben wir mit dem Carneys Restaurant. Das ist ein Imbiss in einem stillgelegten Zug. Dieser diente in einer "meiner" Serien als Filmkulisse.

Weiter ging es zu dem Dodgers-Stadion. Die Dodgers sind eins von 2 Baseball-Teams aus dem Großraum Los Angeles. Tagszuvor wollten wir uns die Schüssel schon ansehen, nur war da Spieltag und eine Besichtigung natürlich nicht möglich. Der Mann von der Security hat uns denn Tip gegeben, wir sollten morgen (also heute) vorbeikommen, da wäre es besser. Wir fuhren auf das Gelände des Baseballstadions und hielten am Fanshop an, um uns die Merchandising-Artikel mal etwas genauer anzusehen. Wir waren neugierig, welches Preisniveau hier herrscht und wollten es mit der Fussball-Bundesliga vergleichen. Der erste Artikel in unseren Händen hat uns dann die Kinnlade nach unter fallen lassen. Da kostet ein Original-Trikot satte 300 Dollar(!!!). Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist mal eine Hausmarke. Als Andenken haben wir uns jeweils einen Baseball für 6 Dollar gekauft. Als wir schon wieder weiter wollten, haben wir gesehn, dass man auch ohne eine Stadiontour buchen zu müssen, einen Blick ins Innere des Stadions werfen kann. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben hier das ein oder andere Bild geschossen. In ca. 2,5 Wochen werden wir unser erstes Basebal-Spiel in San Francisco sehen. Das wird bestimmt lustig. Wir beide haben von diesem Sport absolut keinen Dunst. Wir werden einfach das Stadion verlassen, wenn sie das Licht ausmachen.....

Weiter führte uns unsere Tour nach Downtown zur Disney Concert Hall. Ich bin zwar kein Opernfan, aber ich finde das Gebäude architektonisch eine Meisterleistung. Der Klang in dem Gebäude soll auch aus Musikersicht keine Wünsche offen lassen.

Next Stop: Rodeo Drive, Beverly Hills. Diese Einkaufsstraße ist nichts für den normalen Geldbeutel. Wer hier einkaufen geht, der zündet sich seine Havanna mit einem Hundert Dollar-Schein an. Hier ist der Geldadel zuhause. Jede Topmarke die was auf sich hält, hat hier einen Laden. In dieser Straße gilt es: Sehen und gesehen werden. Da fährt man standesgemäß zum Shoppen. Nur edelste (in der mehrheit deutsche) Nobelkarossen fahren vor. Hier sitzt der Dollar mehr als locker. Nur soll das nicht unser Problem sein. Wir sind hier um uns die ganze Dekadenz von der ersten Reihe aus anzusehen. Nach weniger als einer Stunde verlassen wir den Ort der nie eine Rezzesion gespürt hat, noch jemals verspüren wir. Unser nächstes Ziel: Santa Monica Pier

Am Santa Monica Pier hört die legendäre Route 66 auf. Hier zieht es die Leute von L.A zur Erholung hin. So wie es aussieht auch zu Zeiten, wo der normale Bürger eigentlich bei der Arbeit sein müsste. Am Santa Monica Pier ist eine kleine Vergnügunsmeile mit angeschlossenem Luna Park anzutreffen. Geschäft reiht sich an Geschäft. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Die Preise sind natürlich der Location entsprechend hoch. Wir genießen das Treiben ein wenig, machen einpaar Bilder und ziehen weiter. Es sind noch weitere Punkte heute auf der Agenda.

Ich stelle mal eine gewagte Behauptung auf. Jeder hat schon mal die nächste Location die wir ansteuerten, in irgendeinem Film der in L.A. spielt, gesehen. Ich spreche von Randy's Donuts. Das ist ein riesiger Donut der auf dem Dach einer Imbissbude, unweit des Internationalen Flughafens von Los Angeles prangert. Als Filmafine war das natürlich ein Muss. Da wir schon in der Nähe des Flughafen waren, wollten wir auch einen berühmten Imbissladen aufsuchen. Den unter Planespotter beliebten In-N-Out Burger. Der liegt genau in der Einflugschneise des Flughafens von L.A. Davor ist ein kleiner Park. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die landenden Flugzeuge. Da die Landebahn nur einpaar Hundert Meter von dem Park entfernt liegt, sind die Maschinen sehr tief. Das ist für Planespotter wie Weihnachten. Hier kommt gefühlt jede 30 Sekunden ein Flieger rein. Wie gesagt, über 60 Millionen Passagiere jährlich. Es gibt Punkte, da muss man mich regelrecht wegtragen. Dieser ist einer davon. Nach ca. 2 Stunden Planespotting sind wir dann wieder ins Motel. Der nächste Tag sollte uns nach San Diego führen.

Carneys Restaurant
Dodgers Stadium
Walt Disney Concert Hall
Rodeo Drive - Der Ort der Reichen, Schönen und der ganz schön Reichen
In diesem Hotel spielte "Pretty Woman"
Nicht kleckern, klotzen....
Kunst an der Via Rodeo
Beverly Hills
Rathaus von Beverly Hills. Im Film (Beverly Hills Cop) schon mal als Polizeihauptquartier "missbraucht"
Santa Monica Pier
The Shutters, Santa Monica
Planespotting at LAX / In-N-Out Burger, Sepulveda Boulevard
Das ist der berühmte In-N-Out Burger

Auf den Weg ins Hotel, sind wir noch an einen Supermakt vorbeigekommen, der uns allen ziemlich bekannt vorkommt, oder?

Das ist übrigends Aldi Süd. Wie man unschwer an dem Logo erkennen kann. Adresse: 3330 W Century Blvd, Inglewood, CA 90303. Falls mal jemand von euch in der Gegend ist. Sortiment unterscheidet sich von dem bei uns. Wer hofft, auf Marken zu stoßen wie in Deutschland, das ist leider nicht.....

Kapitel 5

Mittwoch, 06.07.206

Auf der Fahrt nach San Diego

Es war nun an der Zeit, Los Angeles langsam auf Wiedersehen zu sagen. Doch noch hatten wir ein paar Punkte, die wir "abarbeiten" wollten auf den Weg gen Süden. Der erste Punkt am heutigen Tage waren die Watts Towers. Diese Skulptur wurde von dem italienischen Einwanderer Sabato "Simon" Rodia in 33-jähriger, mühevoller Handarbeit, hauptsächlich aus Müll, errichtet. Die Gegend, wo diese Skulptur steht, ist sehr ärmlich, und daher nicht gerade die Ecke, wo Touristen oder generell Auswärtige sich lange aufhalten sollten. Die Skulptur wurde 1977 als Baudenkmal in das "National Register of Historic Places" eingetragen. Wir sind auf die Skulptur duch einen Mini-Fernsehserie von Dieter Wedel aus dem Jahre 1988 gekommen. Die Mini-Serie heißt "Wilder Westen inclusive". Das ist ein Dreiteiler über eine deutsche Reisegruppe, die den Wilden Westen in einem Bus durchquert. Hier werden sämtliche Klischees (sowohl deutsche als auch amerikanische) bedient. Ich kann nur jedem diesen Klassiker ans Herz legen. Ein herrliches Stück deutscher TV-Geschichte aus der guten alten Zeit.

Weiter ging unsere Fahrt gen Süden zum "California Science Center". Hier wird der Jugend und jeden den es interessiert, Wissenschaft hautnah näher gebracht. Auf dem Gelände sind diverse Exponate zu bestaunen. Innen im Center werden u.a. Themen wie Luft-und Raumfahrt, Wetterentstehung und Folgen anschaulich dargestellt. Aber das absolute Highlight ist die Ausstellung eines echten Space Shuttles. Die "Endeavour" wurde, nach offizieller Außerdienststellung auf den Rücken einer modizierten Boeing 747 der Nasa nach Los Angeles geflogen. Dort ging es dann per Schwerlastverkehr in das Science Center. Die Überführung haben die Amerikaner natürlich zelebriert. Die Space Shuttles galten in den USA als nationale Symbole der Überlegenheit im Weltraum-Wettlauf. Die Überführung mit dem Flugzeug führte an allen Sehenswürdigkeiten Kaliforniens vorbei. Mit militärischer Begleitung in Form von Kampfflugzeugen. Da wurde ein schöner Werbefilm gedreht (den man übrigends im Center gleich vorgeführt bekommt). Wie sie das Ungetüm durch die Strassen von L.A manövriert haben, war schon beeindruckend. Der Film selber triefte aber einwenig zu sehr nach US-motivierten Pathos. Auf den Weg zur "Endeavour" kommt man noch an einem Raum vorbei, wo verschiedene Exponate aus dem Inneren des Spaceshuttles zu sehen sind. In einer Ecke des Raumes ist auch ein Stück des Außentanks der Space Shuttle (die orangenen Teile am Space Shuttle) zu sehen. Die Beschaffenheit der Inneseite dieses Tanks ist bemerkenswert. Auch die Toilette ist dort ausgestellt. Das Ding sah mehr nach einem elektrisches Stuhl wie nach einem Donnerbalken aus. Aber im All gibt es keine Schwerkraft. Ich stelle mir diesen Prozess sehr defizil vor. Ob man dafür auch in Houston beim Astronautentrainig darauf vorbereitet wird? Und wenn ja, wo findet sowas statt? Wo, außer im Weltall gibt es keine Schwerkraft? Fragen über Fragen.

Dann endlich betreten wir den Pavilion mit dem Raumschiff. Das erste Wort was uns dazu einfällt: Gigantsich. Das Space Shuttle ist riesig. So ein Gefährt aus nächster Nähe zu sehen ist phänomenal. Man sieht die ganzen Hitzekacheln, mit der das Space Shuttle beim Wiedereintritt in die Atmosphäre vor der immensen Hitze geschützt wird. Was passieren kann, wenn diese Kacheln fehlen oder versagen, musste die Welt am 01.Februar 2003 erleben, als beim Start 2 Wochen zuvor, ein Stück Isolierung der Außentanks die Tragfläche des Raumgleiters traf, und dabei die Schutzkacheln beschädigte. Beim Wiedereintritt war der Hitzeschild nicht vollständig so dass sich Plasma seinen Weg durch die Struktur des Raumgleiters bahnen konnte, was in Anbetracht der Temperatur von 1800 Grad Celsius zum strukturellen Versagen und zum anschließenden Absturtz des Space Shuttles "Columbia" führte. Nach diesem Desaster wurden Lehren gezogen, und das Space Shuttle-Programm entsprechen der neuen Erkennnisse angepasst. Mittlerweile ist das Programm eingestellt. Am Nachfolgemodell wird gearbeitet.

An diesem Tag waren viele Schulklassen in dem "Science Center". Wissenschaft in der Praxis ist allemal spannender als öden Stoff in der Theorie durchmachen. Für uns war das etwas Neues, etwas Faszinierendes. Wann bekommt man als Europäer so ein Flugobjekt zu sehen? Im Technikmuseum in Speyer steht das russische Pendant, die Buran. Das Ding ist einmal unbenannt 2 Erdumdrehungen geflogen und wieder sicher gelandet. Aufgrund von Budgetkürzungen und dem Ende des Kalten Krieges wurde das Programm eingestellt. Sieht dem US-Space Shuttle zum Verwechseln ähnlich. Auch wenn die Sowjetunion damals jegliche Ähnlichkeiten abstritt. Wer sich die Flugobjekte im Internet ansieht, wird Probleme haben, zu erkennen, welches Objekt aus der US-Ecke kommt, und welches aus der Sowjetischen.

Für mich persönlich war diese Ausstellung aus zweierlei Hinsicht faszinierend. Zum Einen, weil so ein Stück Hightech von so nah zu bestaunen ist, und zum anderen über die Einstellung der Reichen hier im Land (USA). Leute die zu Reichtum und Ruhm gekommem sind, vergessen nicht die Verpflichtung (moralisch), die sie ihrem Land gegenüber haben. Die Mittel, die nötig waren, um dieses Space Shuttle nach Los Angeles zu bringen und die infrastrukturellen Voraussetzungen im "Science Center" zu schaffen, waren immens. Das ist nämlich keine staatliche Einrichtung, sondern privat finanziert. Der Umzug hat einen 8-stelligen Betrag gekostet. Der Familie Samuel Oschin und zahlreichen Geldgebern ist es zu verdanken, dass man als Normalbürger diese Stück Hightech für bescheidene 2 Dollar Eintritt bestaunen kann. Der Besuch des "Science Centers" ist kostenlos.

In der Nähe des California Science Centers steht das Los Angeles Memorial Coliseum, im Volksmund auch " The Grand Old Lady" genannt . Hier fanden 2 x olympische Spiele statt (das letzte Mal 1984). Das Stadion ist sehr traditionsreich. 1923 eröffnet, bietet es Platz für über 93000 Zuschauer. Das Stadion wird denächst von dem NFL-Football-Team der Los Angles Rams benutzt, bis die neue Spielstätte fertig gebaut wird. Die Rams waren bis zur letzten Saison in Saint Louis beheimatet. Die Regeln in der NFL erlauben es, Teams (man spricht hier von Franchises) umzusiedeln, wenn es den Interessen des Sports und der NFL dient. Da Los Angeles als zweitgrößte Stadt der USA kein Profi-Football-Team mehr hatte, beschloss man den Umzug der Rams von St. Louis zurück nach Los Angeles. Die Rams spielten schon von 1946 - 1979 in Los Angeles, bevor der Umzug nach St. Louis stattfand. Gegründet wurden sie 1936 aber in Cleveland. Leider konnten wir keinen Blick in das Innere des Stadions werfen, wie beim Dodgers-Stadion. Eine Tour wollten wir dann doch nicht machen.

Nächste Station: Museumsschiff USS Iowa. Die USS Iowa ist ein Schlachtschiff der US-Marine gewesen. Das Schiff wurde 1942 vom Stapel gelassen und war das erste von insgesamt vier Schiffen dieser Klasse. Diese Schiffe haben eine ungeheuere Feuerkraft. 3 Drillingstürme mit 406 mm Rohren konnten Geschosse von 1200 kg ca. 24 Meilen weit schießen. Die Munition umfasste sowohl konventionelle wie auch nukleare Sprenkörper. Nachdem die USS Iowa 1990 außer Dienst gestellt wurde, ist sie seit 2012 als Museumsschiff in San Pedro ( Stadteil von L.A.) vor Anker und kann von der Öffentlichkeit besucht werden. Eintritt kostet knappe 20 Dollar. Auf dem Schiff können verschiedene Decks und Kabinen besichtigt werden. An Bord sind auch Veteranen die auf diesem Schiff gedient haben. Sie erzählen von ihrem Leben auf dem Schiff und erklären den Landratten was dieses Schiff so besonders macht. Auch eine Eigenheit der USA: Wenn ein aktives Mitglied der Streitkräfte der USA das Schiff betritt, leutet die Schiffsglocke, und der Besucher wird mit Namen auf dem Schiff willkommen geheißen. Die Beziehung der Bevölkerung mit "ihren" Truppen ist sehr eng. Man hält zu den "Servicemen and -women". Jedem Soldat / jeder Soldatin wird oft mit den Worten " Thank you for your service" für die Dienste am Vaterland gedankt. Ob man jetzt für die Kriege ist, die gerade geführt werden oder nicht. Hier sind das in erster Linie keine Soldaten, sondern der Schulfreund, der Bäcker aus dem Ort, die Frau, die Schwester oder einfach die Person von nebenan. Die Tour auf dem Schiff ist keine geführte Tour. Man kann sich alles im eigenen Tempo ansehen und Bilder machen. Alles in Allem war das wieder eine interessante Erfahrung. Das war Geschichte pur.

Ein weitere Punkt auf unserer "Bucket List" war die Queen Mary und das sowjetische U-Boot Scorpion, welches vor Long Beach liegt. Die RMS Queen Mary wurde 1936 in Dienst gestellt und fuhr bis 1967 auf den Weltmeeren. Im zweiten Weltkrieg diente sie als militärischer Truppentransporter. Die Gemeinde Long Beach kaufte das Schiff und funktionierte es zu einem Hotelschiff um. Die Maschinen wurden komplett ausgebaut. Die baufälligen Schornsteine abmontiert und durch Kunsstoffattrappen ersetzt. Aktuell gibt es auf dem Schiff 365 Zimmer mit Bullaugen. Das Schiff wird auch als Tagungszentrum und Museums betrieben.

Neben der Queen Mary ist auch ein sowjetisches U-Boot der Foxtrott-Klasse. Auch dieses Boot kann besichtigt werden. Das Boot dient auch schon mal als Filmkulisse. Wir haben beide Schiffe nur von außen begutachtet. Das U-Boot hätte mich schon interessiert, aber als wir in Long Beach ankamen, war die Besuchszeit für das U-Boot leider schon vorbei. Aber dann beim nächsten Mal.

Nach dem letzten Sightseeing-Punkt sind wir dann nach San Diego gefahren. Letzter Appel für heute: Einchecken ins Motel 6, Essen fassen, Duschen und danach in die Kojen. Ein neuer Tag voller Tatendrang wartete auf uns.

Watts Towers by Simon Rodia
California Science Center
Ausstellungsstücke aus dem Space Shuttle. Reihe 1, linkes Bild: Fahrwerk eines Space Shuttles. Reihe 1, mittleres Bild: Nasenspitze der äußeren Treibstofftanks. Reihe 2, linkes Bild: Müll-Recycling-Gerät. Reihe 2, rechtes Bild: Space-Töpfchen oder auch Space-Donnerbalken. Bedienungsanleitung direkt darunter.....
Reihe 1, linkes Bild: Nachbau eines Kontrollzentrums, Simulation einer Space Shuttle-Mission. Reihe 1. rechtes Bild: Aluminium-Lithium-Legierung aus einem Treibstoff-Booster. Reihe 2, großes Bild: Erläuterung zu dem großen Aluminium-Lithium-Metall. Schaubild der Zusammensetzung eines Treibstoff-Boosters.
Close Up Space Shuttle Endeavour
Reihe 1, linkes Bild: Space Shuttle Endeavour, Reihe 1, rechtes Bild: Triebwerk eines Space Shuttles, Reihe 2, linkes Bild: Bei diesem Start in Cap Canaveral, Florida waren wir vor Ort. Ein unvergessliches Erlebnis. Reihe 2, rechtes Bild: Dank solchen Mäzenen ist so eine Bildungseinrichtung Realität.
Großes Bild: Treibstoffbooster eines Space Shuttles, Reihe 2, linkes Bild: Spitze eines Treibstoffboosters, Reihe 2, rechtes Bild: Fluggerät der Gebrüder Wright, Reihe 3, linkes Bild: Satellit, Reihe 3, rechtes Bild: Weltraum-Teleskop.
Reihe 1, linkes BIld: Raumkapsel Mission Gemini-11, Reihe 1, rechtes Bild: Astronauten-Anzug, Großes Bild: Kampfflugzeug F-18 Hornet
Reihe 1, DC-8 der United Airlines, Reihe 2, Spionageflugzeug A-12 Blackbird
Los Angeles Memorial Coliseum
Dieser Punkt auf der Reise war für mich sehr wichtig. Ich bin in der Regel kein religiöser, aber ein heimatverbundener Mensch. In den USA, 10.000 Kilometer von der Heimat entfernt, eine griechische Institution zu besuchen, nämlich einen griechisch-orthodoxen Tempel, war mir ein wichtiges Bedürfnis. Das Wehen der "Blau-Weißen", wie die Staatsfahne (Γαλανόλευκη) in meiner Heimat genannt wird, ist jedes mal ein schöner Anblick. Kleiner Fakt zu dieser Kirche: Der Hollywood-Schauspieler Telly Savalas, vielen bekannt aus der TV-Serie "Kojak", war gläubiger, orthodoxer Grieche und aktives Mitglied der griechischen Gemeinde von Los Angeles. Er hat die Gemeinde und u.a. diese Kirche immer nach vollen Kräften unterstützt.
Museumsschiff USS Iowa in San Pedro
Queen Mary und das sowjetische U-Boot "Scorpion" in Long Beach

Kapitel 6

Donnerstag, 07.07.2016

Ein tierischer Tag

Die 2 Hauptgründe für die Fahrt in "America Finest City", wie der Einheimische seine Stadt sieht, hießen Seaworld und San Diego Zoo. Wir haben uns 2 Nächte in diesem feinen Städtchen (Einwohnerzahl an die 1.4 Millionen) einquartiert, um auch alles in Ruhe zu genießen, was wir uns ansehen wollten. Heute standen dann auch gleich die 2 Attraktionen auf den Plan. Den Beginn machten wir mit dem Besuch von Seaworld. Hier in diesem Park geht es sehr maritim zu, wie der Name schon sagt. Seaworld betreibt u.a. 3 Parks. Außer in San Diego sind das noch die Parks in Orlando und San Antonio, Texas. Diese Parks sind berühmt für ihre Killerwall Shows. Diese Shows haben in der Vergangenheit aber auch für negative Schlagzeilen gesorgt. Tierschützer haben dem Parkbetreiber vorgeworfen, die Tiere zur Schau zu stellen, sie nicht artgerecht zu halten, sie zu quälen. Also im Grunde alles das was Tierschützer Tierparkbetreibern vorwerfen. Die Dokumentation "Blackfish", in der gezeigt wurde, wie schlecht Seaworld die Tiere und die Trainer behandelt, hat sehr hohe Wellen geschlagen. Es gab aber auch mehrere Zwischenfälle mit Killerwalen, die ihre Trainer getötet haben. Das zeigt, dass selbst Tiere, die von Menschen aufgezogen werden, einen Teil ihrer Instinkte nicht verloren haben, und immer gefährlich sind. Ich persönlich habe auch 2 Meinungen zu Tierparks. Einerseit finde ich es schön, Tiere aus nächster Nähe (mit einer dicken, bruchsicheren Plexiglaswand zwischen mir und dem Tier) zu sehen. Und auch zu sehen, wie diese Tiere durch Training, akrobatische Kunststücke vollführen. Auf der anderen Seite, fragt man sich auch, ob den Tieren das genauso Spaß macht, und ob sie in freier Wildbahn, wo sie täglich ums Überleben kämpfen müssen, nicht doch besser aufgehoben wären.

Läßt man diese Gedanken aber beiseite, bekommt man in diesem Park einiges geboten. Da kann man mit den Delfinen schwimmen (wenn man das passende Kleingeld parat hat; so eine VIP-Show kann schon mal mehrere hundert Dollar kosten), bei der Fütterung so manchen Fakt über die Tiere, deren Aufzucht und wie man dazu beitragen kann, diese Geschöpfe in der freien Natur zu schützen und zu bewahren. Das Highlight im Seaworld-Park sind aber ohne Zweifel die Orca Killerwale. Manche über 50(!!) Jahre alt. Diese Tiere sind sehr majestetisch. Wenn so ein ausgewachsener Wahl wie eine Lenkwaffe aus dem Wasser geschossen kommt (wir reden hier von Tieren mit einem Gewicht bis zu 6 Tonnen), oder unter Wasser wie ein Torpedo seine Bahnen zieht , ist das schon beindruckend. Aber das wird hier sogar getoppt. Die Tiere gehorchen ihren Trainern aufs Wort. Ein Handzeichen oder ein Pfiff, schon saußt der Wal kurz ans Beckenende, um mit seiner riesigen Schwanzflosse die ersten 5-6 Reihen mit einem Riesenschwall Wasser zu "beglücken". Oder die Tiere jagen in die Tiefe um dann mit Highspeed aus dem Wasser zu schießen und sich in der Luft um 180 Grad zu drehen. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben. Die Show besteht aus einem Action-Teil, wo die Tiere innerhalb von ein paar Minuten kreuz ung quer durch das Becken jagen. Die eine Gruppe spritz die Leute voll, die andere Gruppe macht Luftsprünge, und der zweite Teil ist der Bildungsteil. Es wird erklärt wie es um die Wale weltweit steht. Was der Mensch tun kann, und was Seaworld tut, um den Bestand zu sichern und zu vergrößern. Auch das Publikum wird in die Show eingebunden. Ein Trainer / eine Trainerin holt sich einen Assistenten / eine Assistentin aus dem weiten Rund und bringt ihm / ihr bei wie man mit dem Wal kommuniziert. Es wird gezeigt, welches Zeichen man anwenden muss, damit der Wal eine "Stadionrunde läuft". Gag der Geschichte ist dann, das der Wal kurz mit der Schwanzflosse im Wasser wedelt, und der Assistent / die Assistentin komplett eingeweicht wird. Bei 40 Grad Außenemparatur und der Sonne am stahlblauen Himmel durchaus eine willkommene Abkühlung. Die Show dauert in der Regel ca. 20 Minunten, in dem die Tiere aber auch ab und an in das Ruhebecken hinter der Bühne verschwinden, so dass die Tiere nicht dauernd aktiv sind. Ich bin immer wieder fasziniert, was diese Tiere in Zusammenarbeit mit den Trainern leisten. Ob die Tiere dabei nur Spaß empfinden, kann ich nicht beurteilen. Seaworld hat aber auf die zunehmende Kritik reagiert und stell die unter dem Namen "Shamu-Show" bekannten Killerwal-Darbietungen zum Ende 2016 ein. Auch das Zuchtprogramm wird eingestellt.

Da der Park nicht übermäßig groß ist, und wir alle unsere Anlaufpunkte aufgesucht hatten, verließen wir den Park mit Ziel San Diego Zoo. Dieser Zoo hat weltweit einen guten Ruf. Das letzte Mal waren wir 2004 dort, und haben den Park in guter Erinnerung. Mal sehen was sich in 12 Jahren getan hat. Der Zoo feiert heuer 100-jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch!

Der Park ist sehr weitläufig, die Gehege sehr gut angelegt. Man hat den Eindruck (oder man möchte sein schlechtes Gewissen beruhigen), die Tieren werden gut gehalten und haben genug Platz und Auslauf. Es ist alles da, was man so als Zoobesucher erwartet. Da gibt es Nilpferde, Elefanten, Giraffen, Nashörner, Eisbären, Affen, Gorillas, usw. Aber die Hauptattraktion sind die Pandabären. Diese Tiere sind so scheu, dass immer nur eine bestimmte Anzahl an Gaffern, ich meine Besucher, zu dem Tier dürfen, und sie müssen auch leise sein. Rumbrüllen oder gar mit etwas nach den Tieren werfen (als ob die Zur-Schaustellung der Tiere, nicht schon Demütigung genug für die Tiere ist) ist hier noch mal strengstens untersagt. Die befremdlichste Begegnung für mich hatte ich im Gorilla-Gehege. Dass diese Tiere, durch ihr Äußeres eine Assoziierung mit dem Menschen implizieren, macht das Ganze irgendwie surreal. Das sitzt dieser Gorilla vor den gaffenden Besuchern und hat einen Blick aufgesetzt, der mich direkt getroffen hat. Als ob ein Mensch da sitzt, mit tiefbetrübtem Gesichtsausdruck. Hier habe ich tief schlucken müßen. Diese Begegnung hat mich eine Weile beschäftigt. Dieser Blick ging durch Mark und Knochen. Wir schlenderten weiter durch das große Areal. Von den Giraffen zu den Greifvögeln, von den Affen zu den Tigern, zu den Elefanten und Nashörnern. Alles sehr beindruckende Tiere. Aber auch hier meldete sich die innere Stimme des Zweiflers: Wie fühlen sich die Tiere dabei? Nachdem alle Tiere, die wir sehen wollten, auch besucht worden sind, neigte sich auch dieser Tag dem Ende zu. Auch hinter diesem Tag machten wir einen Haken.

Seaworld San Diego
Killerwale in Aktion - Part I
Oberes Bild: Flamingos beim Steh-Blues, Unteres Bild: Hai möchte gerne mit aufs Bild.
Delfin und Pilotwal-Show
Killewal-Show - Part II
Auch Seelöwen haben ein paar Tricks auf Lager. Dieses Ballgefühl.....
Pinguine, Belugawale und ein Eisbär
1916 - 2016: Hundert Jahre San Diego Zoo
Greifvogel, Affen, Pfau in freier Wildbahn.
Diese Bilder von dem Gorilla machen nachdenklich. Dieser Blick ging mir durch Mark und Knochen.
Dieser Geselle genoss das Leben.
Pandas sind sehr scheue Tiere. Um so erstaunlicher war dieser Anblick.
noch mehr Veechl (Vögel)
" Rudolph, the red nosed reindeer"
Diese Seilbahn nennt sich Skyfari Aerial Tram. Sie führt über Teile des Zoos.
Ein Schläfchen in Ehren kan niemand verwehren.
Ein Elefant beim Kopfballpendel, wie weiland Horst Hrubesch.
Koalas gab es auch zu bestaunen.
Eine Giraffe in Klein.
Babynashörner. Also Nashörnchen.

Kapitel 7

Freitag, 08.07.2016

"..eine Seefahrt die ist Lustig...."

Der letzte Tag in San Diego sollte sich größten Teils auf oder in der Nähe des Wassers abspielen. San Diego ist in viellerlei Hinsicht interessant. Da die Stadt am Wasser bzw. am Ozean gebaut ist, spielt die Erholung am und auf dem Wasser eine zentrale Rolle. Neben vielen Wassersport-Aktivitäten, gibt es auch ein maritimes Museum mit alten Segelschiffen, die noch aus der Piratenzeit stammen, sowie Militärgerät, dass im zweiten Weltkrieg und in den Zeiten des Kalten Krieges im Einsatz war. San Diego ist auch eine wichtige Stadt für das US-Militär. In San Diego ist die Pazifik-Flotte der US-Marine stationiert. Hier gibt es Kreuzer, Zerstörer, Nachschub-Schiffe, U-Boote und die größten Schiffe der US Navy: die atomgetriebenen Flugzeugträger, zu sehen. Diese Schiffe ankern auf dem militärischen Teil der Halbinsel Coronado. Eine Brücke ( San Diego Coronado Bay Bridge) verbindet das Festland mit der Halbinsel. Auf dem zivilen Teil der Halbinsel steht das berümte "Hotel del Coronado" mit seinem markant roten Dach. Das Hotel ist im viktorianischen Stil gehalten und diente schon in zahlreichen Filmen als Kulisse. Erwähnt sei hier der Filmklassiker "Manche mögen's heiß" von Billy Wilder mit Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon in den Hauptrollen.

Next Topic auf unserer Sightseeing-Tour durch San Diego war das Bummeln an der Uferpromenade. Als erster Anlaufpunkt diente hier die Skulptur, die das Ende des zweiten Weltkrieges feiern sollte. Die Statue stilisiert den Kuss, denn ein Marinesoldat einer Krankenschwester auf der Siegesparade zum Ende des 2. Weltkrieges auf dem New Yorker Time Square, aufgedrückt hatte. Die Skulptur ist bekannt unter den Namen: "Unconditional Surrender" was soviel heißt wie bedingungslose Kapitulation. Damit ist die Forderung der USA gegenüber den Achsenmächten Nazi-Deutschland, Mussolinis Italien und das Kaiserreich Japan gemeint.

Die Skulptur liegt auch in der Nähe eines weiteren Museumschiffes. Der USS Midway. Hierbei handelt es sich um einen Flugzeugträger, der seit 2004 in San Diego als Museumsschiff für die Öffentlichkeit offen steht. Auf dem Flugdeck sind Flugzeuge aus mehreren verschiedenen Epochen zu besichtigen. Man läuft durch das Schiff in einer nichtgeführten Tour. Auch hier stehen Veteranen Rede und Antwort. Da wir das Schiff schon 2x mal besucht hatten, sind wir diesmal nur daran vorbei zum nächsten Punkt der Tour: einer 2-stündigen Hafenrundfahrt. Die Rundfahrt führt die eine Stunde an den Schiffs-Werften und unter der San Diego Coronado Bay Bridge hindurch, vorbei. Die zweite Stunde fähr das Boot an den Kriegsschiffen des US Militärs vorbei. Dieser Teil war für mich der interessanteste. In der Regel sind auf dieser 2.Tour sehr viele Chinesen an Bord. Doch diesmal muss was bei der Planung schiefgelaufen sein. Statt bei dieser Tour, waren sie bei der ersten dabei. Man muss auch mal Glück haben im Leben.

Nach Abschluß der Hafenrundfahrt stand nun das historische Gaslampen-Viertel San Diegos auf den Plan. Das Gaslampenviertel ist neben dem historischen Stadtkern San Diegos eine Amüsiermeile mit vielen Restaurants und Klubs. Hier spielt sich das Nachtleben von San Diego ab. Hier befindet sich auch das Hardrock Hotel und das Hardrock Cafe. Wir kehrten ein für eine kleine Shopping-Tour. Beim Schlendern durch die Stadt haben wir mitgekriegt, dass am 12.07.2016 in der Stadt das Allstar-Baseball-Spiel der Profiliga MLB stattfindet. Dabei stehen sich die besten Spieler der National League und der American League gegenüber. ( Update: Gewonnen hat das Team aus der American League). Das war hier in der Stadt ein Mega-Ereignis. Tage vor dem Spiel sind in der Stadt diverse Veranstaltungen im Rahmen des Spiels im Gange. Es werden sehr viele Fanartikel unter das Volk gebracht. Die Leute freuen sich auf das Spiel. Da ich mit dem Sport nichts anfangen kann, kenne ich auich die Bedeutung dieses Spiels nicht. Aber der Einheimische ist hier Feuer und Flamme für diese Spiel und diesen Sport. Jedem das Seine. Leben und Leben lassen.

Auch dieser Tag neigte sich dem Ende zu, und wir fuhren weiter: Nächster Halt: Twentynine Palms. Wir betraten die Wüste.

Hotel del Coronado
Hafenpromenade
Hafenrundfahrt San Diego
Hafenpromenade, maritimes Museum, Unterseeboot, Schlepper, Stadtpanorama
Gaslampenviertel

Kapitel 8

Samstag, 09.07.2016

Die Wüste lebt

Heute ging es das erste Mal in Richtung Wüste. Ziel war das Wüstenstädtchen Twentynine Palms. Ausgangspunkt für unseren ersten Nationalpark auf der Route. Dem Joshua Tree Nationalpark. Den Namen erhielt der Park, weil die Bäume mit ihren nach oben gerichteten Zweigen aussehen, wie betende Gläubige. Und da hier in den USA vieles Religiös angehaucht ist, wurde dieser Park „Joshua Tree Nationalpark“ genannt.

Als wir gestern unser Hotel (ich weiß nicht ob dass das richtige Wort ist für diese Art der Unterkunft war), bezogen haben, mussten wir lachen. Die „Apartments“ sind eine Anreihung von kleinen, aber gemütlichen Barracken. Das hatten wir schon im Internet bei der Buchung in Deutschland gesehen, wobei Vor-Ort das Ganze wieder eine andere Wirkung auf uns hatte. Das war aber nicht der lustige Teil. Der spielte sich bei der „Registrierung“ im Büro vom Vermieter ab. Ich versuche die Szenerie so gut es geht zu beschreiben, wohlwissend, dass das nicht zu beschrieben ist. Das muss man selber erlebt haben. Also wir steuern die „Management-Barracke an“ (bei den Amis ist alles Management, egal ob es sich um die Leitung einer Firma, eines Supermarkts einer Würstchenbude oder einer Abstellkammer handelt) an. Die Tür aufgemacht, und schon standen wir mitten im Chaos. Aus dem Backoffice (also im hinteren Teil der Abstellkammer) erschallt im Englischen mit Indischen Akzent: "I’ll be right with you“. Vom Eigentümer keine Spur. Unser Blick fällt auf das Objekt, was man erst nach mehrmaligem Hinsehen als einen Schreibtisch identifizieren kann. Ich meine, unsere Schreibtische bei der Arbeit sind ja auch ab und an überladen. Aber das? Wie soll man da arbeiten? Die Tischplatte hat der gute Mann sicherlich das letzte Mal beim Kauf des Tisches im letzten Jahrzehnt gesehen. Und schon betritt unser Landlord (Vermieter) die Szenerie. Ein älterer, symphytischer Herr mit dunklem Teint, indischer Abstammung wie gesagt. An jedem Finger gefühlt einen Goldring und eine große krumme Nase. Herrlich. Dieses Gesicht hat Charisma, hat Charakter. Wir hatten einen Tag vorher von diesem Herrn eine E-Mal erhalten, es wäre was mit der Kreditkarte. Wir hatten schon befürchtet, dass die Kreditkarte eventuell gesperrt oder kaputt wäre, unsere Buchung so nicht zustande kommen würde und wir uns auf die Suche nach einer anderen Unterkunft in dem Gebiet machen müssten. Aber nachdem wir gesehen haben, wie hier „gearbeitet“ wird, wussten wir, es liegt definitiv nicht an der Karte. Der zweite Versuch mit der Karte war dann auch erfolgreich. Jetzt stand nur noch die Übergabe der Schlüssel an. Der Vermieter will nach den Schlüssel greifen, findet diese aber im Chaos auf seinem Schreibtisch auf Anhieb nicht. Ja wo sind sie denn? Hier galt das Motto: Wer (lange genug) sucht, der findet. Irgendwo zwischen Rechnungen, Steuererklärungen, den Bingozahlen vor 2 Tagen und sonstigen Dokumenten tauchen sie dann doch noch auf. Dabei handelt es sich um richtige Schlüssel. Bei unseren bisherigen Hotel- /Motelbesuchen bekamen wir Schlüsselkarten. Aber das würde nicht zu Ambiente dieses Etablissements passen. Die Zimmer waren in Ordnung. Die Klimaanlage muss aber die ganze Zeit gelaufen sein. Draußen herrschten Temperaturen von an die 35-36 Grad spät abends (so genau kann ich das nicht sagen, denn wir hatten ja keine Außentemperatur-Anzeige in unserem KFZ!!!), aber die Zimmer waren angenehm heruntergekühlt. Internet gab es auch inklusive. Und auch ein ziemlich Schnelles. Alles in allem eine zu empfehlende Unterkunft (9 Palms Inn). Wir hatten uns für eine Nacht einquartiert. Am nächsten Tag ging es dann in den Nationalpark.

Am Eingang des Parks, den man mit dem Auto befahren kann, erhält man eine Karte und eine kleine Zeitung, in der interessante Fakten zum Areal aufgelistet sind, in welches man im Begriff ist einzufahren, und zahlt die Gebühr von aktuell 30$ pro Nationalpark (vor 3 Jahren waren es noch 20-25 Dollar, so genau weiß ich das nicht mehr, das Alter). Da wir auf unserer Reise mindestens 5 Nationalparks bereisen wollen, haben wir uns für einen Jahrespass für alle Nationalparks entschieden. Der nennt sich „ America, the beautiful“, kostet 80 €. Mit diesem Pass kann man alle Nationalparks der USA, die nicht in Indianerhand sind (wie z.B. das Monument Valley), besuchen. Stellt man den 80€ die Preise für die 5 kolportierten Nationalparks, die wir auf alle Fälle besuchen werden, gegenüber (80€ zu 5 x 30 Dollar = 150 Dollar) so lohnt sich das allemal. Mit den Tageskarten kann man innerhalb von 7 Tagen so oft in die Parks fahren, wie man will (Multi-Entry). Mit dem Pass hebt man diese Beschränkung auf.

Es ist immer wieder erstaunlich, wo überall Leben entstehen kann. In einer Umgebung, wo die Sonne über 360 Tage im Jahr erbarmungslos scheint, der Boden knochentrocken ist und Wasser sehr spärlich von Oben kommt, Pflanzen oder gar Bäume wachsen und gedeihen können. In einer Umgebung, in der der Mensch innerhalb weniger Stunden an Dehydration sterben würde, kommen diese Pflanzen und Bäume mit sehr wenig Wasser aus. Neben den Bäumen in Park, gibt es auch viele Felsen, die mal majestätisch, mal auch etwas sonderbar daherkommen. Einer dieser Felsen, oder besser gesagt eine ganze Felsengruppe, ist der sogenannte Skull Rock. Die Steine sehen aus wie Totenschädel. Die Gezeiten haben tiefe Höhlen in den Fels geschlagen, so dass diese aussehen wie Augenhöhlen. Eine kleine Abwechslung zu all den Bäumen. Es ist ratsam, speziell zu dieser Jahreszeit (Juli) viel Wasser mit sich zu führen und auch zu trinken. Bei diesen Temperaturen trocknet man sehr schnell aus. Wenn man Durst verspürt, setzt die Dehydration schon ein. Wir haben uns für die Fahrten in den heißen Wüstengebieten aus dem Supermarkt eine Styropor-Kühlbox geholt, diese mit Eiswürfel befüllt, um so unsere Getränke kühl zu halten, denn es gibt nix Schlimmeres als wenn sich die Außen- und die Getränketemperatur gleichen (speziell im Sommer).

Nach ein paar Stunden in dem Park, ging es auch schon wieder weiter. Unsere nächste Unterkunft lag im 148 Meilen entfernten Lake Havasu City.

Bild oben: Unsere Barracke.Bild Unten: Blick in das Innere der Suite.
Joshua Tree Nationalpark (Es war unglaublich heiß......)
Skull Rock
Viel Trinken ist hier angesagt. Die Sonne brennt erbrmungslos am Firmament.
Bild oben: Coachella Valley. Festivalkenner wird das ein Begiff sein. Hier findet jedes Jahr das "Coachella Valley Music and Arts Festival" statt. Das Festival dauert 3 Tage und wird eine Woche später mit den gleichen Darstellern wiederholt. Musikrichting ist Alternative-Rock, Hip-Hop und Electronica. Es werden auch Skulpturen und Installationen präsentiert.
Bild Unten: Dieser Baum darf nur am Tag (von Sonnenauf- bis -Untergang) betrieben werden....(??????). Und nachts wird der weggesperrt?
Kakteen-Garten

Kapitel 9

Sonntag, 10.07.2016

Störrisch wie ein Esel

Nachdem wir gestern Abend aus Twentynine Palms angereist sind, und relativ müde ins Bett gefallen sind, wollten wir uns heute am Abreisetag in Lake Havasu City die Londonbridge etwas genauer anschauen. Die Brücke wurde in London in den 60er Jahren abgebaut, da die Brücke dem Verkehr nicht mehr gewachsen war, und in Amerika etwas verkürzt wieder Stein für Stein aufgebaut. Die Brücke überspannt ein maritimes Naherholungsgebiet, das 1964 vom Ölindustriellen Robert McCulloch gegründet wurde. Viele wenn nicht gar alle Einwohner von Lake Havasu haben ein Boot. Hier packt man nicht nur die Badehose ein, hier kommt das Boot gleich mit. Wobei das sind keine Boote, das sind schon Rennmaschinen auf dem Wasser. Ein kleiner Spaziergang an und unter der Brücke hindurch, dann ging es schon wieder weiter.

Auf dem Weg nach Williams in Arizona, wo wir unser Lager für den Grand Canyon aufschlagen wollten, lag die Geisterstadt Oatman. Hier soll alles genau so sein, wie zur Wildwest-Zeit. Meiner Meinung nach ist das keine Geisterstadt, wie z.B. Boadie. Die Stadt ist sehr belebt. Wobei das keine Stadt ist, eher ein kleines Dorf mit einer Hauptstraße, wo sich alles abspielt. Das Besondere an diesem Ort, sind die Schar Esel, die mitten im Ort Hautnah zu bestaunen sind. Das sind wilde Esel, die es sich in der Stadt gemütlich gemacht haben. Da steht schon mal ein Esel stur mitten auf der Hauptstraße oder streckt seinen Kopf in einen Laden, wenn es nicht schon gleich ganz reingeht. Die Tiere sind zahm und können gestreichelt werden. Futter kann praktischerweise auch gleich vor Ort gekauft werden. Man darf nicht wild darauf los füttern. Es sind auch ein paar Jungtiere oder trächtige Esel zu sehen. Am Ende des Ortes ist das Emblem der Route 66 aufgemalt, da diese Straße Teil der legendären Route 66 von Chicago nach Santa Monica ist. Wir als alte Biker (BMX) mussten auf dieser Strecke einfach ein paar Meilen fahren. Die passende Musik natürlich vorausgesetzt: Udo Lindenberg – Plan B.

Nachdem wir auch das mal gesehen hatten, ging es weiter Richtung Osten nach Williams. Im Motel eingecheckt und gleich weiter in den 60 Meilen entfernten Grand Canyon Nationalpark. Wir waren jetzt schon insgesamt zum 6.Mal da. Schon bei der letzten Reise 2013 haben wir uns vorgenommen, das nächste Mal diesen Nationalpark auszulassen. Soviel zum Thema Konsequenz. Da wir in den frühen Abendstunden eintrafen, konnten wir den Sonnenuntergang beobachten. Ein schönes Schauspiel, wenn das Licht nach und nach weniger wird, sich in den Canyons nochmal sammelt, bis auch dort dann die Dunkelheit die Oberhand erhält. Bei uns ist immer die Gefahr da, dass uns die Kontrolle beim Bildermachen im Grand Canyon entgleitet. Wir haben beide locker mehrere hundert (!!) Bilder vom Grand Canyon, aber das „vergessen“ wir jedes Mal wenn wir hier sind. Die grandiose Sicht auf dieses Naturphänomen ist einfach atemberaubend. Da fallen dann auch meine „ Freunde“ aus dem Riesenreich nicht weiter ins Gewicht. Auch diesmal bereuen wir es nicht, unsere Vorhaben von 2013 nicht in die Tat umgesetzt zu haben. Auch nach dem 6. Mal hat dieser Ort nichts an seiner Faszination eingebüßt. Das Schöne an dem Park ist dass man sich die Aussichtspunkte am Rim entlang aussuchen kann. Man kann hinlaufen oder man nimmt den Shuttle-Bus. Dieser fährt diverse Stationen ab. Man kann jederzeit aus- und wieder einsteigen. Oder man läuft die Punkte ab. Es gibt auch Tagestouren hinab in den Canyon. Dafür sollte man aber gut vorbereitet sein und gesundheitlich belastbar. Die Tour läßt sich nicht an eine Tag bewerkstelligen.

Für den heutigen Tag haben wir uns ein paar wenige Punkte angesehen. Ich habe mich diesmal tatsächlich zurückhalten können was das Thema Fotos angelangt. Irgendjemand muss das ja auch wieder auswerten und archivieren. Und neue Attraktionen sind auch nicht hinzugekommen. Morgen würden wir wieder in den Park fahren auf unseren Weg nach Flagstaff. Was mir aufgefallen ist, dass es ziemlich schnell finster wird. Da ist es schon um 20:30 Uhr Ortszeit Zappen duster. Bei uns ist es im Juli zu dieser Jahreszeit definitiv nicht so dunkel um die Zeit.

"Welcome to London, powered by Lake Havasu City"
Geisterstadt Oatman
Die Esel in dem Örtchen lassen sich von den Touristen streicheln, können aber auch etwas forsch werden, wenn jemand was Essbares zu nah an den Tieren hält. Auch ein Jungtier ist dabei. Es wird von den Besuchern unter dem wachsamen Augen der Mutter und einer Geschäftsinhaberin, die ein wenig auf das Mutter- und das Jungtier aufpasst, gestreichelt. Der Aukleber auf dem Jungtier ist z.B. von dieser Frau. Das Jungtier verträgt noch nicht alles und soll auch von den Menschen nicht schon in frühen Jahren "verdorben" werden. Auch die Hinterlassenschaften gehören zum Ortsbild.
Route 66 im Wilden Westen. Zweimal am Tag gibt es auch ein Shootout (Duell Gut gegen Böse).
Wettrennen mit Betten. Die haben Spaß.
Impressionen aus dem Grand Canyon.
Mittlere Reihe, Bild links: Am North Rim des Grand Canyons wütet ein großes Feuer. Auch auf unserer Seite, dem South Rim gab es bei Tusayan mehrere Feuer. Bei der Dürre und der extrmemen Hitze ist das auch nichts Ungewöhnliches. Solche Feuer brennen gut und gerne Tage, wenn nicht gar Wochen.

Kapitel 10

Montag, 11.07.2016

Da war noch was gut zu machen.....

Am heutigen Tag wollten wir noch mal in den Grand Canyon und uns etwas länger in dem Park aufhalten als gestern. Wir fuhren früh in den Park. Die Parkplatzsituation war das schon sehr angespannt. Aber nach etwas Suchen, haben wir doch noch ein Plätzchen gefunden um unsere Karosse abzustellen. Bewaffnet mit reichlich Wasser, eingeschmiert mit reichlich Sonnencreme und unsere Kameras im Anschlag machten wir uns auf, den Grand Canyon zu erforschen. Zuerst ging es mit dem Shuttle-Bus zum Grand Canyon Village (knappe 3.4 Kilometer vom Parkeingang entfernt). Nach dem Aussteigen aus dem Bus, knallte uns die Sonne schon mächtig aufs Oberstübchen. Aber wir sind ja erfahrene Hasen. Sonnenbrille und Mütze (respektive Busch Hut) aufgesetzt und los ging's. Die Distanz vom Grand Canyon Village mit angeschlossenem Bahnhof zum westlichsten Punkt des South Rims "Hermits Rest" beträgt knappe 12,5 Kilometer. Wir haben uns diesmal dazu entschlossen, die Strecke zu laufen, um die Schönheit dieses Fleckchen Erdes komplett auszukosten. Man sieht einfach mehr, wenn man läuft, als nur im Bus zu sitzen. Dabei läuft man manchmal sehr nah am Abgrund entlang. Die Felsen die dann über der Schlucht ragen, verführen zu manchem Husarenstück. Aber dass das nicht ganz ungefährlich ist, und dass die Warnungen, die es hier zu Hauf an den richtigen Stellen gibt, nicht nur dazu da sind den Leuten den Spaß zu verderben, wurde uns wieder mal vor Augen geführt. Da ist eine Touristin aus Florida zu Tode gestürzt, als sie jemanden Platz machen wollte. RIP.

Als wir an der Station "Hermits Rest" ankamen, waren wir etwas geschafft, aber froh darüber diesen Weg gegangen zu sein. Man hat den Canyon aus einer anderen Ecke gesehen. Sonst sind wir immer mit dem Bus von Station zu Station gefahren, und haben nicht alles gesehen. Zurück sind wir dann mit dem Bus gefahren. Schließlich haben wir noch etwas Kraft für unsere anschließende Weiterfahrt ins 74 Meilen entfernte Flagstaff gebraucht.

Da die kleine Wanderung unsere Kraftreserven dezimiert hatte, waren wir auf der Suche nach einer Essgelegenheit. Einzige Voraussetzung war: Fleisch! Die Entscheidung fiel auf Pizza Hut, in der Nähe unseres Motels in Flagstaff. Ironie an der Geschichte: Als wir 2007 in der Stadt waren, sind wir, damals zu 4, ebenfalls in dieses Restaurant eingekehrt und haben ganz locker jeder eine Pizza plus als Vorspeise Hühnchen Spieße bestellt. Das war ein Fehler. Als die Pizzen an unseren Tisch kamen, waren wir geschockt. Das waren Wagenräder. Die hätten locker für 3-4 Personen gereicht. Das war ein Fiasko! Und hätte die Bedienung nicht unsere Hühnchen Spieße vergessen, wären wir fürs Narrenblättle fällig gewesen. Als die Bedienung mit der Rechnung an unseren Tisch getreten war, hat sie uns mitfühlend gefragt: „Are you ready for the boxes?“. Welch Demütigung für mich. Ich hab noch nie ein Restaurant mit einer Box voller Überbleibsel verlassen. Ich musste erst 30 Jahre alt werden. Aber das Positive war, dass für das Frühstück am Tag danach gesorgt war.

So, nun 9 Jahre nach diesem Erlebnis, sollte es wieder der gleiche Pizza Hut werden. Diesmal holten wir uns eine Große und haben sie zu zweit eliminiert. Schmach wieder wettgemacht. So nicht, Pizza Hut!

Momentaufnahmen vom Grand Canyon
Ein Rim Trail von 12,5 Kilometern entlang einer atemberaubenden Landschaft. Das war es wert. Da spürt man die 40°C+ und die 12 Kilo auf den Schultern kaum......

Kapitel 11

Dienstag, 12.07.2016

"Beam me up, Scottie"

Heute ging es nach Page. Wir hatten eine Reservierung für den Antelope Canyon. Das sind kleine Canyons, in die von oben die Sonne hineinscheint, und so die berühmten Beams erzeugt. Sonnenstrahlen dringen durch die Schlitze in das Innere der Canyons. Durch den rötlichen Sand ergibt das, zur richtigen Tageszeit, ein wunderschönes Schauspiel. Wir mussten um 11:00 Uhr spätestens am Ausgangspunkt (den Büros des Anbieters Antelope Canyon Tours) sein, um uns zu registrieren und um auf die diversen Fahrzeuge verteilt zu werden. Die Fahrt von Flagstaff nach Page hat das Internet mit 2 Stunden und 8 Minuten angegeben. Soweit so gut. Nur welche Zeitzone gilt in Arizona, und welche Zeit gilt in Page? Das war uns trotz Rechereche nicht ganz klar. Das Navi zeigte uns die gleiche Zeit wie in Kalifornien an, Arizona nimmt aber an der Zeitumstellung (day saving time) nicht teil, also ist es jetzt eine Stunde später oder nicht? Wir fahren um 7:45 Uhr (Navi-Time) ab. Das sollte doch reichen, und die Navi-Time wird schon stimmen. Satelliten und so. Wir fahren als los. In Page angekommen (Navi-Zeit: 11.15 Uhr), bekommen wir gesagt, wir wäre eine Stunde zu früh da. Na toll, nicht mal auf die Satelittenzeit kann man sich verlassen. Wir waren aber nicht die Pünklichsten an diesem Tag. Der nächste der in das Büro eingelaufen ist, war einen ganzen Tag zu früh da. Wir hatten also viel Zeit. Die Luft war extrem heiß. Beim Atmen hat es regelrecht gebrannt. Da wir morgens etwas überhastet aufgebrochen sind, hatten wir das Frühstück ausgelassen. Nun, da wir eine Stunde totzuschlagen hatten, haben wir uns in der Umgebung etwas zu Essen geholt und das Treiben auf dem Supermarkt-Parkplatz beobachtet. Einheimische saßen in Gruppen zusammen und haben sich angeregt unterhalten. Auch einige "fliegende Händler" waren da und erhofften sich so einen schneller Dollar. Bevor Page 1957 gegründet wurde, war das Navajo-Land. Ein Drittel der 9000 Einwohner der Ortschaft sind indianischer Abstammung. Auch der Anbieter unserer Tour hatte haupsächlich indianischstämmige Mitarbeiter.

Um 11:10 Uhr war "Boarding". An die 30-40 Leute waren mittlerweile an dem Parkplatz vor dem Anbieter der Tour. Jede Gruppe bestand aus 14 Leuten. Die Touren gibt es in 2 Ausfertigungen. Die eine Tour ist für Touristen die mir einer kleinen Kamera oder dem Handy knipsen wollen. Diese Tour dauert ungefähr eine Stunde. Die andere Tour ist für ambitionierte und semiprofessionelle Fotografen. Da ist die Gruppengröße kleiner, man darf ein Stativ mitnehmen und die Dauer ist mit 2 Stunden doppelt so lang wie die normale Tour. Dafür kostet die auch einen Zacken mehr. Die Fahrt zum Canyon dauert ca. 20 Minunten. Man sitzt mit 6 anderen Personen parallel zur Fahrbahn. Die Fahrt auf der Ladefläche des Geländetrucks ist ein Erlebnis. Das Ding röhrt extrem. Da muss ein Schiffsmotor drinstecken. Wer denkt die Fahrt auf de Strasse ist der Hit, der muss abwarten bis die "wirkliche" Fahrt zum Canyon kommt. Nachdem man die Hauptstrasse verlassen hat, und in das Canyongebiet einfährt, fängt die Party es richtig an! Der Fahrer steigt kurz aus, lässt kurz Luft aus der Reifen. Die Passagiere gucken sich unglaubwürdig an. Sekunden später wissen wir warum. Es geht auf tiefen Sand mit hoher Geschwindigkeit durch die tiefen Furchen. Wir driften mehr als das wir geradeaus fahren. Der Fahrer, abgehärtet durch Hunderte Fahrten dieser Art, manövriert gekonnt das Schlachtroß durch die Sandautobahn. Einige Male scheint es so, dass die Schwerkraft kurz außer Kraft gesetzt wird. Deshalb müssen sich die 2 letzten in der Reihe (nun ratet mal, wen es erwischt hat) auch anschnallen, sonst kann es sein, dass derjenige der als Letzter auf der Ladefläche sitzt, das KFZ frühzeit und ungeplant verläßt. Der Ami sagt gerne dazu: It's gonna be a bumpy ride". Das nenn ich die Untertreibung des Jahres. Ich war der Vorletzte auf meiner Reihe der Ladefläche. Bei der Rückfahrt hatte ich es auf den letzten Platz "geschafft".

Unser Guide war der Hit. Im Canyon hat er uns viele Erklärungen geliefert und hat auch dafür gesorgt, dass alle ihrer Bilder machen können, ohne das einer einem ins Bild läuft. Und aufgrund des beengten Raumes und der vielen Gruppen die im Canyon drin waren, war diese Leistung beachtlich. Der Canyon ist ca. 44m tief und 400 Meter lang. War einer mal im Bild, so hat er ihn freundlich gebeten. Hat das nix gebracht, hat er ihn resolut verscheucht. Der Typ war wirklich lustig. Die Tageszeit haben wir uns extra ausgesucht, da dann die Sonne durch die Löcher in den Canyon scheint und wir so die sogenannten "Light Beams" (Sonnenstrahlen) in ihrer vollen Pracht sehen konnten. Der rote Sandstein fängt dann an richtig schön zu glühen. (farb- nicht temperaturtechnisch). Im Canyon ist es bis zu 10-15 Grad kühler als draußen. In Anbetracht von 35°C+ (geschätzt, da KIA neuerdings keine Temperaturanzeige mehr in ihre Sportster einbaut...), eine Wohltat. Unsere Guide gibt uns auch hilfreiche Tipps wie wir was und wie fotografieren könnten. Er wirft Sand in die Sonnenstrahlen. Das gibt einen schönen Effekt. Die Zeit ist rasend schnell vorbei, und wir machten uns wieder auf die Rückreise zu unserem Ausgangspunkt. Ich durfte diesmal auf dem Schleuderzitz Platz nehmen. Eine irre Fahrt!

Nachdem wir widererwarted den Parkplatz Heil und an einem Stück erreicht hatten, ist es gerade Mittag. Wir beschließen uns den Glenn Canyon Dam anzusehen. Ein Staudamm, der den Colorado-River zum Lake Powell staut.Nach dem Lake Mead, der durch den Hoover Staudamm angestaut wird, der zweitgrößte Stausee der USA. Da der Damm nicht allzugroß war und nicht mit dem Hoover Staudamm verglichen werden kann, sind wir nach einpaar Schnappschüßen weiter gefahren, zur größeren Attraktion am Ort. Der Colorado-Schleife, besser bekannt als Horseshoe Bend. Wir hatten uns dafür das falsche Wetter ausgesucht. Bei brütender Hitze mussten wir einen Hügel erklimmen, und dann noch mal 1200 Meter bis zum Rand laufen (und auch wieder zurück). Der Anblick hat aber für so manche Strapaze entschädigt. Trotz der vielen Leute an diesem Hotspot (noch nie war der Name passender für einen hochfrequentierten Ort wie heute; Temperatur gefühlt 40°C+). Und auch meine speziellen Freunde waren wieder zahlreich anwesend. Das Motto an dem Tag lautete: Trinken, Trinken, Trinken.

Der Eingang zum Canyon. In vorderster Front unser Guide.
Unsere Transportvehikel
Inside the Canyon.
Der Glen Canyon Staudamm
Horseshoe Bend
Das Trinken von Wasser ist in diesen Tagen von äußerster Wichtigkeit. Die Gefahr einer Dehydration ist sehr hoch.

Kapitel 12

Mittwoch, 13.07.2016

Grenzerfahrung

Eine lange Autofahrt, die Längste bis jetzt auf unserer Reise, stand uns bevor. Knappe 250 Meilen mussten wir für unseren nächsten Halt zurücklegen. Das Örtchen Hurricane im Bundesstaat Utah sollte unser Ausganspunkt für den Zion Nationalpark werden. Dieser Park war für uns beide Neuland. Wir haben uns angewöhnt, in unsere Reisen auch neue Punkte einzubauen. Immer wieder nur das Gleiche sehen, wäre eine Zeitverschwendung. Es gibt in dieser Ecke der USA immer wieder Neues, das entdeckt werden kann. Da wir ja den Jahrespass für alle Nationalparks der USA gekauft haben, konnten wir soviele Nationalparks besuchen, wie wir wollten und konnten.

Der heutige Tag war in erster Linie mit Fahren verplant. Wir fuhren vom Bundesstaat Arizona in den Bundesstaat Utah. Auf den Weg nach Hurricane kamen wir an der Navajo Bridge vorbei. Diese Brücken (es sind eigentlich zwei; eine für den Straßenverkehr, und eine nur für Fussgänger) überspannen den vom Colorado-River herausgewaschenene Marble Canyon. Die Brücke ist als sogenannte National Hisroric Civil Engineering Landmark, was soviel heißt wie Historisches Wahrzeichen der Bauingenieurkunst (Wikipedia), betitelt. Die Brücke ist auch leider das Ansehnlichste auf dieser Fahrt. Der Rest ist Einöde. Aber wir können nicht erwarten, dass jede Fahrt landschaftlich einen Begeisterungssturm bei uns auslöst. Auch bei uns gibt es wenig ansehnliche Ecken. Morgen soll dafür ein neues Highlight anstehen: Der Zion Nationalpark.

Navajo Bridge in der Nähe von Lee's Ferry / Marble Canyon
Großes Bild Mitte: Brücke für den Straßenverkehr. Nicht gerade viel los.

Kapitel 13

Donnerstag, 14.07.2016

"35 Grad und es wird noch heißer..."

Tag 13 unserer Westküsten-Reise. Sind wir abergläubisch? Eher nicht. Nach einer Nacht in Hurricane ging es auch schon wieder weiter. Heute stand der Zion Nationalpark auf der Tagesordnung. Der Nationalpark liegt in der Nähe des Örtchens Springdale. Da die Parkplätze im Park immer sehr schnell voll werden, haben wir uns für den (kostenlosen) Shuttle-Bus entschieden. Wir haben das Auto in Springdale an einem Parkplatz abgestellt und sind mit dem Shuttle-Bus in den Park gefahren. Die Sonne war schon früh morgens auf Höchsttouren, das konnte ja lustig werden.

Im Park angekommen, stiegen wir in den nächsten Shuttle-Bus ein. In dem Park fahren Busse bestimmte Haltepunkte an, so dass man ein- und aussteigen kann, wo man will (wie im Grand Canyon). Es sind insgesamt 9 Haltestationen. Man kann alle mit dem Bus abfahren, oder es so machen wie wir: Man steigt in einer aus, läuft bis zur nächsten Station, und steigt da eventuell wieder in den Bus. Wir haben uns dafür entschieden, bis zur letzten Station (Temple of Sinawava) zu fahren, und dann einige Stationen zurück zu laufen. Am Ende des Tages sind wir 2 Stationen mit dem Bus, und den Rest (ca.12 Kilometer) sind wir gelaufen. Der wichtigste Tipp neben guten Schuhwerk ist: Trinken, Trinken, Trinken. Die Temperatur war um 10.00 Uhr Mittgas schon auf über 35 Grad geklettert, und es wurde im Verlauf des Tages heißer. Der Flüssigkeitsverlust ist enorm und schleichend. Man merkt es nicht direkt. Wenn der Durst einkehrt, ist die Dehydration am Beginnen, bei Kopfschmerzen schon fortgeschritten. Das beste Kühlmittel ist und bleibt Wasser, oder auch elektolytische Getränke. Der Körper wird es einem danken.

Wir haben uns gute 6,5 Stunden im Park aufgehalten. Wir hatten noch an dem Tag eine 2-stündige Fahrt zum nächsten Punkt auf unserer Route: Bryce Canyon City. Ausgangspunkt für unseren 4.Parkbesuch. Dem Bryce Canyon.

Zion Nationalpark. Wie die Alpen. Nur ohne den Schnee. Ich bin aber auch kein Berg-Kenner.
Ziemlich viel Wildlife in dem Park. So wie es auf dem letzten Bild aussieht, gibt es auch im Tierreich Umzüge mit Sack und Pack.
Beruhigend. Heute wird nicht mit einer Überschwemmung (Über 35°C; ob die Prognose gehalten werden kann? Ich bin mir da garnicht so sicher)
Zion Nationalpark - Interessante Felsformationen
Zion Nationalpark - Einblicke

Kapitel 14

Freitag, 15.07.2016

Kurz, aber knackig

Wieder hatte der Tag für uns eine neue Erfahrung parat. Der Bryce Canyon war, wie der Joshua Tree Nationalpark und der Zion Nationalpark, Neuland für uns. Oft hatten wir darüber gesprochen, aber als es an die Planungen für die vergangenen Westküsten-Urlaube ging, war von diesem Park dann wieder keine Rede mehr. Diesmal war der Park bei unseren Überlegungen an erster Stelle gesetzt worden. Und wir wurde nicht enttäuscht.

Nach unserer gestrigen Ankunft im Best Western Hotel Ruby's Inn, waren wir nach dem Aufstehen sehr gespannt, was uns denn erwarten würde. Vor dem Hotel fuhr direkt der Shuttle-Bus in den Park, so dass wir das Auto diesmal nicht benötigten. Dem Busfahren kurz unseren Park-Pass gezeigt, und los ging die Fahrt.

Im Park angekommen, sind wir gleich los, um uns den "kleinen Grand Canyon" anzusehen. von den 5 Bushalte-Punkten, waren 4 geöffnet. Der Letzte (Bryce Point) war wegen Umbaumaßnahmen geschlossen. Wir sind einen Punkt mit dem Bus gefahren, und den Rest sind wir wieder gelaufen. Zumal die Punkte nicht wirklich weit auseinader liegen. Den Bryce Canyon kann man, wie den Grand Canyon, von oben (am Rand [Rim] entlang) oder von unten (Canyon) erforschen. Nach dem wir oben fertig waren, wollten wir auch eine sogenannten Trail in den Canyon laufen.

Wir haben uns für dee Navajo-Loop-Trail entschieden. Der war mit 2,16 Kilometern angegeben. Nach den Gewaltmärschen der letzten Tage, erschien uns der hier wie ein Entspannungslauf. Das was dann kam, war so nicht abzusehen.

Zuerst geht es abwärts. Man hat hier schon die ersten tolle Blicke, während man den Canyon hinuntersteigt. Ziemlich tief hinunter. Und auch ziemlich steil. Der Weg ist nicht geteert, sondern ist Natur. Sandstein um genauzu sein. Eine ziemlich staubige Angelegenheit. Es geht immer weiter nach unten. Immer schön an der Wand entlang. Man will ja nicht den Express-Abstieg nehmen. Beim Absteigen dachte ich mir noch: Das müssen wir wieder alles zurücklaufen. Der Rucksack auf meinen Schultern wurde immer schwerer und schwerer. Als wir dann endlich unten angekommen sind, ist der Flüssigkeitsverlust spürbar. Sofort wird nachgetankt.

Da wir uns nicht vorstellen konnten, dass das ein Loop sein soll (also man kommt da wieder raus, wo man losgelaufen ist), und wir für eine größere Tour nicht genug Wasser dabei hatten, überlegten wir kurz, wieder umzudrehen und wieder zurück zucgehen. Zumal wir keine Menschen mehr sahen, die mit uns abgestiegen waren. Wo sind wir denn da gelandet? Wir entschieden uns, noch die nächste Ecke zu nehmen und zu sehen was da noch kommt. Aus einer wurden 5 und wir sahen wieder Menschen! Nein, heute werde wir nicht im Canyon übernachten müssen. Nachdem wir wieder " Back on track" waren kam nun das, was wir befürchtet hatten: Wir mussten wieder rauf. Der Höhenunterschied auf diesem Trail betrug 167 Meter. Als wir endlich oben angekommen waren (am Ausgangspunkt des Trails am Sunset Point) waren wir a.) total durchgeschwitzt, und b.) happy diese Tortour auf uns genommen zu haben. Die Aussicht die wir hatten, war phänomenal. Zu was die Natur in der Lage ist, ist einfach faszinierend. Doch. Dieser Tripp hat sich auf alle Fälle gelohnt.

Nach ca. 3 Stunden fuhren wir wieder ins Hotel. Die Eindrücke waren toll. Wir waren froh, diesen Punkt endlich abhaken zu können. Nächster Punkt morgen: Vegas, Baby!!!!!

Bryce Canyon Nationalpark. Oben am Rim
Sehr schöne Felsformationen. Beim Sonnenunter- oder -aufgang muss sich hier ein schönes Naturereignis abspielen.
Der Blick nach unten ist immer wieder faszinierend. Auf dem letzen Bild ist der Aussichtspunkt "Inspiration Point". Ich habe meinen Geist geöffnet. Von der Inspiration keine verda***** Spur!
Der Abstieg beginnt...
Bryce Canyon - Anblick von Unten.
Nun folgt der Aufstieg....
Bryce Canyon
WIeder oben angekommen.......
Ei verbibbsch!

Kapitel 15

Samstag, 16.07.016

"What happens in Vegas, stays in Vegas"

Nach den ganzen Nationalparks und der Abgeschiedenheit kleiner Ortschaften, kam jetzt das Konstrastprogramm. Es ging nach Las Vegas! DER Partymetropole auf der Welt. Da wir am Samstag angereist waren, und die Hotelpreise am Strip an diesem Tag exorbitant hoch sind, haben wir uns für eine Nacht ein Hotel abseits des Strips suchen müssen. Wir hatten uns bei der Reiseplanung für ein Hotel im "alten" Las Vegas entscheiden. Die Fremont Street war vor dem Aufkommen des Strips das ursprüngliche Las Vegas. Wir dachten, das wäre auch mal eine tolle Erfahrung. Und wir wurde nicht enttäuscht. Die Fremont Street wurde über die Jahre an die neuen Standards in Vegas angepasst. Die Strasse wurde teilweise (5 Blöcke) mit einer neuen, gewölbten LED-Kuppel versehen. Das Kind hat auch einen neun Namen bekommen: Fremont Street Experience. Jeden Abend laufen mehrere Shows darauf ab (nennt sich Viva Vision Light Show). Ob es Queen ist, Bon Jovi, oder wie sie alle heißen. Die Shows sind absolut sehenswert. Dann stellen alle anderen Hotels ihre Outdoor-Aktivitäten ein, alles konzentriert sich auf den Main-Event. Eine weitere Attraktion in der Fremont Street ist die SlotZilla Zip Line. Stahltrosse in einer Höhe von 12 Stockwerken umspannen die Fremont Street Experience. Man wird dann mit einem Geschirr unter die Stahltrosse gehängt und dann geht die Höllenfahrt los. Abgerundet wird das Ganze mit diversen Bühnen, wo Live Musik dargeboten wird. Wenn man Glück hat, schlägt ein ganz Großer auf und gibt ein kleines Konzert. Ich hatte hier schon Kid Rock musizieren sehen.

Auch diesmal waren gute Live-Acts dabei. Die eine Band mit Namen 80s Station war im Stile der 80er Jahre gekleidet und hat Musik aus diesem Jahrzehnt dargeboten. Das war schon mal ein sehr guter Einstieg. Die zweite Band an diesem Tag, die wir uns angetan haben, war dan der absolute Höhepunkt. Der Name dieser Gruppierung: Spandex Nation. Es folgte über eine Stunde feinster Hardrock. Angefangen mit AC/DC's "You shoock me all night long" zu Bon Jovi's " Living on a prayer". Guns and Roses wurden ebenfalls präsentiert. Die Stimme von dem Leadsänger: Phänomenal. Das war Hardrock aus der guten, alten Zeit und ziemlich stark performt. Die Stimmung war top. Es wurde ausgiebig gerockt. Es war jetzt komplett dunkel draußen, um 20:45 Uhr. Die Luft hat immer noch beim Einatmen gebrannt. Die Klimaanlagen der Hotels und Bars liefen auf Hochtouren. Man kam von 40°C plus in Räume die auf 25-26 Grad gekühlt waren. Das war schon extrem. Die Klimaanlagen waren so stark, dass selbst ein Teil der Fremont Street mit gekühlt wurde. Als die Dunkelheit einbrach, erwachte das Kuriositäten-Kabinett in diesem Teil Las Vegas zum Leben. Nun wurde es etwas schräg. Frauen, mit wenig (ganz wenig) Kleidung am Körper hatten ihren Auftritt. Sehr seltsame Kostüme und Personen machten nun ihre Aufwartung.

Es wurde auch protestiert. Die Beziehung zwischen den weißen Polizisten und der schwarzen Bevölkerung hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nachdem in den letzten Tagen mehrer Schwarze durch weiße Polizisten scheins grundlos getötet wurden, hat sich ein Teil der Bevölkerung erhoben. In den Nachrichten konnten wir verfolgen, dass nun die Schwarzen Jagd auf weiße Polizisten gemacht haben. Diese Nation ist, war und wird auch weiterhin tief gespalten bleiben. Der erste schwarze US-Präsident hat hier nichts bewirken können. Das kann aber auch keine Aufgabe sein, für jemand der maximal 8 Jahre im Amt bleibt. Aber dazu braucht es einen breiten Konsenz innerhalb des politischen Spektrums. Und den gibt es nicht. Der niedrige Bildungsstand in der Mittelschicht macht sich auf brutale Art und Weise bemerkbar. Wie sonst können Leute wie McCain, Palin und auch Trump soviele Menschen in ihren Bann ziehen. Bei uns würden diese Personen als das entlarvt was sie sind. Schwätzer ohne Ideen für den Morgen danach. Aber da müßen wir Europäer den Stein nicht zu weit werfen. Was sich im Königreich Britannien abspielt, ist ja kein Deut besser. Da verfällt ein ganzes Land 2 Rattenfängern, und weiß nicht für was es gestimmt hat. Am Morgen danach kommt der Kater als die Leute realisiert haben, für was sie den letztlich abgestimmt haben. Und die Leute, die sie in diese Misere reingequatsch haben, haben nicht die xxx in der Hose, Verantwortung zu übernehmen, sondern verlassen wie Ratten das sinkende Schiff. Das muss so eine angelsächsische Krankheit sein. Meine persönliche Meinung: Reisende soll man nicht aufhalten. Aber den Briten die ganze Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre nicht fair. Vieles davon ist auch in Berlin zu verantworten. Wenn Politik an den Bürgern vorbeigemacht wird, passieren solche Dinge halt. Und das Ende der Fahnenstange ist bei Weitem nicht erreicht. Da ist man zehn Tausende Kilometer vom alten Kontinent entfernt, und muss mit ansehen, das sich ganz verrückte Dinge abspielen. Man begibt sich als EU in Abhängigkeiten von ganz undurchsichtigen Personen. Man gibt seine Prinzipien auf. Das Politik dreckig ist, dürfte jedem bekannt sein. Ich bin nur überrascht, dass es kein Limit gibt, wie Dreckig Dreckig sein kann und darf. Ende mit dem Politik-Talk. Das ist ein Thema für sich.

Bild oben:der sogenannte "Hand-of-Faith"-Gold-Nugget. Namensgeber des Hotels Golden Nugget
Fremont Street Experience
Bild 3. Reihe: Band 80s Station
Street art. Auch exotisches Tanzen in spärlicher Bekleidung ist für mich Street art (falls Feministen über meinen Beitrag stolpern sollten...es wird in der Folge nicht besser, da sein schon mal vorab gesagt)
Beim Akt von Spandex Nation war die Tanzfläche gut besucht.
Cover-Band Spandex Nation
Tanz und Gesang. Eine nette Kombination.
Das Kuriositäten-Kabinett ist eröffnet.
Bild erste Reihe: die nächste Cover-Band mit dem einprägenden Namen Zowie Bowie. Man hätte es auch auslassen können. Bild unten: Selbst Lord Helmchen gab sich die Ehre.

Kapitel 16

Sonntag, 17.07.2016

Hotel, wechsel dich

Der heutige Tag begann damit, dass wir um 10:45 Uhr unser Hotel in der Fremont Street verlassen mussten. Es stand der Umzug in das Hard Rock Hotel an. Das Hotel liegt zwar etwas außerhalb des Strips, aber als Hard Rock Cafe-Fans wollten wir mal in diesem Hotel absteigen. Da wir etwas zu früh dran waren mit dem Einchecken (Check-In ist in der Regel zwischen 14:00 und 15.00 Uhr), wollten wir unser Outlet-Shopping vorziehen. Das dürfte dann von der Zeit dann auch passen. Las Vegas hat zwei große Oulets. Das eine ist das "Las Vegas North Premium Outlets" und das andere, kleinere, das "Las Vegas South Premium Outlets" welches in der Nähe des Flughafens "McCarran International Airport" liegt. Wir sind in das Nördliche gefahren.

Angekommen am Ziel, ging die Parkplatzsuche los. Im Parkhaus war alles voll, obwohl die elektonischen Parkleitsysteme noch 102(!!)freie Plätze angezeigt hatten. Ja wo sind sie denn? Auf jeden Fall war die Butze voll. Es gab zwar unüberdachte Plätze, aber den Wagen mit all unserem Gepäck über mehrere Stunden einer Außentemperatur von über 40°C aussetzen (im Inneren wird es deutlich wärmer), das erschien uns dann doch nicht sicher.

Da die Parkplatzsuche und die Anfahrt entsprechend Zeit von der Uhr genommen hatten, entschlossen wir uns, erst mal in das Hotel zu fahren, einzuchecken, und danach nochmal rauszufahren in das Outlet Center. Lange genug hatten es ja auf (bis spät abends). Angekommen sind wir im Hotel um 14:25 Uhr. Die Erfahrung hat bis jetzt immer zeigt, dass die Räume vor der kolpotierten Check-In-Zeit verügbar waren. Hier war das nicht der Fall. Nach der Registrierung wurden wir auf die Warteliste gesetzt. Unser Raum wäre noch nicht fetig. Wir sollen zwischen 15.00 Uhr und 17.00 Uhr nochmal vorbeikommen(!!). Hard Rock Hotel? Was soll das jetzt? Das sts uns zuvor noch nie passiert. Nach 30 Minunten wagte ich einen weiteren Versuch. Wieder nix! Unsere Nerven waren jetzt ein kleinwenig angekratzt. Zuerst das Park-Fiasko am Outlet Center, jetzt das Check-In-Minidisaster beim Hotel. Wir haben uns dann dazu entschlossen, unser Gepäck im Hotel zu hinterlegen, und ins Outlet Center zu fahren. Es müssten ja Parkplätze in der Zwischenzeit frei geworden sein.

So war es dann auch und wir konnten unsere Einkäufe erledigen. Viel wurde nicht gekauft, das viel auch nicht benötigt wurde. Ich hatte eigentlich nicht vor, einzukaufen, aber ein kleiner, nciht weiter auszuführender Waschunfall mit meiner einzigen langen Hose, hat mich dann doch auch genötigt, mich hier hosentechnisch einzudecken. Mit der kurzen Hose wollte ich nicht wieder zurückfliegen. Wer weiß, mit welchem Wetter uns Petrus in Frankfurt begrüßen würde. Wenn ich an das Abflugwetter denken, schüttelt es mich selbst bei 40°C noch. Nachdem unsere Einkäufe erledigt waren, war es schon 17:30 Uhr. Hunger hatten wir langsam auch. Wehe das Hotelzimmer ist nicht fertig.....

Als wir wieder an der Rezeption aufschlugen, bekamen wir endlich die Schlüsselkarten für das Zimmer. Warum hat das so lange gedauert? Das Zimmer muss ja super sauber sein. Wenn man bedenkt, dass um 11.00 Uhr die Zimmer bei der Abreise übergeben werden müssen. Endlich konnten wir unsere Koffer für 4 Tage mal in die Ecke stellen, ohne jedesmal aus- und wieder auszupacken. Jetzt wären wir est mal für 4 Nächte im selben Hotel.

Viel haben wir an diesem Tag nicht gemacht, da wir von einem anderen Zeitplan ausgegangen waren, den uns das Hard Rock Hotel gehörig auseinander gerockt hat. Wir sind mal kurz um die Anlage herum, in der Nachbarschaft steht ja das Hofbräuhaus Las Vegas. Und auch die obligatorische Hard Rock Gittarte gibt nachts ein gutes Motiv ab. Morgen geht dann die Post ab.

Hard Rock Hotel und Hard Rock Cafe
In Vegas steht ein Hofbräuhaus, oans zwoa, geh weidda....

Kapitel 17

Montag, 18.07.2016

Ein heißer Tag in der Wüste Nevadas

Heute waren wir richtig angekomen in Las Vegas. Heute war der erste Tag am Strip. Heute sollte der Strip erkundet werden. Relativ spät (kurz nach 11.00 Uhr) verließen wir das Hotel, um uns zu Fuß zum Epizentrum Las Vegas zu begeben. Dem Strip. Der Fußmarsch vom Hotel zum Las Vegas Boulevard sind gute 2 Kilometer. Wir entschlossen uns, als erstes links am Boulevard abzubiegen und zum Las Vegas Schild auf Höhe des Flughafens zu laufen (3 Kilometer). An dem Schild ist natürlich immer was los, aber man bekommt erstaunlicherweise gute Gelegenheiten, sein Bild oder seine Bilder zu machen, ohne fremde Leute auf dem Bild zu haben. Nebenan am Flughafen stehen die ganzen Privatjets von der Superreichen. Das ist schon beindruckend, was da für Gerät rumsteht. Wenn man sich vor Augen führt wie "schwer" die Eigentümer sind, wird einem schon anders.

Anschließend sind wir dann den Strip Richtung Norden bis zum ehemaligen Riviera Horel & Casino gelaufen. Vorbei am Mandalay Bay, Tropicana, Luxor, Excalibur, MGM, New York, New York, Hard Rock Cafe, an der neuen Multifunktionhalle "T-Mobile Arena", Monte Carlo, The Bellagio, Paris, Ceasar's Palace, Mirage, The Venetian, Treasure Island, der Fashion Mall, dem Wynn, Encore, und dem ehemaligen Riviera Hotel and Casino (6 Kilometer).

Danach haben wir uns wieder auf dem Rückweg gemacht. Mittlerweile war es schon kurz nach 17.00 Uhr. Die Sonne war mal wieder unbarmherzig. Im Schnit hatten wir über 40°C (unser Hightech-Thermometer aus dem Supermmarkt für knapp einem Dollar hielt uns immer auf dem aktuellen Stand; wie auch die LED-Reklametafeln an Hotels, Fastfood-Läden und Tankstellen). An die 5 Liter Wasser waren bis zu dem Zeitpunkt konsumiert. Beim Essen im Planet Hollywood kamen weiter 4 Gläser Flüssigkeit dazu.

Gestärkt vom guten Essen, ging es wieder zurück zum Hotel. Am Ende des Tages sind wir etwas über 20 Kilometer gelaufen, bei brütender Hitze. Ich hatte dann noch mein obligatorisches Marschgepäck mit knapp 6 Kilos dabei. Noch nie hat sich eine Dusche so gut und erholend angefühlt wie am Abend im Zimmer. Und das war erst der Anfang.

Las Vegas Boulevard. The Strip
Tropicana
Mandalay Bay, The Delano, Luxor
Paramedic-Einheiten wie auf dem ersten Bild, hatten die Tage Dauereinsätze, hauptsächlich wegen Schwächeanfällen und Dehydration. Bild zweite Reihe: Harley Davidson in Las Vegas. Bild letzte Reihe: Aufgrund der Polizistenmorde in den letzen Tagen, ist Halbmastbeflaggung angeordnet worden.
"Welcome to Las Vegas"- Schild
So sehen die Straßen vor Ort aus.
Oberes Bild: die geheimnisvollste Fluglinie der Welt. Es soll sich um Flüge von und zur Area 51 handeln, die knapp 110 Kilometer von Las Vegas entfernt liegt. Ist da was dran? Nachfolgende Bilder: Mandalay Bay, Las Vegas Boulevard, Luxor
Ohne Security läuft hier nix. Das sind private Sicherheitsfirmen, Und die meisten sind bewaffnet. Weitere Bilder: MGM Grand, New York New York, Freiheitsstatue vorm New York, New York. Eine Kühlsäule, die neue Multifunktionshalle "T-Mobile Arena"
Las Vegas Stip
High Roller Riesenrad am Linq Hotel und Casino, Cesar's Palace, The Mirrage
The Venetian
Las Vegas Strip
Las Vegas Strip

Kapitel 18

Dienstag, 19.07.2016

Hoch hinaus

Der heutige Tag fing spät an. Ganz spät. Da wir gestern den Strip hoch und runtergelaufen sind, und leicht kaputt waren, hatten wir beschlossen, den heutigen Tag etwas ruhiger zu begehen. Wir wollten heute große Höhen erklimmen. Der Stratoshere Tower mit seinen 290 Metern und den "The Highroller" mit seinen 28 Kabinen die jeweils bis zu 40 Personen aufnehmen können. Das Rad ist das größte Riesenrad der Welt. Es ist 167,6 Meter hoch und das Rad hat einen Durchmesser von 158,5 Metern.

Da wir nicht schon wieder an die 20 Kilometer laufen wollten, haben wir uns ein Busticket für 8 Dollar pro Person gekauft. Damit können wir 24 Stunden die Busse in Las Vegas nutzen. Im Hotel Paris haben wir den Bus bestiegen. Wie sich später rausstellen sollte, keine ganz so gute Idee. Erstens war der Bus nicht nur voll sondern Übervoll. Zweitens sind wir langsamer vorangekommen als eine Schnecke. Da in Vegas auf dem Boulevard sehr viele Baustellen sind, und es andauernd zu Spursperrungen kommt, herrschte das pure Chaos. Gepaart mit den Fahrkünsten der Einheimischen: Ein Albtraum. Als ob das nicht schon genug wäre, hatten wir auch noch einen medizinischen Notfall an Bord. Eine Frau hatte an Bord des Busses einen Schwächeanfall. Das bedeutete: Bus hält an, die Paramedics rücken an, und wir müssen alle schön aussteigen. Aber die Gesundheit eines Mitmenschen geht natürlich vor. Paramedics sind so eine Art Rettungsdienst.

Die 2 Stationen sind wir dann gelaufen. Frischluft tut gut. Aber nicht in Las Vegas. Nicht nur dass die Temperatur hier konstant in den hohen 30ern ist (im Schnitt 36-37 °C) die Stadt stinkt auch noch. Das, kombiniert mit der heißen Luft ergibt ein teilweise infernales Gemisch. Atmen fällt dann in zweierlei Hinsicht schwer.

Angekommen am Stratosphere Tower konnten wir von unten die Schreie von Oben vernehmen. In gut 383 Metern Höhe können verschieden "Rides" gewählt werden. Wem das Leben zuwenig Adrenalin bietet, ist hier richtig. Wir begnügten uns mit der Aussichtplatform in kanpp 290 Metern Höhe. Da oben pfiff ein schönes Windchen. Aber sehr warm. Da man auf den Tower leider kein Stativ mitnehmen darf und wir bei Nacht oben waren, gab es Schwierigkeiten gute Ergebnisse zu erzielen. Kleiner fotografischer Exkurs: Was kann man machen, wenn man im Dunkeln fotografieren muss, man kein Stativ zur Hand hat, und ein Blitz überhaupt nix bringt, weil das Licht nur ein paar Meter strahlt? Richtig man dreht an den 3 Größen der Fotografie: Blende, Verschlusszeit und ISO. Mit der Blende bestimme ich wie weit die Schärfentiefe (oder auch Tiefenschärfe) reicht. Je größer die Blendenzahl (je kleiner die Blendenöffnung) desto mehr Tiefenschärfe kann erzielt werden. Aber man darf nicht übertreiben. Ab einer gewissen Blendenzahl (so ab 16 aufwärts; je nach Objektiv) setzt die sogenannte Beugungsunschärfe ein. Das Bild wird schwammiger. Mit der Verschlusszeit wird bestimmt, wie lange der Verschluss offen bleibt, und das Bild belichtet wird. Je länger die Zeit, desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Aber wenn man freihändig fotografiert, führt eine lange Belichtungszeit zu Verwacklungen. Die Faustregel besagt, dass die Verschlußzeit 1/n im Vergleich zur Brennweite liegen sollte, damit keine Verwacklung auftritt. Das bedeutet wenn ich mit einer Brennweite von 75mm fotografiere, sollte meine Verschlusszeit den Wert 1/75 Sekunden nicht unterschreiten. Eine längere Verschlusszeit (z.B. 1/60 Sekunden) würde zu Verwacklungen und Unschärfe führen. Wenn man einen Bildstabilisator in der Kamera oder / und am Objektiv hat, so kann man auch 1-2 Stufen unterbelichten (abblenden). Das bedeutet bei unserem Beispiel: 75 mm Brennweite ohne Bildstabilisator 1/80 Sekunden, mit Bildstabilisator 1/60 oder 1/50. Das kommt aber auch auf das Objektiv, den Bildstabilisator und die "Zittrigkeit" von einem selbst an. Der dritte Wert der von uns beeinflusst werden kann, ist die ISO-Zahl. Diese Zahl gibt die Empfindlichkeit des Films (in der Digitalfotografie die des Sensors) an. Je höher die Zahl, desto mehr Licht fällt auf den Sensor in einer bestimmten Zeit. Das heißt, wenn ich mich in einem Gebäude befinde, oder draußen ist es schattig, gehe ich mit der ISO-Zahl nach oben, damit mache ich den Sensor lichtempfindlicher. Das klingt doch gut, oder? Ja, aber auch hier setzt uns die Physik Grenzen. Je höher die ISO-Zahl, desto höher das Rauschen im Bild. Das Bild wird körniger. Also die ISO hochdrehen bis ultimo ist nicht. Auch hier muss Maß gehalten werden. Also kommt es auf die Kombination dieser drei Säulen an. Ab einen gewissen Punkt, muss man Kompromisse machen, und Prioritäten festlegen. Im Zweifel sage ich mir immer: Lieber ein verrauschtes Bild, aber dafür ein Scharfes. Mit einer speziellen Software (u.a Adobe Lightroom) läßt sich viel raushohlen aus einem verrauschten Bild. Wenn aber der Fokus nicht sitzt kann ich im Nachhinein nichts mehr retten.

Nach gut 1,5 Stunden machen wir uns auf den Weg nach unten. Wir wollten noch die zweithöchste Aussicht auf die Stadt genießen. Wir nahmen den Bus Richtung Hotel Paris. Aus dem Bus, ging es schon Richtung "The Linq Hotel und Casino". Wir wollten die 2 Aussichtspunkte unbedingt bei Nacht erklimmen. Wenn die Stadt leuchtet, ist das schon ein schöner Anblick. Als wir sahen, was die für eine Abend-Fahrt verlangen (37 Dollar pro Nase), haben wir beschlossen, morgen bei den Ticketschaltern(Tix4tonight) zu sehen, was so ein vergünstigtes Ticket kostet, und heute nicht zu fahren. Wir haben dann noch ein paar wenige Nachtbilder am Strip geschossen, und sind dann ins Hotel. Morgen wagen wir einen 2.Versuch beim Riesenrad.

Bild Links: Statosphere Tower. Bild Mitte und Rechts: The Highroller
Schöner Klassiker. Stand vor einem MCDonalds der ebenfalls sehr Retro gehalten war. Passend zu dem Auto
Bilder vom Stratosphere Tower
Nachts am Strip

Kapitel 19

Mittwoch, 20.07.2016

Mach nicht so 'ne Welle

Wer seine Grenzen nicht kennt, kann diese auch nicht überschreiten. Ich glaube dass beschreibt den heutigen Tag ganz gut. Eine Wanderung durch feuerrotes Gestein, eine Sonne die nur einen Betriebsmodus kennt und eine Kühlbox, die mit dem Kühlen der Getränke nicht hinterherkommt. Man sollte eigentlich nicht so mit seiner Gesundheit spielen. Aber im Nachinein ist man immer schlauer.

Es war heiß, so richtig heiß. Wie heiß genau kann nur geraten werden. Da unser KFZ ja keine Temperaturanzeige hatte. Aber der Wetterfrosch hat was von 42 Grad vorhergesagt. Leg ich den Verbrauch an Flüssigkeit zu Grunde, die während der Zeit konsumiert wurde, könnte das sogar passen. Der Valley of Fire State Park liegt ca. 90 Meilen von Las Vegas entfernt. Wir wollten den Park ja schon bei unserer Ankunft in Las Vegas besuchen, aber das Auto in der prallen Sonne mit dem ganzen Gepäck bei Außentemperaturen von über 40 Grad abstellen (wenn auch nur kurz) ist generell keine gute Idee. Die Temperatur im Inneren des Autos steigt sehr schnell. Und wer schon mal einen Zwischenfall mit einem explodierten Duschgel hatte, weiß was für eine Sauerei das ist. Dann wäre da noch Sonnenöl, diverse Pflegeprodukte (ja, ab einem gewissen Alter muss Mann auch das ein oder andere Pflegeprodukt an sich ran lassen. Wenn schon Gleichberechtigung , dann für alle Gender).

Bei Außentemperaturen von über 40°C soll man ja sehr viel trinken, um der Dehydration vorzubeugen. Aber es ist ein Naturgesetzt, dass was reingeht auch irgendwann wieder nach draußen will. Und es ist ebenfalls ein Naturgesetz, dass dieser Fall fast immer dann eintritt, wenn es mal so gar nicht passt. Auf einer Fahrt in die Wüste trifft man nicht auf allzu viele Orte, die Anschluss an die Kanalisation haben. Und der Park war noch etwas entfernt.

Murphy’s Gesetzt dürfte ja allen ein Begriff sein. Alle haben schon die ein oder andere Situation erlebt. 15 Kilometer vor dem rettenden Ufer, auf einer ansonsten menschenleeren Straße, taucht vor uns plötzlich ein KFZ auf, dass stur 15 Meilen pro Stunde fährt. Vor uns eine gerade Straße, kein KFZ (außer unsere beiden) zu sehen. Das passt nun gar nicht. Überholen ist auch keine Option, da die Straße zwar gerade war, aber über sehr viele Bodensenken verfügte. Da sieht man nicht wirklich ob Verkehr kommt oder nicht. Außerdem fuhren wir Automatik und da das KFZ auch sonst keine Wurst vom Brot zieht (ja, ich mochte das Auto nicht!), war kein Vertrauen da. So blieb uns nichts anderes übrig, als hinter dem Auto herzufahren und darauf zu hoffen, dass alles Gut gehen würde. Innerlich ließ ich mein gesamtes Repertoire an Schimpftiraden los. Was hab ich der Person vor uns nicht alles an den Hals gewünscht. Ich dachte, die macht das Extra. Ich hätte schwören können, das ist ein altes Ömmaken, die ihren Rollator heute gegen ein KFZ eingetauscht hat, und die örtliche Stauführerin gibt. Angekommen am Park (Gott sei es gedankt!!), will es der Zufall das wir auch noch nebeneinander vor dem WC Parken. Ich denke mir noch: „ Na Omma, wo wollen wir denn hin bei diesen Temperaturen? Ist denn heute kein Bingo im Seniorenheim?“. Beim Austeigen sehe ich wer da wirklich drin saß. Das war keine Oma, das war ein junges Ding. Auch eine Touristin wie es aussah. Egal, es gab wichtigere Sachen zu „erledigen“. Im Überschwang der Erleichterung „danach“ kann es mal passieren dass man Sachen tut oder sagt, die man schon beim Tun oder Sagen bereut. Der Satz: „Gepriesen sind die Scheisshäuser“ fällt in diese Kategorie. Aber man ist ja im Ausland. Zu dumm nur, dass die Person, die einem vorher mit ihrer „Miss Daisy und ihr Chauffeur“-Fahrt zur Weißglut getrieben hat, auch noch aus Deutschland kam. Es gibt halt Situationen, da kommt alles zusammen. Aber ist der Ruf erst ruiniert….. Egal. Nun galt es den Park mit seinen diversen Punkten abzufahren. Der Hauptgrund für diesen Besuch war die „Fire Wave“. Eine 2-farbige Felsformation. Rot-weißer Sandstein. Wenn dann noch die Sonne draufscheint, bietet sich ein tolles Bild. Die Fire Wave steht (noch) im Schatten ihrer berühmten Schwester in. Die Formation trägt den Namen „ The Wave“. Ungezügelter Besucheransturm hat diese Naturerscheinung stark zugesetzt. Deshalb ist man dazu über gegangen, Besuchergenehmigung (Permit) für max. 20 Personen am Tag auszustellen. Man kann sich dafür im Internet einen der wenigen Plätze sichern, wenn man Glück hat. Diese Genehmigungen sind heiß begehrt.. Man kann auch im Büro der auszustellenden Behörde an einer Lotterie für 10 Plätze am Folgetag sien Glück versuchen.

Der Valley of Fire-State Park ist nicht sehr groß, im Vergleich z.B. Grand Canyon oder Yosemite. Man kann aber auch dort sehr lange verweilen. Die Hauptpunkte (u.a Elephant Rock, Seven Sisters) sind bequem per KFZ anzusteuern. Bei der "Fire Wave“ muss ein Stück gelaufen werden. Bei den Temperaturen, die dort um die Jahreszeit (Juli) herrschen, ist das sehr schweißtreibend. Die Spuren des Tages sind in Form von weißen Streifen auf dem T-Shirt / dem Hemd zu sehen. Aber für uns war es die Tortur wert. Wenn man genug zu trinken dabei hat, lässt sich das aushalten. Und am Abend kann man sich auch mit einem guten Essen „belohnen“. Nach so einem Tag hat man sich sein Essen verdient. Nach ein paar Stunden im Park, ging es auch wieder zurück. Denn der Tag war noch lange (wie lange konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen..) nicht zu Ende.

Da es unser letzter kompletter Tag in Las Vegas war, wollten wir nochmal den Strip bei Nacht genießen und ein paar Fotos schießen. Wir sind direkt nach dem Valley of Fire State Park in die Stadt gefahren, und haben uns im Hotel The Orleans, abseits des Strips, ein Buffet gegönnt. Jedes Hotel am Strip bietet ein Buffet an . Die Auswahl wie auch die Preise sind sehr unterschiedlich. Man kann für ein Abendessen am Buffet locker an die 30 Dollar pro Person liegen lassen. Dabei gilt die Faustregel: je näher am Epizentrum von Las Vegas, desto teurer das Buffet. Beim letzten Besuch 2013 sind wir dann auf das Buffet im The Orleans Hotel & Casino gestoßen, und sind nicht enttäuscht worden. Das Essen war wie immer hervorragend und mit knapp 17 Dollar pro Person für ein Abendessen dieser Qualität absolut zu empfehlen. Wir waren durch unseren Parkbesuch ausgemergelt und haben unsere Speicher wieder auffüllen müssen. Insbesondere die Flüssigkeits-Speicher.

Gut gestärkt sind wir dann mit dem KFZ ins Parkhaus des Hotels Planet Hollywood gefahren, da um 21.00 Uhr die Show vor dem Mirage stattfand, und wir eine halben Stunde vorher mit dem Essen fertig waren. Um ins Hotel zurückzufahren und dann, wie sonst auch zu Fuß zum Strip zu laufen, war keine Zeit. Da die Hotels in der Regel kostenloses Parken erlauben, war das für uns praktisch. Diesmal hatten wir ein Stativ dabei. Das erlaubt scharfe Bilder, da man bei den Lichtverhältnissen nicht genug Verschlusszeit hat, um Verwacklungsfrei abdrücken zu können. Vorm Bellagio haben wir uns nach der Vulkan-Show am Mirage niedergelassen. Die Wasser-Fontänen-Show ist einfach immer wieder sehenswert. Und da waren sie wieder. Meine speziellen Freunde aus Fernost. Ob man seinen Platz abgesteckt hat und ein Stativ aufgebaut vor einem steht, ist denen egal. Zur Not wird jede Ritze die man vor einer Sehenswürdigkeit frei lässt, genutzt. Ob dabei das Stativ angerempelt wird, und die Aufnahme somit unbrauchbar ist, ist denen sowas von egal. Ich war kurz davor mir so einen Kollegen zu schnappen und ihm mal mein griechisches Temperament vorzustellen. Aber im letzten Moment muss eine nonverbale Kommunikation in Gang gesetzt worden sein, die es dem Kollegen aus Asien verdeutlicht hatte, dass hier neben dem Vulkan am Mirage-Hotel ein weiterer, für ihn gefährlicherer, kurz vor der Eruption stand. Mit ganz fatalen Folgen für ihn. Und er ward nicht mehr gesehen.

Die Show am Bellagio haben wir uns 2-3 Mal angesehen. Sind dann weiter zum Hotel Paris, New York, New York, The Cosmopolitan, MGM, Hard Rock Cafe. Ins Hotel sind wir dann um 3.00 Uhr morgens(!!). Mein Bett hab ich an diesem (eigentlich war es schon der nächste Tag) um 5:30 Uhr gesehen. Man war das eine Tour. Aber das war es absolut wert. Wann kommt man denn schon nach Las Vegas? (Ironie aus.)

Valley of Fire State Park
Großes Bild: der Elephant rock
The Fire Wave
Las Vegas Strip bei Nacht
Fountains of Bellagio
Bellagio Las Vegas
Mirage, Caesar's Palace, Paris
Bellagio, The Linq, Planet Hollywood, Paris, Aria, Bellgio / Caesar's Palace
Las Vegas Boulevard, New York New York, MGM
Ein schöner, alter Chevy vor dem Tropicana, Excalibur, Monte Carlo, ein Ort der Frauenherzen höher schlagen lasst.

Kapitel 20

Donnerstag, 21.07.2016

"...It's been a long road. Getting from there to here"

Heute mussten wir Las Vegas bis auf Weiteres „Lebe wohl sagen“. Aber getreu dem Motto: „Come back soon“ bin ich mir sicher, dass das irgendwann wieder der Fall sein wird. Der nächste Punkt auf unserer Reiseroute stand an. Bishop, Kalifornien. Von hier aus würde es in den Yosemite Nationalpark gehen. Die Fahrt von Las Vegas nach Bishop führte uns durch den nächsten Nationalpark (unseren 5. auf der Route.) Zum x-mal regte mich das tierisch auf, dass die Rostlaube die wir gemietet hatten, kein 0815-Temperaturanzeiger verbaut hatte, so dass wir auf altertümliche Methode die Temperatur messen mussten: mit einem Thermometer aus dem Supermarkt mit der unser Omma annodunnemals das Wasser in der Holz-Badewanne gemessen hatte.

Unser erster Punkt im Death Valley Nationalpark war der Zabriskie Point. Die Temperatur war schon kurz nach 14.00 Uhr unerträglich. Die 40°C hatten wir da locker gerissen. Es wehte ein heißer Wind, das Atmen durch Mund / oder Nase war beschwerlich. Der Schweiß floss in Strömen. Und es sollte ein weiterer, viel heißerer Punkt auf unserer Reise durch den Death Valley Nationalpark folgen. Wir fuhren weiter zum Badwater Basin. Dieser Punkt in der Salzwüste liegt knappe 90 Meter unter dem Meeresspiegel und ist der tiefste Punkt Nordamerikas. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Auf dem Bergmassiv oberhalb des Basins ist eine Markierung in den Fels geschlagen. Es ist der Level des Meeresbodens. Da kriegt man schon ein komisches Gefühl wenn der Nullpunkt 90 Meter ÜBER einen ist. Aber das war nicht das einzige Bemerkenswerte an diesem Punkt. Wir wollten die Temperatur mit unserem Thermometer aus der Zukunft messen, aber die Skala auf dem Thermometer reichte nicht aus. Bei 50 (!!!) °C war Schluss. So schnell konnte man gar nicht Flüssigkeit zuführen, wie sie aus unzähligen Poren wieder hinausfloss. Das war für mich eine kleine Grenzerfahrung. Und jetzt stellen wir uns alle mal vor, da gibt es Menschen die laufen einen Ultramarathon durch diese Wüste. Ich bin mir nicht sicher, ob man die Teilnehmer und die Verantwortlichen auf ihren Geisteszustand hin überprüft hat. Das kann doch nicht normal sein. Wenn es beim Einatmen im Mund und Nase brennt, kann die Ausführung hochanstrengender Aktivitäten nicht gesund sein. Da man es nicht lange in dieser für den menschlichen Körper feindlichen Umgebung aushält, sind wir weiter gefahren. Bishop liegt knapp 270 Meilen von Las Vegas entfernt. Dafür werden laut Navi 7 Stunden angegeben. Dieser Tag war anstrengend. Aber auch sowas muss mal sein. Mit dem richtigen Ziel vor Augen, lassen sich solche Touren leichter ertragen. Und unser großes Ziel war San Francisco. Noch 2 Tage….

Zabriskie Point, Death Valley Nationalpark
Badwater Basin, Death Valley National Park. Bei 50°C macht unser Hightech-Thermometer schlapp.

Kapitel 21

Freitag, 22.07.2016

Auf der (vergeblichen) Suche nach Meister Petz

Der heutige Tag war der letzte in der Abgeschiedenheit der amerikanischen Kleinorte. Ab morgen würde die Zivilisation auf uns warten. Doch noch hatten wir heute ein straffes Programm zu absolvieren. Um 7:30 Uhr war die Nacht zu Ende. 20 Minuten später waren wir im KFZ unterwegs in den Yosemite National Park. Wir hatten uns für den östlichen Eingang über den Tioga Pass entschieden und wollten einmal durch, von Ost nach West. 2004 waren wir das erste Mal im Yosemite Nationalpark, sind ebenfalls über den Tioga Pass rein, aber nach kurzer Zeit wieder raus, weil wir unter Zeitdruck standen. Das Ergebnis einer unzureichende Planung und Vorbereitung. Das sollte uns nie wieder passieren.

Vor der Abfahrt auf den Tiopa Pass, kommt man am Mono Lake vorbei. Dieser See ist ein Natronesee. Er ist sowohl alkalisch wie auch salzhaltig. Es haben sich am Ufer sowie im See selbst Salzkristalle zu Türmen aufgebaut. Ein bizarres Gebilde. Als wir das erste und letzte Mal in der Gegend waren, sind wir nur hastig daran vorbeigefahren. Heute sollte es ein etwas längerer Aufenthalt sein. Die Lebensbedingungen im See sind sehr speziell. Das Leben in und um den See hat sich in vielen Epochen angepasst. Ein Freiwilliger (Volunteer) steht für Fragen jedweder Art um den Mono Lake zur Verfügung. Das sind Privatpersonen, die sich unentgeltlich dazu bereit erklärt haben, ihre Freizeit für ihre Passion zu opfern. Ich hab das in Deutschland, oder generell in Europa so in der Form noch nicht gesehen.

Nach 30 Minuten ging es auch schon weiter. Unser Hauptziel war ja der Yosemite Nationalpark. Wenn man vor der Auffahrt in den Park steht, ist das ein schöner Anblick. Ein hohes Bergmassiv breiten sich vor einem aus. Bis in Mai hinein ist der Tioga Pass, der auf über 3000 Meter liegt wegen der riesen Schneemassen gesperrt. Die Sperrung gilt in der Regel von Mitte / Ende September an, je nach Wetterlage. 2007 konnten wir u.A. aufgrund von Wetter nicht in den Park. Wenn man die aktuellen Temperaturen sieht, sollte man nicht glauben, dass bis Mai meterhoch der Schnee auf diesem Pass steht. Der Andrang war heute groß. Sehr viele Campingplätze im Park waren wegen Überfüllung geschlossen. Aber wir wollte ja nicht campieren, sondern der Park durchqueren.

Wir hielten an diversen Stationen an, um die Landschaft zu genießen, einpaar Bilder zu machen und die Karte zu studieren, die wir am Parkeingang erhalten haben. Im Park selber darf man keine Abneigung gegen Serpentinen haben, denn die gibt es hier zu Hauf. Der Höhenunterschied denn man bewältigen muss ist enorm. Der höchste Punkt im Park liegt auf über 3500 Meter. Das, in Verbindung mit vielen, zum Teil steile Kurven, mit Straßen, die diese Bezeichnung definitiv nicht verdient haben, stellt eine Belastung für Ohren (Höhenunterschied) und Magen dar. In den letzten USA-Reisen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass die Amerikaner eine mitunter extrem schlechte Infrastruktur haben, und nicht gewillt sind, diese in naher Zukunft oder überhaupt zu verbessern. Der Amerikaner gibt sich mit der aktuelle Lage, hin. Bis er mal sein Land der unbegrenzten Möglichkeiten verlässt, und sich die Situation im Ausland ansieht. Da kann man dann schon neidisch werden. Straßen, die nicht kaputt sind, Strommasten die nicht aus Holz sind, Klospülungen, die den Namen auch verdienen. Und, und und. Für ein Land das für sich in Anspruch nimmt, das Rad erfunden zu haben, sie sie ganz schön rückständig in vielen Bereichen des täglichen Lebens.

Wir fuhren den Tioga Pass durch bis ins Yosemite Valley. Die Landschaft die sich uns bot, war schlicht und ergreifend atemberaubend. Es bietet sich ein Panorama das man nicht beschreiben kann. Ins Bild bekommt man das auch nicht wirklich. Das muss man erlebt haben. Ein Anblick, an dem man sich, auch nach dem x-mal nicht satt sehen kann. Klare Bergseen, imposantes Felsmassiv, dichte Wälder, mächtige Wasserfälle, gespeist durch die Schneeschmelze in den Bergen. Das Auge kommt einfach nicht zur Ruhe. Für Bergfreunde, und nicht nur für die, ist dieser Park sehr zu empfehlen. Man kann hier mit dem Auto den Park erleben, es gibt aber auch die Möglichkeit, den Park zu durchwandern. Camping ist in diesem Park auch eine Möglichkeit, seine Zeit im Park zu verbringen. Man sollte aber immer bedenken, dass man hier auch auf Wildtiere treffen kann. Bären sollen in dem großen Parkgebiet ihren Lebensraum haben. Nahrungsmittel müssen über Nacht in bärensicheren Container verschlossen werden. Tut man das nicht, begibt man sich in Gefahr. Auf Schildern wird davor gewarnt, dass Bären auch ein Auto mal kurz und klein schlagen können. Die Kraft dieser Tiere ist enorm. Man geht ihnen besser aus dem Weg. Äußerst gefährlich wird die Situation, wenn die Bären-Mama mit ihrem Nachwuchs durch die Wälder streicht. Da sollte man als Mensch sehr weit entfernt sein. Bärenmütter kennen in dieser Situation nur eine Option: Attacke! Und diese Tiere sind wahnsinnig schnell. Man sollte sie nicht unterschätzen. Auch sollte man es tunlichst vermeiden, diese Tiere zu füttern. Haben sie sich erst an den Menschen gewöhnt, ist die Hemmschwelle beim Tier nicht mehr gegeben, und die Situation kann im äußersten Fall dazu führen, dass Park Ranger das Tier erschießen müssen, weil es zur direkten Bedrohung für den Menschen geworden ist. So muss das Tier den Preis für die Dummheit des Menschen zahlen. Der Mensch ist nicht alleine. Zumindest nicht auf dieser Welt. Nicht der Mensch ist es der geschützt werden muss vor dem Tiere, es ist eher andersrum. Wir hatten auf dieser Tour keine Bären sichten können. Glück für beide, würde ich sagen.

Am Valley angekommen, haben wir gleich ein paar Wasserfälle angesteuert. Der erste in der Reihe war der Bridalveil Fall an den Cathedral Rocks. Im September, dem Zeitraum indem wir üblicherweise die letzen Male in den USA Urlaub machten, waren alle Wasserfälle trocken, da die Schneemaßen alle schon geschmolzen waren, und wir nur trockene Flussbetten gesehen hatten. Für uns war das das erste Mal, das wir an den Wasserfälle auch Wasser gesehen haben. Ein toller Anblick. Der Park war sehr gut besucht an dem Tag. Alle Camping-Plätze waren voll, auch die Parkplätze für die Tagesbesucher waren nahezu voll. Wenn man sich die Fläche dieses riesigen Parks vor Augen führt (3081 Quadratkilometer), eine unfassbare Zahl an Autos und Menschen. Wie in fast jedem National Park in Amerika, gab es auch hier Shuttle-Busse, die die Menschen von einem Aussichtspunkt zum nächsten fuhren. Da die Parkplätze an den Punkten die wir sehen wollten, voll waren, haben wir uns für die Shuttle-Bus- Variante entschieden. Das Auto an einem freien Stellplatz in einem der zig Parkplätze abgestellt, und dann den Bus zu dem Upper Yosemite und dem Lower Yosemite Fall genommen. Natürlich war auch dieser Ort hoffnungsvoll überfüllt. Aber ein paar Bilder konnten trotzdem gemacht werden. Weiter ging es dann auf dem Glacier Point, hoch oben im Park. Die Fahrt dahin führte uns auch an einen weiteren Punkt, den wir sehen wollten, den Tunnelview Point. Hier hat man einen schönen Blick auf die „Hauptattraktionen“ im Park, links „El Capitan“ (2307 Meter), rechts „Half Dome“ (2693 Meter) und in der Mitte einen wunderschönen dichten Wald. Dieser Punkt ist in jedem Yosemite-Besuch ein Muss für uns. Der Blick ist phänomenal. Nach ein paar Bildern ging es auch schon wieder weiter in Richtung Glacier Point. Auf eine Höhe von 2199 Meter. Diese großen Höhenunterschiede machen sich in den Ohren bemerkbar. Das kann schon mal richtig schmerzen, wenn man nicht für Ausgleich sorgt. Kauen hilft da ungemein. Mit diesem Problem ist man ja beim Fliegen auch konfrontiert. Wenn der Flieger beim Start schnell an Höhe gewinnt und der Druckausgleich in der Kabine einsetzt, muss man dem auch mit Kauen entgegenwirken. Mittlerweile hat die Industrie auf dieses Problem reagiert, und angepasste Ohrstöpsel entwickelt. Die Dinger sehen abenteuerlich aus. Dann doch lieber kurz kauen, egal ob auf einen Kaugummi oder nur so.

Als wir oben angekommen sind, war das wie im Kino, wenn der Vorhang aufgeht und der Film beginnt. Vor uns breitete sich die Natur in ihrer vollen Pracht aus. Ein Anblick, der nicht in Worte und Bilder zu fassen ist. Einfach wunderschön. Nicht mal Picasso hätte das besser malen können, wenn die Szenerie denn gemalt gewesen wäre. Man kann versuchen, für den Anblick Worte zu finden, ich kann es nicht. Man müsste eine lyrische Ader haben, um hier Worte zu finden, die diesem Anblick auch nur ansatzweise gerecht werden. Ich kann nur jeden empfehlen, der eine Reise in die Südwest-Staaten der USA macht, diesen Park in seine Reisepläne mit einzubeziehen.

Nach über 8 Stunden im Park, sind wir weiter nach Fresno gefahren. Von hier aus wollten wir am Folgetag unsere Endstation für diesen Urlaub ansteuern. Das Highlight schlechthin. „The City by the Bay“, die Schönheit am Pazifik, von der es unter anderem heißt: „Wenn du nach San Francisco gehst,trage Blumen in deinem Haar.“. Für mich persönlich ist San Francisco die zweitschönste Stadt der USA. Aber mit gaaaanz knappen Rückstand (0,00000000001 Punkte oder so) auf meine Nummer eins: New York. Diese zwei Städte sind für mich das Schönste was dieses Land zu bieten hat. So unterschiedlich diese zwei Städte auch sind, für mich persönlich ist es jedes Mal aufs Neue „Liebe auf den ersten Blick“. Dieses Gefühl, wenn man was zu ersten Mal sieht, und sofort eine Verbindung dazu hat. Eine Person, die man zum ersten Mal sieht, und sich in sie verliebt. Ein Ort, in dem man sich wohl fühlt, sich heimisch fühlt. Und das tausende Kilometer von seinem Lebensmittelpunkt entfernt. Tony Bennett spricht mir aus der Seele wenn er singt: „ I left my heart in San Francisco“. Ich hab mein Herz in San Francisco und New York gelassen. Emotion aus.

Mono Lake
Yosemite National Park
Yosemite National Park
Yosemite National Park

Kapitel 22

Samstag, 23.07.2016

Endlich am Ziel

Der heutige Tag sollte noch mal richtig anstrengend werden. Die längste Fahrt von Fresno über Paso Robles, dann auf den Pacific Highway Number 1 RIchtung Norden. Am Big Sur vorbei nach Monterey und dann nach Fremont vor den Toren San Franciscos. Insgesamt über 568 Kilometer. Wenigstens war die Aussicht respektabel. Der erste Sightseeing-Punkt war in San Simeon "Piedras Blancas Elephant Seal Rookery". Eine See-Elefanten Kolonie. Lange konnte man es dort aber nicht aushalten. Erstens pfiff ein fieser Wind, der einen auch schnell abkühlte, und zum anderem stank es dort infernalisch. Diese Tiere sind nicht die bestriechenden im Tierreich. In San Simeon ist auch das Hearst Castle. Eine schlossähliche Anlage, gebaut vom Zeitungsverleger William Randolph Hearst in den 1920er Jahren. Heuter ein Museum, dass man für ca. 20-25 Dollar Eintitt besuchen kann. Für uns war das nix.

Für uns ging es weiter zur den Mc Way Falls im Julia Pfeiffer Burns State Park. für 10 Dollar kan man auf dem Parpkatz im Park parken, oder man macht es wie alle anderen auch: Man parkt am Seitenstreifen des Highway #1 und umgeht so die Kosten. Ob das legal ist, weiß ich nicht. Wir sind nicht aufgeschriebn worden.

Nächster Stop: Die Bixby Creek Bridge. Eine Stahlbeton-Bogenbrücke aus dem Jahre 1932. Beliebtes Fotomotiv. Und da sich der Nebel jetzt so schön über der Küste legte, hatte dieses Motiv auch was mystisches. Auch hier war das Parken abenteuerlich, denn man musste das Auto auf einer staubigen und abschüssigen Position abstellen. Wenn da einer beim Parken zu viel Gas gibt, fahrt der bis zum Fundament der Brücke. Und die ist 79 Meter hoch. Der zweite gefährliche Part ist, man muss den Highway überqueren, um auf die dem Pazifik zugewandte Seite zu kommen, und dann wieder zurück.

Weiter ging dei Reise zum 17-Mile-Drive in Monterey. Diese Strasse für durch Villen und Golfplätze vorbei. EIntritt für diesen Rundkurs sind 10 Dollar. Die Hauptattraktion in diesem 17-Mile-Drive ist die sogenannte Lone Cypress. Diese einsame Zypresse steht dort seit 250 Jahren und trotzt den Gezeiten.

Insgeamt gibt es 21 Punkte, die man besichtigen kann. 5 davon sind Golfklubs. Sehr dekadent das Ganze. Ein mal rum um den Drive und dann die letzte Etappe nach Fremont. Als wir am Hotel ankamen, waren wir knapp 13 Stunden auf den Beinen. Nun hieß es kurze Stärkung und dann ab ins Bett. Ab morgen würde der Urlaub noch mal zum letzten Hallali für diesen Urlaub blasen. 6 Tage am Stück. Wie schnell auch die schönsten 4 Wochen des Jahres vergehen können. Aber noch haben wir eine knappe Woche. Und die werden wir bis aufs Letzte genießen. Schließlich muss das wieder für eine ganze Weile ausreichen.

Piedras Blancas Elephant Seal Rookery, San Simeon
McWay Falls, Julia Pfeiffer Burns State Park
Bixby Creek Bridge, Big Sur
Lone Cypress, 17-Mile Drive, Monterey

Kapitel 23

Sonntag, 24.07.2016

“The coldest winter I ever spent was a summer in San Francisco"

Heute war es soweit. Der erste Tag in San Francisco stand auf dem Programm. Sehr früh warene wir aufgestanden, konnten es kaum erwarten, in die vertraute Umgebung einzusteigen. Über die Oakland Bay Bridge auf der I-80 in Richtung San Franciso. Und da war er! Sechs mal musste ich in diese Stadt reisen, um ihn einmal zu sehen. Ihn, der mit seiner Anwesenheit, jedes Szenerie bereichert. Der jede Struktur in ein mystisches Licht taucht. Der Nebel hat die Golden Gate total verhüllt. Ich kannte diese Bild nur von Erzählungrn und Bildern im Internet. Mit persönlich war es vergönnt. Bis jetzt. Der Anblick des verhüllten, ja teilweise unsichtbaren Wahrzeichens dieser Gegend, ja der westlichen Hemispähre war hinter einen dichten Vorhang verborgen. Wann würde sich dieser Vorhang öffnen und den Blick auf die markanteste Brücke der westlichen Welt feigeben?

Es war kühl an diesem Sonntagmorgen des 24.07.2016. Keine 20 Grad zeigte die Werttervorhersage für heute früh an. Bis zum Mittag sollte das Thermometer nicht wesentlich steigen. Wir machten uns keinen Kopf darüber, schließlich haben wir hier in dem Land Temeperaturen von über 50°C erlebt. Das gibt sich. Hier möchte ich gerne ein Zitat eines meiner Lieblings-Comedians benutzen: Auf Kies gefurzt!! Der heutige Tag wird in das Urlaubstagebuch mit den tiefsten Temperaturen im Urlaub in die Analen eingehen. Wir haben heute teilweise extrem geforen. Wir habtten uns im Laufe des Tages eine leichte Jacke angezogen, die wir, so hatten wir uns das schön vorgestellt, im Laufe des Vormittags ablegen, wenn die Sonne wieder ihre Arbeit verrichtet. Tja, heute wurden wir einer Illusuion beraubt. Das Wetter bleibt die nächten Wochen so, und das ist leider normal. San Franscico liegt zwischen 2 Tälern. Eins davon ist Weinanbaugebiet Napa Valley. In den Sommermonaten liegen die Temperaturen in diesen Tälern bei über 100°F was ungefähr 38°C beträgt. Der Nebel zieht nach San Francisco und somit sid die Sommermonate sehr kalt. Die beste Jahreszeit für San Francisco ist der Zeitraum September / Oktober, da dann die zwei Täler abgekühlt sind. Na toll, und meine einzige lange Hose ist beim Waschen kaputt gegangen. Was solls, dan wir halt nachgerüstet.

Als erstes haben wir unser KFZ am Fort Mason-Parkplatz abgestellt. 14 Dollar waren dafür zu entlöhnen. Dafür stand das Auto auch den ganzen Tag dort. Auf dem Parkplatz ist Sonntags immer der sogenannte Farmesmarket. Da präsentieren die lokalen Landwirte ihre Produkte. Wir sind umgehend zum Pier 39 gelaufen, da wir um 11:30 Uhr eine Fähre nach Alcatraz besteigen mussten. Es galt die Gefängnisinsel " The Rock" zu besuchen. 2013 hatten wir die Insel von vorneherein ausgelassen. Wie sich später rausstellte, auch wennw ir wollten, wir konnten die Insel nicht besuchen, weil just in dem Zeitraum wo wir in den USA waren, kam es zu haushalttechnischen Problemen in den USA. Und da sich Regierung und Kongress nicht einigen konnten, wurde ein Großteil der Staatsdiener in den Urlaub geschickt. Mit der Konsequenz, dass z.B. alle Nationalparks (u.A ist Alcatraz dieser Behörde unterstellt) geschlossen waren.

11.juni 1971 unblutig räumDiesmal sollte es wieder auf den Fels gehen. Die Überfahrt auf dem Deck war ar****kalt. Der Wind auf dem Wasser, bzw. der Fahrtwind auf dem Schiff ist schon kalt. Wenn dann die Außentemperaturen im Keller sind, wird aus einem kalten WInd ein ar***kalter WInd. Die Finger waren taub. Die Fahrt dauerte um die 15 Minuten. Der Kahn war voll. Gut das wir im Voraus gebucht hatten. Kurzentschlossene hatten Pech. Nächste verfügbare Tour wäre der 25.August (!!!). Auf der Insel angekommen, gingen wir auch schon ins Innere. Als erstes lieg ein kleiner Film über die Geschichte der Insel. Diese ist sehr bewegt. Angefangen von der Insel als Militär-Fort im Bürgerkrieg, im zweiten Weltkrieg als Schutz der Bucht vor den Invasoren (die nie kamen). Anschließend wurde aus der Militäranlage, ein Gefängnis (1930er) für die schlimmsten Verbrecher der USA. Anfang der 60er Jahre wurde Alcatraz schließlich geschlossen. Offiziell wegen zu hohen Betriebskosten.1 1/2 Jahre später die Insel durch Vertreter des Sioux-Stammes besetzt. Man wollte so erreichen, dass die Indianer Stammesgebiete von der Regierung in Washington zurückbekommen würden, die nicht mehr genuzt würden. Immer mehr Indianer schlossen sich dieser Besatzung an. Die Regierung der USA ließ die Insel am 11.Jini 1971 ohne Blutvergießen räumen. Diese Besatzung führte im anchluss dazu, dass die Indianer wieder Land von der US-Regierung zurückbekamen (ob das so eine gute Idee war? Die Leute sind keine schlechten Kaufleute. In Indianergebiete ist alles eine ganze Ecke teurer.) Mittlerweile sind Indianerstämme sehr wohlhabend. Unter anderem gehöhrt die HardRock-Cafe-Kette einem indianischen sTamm. Seitdem wird in diesem Bereich extrem expandiert. Indianer dürfen Casinos unabhängig von der Kontolle der US-Behörden betreiben.

Eine Audio-Tour in verschienden Sprachen (auch Deutsch) führt den Besucher durch die wichtigsten Stationen auf der Insel. Ehemalige Wärter und Insassen kommen zu Wort. Das alles ist sehr interessant gemacht Der Gang nach draußen in die Außenalangen war heute der sprichwörtliche Kampf mit den Windmühlen oder besser gesagt mit dem Wind. Da pfiff eine steife Brise vom Meer her. Das war schon extrem. Also wurden die Fotos mehr von innen wie von draußen gemacht. Nach der Tour sind wir dann wieder mit der nächsten Fähre aufs Festland gefahren. Der Aufenthalt auf der Insel waren knappe 2 Stunden. Wir kannten ja bereits auch Vieles.Zurück auf dem Festland, sind wir noch ein wenig auf dem Pier 39 umhergelaufen. Anschließend haben wir einen Voucher für eine Sightseen-Tour by Night (um 18.00 Uhr; so dunkel ist es da nicht...) eingetauscht. Als wir den Bus bestiegen, ahnen wir schon das Unheil. Es ist ein offener Doppeldecker (zumindest oben ist da nüscht mehr; hat starke Ähnlichkeit mit dem Autor dieses Blogs...). Und das obwohl es auch so scho nkalt war. Na das wird lustig. Die Tour geht knapp 70 Minuten. Vo der Columbus Avenue geht es direkt zur Bayridge. Bis wir dort sind, erlärt unser Guide eine Hintergrund Story nach der anderen. Teilweise ist er uns einwenig zu schnell. Der Mann hatte Comedy-Potenzial. Echt toll. Wir befuhren die Oakland Baybridge Richtung Buena Yerba. Von Dunkelheit immer noch keine Spur. Bei uns macht aber ein anderer Umstand Probleme: Wir müssen dringend was Abtragen, abe weit und breit keine Toilette. Auf der Baybridge ist sogar das Halten verboten. Auf Treasure Island angekomen, können es andere auch nicht halten. Schlussendlich müßen die Sauberkeitsstandards kurz ausgesetzt erden. Denn die Natur ist ungedultig..

Aber zum Glück gibt es auf Buena Yerba die Möglichkeit, sich zu erleichtern. Gesagt getan. Nun konnte es nach wieder zurück in die Stadt gehen. Der Wind hat uns stark abkühlen lassen. Nach dem Abschluss der Tour sind wir dann auch nach Hause gefahren. Der erste Tag in San Franciso war geschafft. Morgen folgt eineweitere Premiere: unser ersten Baseball-Spiel. Na da sind wir aber gespannt.

Nun ein wenig Klartext: Je länger ich mich in diesem Land aufhalte, desto mehr mache ich Erfahrungen, die ich so nicht für möglich gehalten habe. Dinge, die bei uns selbstverständlich sind, sind es hier nicht. Und das ist ein Problem. An unserem Auto blinkte die Reifendruck-Warnlampe. Das bedeutete: an die Tanke und nachsehen, ggf. die Reifen aufpumpen. Doch hier wir die ganze Sache bizzar. Mitten im dunkelsten Eck von Oakland suchten wir eine Tanke. Das war genau so eine Gegend wie man sie aus Krimi-Serien sieht. Und zwar die Szenne am Anfang, wo dann die Kreidestriche auf der Strasse So sind wir das von Deutschland gewohnt. Hier kostet sogar die Luft ein paar Dollar(!!??). Bei uns fährt man an die Tanke und kann nachlesen wieviel Druck im Reifen ist. Nicht hier. Nicht das gefühlt jedes zweite mit Strom betriebene Gerät in diesem Land "Out of Order" ist, sehe ich auch nicht dass diese Mißstand behoben wird. Zurück zu unserer Geschichte. WIr wollen den Reifendruck messen. Der eine hat kein Luft in seiner Tanke. Jemand hätte den Luftschlauch kaputtgemacht. Der andere, hat keine Messeinrichtung auf Luftdruckschlauch. Woher soll ich den wissen wo und wieviel Luft im Reifen ist? Soll ich raten? Drinnen erklärt mir der freundliche, aber leicht nebensichstehende (das Gras muss von schlechter Qualität gewesen sein) Verkäufer, dass man ein Reifendruck gerät kaufen kann. In meiner Not, denn wir wollen ja weiterfahren, zahle ich widerwillig die 2,18$. Aber das was ich bekomme, hatten wir früher im Spielzeug-Doktorkoffer. Das soll den Luftdruck messen. WIr testen, und stellen fest, das Ding kann keine Luft richtig auslesen. Also ab in den Müll. Morgen geht es zur Autovermietung. Die sollen da mal was für ihr Geld tun. Ich kann nur den Kopf schütteln. Was für ein rückständiges Land. Hier vor Ort wird man vieler Illusionen beraubt. Was ist bloß los mit dem Ami? Das die Menschen hier Trump zum Präsidentn wählen würden, in diese Situation auch nicht mehr so abwegig. Ich rechne mit allem.

San Francisco
Alcatraz
Alcatraz
Alcatraz
Alcatraz
Alcatraz
Alcatraz
San Francisco
San Francisco
San Francisco
San Francisco
Impressionen aus der Night-Tour.

Kapitel 24

Montag, 25.07.2016

Take me out to the ballgame

Der heutige tag hatte auch wieder eine Premiere für uns parat. Unser erstes Baseball-Spiel. Das amerikanischte aller Ballspiele sollte heute mal genauer unter die Lupe genommen werden. Angefangen hatte der Tag aber mit einigen Touristen-Hotsports. Da wir uns, wie immer in San Francisco, den City Pass geholt haben, konnten wir alle Nahverkehrsmittel in der Stadt nutzen. So haben wir heute den Bus benutzt und sind als erstes an die Lombard Street gefahren. Da haben sich noch chaotischere Szenen abgespielt wie sonst. Waren auch gefühlt mehrere Leute da, als zu unserer üblichen Westküsten-Urlaubszeit (Sptember/ Oktober).Noch Zwei Strassen weiter hatten sich die Autos gestaut die über die Lombard Street fahren wollten. Mittendrin waren auch Einheimische, die eigentlich nur ihres Wegens gehen, bzw. fahren wollten. Die waren vielleicht angepisst. Mir tun die Anwohner der Strasse leid. Da kommt täglich eine Schar von Fremden und fällt über "ihre" Strasse her. Stellt sich teilweise in die Hauseinfahrt für Fotos. Ich würde da täglich mit der Zweiläufigen vor der Tür stehen. Das ist schon pervers. Und 3 mal darf geraten werden welche Volksgruppe so dreist ist, und fremdes Eigentum betritt. Hier wären wir wieder bei dem Thema "Anstand".

Haken dran. Weiter zum nächsten Hotspot. Wir fuhren mit dem Bus weiter zum Palace of Fine Arts. Diese Gebäude wurde 1915 für die Panama-Pacific International Exposition errichtet. Der markante Teil dieses Gebäudes ist die Rotunde. Beliebtes Motiv z.B. für Hochzeitsfotos, oder generell Fotos jeglicher Art. Auch als Filmkulisse diente dieser Teil des Gebäudes schon. Filme wie "Vertigo", oder " The Rock - Fels der Entscheidung" wurden hier gedreht.

Als nächstes haben wir wieder eine Premiere feiern können. WIe gesagt 6 mal in der Stadt gewesen, und nie die Lucasarts-Studios bzw. das Büro im Presidio-Park, gegenüber vom Palace of Fine Arts und ganz nah an der Auffahrt zur Golden Gate-Brücke, besucht. Und das (zumindest ich) als goßer Star Wars - Fan. Asche auf mein lichtes Haupt. Danke Michi Hofer für die Inspiration, bzw. den Tip durch deine Reise. Man findet das Büro auch so einfach nicht. Kein Schild an der Tür, oder irgendeine Beschilderung. Nix. Wenn man durch den Park geht, und nicht weiß was man sucht, findet man das nicht.

Vor dem Eingang in das Büro steht eine Yoda-Figur auf einen Brunnen. "Viel zu lernen du noch hast". Im Büro selber stehen auch noch einige Figuren, teilweise in Originalgröße. Da wäre z.B. ein Stormtrooper aus dem letzten Film, ein Kopfgeldjäger und natürlich seine dunkle Eminenz: Darth Vader himself. Da kann man schon mal kurz die Kontrolle über seine Emotionen verlieren. Aber nur ganz kurz. Ein tolles Erlebnis. Auch wenn es nicht so viel zu sehen gab. Aber allein zu wisssen, das man in den Büros der Firma war, die das ganze Star Wars Universum kreeirt hat, war schon was Besonderes. Ich hoffe, der 8.Teil wird dem Kult dieser Reihe gerecht.

Nun galt es wieder den Bus, bzw. die Busse (denn wir mussten des Öfteren die Bus-Linien wechseln), zu nehmen und zum AT&T-Park zu fahren. Heute sollten wir unser erstes Baseball-Spiel sehen. Ein Spiel, dessen Regeln wir nicht kannten. Wir wussten nicht was uns erwartet. Der Eintriit in das Stadion (im amerikanischen heißen Baseball-Stadien Ballpark) war schon faszinierend. Das Station hat mit einem Stadion wie wir es aus dem Fussball oder der Leichtathletik kannten, keine Ähnlichkeit. Das liegt auch an dem Spielfeld im Baseball. Im Stadion gibt es verschiedene Ebenen, auf jeder Ebene gibt es Buden, wo man sich verdammt viele Sachen zum Essen und Trinken holen kann. Auch Fan-Devotionalien können bezogen werden. Was die Amis an einem Spieltag an Essen und Trinken in sich reinpfeiffen, ist der Wahnsinn. Essen gibt es hier in kleinen Körbchen. Da sind dann solche Sachen drin wie Pommes, Frittieres Fleisch, Tacos mit Käse-Soße, Nachos mit Käse-Soße, und was die Westküsten-Küche so hergibt. Und die Preise sind um einiges gesalzener als bei uns in der Fussball-Bundesliga zum Beispiel. Da kosten ein Wasser (Becher wohlgemerkt) an die 8 Dollar. Das Essen entsprechend. Und jeder kauft sich da was zum Essen. Da rollt der Rubel. Die Essensverkäufer, die im Innenraum beim Spiel ihre Sachen teil bieten, garnicht mitgezählt. Die Leute waren die ganze Zeit beim Essen. Nach 20 Minuten sah es im Stadion unter den Sitzen auch entsprechend aus. Eine einizige Müllhalde. Da wird das Essen, bzw. die Reste einfach unter den Stuhl geworfen. Richtig widerlich. Für mich war das sehr gewöhnungsbedürftig, wie das ganze Verhalten eines amerikanischen Sportfans. Man komt nicht rechtzeitig zum Spiel, sondern immer kurz vor knapp. Den Anpfiff oder in diesme Falle, den ersten Wurf inklusive Nationalhymne kriegen die wenigsten mit. Dann beschäftigt man sich nicht mit dem Spiel, sondern quatsch mit dem Nachbarn oder der Klique. Was für mich am Nervigsten war, das nach geschätzen 25 Minunten eine regelrechte Völkerwanderung stattfindet. Plätze werden gewechselt, oder man kommt garnicht mehr. 30 Minuten vor Schluss wird der Ort des Events verlassen (also die wo so lange noch ausgehalten haben...). Ultra-Gruppierungen wie bei uns im Fussball gibt es hier nicht. Getrennte Fanblöcke auch nicht. Da sitzen rivalisiernede Fans neben einträchtig nebeneinander. Jeder Sicherheitsverantwortlicher im Fussball würde bei dieser Vorstellung auf Schappatmung umstellen. Keine Gewalt, keine Flüche übelster Art. Sowas im europäischen Sport: Eine Wunschvorstellung.

Nun saßen wir in Mitten von 42147 Zuschauern (455 ausverkaufte Spiele am Stück) , und waren bestimmt die einzigsten, die keine Regeln kannten. Im Stadion selber gab es freies Wifi. So konnten wir uns einklinken und nebenher auf Wikipedia im Regelhandbuch nachschlagen. So haben wir wenigstens nach und nach verstanden, was sich da gerade unter uns abspielte. Zu den Regeln: Ein Spiel besteht aus 9 sogenannten Innings. In jedem Innig darf jede Mannschaft einmal schlagen, und einmal fangen. Man spricht hier vom "Kampf Batter (der Schlagende) und Pitcher (der Werfende). Punkte kann nur die Mannschaft machen, die am Schlagmal steht. Dabei muss der Werfer den Ball innerhalb eines bestimmten "imaginären" Kastens werfen, der sich um den Schläger (Batter) befindet. Wirft er den Ball innerhalb dieser Parameter, und trifft der Schläger (Batter) den Ball nicht, ist das ein Strike, bei 3 Strikes ist der Schläger draußen, und ein anderer darf sich versuchen. Wirft der Werfer den Ball aber außerhalb der Parameter, gilt das als Fehler. Wenn 3 Fehler geworfen worden sind, darf der Schläger eine Base vorrücken. Insgesamt gibt es 3Basen. Wenn ein Spieler über die 3. Base auf die Homeplate läuft, gibt es einen Punkt. Schlägt der Batter den Ball über die Spielfeldmauer, ist das ein Homerun, und alle Spieler, die auf den Bases stehen,laufen „nach Hause“, also auf die Homeplate. Jeder Spieler der durchkommt, ist ein Punkt. Der Wechsel des Schlagrechts erfolgt nach einem Homerun, oder wenn der Pitcher 3 Batter ins aus geworfen hat. Anfangen darf in der Regel der Gast. Für detailierte Infos bezüglich der Baseball-Regeln verweise ich auf Wikipedia. Ich hab den Sport immer noch nicht kapiert. Ach ja fürs Protokoll: Gespielt haben die San Francisco Giants gegen die Cincinnati Reds. Endstand 5:7 für den Gast.

Da in der Baseball-Liga die Teams weite Strecken fliegen müssen, werden gleich mehrere Partien gegen ein und den selben Gegner gespielt. So kann es vorkommen dass innerhalb von 3-4 Tagen, 3 mal gegen den gleichen Gegner zuhause gespielt wird, bevor man dann selber reisen muss.

Alles im Allen war das ein interessanter Besuch eine amerikanischen Volkssportart. Das gab uns tiefere Einblicke in die Fankultur der USA. Für uns Europäer war das ein ungewohnte Erfahrung. Es gibt viele Unterschiede. Aber man kan nsich schon das ein oder andere abschauen. Auch sind die amerikaner spendabler wenn es um ihren Volkssport geht. Da werden Fanartikel wie Essen / Trinken in rauen Mengen konsukmiert. Und das bei Preisen, die weitaus höher sind als z.B. in der deutschen Fussball-Bundesliga. Und wenn man den Durchschnittslohn eines Amerikaners zugrunde legt (der dürfte unter dem des deutschen Durchschnitts sein), ist das umso verwunderlicher.

Nach Spielende, ging es dann Rchtung Bus. Durchgefroren wie wir waren (trotz Windjacke und langen Hosen...) und der späten Stunde (Es war bereits 23:58 Uhr) wollten wir so schnel wie möglich ins Auto und heim ins Hotel. Dort angekommen, mussten wir noch eine unliebsame Erfahrung machen. Die Perosn, die die Zimmer macht, hat unsere Klimaanlage die ganze Zeit (so um die 11-12 Stunden) auf 60°F stehen lassen. Das sind 16°C !!!!! Meine Server haben eine Raumtemperatur von 22 °C. Und das, obwohl wir schon gefrohren haben, wie die Schneekönige (um es nochmal in Erinnerung zu rufen: Wir sind in Kalifornien und es ist Juli.). Heizung an und warten bis das Eis taut......

Lombard Street
Palace of fine arts
Möge die Macht mit dir sein
Baseballspiel San Franciso Giants vs: Cincinnati Reds (5:7)

Kapitel 25

Dienstag, 26.07.2016

Eine Demonstration der Macht

Der heutige Tag führte uns in das Herz von Silicon Valley. Heute wollten wir mal die Giganten der IT-Branche besuchen. Als erstes sind wir zu Apples Campus 2 gefahren. Die Baustelle machte schon von außen Eindruck, wie mag es erst drinnen ausgesehen haben. Nächstes Mal werde ich mir eine Drohne kaufen, das ist mal klar. Nach der „Baubesichtigung“ sind wir dann weiter zum Hauptquartier vom Apple, zum 1 Infinite Loop gefahren. Ein Besuch des Apple-Stores war Pflicht. Da bekommt man selbst als Nicht-Apple-Kunde feuchte Augen. Obst, wo das Auge hinreichte. Schnell ging es dann auch wieder weiter (nicht dass wieder Geld ausgegeben wird, was nicht vorhanden war…).

Unser nächster Besuch führte uns von Cuppertino nach Mountain View zu Google. Was wir da gesehen haben, war schon irrwitzig. Der Campus steht jedem offen. Da laufen Touristen inmitten von Google-Mitarbeiter durch den Campus, und schießen Fotos. Also ich würde das nicht mögen, wenn mir jemand beim Mittagessen auf die Maultasche starren würde.

Aber die Arbeitsbedingungen sind schon irrwitzig. Da spielen Leute im Park, mitten in der Arbeitszeit, oder ein Fitness-Trainer macht mit Google-Mitarbeiter eine Workout-Stunde, auch wieder mitten am Arbeitstag. Ob mein Chef dafür auch ein offenes Ohr hätte? Das wäre mit Sicherheit das kürzeste Gespräch, was wir je geführt hätten.

Noch kurz einen Abstecher in den Gift-Shop, oder wie er bei Google heißt: Merchandise Store. Schnell ein paar Bilder von den Android-Figürchen geschossen und dann bei Google shoppen gegangen.

Auf unserem Weg ins Levi’s Stadium, Spielort des diesjährigen Super Bowl (das neue Football-Stadion der San Francisco 49ers, welches auch andere Veranstaltungen beherbergen kann) kamen wir noch an diverse andere IT-Größen vorbei. Unter anderem natürlich Microsoft. Gegenüber dem Levi’s Stadion in Santa Clarita hat Citrix seinen Sitz. Die sind unter anderem auch Sponsor bei den 49ers. Wie auch SAP und andere Big Player. Das Stadion wurde 2014 gebaut und kostete stolze 1,2 Milliarden US-Dollar. Was im US-Sport für Gelder bewegt werden, ist für uns Europäer nur sehr schwer vorstellbar. Mir fallen spontan keine Sportstätten ein, die in den letzten 5 Jahren gebaut wurden, und die Milliardengrenzen überschritten hatten (das Wembley-Stadion in England mal ausgenommen). Der Bau konnte leider nur von außen besichtigt werden. Schon imposant der Bau.

Das Highlight des Tages lief aber abends um 19.00 Uhr. Der Basketball-Länderkampf oder auch Showcast (Freundschaftsspiele werden in den USA als „Showcast“ bezeichnet) Team USA gegen Team China. Spielort war die Heimstätte der Golden State Warriors, die Oracle Arena in Oakland.

Das Spiel war von Anfang an ein Spiel zwischen 2 Mannschaften, die nicht auf Augenhöhe standen. Hier der haushohe Favorit auf Olympia-Gold und auf der anderen Seite ein ambitioniertes Team aus China, was ziemlich schnell ins Hintertreffen gelang. Team USA machte auf dem Parket was es wollte, ohne in den 2. Gang zu schalten. Das war schon Über-Dominant was da die Hausherren mit denen Gästen veranstalteten. Und wie gesagt: das ohne übermäßige Anstrengung. Ab und an zogen die Amerikaner ihr Powerplay an. Da lief der Ball aber durch die Reihen. Abschluss mit einem Dunking, das der Korb nur so gewackelt hat. Das war beindruckend und beängstigend zu gleich. Wer sollte dieses Team stoppen können. Seit über 10 Jahren hat dieses Team kein Spiel verloren. Das sind beindruckende Zahlen. Aber die NBA ist nun mal auch die stärkste Liga der Welt. Das wirkt sich auch auf die Nationalmannschaft aus. Und das obwohl die 2 Super-Superstars auf Olympia verzichtet haben (Steve Curry von den Golden State Warriors und LeBron James vom neuen Meister Cleveland Cavaliers). Welch erdrückende Dominanz.

Da Parken bei solchen Event eine ziemlich teure Angelegenheit ist (30 Dollar für die Dauer des Spiels), haben wir uns dafür entschieden mit der Bahn zum Spiel zu fahren. Die Arena hat Bahnanschluss. Das Ticket (Hin und Rück) hat uns knapp 8 Dollar pro Person gekostet.

Das Spiel war trotz der Dominanz eine tolle Erfahrung. Wann bekommt man als Europäer das beste Basketball-Tema der Werl in Aktion zu sehen? Wieder ein rundum gelungener Tag. Mal sehen was uns der morgige bietet.

Apple Campus 2
Apple Zentrale
Google
Levi's Stadium
Basketball-Länderkampf USA-China

Kapitel 26

Mittwoch, 27.07.2016

DIe Tage werden weniger, die Kälte bleibt

Noch 2. Die Tage werden weniger. Bald heißt es wieder: Goodbye San Francisco, Hallo Oschtalb. Aber wir wollen die restlichen Tage noch voll genießen. Erster Tagesordnugspunkt war heute die Fahrt auf die Twin Peaks. Über diesen Berg hat man eine sehr gute Sicht auf die Stadt San Francisco, auf die Stadt Oakland und natürlich auf die Golden Gate. In der Regel. Seit wir hier sind in San Francisco, hatten wir die Brücke nicht einmal ohne Nebel gesehen. Die letzten Male war das Wetter so gut, das kein Nebel zu sehen war. In diesem Jahr werden alle versäumten Nebeltage aus 5 vergangenen Westküsten-Urlaube nachgeholt. Aber das ist um die JAhreszeit nun mal so. Kann man nichts machen. Auch mit Nebel ist diese Brücke faszinierend. Mit Nebel hat sie sogar was mystisches. Das werden wir dann morgen sehen, wenn wir uns da aufhalten. Heute war nach Twin Peaks Der Alamo-Square dran. In diesem Viertel stehen die berühmtesten viktorianischen Häuser der Welt. DIe sogenannten "Painted Ladies". Ein absolutes Postkarten-Motiv und ein Muss in jedem San Francisco Urlaub. Hier wäre vielleicht auch mal eine Entschuldigung fällig. Ich bin hier nun schon des öfteren hier gewesen, und mir fällt auf, dass ich immer die gleichen Bilder mache. Obwohl ich mir vorgenommen habe, das nicht zu tun. Aber ich verfalle in alte Muster, sobald ich in dieser wundervollen Stadt bin. Also wenn sich jemand gelangweilt fühlt: sorry, meine Schuld. Beim nächsten Urlaub werde ich mich bessern.

Nach den "Painted Ladies" sind wir an einen weiteren Sightseeing-Point gefahren. An der Kreuzung Haight und Ashbury befindet sich die Hippie-Hochburg schlechthin. Dieser Ort wird mehr und mehr zum Hippster-Viertel. Der Charme des Viertels geht dahin. Das zumindest war mein EIndruck. Die Läden sind vornehmer geworden. Es duftet nicht mehr so nach dem verbotentem Zeug. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass vor ein par Jahren hier mehr los war. Mal sehenen, wie sich das Viertel entwickelt.

Weiter ging die Reise zu der California Academy of Sciences. Diese liegt im Golden Gate Park. Hier wird Wissenschaft hautnah erklärt. Außerdem ist die Academy gleichzeitig ein Museum für Naturgeschichte. HIer wird unter anderme erklärt, wie Erdbeben entstehen, und welche Auswirkung diese auf Mensch und Umwelt haben. Auch wird erklärt, was für einen besseren Erdbeben-Schutz gemacht wird. Außerdem wird in einem Planetorium die Entstehungsgeschichte der Erde in einer tollen 360°-Vorstellung in einem dafür gebauten Auditorium gezeigt. Ich hab die Show schon 3 Mal gesehen, und bin 3 mal eingepennt. Eine Erklärung wäre hier vielleicht angebracht. Die Show ist top gemacht, damit wir uns hier nicht falsch verstehen. Aber man sitzt in einem Auditorium, die Leinwand erstreckt sich über die gesamte Höhe des Auditoriums. Das Licht geht aus und um einen herum wird die Entstehungsgeschichte der Erde gezeigt. Gepaart mit bequemen Sitzen, einen dunklen Raum und einer gewissen Müdigkeit vom vielen Laufen, ergibt das einen genüßlichen Schlaf. Man muss nur aufpassen das man wach ist, bevor das Licht angemacht wird. Aber wenn ich mir das ganze Gegähne bei den anderen angesehen habe nach dem der Film aus war, ist es keine kühne Behauptung, wenn ich sage, wir waren nicht allein in der Traumwelt...

Der Abschluss für diesen Tag, bildete das Rathaus von San Francisco und das Museum für asiatisache Kunst. Auch immer ein Anlaufpunkt, wenn wir in der Stadt sind. Ein, zwei Bilder machen, und dann wieder weiter. Danach war ein kleinwenig Shopping auf der Market Street angesagt. Nach dem Kleiderkauf ging es noch in den Apple-Laden. Was diese Firma da immer für Gebäude hinstellt, der Wahnsinn. Dieses Gebäude mit sehr viel Glasfront, war sogar zweistöckig. Irgendwann....... Zurück ins Hotel. Morgen erwartet uns dann wieder eine Premiere.

Twin Peaks
Alamo Square
Haight-Ashbury
California Academy of Sciences
City Hall - Asian Art Museum

Kapitel 27

Donnerstag, 28.07.2016

Sie sind überall!!!

Der zweitletzte Tag in San Francisco. Heute wollten wir einen weiteren Nationalpark besuchen. In der Nähe von San Francisco liegt der Muir Woods Nationalpark. Dieser Park ist ein Schutzgebiet für die letzten Riesenbäume der Kategorie Küstenmammutbaum in der Region. Der Park hat eine Fläche von knapp 2.2 km². Diese Idee, den Park just an dem heutigen Tage zu besuchen, hatten, gefühlt 1 Million anderer Besucher auch. Die Parkplätze waren hoffnungslos überfüllt. Wir sind ein paar Extrarunden gefahren, weil wir hofften entweder einen Parkplatz in den offiziellen Parkzonen zu finden, oder einen am Straßenrand. Da sich nach 30 Minuten Suchen nix tat, sind wir leider unverrichteter Dinge wieder abgereist. Jetzt müssen wir wieder kommen, Der Park kommt auf unsere ToDo-Liste für das nächste Mal. Aber nicht so schlimm, denn unser nächsten anvisierte Punkt war „um die Ecke“. Es ging nach Sausalito. Eine Hausboot-Ansammlung vor den Toren San Franciscos. Wunderschöne Hausboote, liebevoll hergerichtet und geschmückt. Die Begehung der Stege (und nur der, auf keinen Fall die Boote entern, das ist Hausfriedensbruch) ist erlaubt. Man muss aber einige Regeln einhalten, wie nicht die Hausboote betreten, nicht rumbrüllen, keine Feste feiern, und so weiter. Alles das, was man als Hausbesitzer vor seiner Bude nicht haben möchte. Aber die Leute freuen sich, wenn man ihr Haus (von außen) begutachtet, und vielleicht so mit den Eigentümern ins Gespräch kommt. Die sind nämlich auch gesprächig. Manche zumindest. Also sollte man das auch gebührend respektieren, indem man nix anfasst, und schon gar nicht fremdes Territorium betritt. Was wir gestern wieder bei den Painted Ladies im Alamo Square gesehen haben, war ja schon der Gipfel. Man muss schon sehr dreist sein, und keinen Respekt vor fremdem Eigentum haben, wenn man sich ganz frech auf die Treppen eines Hauses setzt, um sich ablichten zu lassen. Und das in einem Land, in dem es gefühlt mehr Waffen als Menschen gibt. Mutig.

Ein Spaziergang an den Hausbooten vorbei kann ich jedem empfehlen, der mal in der Gegend ist. Die Häuser sind wie gesagt hübsch hergerichtet, und auch witzig. Ob es eine „Künstler-Installation“ vor dem Haus ist, oder einfach nur ein lustiges Schild was besagt, dass kein Eintritt erlaubt ist, außer man ist Pirat. Das Wetter: Sonne, kein Wind, warme 23°C. Diese Info wird nachher noch wichtig.

Nach unserem kleinen Spaziergang in Sausalito, wollten wir in die Marin Headlands fahren. Das ist ein Gebiet oberhalb der Golden Gate Bridge. In dem Gebiet ist auch eine alte Raketenstellung zu begutachten (Nike Missile Site SF-88). Diese Stellung dienste im 2. Weltkrieg und in Zeiten des kalten Krieges der Verteidigung der Stadt und dem Land (San Francisco ist vom Pazifik her, der erste Punkt den ein Feind angreift). Diese Raketen sollten im Ernstfall die feindlichen Langstreckenbomber vom Himmel holen, bevor diese ihre tödliche Fracht über US-Gebiet abwerfen konnten. Das letzte Mal als wir da waren (2013) war diese Anlage aufgrund des Shutdowns (die Regierung kann die Gehälter der Beamten nicht zahlen, da das Budget aufgebraucht ist und beantragt beim Kongress eine Anhebung der Budgetlinie, diese wurde vom mehrheitlich republikanischen Haus abgelehnt, somit war die Regierung nicht zahlungsfähig, und schickte die Staatsdiener in unbezahlten Urlaub). Dieses Mal waren alle Staatsbediener im Dienst und wir nutzten die Gelegenheit. Diese Abschussrampe dient heute als eine Art Museum und ist der Behörde der Nationalparks unterstellt. Der Zutritt ist frei. Ein Park-Ranger macht Tour Führungen. Wir hatten eine nette junge Dame die uns freundlich in Empfang nahm, uns herzlich willkommen hieß. Was dann folgte, war für mich, Bestätigung, dass die Amerikaner ein eindimensionales Bild von der Welt haben. Und das ist sehr egozentrisch.

Die junge Dame (ich schätze sie auf 28-30 Jahre) hatte einen Ordner in der Hand, in der diverse Infos zu der Tour abgeheftet waren. Das befremdliche für mich stand aber jeweils auf den Außenseiten des Ordners. Die erste Message lautete: „Nuklearwaffen machen mich sicher“ und „ Nationale Sicherheit geht vor Privatsphäre“. Das waren mal die ersten Statements. Den ersten Satz hat sie uns als aller erstes präsentiert, und sinngemäß gesagt, dass ihr unsere oder die Meinung anderer nicht interessiert. Wieder ein Beweis, dass eine Staatsdoktrin den gesunden Menschenverstand nach und nach aussetzen lässt. Das war für mich ein klassisches Beispiel für das Sprichwort: Von der Tapete bis zur Wand. Mein Englisch ist leider für ein Streitgespräch nicht geeignet sonst hätte ich der Dame mal erklärt, dass a.) die USA nicht die einzigen sind die über solche Waffen verfügen, b.) es egal ist wieviel Kernwaffen man hat, denn die radioaktive Strahlung macht vor Staatsgrenzen nicht Halt und c.) dass der Feind nicht tatenlos zusehen wird, wenn er mit Nuklearwaffen angegriffen wird, und er selber über welche verfügt. Da ist die Möglichkeit groß, dass der zurückschießt. Außerdem ist im nuklearen Zeitalter nicht die Waffe der Trumpf, sondern die Tatsache dass der Gegner auch über dieselben Waffen verfügt. Dass im Kalten Krieg keiner der Supermächte auf den Knopf gedrückt hat, beruhte auf dem Prinzip des „Gleichgewichts des Schreckens“. Hinter diesem grausigen Namen verbirgt sich die Tatsache, dass beiden Supermächten (USA und die Sowjetunion) bewusst war, dass derjenige der zum atomaren Erstschlag greifen würde, mit der totalen Vernichtung rechnen musste (wechselseitig zugesicherte Zerstörung). Man spricht hier auch vom Atompatt. Und überhaupt gab es nur 2 Atombomben-Einsätze in der Geschichte der Menschheit. Die kamen nochmal von wem? Und der Gegner hatte keine Atomwaffen. Also was sagt uns das? Mädel, die Tatsache dass ihr Atomwaffen habt, lässt mich nicht minder schlecht schlafen, als zu wissen dass Länder wie Pakistan oder China ebenfalls über diese satanischen Waffen verfügen. Zumal ihr diejenigen ward, die sie auch eingesetzt haben. Also, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, Geschichtskunde Ende. Aber wie gesagt, das hab ich mir gedacht. Ich wollte ja als Gast nicht unhöflich sein.

Weiter ging die Geschichtsstunde amerikanischer Prägung damit, dass man Europa dafür kritisiert hatte, dass sich die Leute des alten Kontinents der Tatsache bewusst waren, dass solche Waffen, selbst wenn sie nicht zum Einsatz kamen, gefährlich für den Standort und weitdarüber hinaus waren. So entwickelte sich in Europa eine Anti-Raketenbewegung, was man in den USA nicht ganz nachvollziehen konnte (ein Bewusstsein, welches nicht durch die Regierung vorgegeben und / oder manipuliert wurde, kann man sich in den USA nicht vorstellen). Starker Tobak.

Die Führung endete an einer Abschussrampe für eine Nike Hercules Abfangrakete. Diese Raketen wurden früher konventionell wie auch atomar bestückt, und sollten feindliche Flugzeuge abschießen. Die Vorführung sollte eigentlich einen simulierten Start beinhalten. Die Luke der Raketenabschuss-Rampe öffnet sich. Die Rakete, die unterhalb der Rampe (im Keller sozusagen) ist, wird aufgestellt (Winkel 87°) und der Abschuss erfolgt. Risse in der Hydraulik-Leitung verhinderten das Schauspiel. Dafür ging es runter in das Magazin. Dort waren sechs dieser Raketen abschussfertig. Der Gang nach unten war schon etwas beklemmend. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Im Magazin, tief im Boden der Anlage, sah man dann, wie die Leute da unten „gearbeitet“ haben. Man sah die ganzen Gerätschaften, die im Ernstfall benutzt worden wären. Das Magazin bestand aus mehreren Räumen. Den Raum mit den 6 Raketen und diversen Kontrollräumen. Im Ernstfall wurde den Soldaten gesagt, sie sollten sich nicht an die Wand lehnen. Da müssen schon enorme Kräfte gewesen sein, wenn der Antrieb der Rakete gezündet hat. Der „Höhepunkt“ war das Betätigen der Sirene, die einen bevorstehenden Abschuss einer der Raketen ankündigte. Das kennt man aus vielen Filmen. Aber wenn man das Live mitbekommt, und das in einem Abschuss Bunker, das lässt einen tief in sich gehen. Das geht durch Mark und Knochen. Den Soldaten damals war anfangs nicht bewusst, was sie da taten, und vor allem, was sie nach einem Abschuss tun müssen. Sie seien umfangreich für die Routineaufgaben instruiert worden, sie seien für den Abschuss trainiert worden. Aber was muss nach dem Abschuss beachtet oder getan werden? Die Antwort der Befehlshaber lautete: Ihr braucht euch darüber keine Gedanken machen. Spätestens 5 Minuten nach dem Abschuss der Rakete, wird diese Basis vom Antlitz dieser Erde verschwunden sein.

Für uns ging es dann weiter auf der Conzelman Road. Diese Straße bietet einen herrlichen Panorama-Blick auf die Bucht von San Francisco mit der Golden Gate als zentrales und bildfüllendes Motiv. In dieser Jahreszeit liegt die Brücke 24/7 im Nebel. Für mich ein schönes Bild. Die Brücke hatte ich bei meinen letzten 5 Besuchen nie im Nebel gesehen. Nun war es soweit. Der Nebel verlieh diesem architektonischen Meisterwerk eine mystische Aura. Von hier nach Sausalito sind es keine 10 Autominuten, aber wettermäßig ist es eine total unterschiedliche Welt. War in Sausalito die Sonne am Klaren und windstillen Himmel zu sehen, so war an der Golden Gate von der Sonne und dem blauen Himmel aber auch rein Garnichts zu sehen. Im Gegenteil. Man sah wie der Nebel vom Pazifik über die Hügel in die Stadt kroch. Das sah teilweise schon beängstigend aus. Wie in einem Horrorfilm. Aber das Schlimme war der Wind. Es pfiff ein Wind, das war schon nicht mehr normal. Also ich bin ja gewiss kein Leichtgewicht, aber der Wind hatte mit mir überhaupt keine Probleme. Ich bin einige Male sowas von weg geweht worden, dass ich ein kleinwenig Angst bekommen hab. Der Wind hat auch ab und an den Sand auf dem Boden in der Luft wirbeln lassen. Das ein oder andere Mal traf uns eine Sandsalve an den Waden. Das hat vielleicht gezogen. Es waren Leute mit T-Shirts und kurzen Hosen auf der Anhöhe. Die haben aber ganz schnell das Weite gesucht. Die Lufttemperatur am Wasser war sehr kühl. Die Durchschnittstemperatur in der Stadt betrug 20 - 21°C. Und das im Sommer. Aber wie gesagt, im September / Oktober werden dann die 30 Grad angerissen und er Nebel ist weg. Nachdem wir unsere Bilder geschossen haben, ging es ins Hotel zurück. Vorbereiten auf unseren letzten Tag in der schönen Stadt San Francisco. In 48 Stunden geht unser Flieger nach Hause.

Impressionen aus Sausalito
Kolibri in Aktion
Brücke im Nebel - Part I
Besuch Nike Missile Site SF-88
Brücke im Nebel - Part II

Kapitel 28

Freitag, 29.07.2016

Bye, Bye San Francisco. When will i see you again.

Heute war der Tag gekommen, Abschied zu nehmen. Es galt nochmal tief in die Stadt einzutauchen, alles aufzusaugen und für eine längere Zeit zu konservieren. Den Anfang machte ein Besuch am Cliff House. Durch den Nebel in der Bucht, war die Sichtweite unter 100 Meter. Kühl war es auch noch. Wir sind dann weiter gezogen zum Baker Beach. Doch auch dort machte uns der Nebel einen Strich durch die Rechnung. Na gut.. Dann weiter zum nächsten Punkt auf der Liste: Mission Dolores. Hier wurde sozusagen San Francisco gegründet. Die Mission Dolores ist das älteste Bauwerk der Stadt.

Weiter ging es dann zur Cable Car. Wir fuhren die Strecke Powell / Hyde hinunter zur Market Street. Von da ging es zu Fuss nochmal zum Rathaus. Beim letzten Mal stand die Sonne etwas ungünstig.

Wer in San Francisco weilt, sollte auch Chinatown besuchen. Gesagt, getan. Obwohl uns diese Volksgruppe im Urlaub mit den letzten Nerv geraubt hat, gingen wir hinein, in die Höhle des Drachen. Standesgemäß durch das Dragon's Gate betraten wir ein Stück China. Hier sind sogar die Straßennamen in Englisch und Chinesisch angegeben. Integration sieht in meinen Augen anders aus. Aber jedem das Seine.

Um die Ecke von Chinatown konnte man zur Transamerica Pyramide laufen. Dort haben wir nochmal die Pyramide und das Wir fuhren die Strecke Powell / Hyde hinunter zur Market Street. Von da ging es zu Fuss nochmal zum Rathaus. Beim letzten Mal stand die Sonne etwas ungünstig.

Wer in San Francisco weilt, sollte auch Chinatown besuchen. Gesagt, getan. Obwohl uns diese Volksgruppe im Urlaub mit den letztrn Nerv geraubt hat, gingen wir hinein, in die Höhle des Drachen. Standesgemäß durch das Dragon's Gate betraten wir ein Stück China. Hier sind sogar die Straßennamen in Englisch und Chinesisch angegeben. Integration sieht in meinen Augen anders aus. Aber jedem das Seine.

Um die Ecke von Chinatown konnte man zur Transamerica Pyramide laufen. Dort haben wir nochmal die Pyramide und das Sentinel Building. Dort hat die Firma American Zoetrope ihren Sitz. Diese Firma wurde von dem Regisseur Francis Ford Coppola und George Lucas gegründet. Die Firma produziert Filme.

Zu guter letzt, sozusagen als letzte Amtshandlung haben wir dann eine Bay Cruise gemacht. Diese führt vom Pier 39 in einer Stunde unter die GOlden Gate Bridge und um Alcatraz herum. Durch den Nebel konnte man diese Fahrt uner die Brücke nicht so genießen wie sonst. Auf dem Wasser ist es immer kühl, aber heute wie auch die letzten Tage war die Kälte nicht zu ertragen. Wir waren einfach falsch gekleidet für einen Sommer in San Francisco.

Cliff House
Mission Dolores
Fahrt mit der Cable Car
City Hall
Chinatown
Transamerica Pyramid / American Zoetrope