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So ein Zirkus! Claudia Schären, Lehrerin Kinderheimat Tabor

Wer liebt es nicht, den Besuch eines Zirkus? Anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums des ZIRKUS KNIE wurden alle Taborschüler eingeladen, einen Tag hinter die Kulissen zu blicken.

Unsere Schüler erlebten Abenteuer und Spannung, Momente des Staunens und Lachens, ein Zeitfenster voller Überraschungen und eindrücklichen Elementen. Den Begriff „Zirkus“… assoziieren wir aber nicht ausschliesslich mit der eben beschriebenen Erfahrung. Es gibt andere Bereiche, die einen zirkusähnlichen Charakter haben! Ich nehme Sie mit in eine fantasievolle Reise in den «Zirkus Tabor».

«Hereinspaziert, hereinspaziert», so begrüsst der Zirkusdirektor, teilweise wahrgenommen als der, der nichts weiter macht als die Ansagen, und doch im Hintergrund die vielen Fäden zusammenfliessen lässt. Dann startet das pompöse Orchester, unsere Mitarbeiter, die in den Ohren der Kinder manchmal wie mit Pauken und Trompeten die Zirkusnummern ankündigen. Was die Zuschauer immer wieder staunen lässt, sind die spezifischen Auftritte der Artisten, keiner wie der andere. Von überall kommen sie her und machen mit ihrer Individualität die Vorstellung aus. Unsere Artisten – die Kinder, wir sind stolz auf sie, denn jeder und jede ist einzigartig in ihrem Auftreten und ihren Fähigkeiten.

Da wären beispielsweise jene, die mit Worten und Argumenten zu jonglieren wissen, oder versuchen, Mitarbeiter oder andere Kinder an der Loge zu voltigieren. Kunststücke am Trapez und Hochseil, auch dies zeigen unsere Artisten: Gewohnten Boden, gewohnte Verhaltensmuster loslassen und sich an neu erworbenen Werkzeugen festhalten. Dies begleitet und gesichert. Und ja, bei uns darf man auch fallen, weil bei uns Fangnetze aufgestellt sind. Manchmal braucht es bei uns die Fähigkeit eines Schlangenmenschen, der sich in gewissen Situationen überstreckt und überdehnt, sodass eine unbequeme Haltung eingenommen werden kann. Pantomime – Die Kunst, Gefühle nur mittels der Körperhaltung und des Gesichtsausdrucks darzustellen: wichtige Fähigkeiten bei uns. Die Feuerschlucker, die nicht nur Feuer schlucken, sondern auch Feuer spucken. Und jene, die es wagen, auf einem schmalen Grat zu balancieren…

Aber was wäre ein Zirkus ohne Clown? Nicht alle sind geschminkt, aber sicher jeder ein wahrer König der Manege, bei uns die Helden der Klassenzimmer oder Gruppen, denn mit ihren Vorstellungen bringen sie einander zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken.

Aber all dies würde nicht so wirken, hätte die Vorstellung keine Lichtshow, hätten die Artisten ungebügelte, schmutzige Kostüme, und wären die Raubtiere und Artisten nicht gefüttert. Ja, lieber Leser, das ist unsere tägliche Zirkuswelt. Meine Rolle? Manchmal bin ich Artist, manchmal Raubtierbändiger, mal ein Trapezkünstler, und mal ein Jongleur, der seine Bälle fallen lässt. Aber wie auch immer – es ist schön, ein Teil des Taborzirkus zu sein. Wir alle sind zusammen einmalig, farbig, und jeder Tag steckt voller Überraschungen.