"Es ist die ideale Lösung." Trierer Unternehmen spenden für neue solarbetriebene Brunnen in Äthiopien.

Peter Mischo, ARS: „Mit dem Stiftungsgeld ist das wie mit einer Apfelernte: Man darf die Äpfel aufsammeln, aber nicht den Ast des Baumes absägen, um daraus etwas zu machen.“

Die Antonia-Ruut-Stiftung ist trotz großen Eigenkapitals auf Spenden von außerhalb angewiesen. Sie dürfen nur die Zinsen des Kapitals verwenden. Einige Trierer Unternehmen unterstützen den Bau von solarbetriebenen Brunnen in Äthiopien. Hier ihre Antworten, warum:

Vet Concept: Thorsten Herz, 41 Jahre alt, Geschäftsführer von VET Concept, 19.000 Euro

„Uns gefiel der nachhaltige Aspekt: Es beginnt mit dem Element Wasser, aber letzten Endes wird viel mehr daraus. Wasser ist der Start, um dann in einer Region Ernährung und Hygiene zu sichern und eine Lebensgrundlage zu schaffen. Fruchtbares Land kann geschaffen werden und alles, was überschüssig ist, in Einkommen verwandelt werden. So kann sich eine Region wirtschaftlich entwickeln und eine Perspektive für die Menschen schaffen, statt einfach nur ein Grundbedürfnis zu stillen.“

Menschen warten vor den Brunnen. Viele haben gleich mehrere Wasserkanister zum Befüllen mitgebracht.

Caritas: Jutta Kirchen, Referentin für Fundraising und Auslandshilfe des Caritasverbands für die Diözese Trier e.V., Spende 49.900 Euro

„Das solarbetriebene Konzept ist die ideale Lösung. Ohne Umwege über eine anfällige Batterie wird die Pumpe von den Solarpanelen versorgt und bringt das Wasser aus über 120 Meter Tiefe in einen 5.000-Liter-Lagertank. Die Abhängigkeit von teuren Brennstoffen und deren Lieferwegen entfällt, die Technik ist robust und annähernd wartungsfrei.

Vor Ort gibt es eine einheimische Organisation, die das Projekt leitet, die regionalen Entscheidungsträger sind mit eingebunden sowie die Bewohner der umliegenden Dörfer. Die Menschen identifizieren sich mit "ihrem Brunnen" - hier wird nichts von außen aufgesetzt. Ganzjähriger Zugang zu sauberem Wasser ist für ca. 15.000 Menschen gegeben.

Um die Brunnen herum entstehen kleine Wirtschaftssysteme. Einheimische Bauern können sich durch den beispielhaften Landbau der lokalen NGO SMART weiterbilden, damit sie ihre Erträge steigern können und auch Dürren überstehen. Mädchen haben Zeit, in die Schule zu gehen, da sie nicht mehr stundenlang unterwegs sind, um Wasser für ihre Familien herbeizuschleppen. Im Umfeld der Brunnen verändert sich die Lebenswirklichkeit der Menschen zum Besseren und dies auf Dauer.“

Sie müssen teils lange warten. Dennoch haben viele von ihnen durch den neuen Brunnen Zeit gespart. Sie kommen zu einem großen Teil aus den benachbarten Dörfern.

Lions International, Distrikt Mitte Süd: Werner Abriß, Teilnehmer der Reise

„Dieses Brunnenprojekt ist gefördert worden, weil es den lionistischen Gedanken "we serve" auf vorzügliche Weise in die Tat umsetzt. Mit dem Tiefbrunnenbau wird nämlich "den Ärmsten der Armen" auf nachhaltige Weise geholfen und deren Lebenssituation stark verbessert. Man kann dort mit relativ wenig Geld sehr segensreich wirken und die Menschen vor Ort effektiv und insbesondere nachhaltig unterstützen.“

Gerade sammeln die Lions erneut 6000 Euro ein, um die Energiesituation vor Ort zu verbessern.

Auch bei diesem Brunnen sind es meist Frauen, die Wasser holen. Einige nutzen den Brunnen auch als Treffpunkt.

Generell unterstützt auch die Bundesrepublik Deutschland das Land Äthiopien. Das Auswärtigen Amt Deutschland kann dazu Zahlen liefern:

Die Hilfe der Bundesregierung für das Land beläuft sich 2016 auf rund 34 Mio Euro. Die Summe setzt sich zusammen aus rund 9 Mio Euro humanitärer Hilfe aus Mitteln des Auswärtigen Amts und eine Mittelzusage des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) von rund 25 Mio Euro.

"Private Zuwendungen werden nicht zentral erfasst", so heißt es weiter.

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Online Volksfreund
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Credits:

Stefanie Braun

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