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IDUG Hamburg, Meeting #31 13. Februar 2020

Grundlegende Empfehlungen für die Erzeugung von Druckdaten

Ronny hatte einleitend einige grundlegende Empfehlungen parat. Bitte beachte, dass du dich dann danach richten solltest, wenn deine Druckerei dir keine anderen Vorgaben macht oder du die Druckerei nicht kennst, die den Job drucken wird.

  1. Erzeuge immer eine ordentliche PDF/X-Datei! Als Standard empfiehlt sich heute eindeutig PDF/X-4.
  2. Spare dir die Transparenzreduzierung, diese erzeugt häufig erst Probleme im PDF. PDF/X-4 ist dafür die Voraussetzung, weil dieser Standard Live-Transparenzen im PDF erlaubt.
  3. Auch wenn RGB in PDF/X-4 zulässig ist: die meisten Druckereien mögen es, wenn du alles in CMYK umwandelst. Eine Ausnahme stellt ggf. der Digitaldruck dar. Dort kann die Übergabe von PDF/X-4 mit RGB gewünscht sein. Sprich' mit der Druckerei deines Vertrauens, wie sie es gern hätte. Bist du dir nicht sicher, belass' es bei CMYK.
  4. Spare dir die Konvertierung von Schriften in Pfade, wenn es nicht unbedingt sein muss. Zum Einen können dann keine kleinen Korrekturen im PDF mehr vorgenommen werden, zum Anderen sorgen die im Font hinterlegten "Hints" für eine optimale und feine Wiedergabe von Text.
  5. Benutze korrekte Profile und Farbeinstellungen (siehe unten).

Ronny's Folien können hier heruntergeladen werden. Auch diese Seite haben wir für dich als PDF zum Download generiert.

Ronny empfahl das Buch Reinzeichnung und Druckvorstufe mit InDesign von Michael Neuhauser:

Buch: Reinzeichnung und Druckvorstufe mit InDesign

Das Buch kostet 34,90 € und hat dafür sehr viel zu bieten. Ergänzend zu den in jeder Hinsicht korrekten Empfehlungen zur Reinzeichnung bietet das Buch allerhand Zusätzliches, zum Beispiel einen dicken Satz von Suchen-Ersetzen-GREPs für die Textbereinigung, Übungsdateien, Einstellungsdateien für InDesign, Checklisten und mehr. Das Buch verzichtet glücklicherweise auf Überflüssiges und leistet somit als kompakter Leitfaden für Praktiker wertvolle Unterstützung bei der täglichen Arbeit. Hier findest du eine Buchrezension von Rainer Klute, dem Leiter der IDUG Hamburg. Und hier kannst du das Buch bei Amazon erwerben. Schreib' gerne eine Bewertung ;-)

Auf der begleitenden Website von Michael Neuhauser kannst du dich über das Buch informieren und die kostenlosen Checklisten herunterladen. Dort sind auch gute Tipps für das farbverbindliche Arbeiten am Bildschirm abrufbar.

InDesign einrichten

Einleitend zum Praxisteil ging Ronny auf einige wichtige Einstellungen von InDesign ein, die notwendig oder zumindest nützlich sind, wenn es um die Erzeugung von Druckdaten geht:

Voreinstellungen

In den Voreinstellungen von InDesign solltest du unbedingt im Bereich Erweiterte Eingabe die beiden Häkchen bei Fehlender Glyphenschutz setzen:

Macht das Arbeiten mit Fonts sicherer: Glyphenschutz

Somit verhinderst du sicher, dass bei einem Fontwechsel eine sog. "notdef" Glyphe ins Layout rutscht, die es im schlimmsten Fall bis ins Druck-PDF schafft. Dies geschieht dann, wenn du aus dem Glyphensatz eines Fonts ein Zeichen verwendest, welches in dem Ersatzfont nicht definiert ist.

Im Bereich Einheiten und Einteilungen kannst du den Nullpunkt für die Lineale setzen:

Wo soll InDesign den Nullpunkt für die Lineale setzen?

Bei einer Doppelseite für den Druck würde die Einstellung Druckbogen den Nullpunkt ganz links setzen und über beide Seiten hinweg nach rechts fort zählen. Bei der Einstellung Seite wird der Nullpunkt für jede Seite neu gesetzt und nach rechts hoch gezählt. Bei der Einstellung Bund wird der Nullpunkt im Bund gesetzt und nach links sowie nach rechts hoch gezählt. Wenn du Objekte häufig über das Koordinatensystem mit numerischen Werten platzierst, ist diese Einstellung wichtig.

Im Bereich Schwarzdarstellung solltest du diese Einstellungen vornehmen:

Schwarzeinstellungen in den InDesign-Voreinstellungen

Insbesondere das Überdrucken für das Standard-Farbfeld [Schwarz] sollte unbedingt eingestellt sein, sonst würde beispielsweise reinschwarzer Text, der mit diesem Farbfeld gesetzt wird, auf farbigem Grund aussparen! Es empfiehlt sich überdies, ggf. ein zweites Schwarz in die Farbpalette zu legen. Denn jede neu erzeugte CMYK-Farbe, auch Schwarz, spart standardmäßig aus. Dieses Schwarz kannst du dann für größere Schwarzflächen oder sehr fetten Text benutzen, die/der ggf. über anderen Objekten stehen/steht. Zum Einen kann das darunter liegende Objekt dann nicht durchschimmern, was bei überdruckendem Schwarz passieren kann, zum Anderen stellst du sicher, dass der Maximalfarbauftrag im Druck nicht überschritten wird und die Druckbogen nicht ablegen.

Klaas Posselt erklärt dir im nachfolgenden Video einige der Voreinstellungen, auf die auch Ronny hingewiesen hat, bspw. für die Schwarzeinstellungen:

ICC-Profile

Ronny empfahl, die bisher genutzten Profile auf Basis von FOGRA39 (z.B. ISO Coated v2; ISO Coated v2 300%; Coated FOGRA39) für gestrichene Papiere und FOGRA47 (PSO_Uncoated_ISO12647_eci) für ungestrichene Papiere mit den neuen Standard-Profilen auf Basis der Charakterisierungen FOGRA51/FOGRA52 zu ersetzen, sofern deine Druckerei nicht explizit auf die alten Profile besteht. Für gestrichene Papiere entspricht das Profil PSO Coated v3 dem aktuellen Druckstandard, für Ungestrichene das Profil PSO Uncoated v3. Beide Profile beinhalten optimierte Farborte, ein optimiertes Papierweiß, einen unbunteren 4c-Aufbau und eine Gesamtfarbbegrenzung auf 300 Prozent. Ein Offsetdrucker kann den Druck auf dieser Grundlage stabiler halten, als es auf Grundlage der alten Profile möglich war.

Hier der Direktdownload der gezippten Profile von der Website von PDFX-ready.

Die Profile sind anschließend hierhin zu speichern, sodass die Adobe-Tools damit arbeiten können:

Ordner für ICC-Profile

Findest du es genauso nervig wie Ronny, die korrekten Standard-Druckprofile wie geschildert manuell in InDesign & Co. importieren zu müssen? Wäre es nicht schön, wenn Adobe diese gleich mitinstalliert? Dann unterstütze diesen Beitrag in der InDesign User Voice mit deiner Stimme!

Voreinstellungen für Farbe, Preflight und PDF-Export

Auf der Website von PDFX-ready findest du im Downloadbereich neben den ICC-Profilen auch sehr gut geeignete Voreinstellungsdateien für Farbe, für den InDesign-Preflight, für den PDF-Export aus InDesign und für den Preflight in Acrobat. Lade dir diese Dateien herunter und installiere sie wie folgt.

Bevor du die Farbvoreinstellungsdatei installierst, stelle sicher, dass du die ICC-Profile installiert hast, siehe oben. Anschließend kommen die .csf-Dateien hier hinein:

Windows: Benutzer\[Benutzername]\AppData\Roaming\Adobe\Color\Settings

Mac OS: Benutzer/[Benutzername]/Library/Application Support/Adobe/Color/Settings

Öffne anschließend die Bridge und aktiviere unter Bearbeiten > Farbeinstellungen ... die importierten Farbeinstellungen:

Synchronisierung der Farbeinstellungen in Adobe Bridge

Die Farbeinstellungen werden über die Bridge für allen Adobe-Tools (PS; ID, AI, Acrobat) synchronisiert!

Solltest du weitere Farbeinstellungen für andere Papiere benötigen, kannst du dir diese auch eigenständig erstellen.

Die Einstellungsdatei für den InDesign-Preflight kannst du direkt in InDesign importieren. Öffne das Bedienfeld Preflight und dort Profile definieren ... über das Bedienfeld-Menü. Dort kannst du die Datei dann laden.

Import einer Preflight-Datei (.idpp) in InDesign

Die Datei (.joboptions) für die korrekten PDF-Exportvorgaben lädst du ebenfalls direkt in InDesign:

Schritt 1: Datei > Adobe PDF-Vorgaben > Definieren...
Schritt 2: gewünschte .joboptions Datei laden

Wichtige Einstellungen in anderen Bedienfeldern von InDesign

Ronny zeigte außerdem einige Einstellungen für diverse InDesign-Fenster, die ihm bei der Erzeugung von Druckdaten helfen:

Transparenzhinweis in der Seitenpalette:

Mit dieser Einstellung kannst du schnell sehen, auf welchen Seiten sich Transparenz befindet

Erhalt der Ebeneneinordnung von Objekten beim Gruppieren / Entgruppieren in der Ebenenpalette:

Mit diesen Häkchen im Ebenen Bedienfeld stellst du sicher, dass deine Objekte beim Aufheben von Gruppierungen oder beim dokumentübergreifenden Kopieren/Einfügen immer in den ursprünglichen Ebenen bleiben.

Einblenden von Farbraum, ICC-Profil, eff. Auflösung und Transparenz in den Verknüpfungen:

Im Verknüpfungen Bedienfeld sollten unbedingt die Farbprofile angezeigt werden

Preflight-Profile in InDesign: die von ID mit installierten Preflight-Profile sind unbrauchbar. Es empfiehlt sich, das ID-Preflight-Profil von PDFX-ready oder von Michael Neuhauser zu importieren und als Standard zu setzen. Dieses kann optional auch in neu erzeugte Dokumente eingebettet werden. Ist einer ID-Datei bereits ein Preflight-Profil eingebettet, so sollten die Vorgaben des Erstellers beachtet und diese Preflight-Einstellungen verwendet werden.

In den Optionen des InDesign-Preflights kann ein Arbeitsprofil festgelegt werden. Die Standard-Preflightprofile von InDesign sind unbrauchbar und sollten ausgetauscht werden.

Reduzierungsvorschau: hier sollten sinnvolle Einstellungen getroffen werden, für den Fall, dass Transparenz bei der PDF-Erzeugung reduziert werden muss. Werden die Voreinstellungen von PDFX-ready installiert, ist auch eine gute Reduzierungsvorgabe in der Liste zu finden:

Lege die richtige Reduzierungsvorgabe als Grundeinstellung fest. Wenn du die PDF-Exportsettings von PDFX-ready installierst, wird eine EInstellung für die Reduzierung direkt mitinstalliert
Empfehlenswerte Einstellungen für die Transparenzreduzierung. Bitte lass' die Pfadumwandlung von Fonts weg, wenn es nicht zwingend erforderlich ist. In eine saubere PDF/X-Datei sind die Fonts immer sicher eingebettet und müssen nicht vektorisiert werden!

Einstellungen sichern

Alle Voreinstellungen speichert InDesign in einer Datei InDesign Defaults. Die Einstellungen der Bedienfelder speichert InDesign in einer Datei SavedData. Wenn du InDesign komplett nach deinen Wünschen eingerichtet hast, solltest du diese Dateien unbedingt sichern, um sämtliche Einstellungen im Fall des Falles wiederherstellen zu können. Die Speicherorte:

InDesign Defaults

Windows: Benutzer\[Benutzer]\AppData\Roaming\Adobe\InDesign\Version[Version]\[Sprache]\

Mac OS: Benutzer/[Benutzer]/Library/Preferences/Adobe InDesign/Version [Version]/[Sprache]/

InDesign SavedData

Windows: Benutzer\[Benutzer]\AppData\Local\Adobe\InDesign\Version[Version]\[Sprache]\Caches\

Mac OS: Benutzer/[Benutzer]/Library/Caches/Adobe InDesign/Version [Version]/InDesign SavedData

Tipp: Klaas Posselt hat die Speicherorte sämtlicher Einstellungsdateien von InDesign sehr schön in einem Blogpost zusammengefasst.

Reinzeichnung für Print

Ronny demonstrierte im zweiten Teil anhand einer Übungsdatei, die ergänzend zum Buch Reinzeichnung und Druckvorstufe mit InDesign abrufbar ist, wie Fehler aus dem InDesign-Preflight beseitigt werden können.

Datei öffnen: Umgang mit Profilen

Übungsdatei von Michael Neuhauser, ergänzend zum Buch "Reinzeichnung und Druckvorstufe mit InDesign"

Ronny wies insbesondere auf den farbrichtigen Umgang mit InDesign-Dokumenten und platzierten Bildern/Grafiken hin. Ein InDesign-Dokument besitzt immer ein ICC-Profil. Wird ein neues Dokument erzeugt, greift sich InDesign dafür das in den Farbvoreinstellungen festgelegte RGB- oder CMYK-Arbeitsprofil, je nachdem ob ein Web- oder Printdokument erstellt wird. Für platzierte CMYK-Objekte ignoriert InDesign bei den empfohlenen Farbeinstellungen ein möglicherweise eingebettetes ICC-Profil und nimmt stattdessen das ICC-Profil des Dokumentes an ("Dokument-CYMK"). Dieses vererbt sich also vom Dokument auf die platzierten CMYK-Bilder oder Grafiken. Dieses Verhalten ist durchaus sinnvoll, weil InDesign somit eine etwaige Re-Separation beim PDF-Export effektiv unterbindet. Das Verhalten folgt streng dem sog. Early Bindung Grundsatz, nach dem die CMYK-Wandlung unter visueller Kontrolle in Photoshop vorgenommen wird und dann über die nachfolgenden Workflowschritte (Layout, PDF-Erzeugung, Druck) der 4c-Aufbau nicht noch einmal verändert werden soll. Das setzt aber voraus, dass die platzierten CMYK-Bilder und das InDesign-Dokument im gleichen Profil bearbeitet werden / wurden. Wer nach dem dem Early Binding Ansatz arbeitet, der sollte deshalb bei einer Profilwarnung beim Öffnen eines InDesign-Dokumentes unbedingt die Profile aller platzierten Objekte aktivieren, um Bilder oder Grafiken anschließend manuell in den Quellapplikationen auf den Druckprozess anpassen zu können:

Hinweis für RGB-Einstellungen, wenn ein InDesign-Dokument mit abweichenden Farbeinstellungen geöffnet wird. Wenn das Dokument konvertiert wird, dann sollten alle Profile für platzierte Objekte aktiviert werden!
Hinweis für CMYK-Einstellungen, wenn ein InDesign-Dokument mit abweichenden Farbeinstellungen geöffnet wird. Wenn das Dokument konvertiert wird, dann sollten alle Profile für platzierte Objekte aktiviert werden!
Bei aktivierten Profilen werden diese in den Verknüpfungen auch angezeigt. Sind die Profile aktiviert, findet beim PDF-Export möglicherweise eine Farbtransformation statt. Im Rahmen der Reinzeichnung sollten alle Verknüpfungen mit abweichenden Profilen in den Quellapplikationen korrigiert werden!

InDesign Live Preflight

Wenn du dir eine sinnvolle Preflight-Einstellung importiert oder selbst angelegt hast, dann arbeite dort einfach alle Fehlermeldungen nacheinander ab, bevor du an den PDF-Export gehst. Der Live Preflight liefert dir eine schöne To-Do-Liste und hilft dir dabei, viele Fehler im Hinblick auf die Print-Ausgabe zu erkennen und abzustellen:

InDesign Live Preflight Bedienfeld

Checkliste für die Print-Reinzeichnung

Der Preflight in InDesign kann aber nicht alle potenziellen Probleme erkennen. Du solltest dir idealerweise eine kleine Checkliste zurechtlegen, die du vor dem PDF-Export durchgehst. Michael Neuhauser bietet eine solche Checkliste zum freien Download auf seiner Website an. In seinem Buch erfährst du, wie du jedes einzelne aufgelistete Problemchen beheben kannst.

PDF-Export

Hast du deine Datei in InDesign komplett bereinigt, geht es an den PDF-Export. Bitte erzeuge immer ein PDF/X. Am besten nutzt du die Exportvorgaben (Joboptions) von pdfx-ready. Häufig stellen Druckereien auch eigene Joboptions zur Verfügung, z.B. über deren Website. Die in eckigen Klammern gesetzten Default-PDF/X Joboptions von InDesign sind nicht ganz fehlerfrei, verursachen aber in der Regel ebenfalls keine größeren Probleme.

Die PDF/X-4 Joboptions von pdfx-ready gibt es in zwei Varianten: als CMYK-only Variante sowie als CMYK+RGB Variante. Du musst entscheiden, ob RGB-Objekte in deinem Druck-PDF zulässig sein dürfen oder nicht (siehe Hinweis oben). Die CMYK-only Variante wandelt beim Export alle möglicherweise in der Datei enthaltenen RGB-Objekte in den selektierten CMYK-Druckfarbraum um.

Bei der IDUG gibg die Diskussion zu den drei Einstellmöglichkeiten im Bereich Ausgabe/Farbkonvertierung möglicherweise ein bisschen durcheinander. Deshalb nachfolgend noch einmal die Erklärung zu den drei einstellbaren Optionen:

Die Einstellung im Bereich Ausgabe/Farbkonvertierung entscheidet darüber, welche Objekte in der Datei beim PDF-Export in den CYMK-Zielfarbraum konvertiert werden und ob ggf. eine Re-Separation für Objekte stattfindet, die bereits in CMYK angelegt sind.

Keine Farbkonvertierung: InDesign erzeugt eine PDF/X-Datei, die als Output Intent das CMYK-Profil erhält, welches in der Liste Ziel eingestellt ist. InDesign verwendet dafür standardmäßig das CMYK-Profil des Dokumentes. Alle im Dokument enthaltenden Flächen, Grafiken und Verknüpfungen bleiben so erhalten, wie sie angelegt sind. Diese Einstellung ist für PDF/X-4 üblich, da dieser Standard auch RGB-Objekte im PDF erlaubt.

In Zielprofil konvertieren: das Dokument mit allen Objekten, also Bilder, Grafiken sowie Flächen, werden in den Zielfarbraum konvertiert. Dies betrifft definitiv alle im Dokument enthaltenen RGB-Objekte. Für CMYK-Objekte gilt: wenn das Profil des Dokumentes und das Ziel-Profil identisch sind (= Standard-Einstellung, da InDesign das Dokumentenprofil automatisch als Ziel-Profil übernimmt), dann findet für Flächen und Grafiken keine Verrechnung statt. Wenn einzelnen Bildern ein anderes CMYK-Profil als das Ziel-Profil zugeordnet ist, dann werden diese beim Export über eine CMYK-zu-CMYK-Transformation gewandelt, also re-separiert. Deshalb ist es sinnvoll, im Layout platzierte CMYK-Bilder im Rahmen der Reinzeichnung vorab in Photoshop ins Zielprofil zu wandeln und zu aktualisieren, sodass InDesign diese als "Dokument-CMYK" erkennt.

In Zielprofil konvertieren (Werte beibehalten): funktioniert wie die Einstellung In Zielprofil konvertieren. Jedoch werden bei der CMYK-zu-CMYK-Wandlung nur Pixelobjekte, also Bilder, berücksichtigt. Grafische Flächen aus InDesign sowie platzierte Vektorgrafiken bleiben im CMYK-Aufbau unverändert. Dies ist die empfohlene Einstellung und sollte standardmäßig aktiviert sein, wenn ausschließlich CMYK-Daten im Druck-PDF erlaubt sind.

Eine Re-Separation von CMYK-Vektorobjekten kann realistisch nur dann vorkommen, wenn beim PDF-Export die Einstellung In Zielprofil konvertieren aktiviert ist und ein anderes Ziel-Profil gewählt wird, als das Voreingestellte. In diesem Fall blendet InDesign aber noch einmal ein Warnhinweis ein:

Abschließend: Preflight in Acrobat

Du solltest jede Druckdatei abschließend noch einmal in Acrobat preflighten. Importiere dir dafür die Preflight-Profile für Acrobat von PDFX-ready, indem du den Preflight in den Druckproduktionstools von Acrobat öffnest und importierst:

Import eines Preflight-Profils in Acrobat

Das neue Profil ist anschließend im Bereich Importierte Profile zu finden:

Importierte Preflight-Profile im Acrobat Preflight

Mit Klick auf Prüfen kannst du anschließend deine geöffnete PDF-Datei auf Druckkonformität prüfen lassen. Tauchen im Prüfbericht keine Fehler auf und ist die Datei PDF/X-konform, so kannst du diese mit einem guten Gefühl in die Druckerei deines Vertrauens geben. Liefere den Preflight-Bericht aus Acrobat doch am besten gleich mit :-)

Tipps und Tricks

Aus dem Hause Zevrix existiert mit dem LinkOptimizer ein echtes Powertool, wenn es um die Optimierung von Verknüpfungen geht. Der LinkOptimizer integriert sich in InDesign. Das Tool kann Auflösungen optimieren, Bilder auf den Ausschnitt aus InDesign beschneiden, Formate konvertieren und Vieles mehr. Das Tool ist kostenpflichtig. Bisher bot Zevrix einmal im Jahr sämtliche Tools zu einem Rabatt von 50 Prozent an, zuletzt zum Jahreswechsel 2019/2020. Der LinkOptimizer kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden. Info und Download hier.

Gerald Singelmann hat ein Set von Skripten für ID & PS geschrieben, mit denen du automatisiert zu hohe Bildauflösungen von platzierten Bildern auf die gewünschte Soll-Auflösung für den Druck herunter rechnen kannst. Gerald schreibt jedoch selbst, dass die Skripte experimentell sind und nicht für alle Eventualitäten getestet wurden. Give it a try! Die Skripte und die Anleitung findest du hier.

Christian Piskulla von cleverprinting hat mit der Publikation PDF/X und Colormanagement 2016 ein erstklassiges Referenzwerk für alles geschaffen, was mit Farbe, PDF und Druck in den Adobe-Tools zu tun hat. Die Publikation findest du als Datei zum kostenlosen Download auf der Website, ebenso andere interessante Downloads. Das hochwertig gedruckte Buch kannst du hier auch im Shop bestellen. Mit diesem Buch bekommst du die Vollbedienung und eignest dir ganz viel gutes Wissen an!

Wenn du ein Messgerät der i1-Familie aus dem Hause X-Rite besitzt, beispielsweise das i1 Display Pro für die Monitorkalibrierung (ca. 200,- EUR), dann kannst du mit diesem Gerät als Hardware-Dongle nicht nur die zugehörige Kalibriersoftware i1 Profiler freischalten, sondern ebenfalls die PANTONE Color Manager Software, die sonst kostenpflichtig ist. Diese ist extrem hilfreich, wenn du für deine Print-Projekte häufig mit PANTONE-Sonderfarben zu tun hast. Wenn du einen PANTONE-Fächer besitzt, findest du auf der Rückseite oder im Innenteil möglicherweise ebenfalls einen Code, mit dem du die Software freischalten kannst. Die in den Adobe-Tools mitgelieferten PANTONE-Bibliotheken beinhalten beispielsweise bis heute nicht die 336 PANTONE-Plus Farben, die bereits vor vielen Jahren hinzugekommen sind und die Nummern 2001 bis 2336 tragen.

Ein kleines Videotutorial zum PANTONE Color Manager:

Zurück zum Thema Monitorkalibrierung: mit der Open-Source-Software DisplayCal lassen sich ganz gute Ergebnisse erreichen. Die Software unterstützt sehr viele Messegräte (auch Ältere) und ist für Mac, PC und Linux verfügbar. Wenn du einen Profi-Monitor mit automatischer Hardwarekalibrierung besitzt, solltest du jedoch definitiv dessen mitgelieferte Software benutzen. Für alles Andere geht DisplayCal erstaunlich gut und ist einen Tipp wert!

Schlusswort von Ronny

An unserem IDUG-Abend wurde sicher deutlich, dass die Erzeugung von vollständig korrekten Druckdaten nicht ganz trivial ist. Auch, weil es gute Gründe geben kann, warum eine Druckerei die Daten möglicherweise anders braucht, als eine Andere. Was bei Druckerei A korrekt ist, muss es nicht unbedingt auch bei Druckerei B sein. Aktualisierte Druckstandards beispielsweise brauchen ihre Zeit, bis sie sowohl auf Seiten der Datenerzeuger, als auch auf Seiten der Druckereien vollständig implementiert sind. Auch der beste Standard kann die individuelle Kommunikation zwischen beiden Seiten aber niemals ersetzen! Also: redet miteinander, habt Verständnis füreinander und drückt ruhig auch mal einander. Denn jeder Beteiligte versucht ganz sicher, den Job bestmöglich zu machen.

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Created By
Ronny Willfahrt
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