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Teneriffa outdoor country teil 2

Insel für Aktive

Wandern im Teide Nationalpark

Eine Wanderung durch die Vulkanlandschaften rund um den Teide ist ein ganz besonderes Erlebnis. Man hat das Gefühl auf einem anderen Planeten zu sein, so anders, so beeindruckend ist die Landschaft hier oben auf einer durchschnittlichen Höhe von 2000 Metern – geschaffen vom Vulkan Teide, dem mit 3718 m höchsten Berg der Insel. Wie schon in Teil 1 erwähnt, ist sein Name die hispanisierte Form des Guanchen-Begriffes Echeyde. Er bezeichnet die Wohnung des bösen Dämonen Guayota. Zum letzten Mal böse war er 1909 und die Lavaströme von damals sind noch deutlich zu sehen und man bekommt einen Eindruck von der Urgewalt, die in der Natur steckt.

Mit dem besten Guide, den man sich vorstellen kann, Jaime Coello Bravo, dem Enkel von Telesforo Bravo gehen wir den Trail Nr. 3, die Route Roques de Garcia, eine Zwei-Stunden-Wanderung. Wir brauchen etwas länger, den Jaime hat viel zu erzählen. Immer wieder bleiben wir stehen und hören ihm gespannt zu auf unserer Wanderung durch die Caldera de Las Cañadas, einem ca. 17 Kilometer im Durchmesser großen Kessel. Dieser Kessel wurde vor etwa 170.000 Jahren geschaffen, als ein massiver Erdrutsch die Spitze der Insel hinwegfegte und den mit Felsen übersäten Meeresboden emporhob.

Dem Erdrutsch folgten vulkanische Aktivitäten, die immer noch andauern, auch wenn zwischen den Eruptionen Jahrhunderte lang nichts passiert. Die von dem Vulkan ausgespuckte Lava füllt den Kessel allmählich wieder. Seine letzter Ausbruch war 1909 und wir können heute an vielen Stellen auf unserer Wanderung 110 Jahre später die Lavaspuren noch deutlich sehen. Überaus faszinierend.

Die Tajinasten

Die Tajinasten gehören wohl zu den eindrucksvollsten Blumen im Teide Nationalpark. Wenn sie in voller Blüte stehen erstrahlen an der bis zu drei Meter hohen Blume unzählige Blüten. Die Blütezeit reicht von Mai bis Ende Juni, aber auch abgeblüht – jetzt Ende September – sind sie eine beeindruckende Erscheinung.

Die Eruptionen des Teide haben die Landschaft geprägt und einzigartige Fels- und Lavagebilde geschaffen. Die Spuren des letzten Ausbruchs vor 110 Jahren sind an vielen Stellen deutlich zu erkennen. Auf unserer Route Roques de Garcia sehen wir, wie sich die Magmaflüsse ihren Weg bahnten. Sehen nadelförmige Felsen, Aschefelder und bizarre Formationen aus Bimsstein. Man muss kein Geologe sein und auch nicht alles verstehen, um von dieser Landschaft begeistert zu sein.

Inseln – weit weg vom Schuss – konnten eine Pflanzenwelt entwickeln, wie es sie sonst nirgendwo auf der Welt gibt, so auch hier auf Teneriffa. Leider hat aber der Mensch Tiere eingeschleppt, die hier nicht heimisch sind, sich aber stark vermehren: Kaninchen. Hier im Teide-Nationalpark richten sie großen Schaden an. Durch das rauhe Klima hier oben wachsen die Pflanzen nur langsam und nicht sehr hoch und ihre jungen Triebe werden Opfer hungriger Kaninchen. Der Teideginster mit seinen zartrosa Blüten – bei Bienen besonders beliebt – ist ganz besonders gefährtet. Daher versucht man die Kaninchenpopulation so klein wie möglich zu halten. Speziell abgerichtete Jagdhunde spüren die Kaninchen auf.

Wobei gesagt werden muss, dass die meisten, die hierher kommen, ausgesprochen kurze Wanderungen unternehmen und nicht viel weiter als bis zum ersten Selfie-Felsen gehen.

Wir dagegen dürfen auf unserer Wanderung nicht mit Wasser geizen. Einen Liter sollte man auf dieser Wanderung schon dabei haben, vor allen Dingen dann, wenn der Planet zeigt, was er so drauf hat.

Hier im Teide Nationalpark schuf die Natur ein riesiges Freilichtmuseum mit beeindruckenden Kunstwerken in Stein und Holz.

Unser Guide Jaime Coello Bravo, der Enkel von Telesforo Bravo - Direktor der Telesforo Bravo Foundation.
Denkmal von Telesforo Bravo vor dem Teide Besucherzentrum. Der Eintritt zist frei. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Sonntag 9.00 – 14.00 Uhr und 15.30-18.00 Uhr.

Telesforo Bravo (1913-2002) war Naturforscher und Geologe. Das Lebenswerk des Geologen, Doktor der Biologie, Träger des kanarischen Forschungspreises und Ehrenbürger von Teneriffa umfasst eine Vielzahl von Büchern und Artikeln über die Geografie und Natur der Kanaren.

Als wir loswanderten, waren alle Parkplätze noch frei. Gegen Mittag sieht es dann anders aus. Es empfiehlt sich also früh aufzubrechen, um die Stille zu genießen. Wobei gesagt werden muss, dass die meisten, die hierher kommen, ausgesprochen kurze Wanderungen unternehmen und nicht viel weiter als bis zum ersten Selfie-Felsen gehen.

Szenenwechsel

Climbing

Nach gefühlten 200 Jahren wieder Mal in der Wand. Gut gesichert, versteht sich.

Mithilfe von Gerardo von ADVENTOURE war mein Wiedereinstieg in die Kletterei gar nicht so übel - zumindest besser als vermutet. Sind es doch 26 Jahre her, dass ich das letzte Mal im Fels hing, da hat man doch einiges verlernt. Lustig war es trotzdem, besonders anfangs als ich plötzlich nicht wusste, wie es weitergehen sollte und Gerardo sagte: "Setz den linken Fuß zu deinem rechten" und ich sagte: "Da ist nur Platz für einen." So fühlte ich für den Moment. Dass Gerardo nur die Fußspitzen meinte, war mir wohl klar, hatte mit der Umsetzung aber etwas zu kämpfen und ohne seine Hilfe wäre der Anfang schon das Ende gewesen. Der Rest war dann nur noch, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Es war ein verdammt gutes Gefühl, oben anzukommen.

Jardin Tropical

Am Ende unserer drei Outdoor-Tage auf Teneriffa wurden wir vom Tenerife Tourist Office zum Abschluss-Dinner ins Jardin Tropical eingeladen, einem 4 Sterne-Hotel in Santa Cruz de Tenerife. Frisch renoviert beeindruckt das im maurischen Stil errichtete Hotel – und beamt einen in die verzauberte Welt von 1000 und einer Nacht. Kann Flucht aus dem Alltag schöner sein?

Letztes Bild: unser Platz für das Goodbye-Dinner mit Blick auf das Meer.

Nach dem Dinner fahren wir zurück in unser Hotel, dem La Casona del Patio in Santiago del Teide, eine ruhige, aber sehr schöne Anlage. Genau das Richtige nach einem Tag voller Abenteuer und Action.

Wie kommt man hin?

Direktflüge nach Teneriffa gibt es von jedem deutschen Flughafen: München, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Nürnberg, Stuttgart. Flugzeit rund 5 Stunden. Es geht auch abenteuerlicher mit der Fähre von Spanien (Cadiz und Huelva) nach Santa Cruz (4 Überfahrten pro Woche). Fahrtzeit 40 bis 50 Stunden. Interessant für alle, die längere Zeit unterwegs sein, ein Fahrzeug mitnehmen, eventuell auch die anderen Kanarischen Inseln entdecken wollen.

Aktivitäten

E-Mountainbike: EC RIDER. Kontakt Office: +34 922 36 88 77 Mobil: +34 676 51 72 73

Klettern: ADVENTOURE. Kontakt: Gerardo Toledo: +34 686 474 604

Es geht natürlich noch mehr. Alle weiteren Sportarten unter: Tenerife 100% Life

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Hotels

*** Route Active Hotel in Los Realejos

**** La Casona del Patio in Santiago del Teide

**** Jardin Tropical in Santa Cruz de Tenerife

Natürlich gibt es noch mehr Unterkünfte - die wir allerdings nicht kennen - unter: Tenerife 100% Life

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Credits:

@ Herbert Worm