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Eine Kirche zieht aus Der Umzug vor der Generalsanierung beginnt

Kaum ist das Bonner Münster geschlossen, sind bereits die Möbelpacker am Werk.

Orgel, Bänke, Kerzenständer und sehr viele Bücher und Noten: Alles, was beweglich ist, muss raus, bevor das Bonner Münster generalsaniert wird. Rund 100 Kisten werden derzeit insgesamt gepackt, bevor in den beiden darauffolgenden Tagen die Möbelpacker kommen.

Alle beweglichen Gegenstände müssen raus. Die Gegenstände werden an mehreren Orten in Bonn zwischengelagert. Insgesamt 380 m² Lagerfläche werden benötigt. 15 Helfer aus dem Bonner Münster sind im Einsatz, schätzungsweise 25 Tonnen sind alle Objekte schwer.
„Nach Sankt Remigius zieht nur um, was die Kirche auch braucht“

„Nach Sankt Remigius zieht nur um, was die Kirche auch braucht“, erklärt Umzugsbeauftragter Matthias Föllmer vom Gebäudemanagement am Bonner Münster. Die Vorbereitungen beanspruchten vier Monate.

Alle Gegenstände in der Basilika und in der Sakristei wurden inventarisiert und fotografiert. Bei jedem Objekt wurde geprüft, ob die Gemeinde, die für die Heiligen Messen unter anderem in die Schlosskirche und nach Sankt Remigius geht, in den nächsten Jahren darauf zurückgreifen muss, oder ob es eingelagert werden kann.

Unter den Gegenständen, die eingelagert werden, sind unter anderem viele der etwa 200 liturgische Messgewänder, von denen das älteste aus dem 18. Jahrhundert ist. Es kam noch zur Zeit des Cassius-Stifts zum Einsatz.

Die gesamte Sakristei wird während der Generalsanierung ausgebaut, um die dahinterliegenden Wände zu sanieren.
Die Noten der Münster-Musik füllen rund 40 Umzugskisten. Auch vielfältige liturgische Bücher werden eingelagert.
Das schwerste und größte Objekt ist die große Klais-Orgel. Wie alle anderen „sperrigen“ Gegenstände bleibt sie noch bis August im Bonner Münster. Unter Führung des Architekturbüros Hahn+Helten und durch die Mitarbeiter der Orgelbau-Fachfirma Klais wird sie dann fachmännisch ausgebaut und eingelagert.
Auch die rund 100 Kirchenbänke, alle Figuren und beweglichen Altäre sowie die Kanzel verbleiben bis zu diesem Termin im Bonner Münster. Der kleine Kirchenschatz, unter anderem die Messkelche und Monstranzen, werden an einem sicheren Ort eingelagert.

Alle anderen unbeweglichen Objekte, darunter viele der jahrhundertealten Altäre, verbleiben im Bonner Münster. Sie werden eingehaust, sprich, durch Holz geschützt, um bei den Arbeiten keinen Schaden davonzutragen.

Die Umzugskosten und für alle beweglichen Teile, darunter die große Klais-Orgel, Kirchenbänke und Gemälde, unter fachmännischer Aufsicht durch Restauratoren und Fachfirmen belaufen sich auf rund 500 000 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für die Einhausung und Sicherung aller unbeweglichen Stücke

Statische Probleme, Risse, Feuchtigkeit und veraltete Technik sind Gründe für eine der umfangreichsten Sanierung in der Geschichte des Münsters. Nach einer dreijährigen Planung und Bauanalyse beginnen nun die Vorbereitungen zur Generalsanierung. Sie geht einher mit einer voraussichtlich zweijährigen Schließung und wird derzeit auf 20,22 Millionen Euro geschätzt. Das Erzbistum Köln wird einen Großteil der Kosten übernehmen. Mit der Initiative „Mein Herz schlägt fürs Bonner Münster“ lädt der Bonner Münster-Bauverein zu einer breit angelegten Unterstützung ein und bittet um Spenden für das Wahrzeichen der Stadt Bonn. (www.mein-bonner-muenster.de)
Vor fast 1000 Jahren wurde der Grundstein für das Bonner gelegt, welches sich über den Gräbern christlicher Märtyrer erhebt. Die Wurzeln dieser heiligen Stätte reichen jedoch bis in die Antike zurück. In diesem Gotteshaus spiegeln sich architektonisch die großen Geistesströme unseres Kontinents wider, weshalb der Bonner Historiker Heinrich Lützeler es einst als „Europäisches Monument“ bezeichnete. Über 200 Jahre lang gab es eine rege Bautätigkeit am Münster und den umliegenden Gebäuden. Aber auch danach tat das Cassius-Stift und die Bonner Bevölkerung alles, um eine der bedeutendsten Kirchenanlagen des ganzen Rheinlandes zu erhalten. Dazu zählten auch viele Sanierungen bis zuletzt in den 80er Jahren.
Created By
Bonner Münster
Appreciate

Credits:

Katholisches Stadtdekanat Bonn

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