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Spaniens Saiten in Kooperation mit MagentaMusik 360

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Pablo Ferrández, Pablo Sáinz Villegas und María Dueñas. Das Trio hat sich extra für unsere Produktion zusammengefunden und feiert bei uns sein großartiges Debüt.

Spaniens Saiten

Hinter den Kulissen der Produktion herrscht ein ganz schönes Gewusel. Kameras, Licht, Ton – alles will betreut werden. Eine echte Meisterleistung, sich davon beim Musizieren nicht ablenken zu lassen. Für Pablo Sáinz Villegas (links) und Pablo Ferrández (Mitte) natürlich kein Problem.

Interpreten

María Dueñas Violine

Pablo Ferrández Violoncello

Pablo Sáinz Villegas Gitarre

Programm

Johann Sebastian Bach Prélude aus Suite Nr. 1 G-Dur BWV 1007 (ca. 3’)

Johan Halvorsen Passacaglia für Violine und Violoncello (ca. 6’)

Enrique Granados Danza Nr. 5 „Andaluza“ aus „12 Danzas españolas“ (ca. 5’)

Manuel de Falla „Asturiana“ aus „Canciones populares españolas“

Johann Sebastian Bach Allemande aus Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 (ca. 5’)

Johann Sebastian Bach Gigue aus Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 (ca. 5’)

Johann Sebastian Bach Sarabande aus Suite Nr. 3 C-Dur BWV 1009 (ca. 3’)

Isaac Albéniz „Asturias. Leyenda“ aus „Suite Española Nr. 1“ op. 47 (ca. 7’)

Francisco Tárrega „Recuerdos de la Alhambra“ (ca. 4’)

Niccolò Paganini IV. Rondo aus Terzetto op. 66 (ca. 5’)

Manuel de Falla „Polo“ aus „Canciones populares españolas“ (ca. 2’)

Manuel de Falla „El Paño moruno“ aus „Canciones populares españolas“ (ca. 3’)

Manuel de Falla „Nana“ aus „Canciones populares españolas“ (ca. 3’)

Niccolò Paganini III. Andante aus Terzetto op. 66 (ca. 5’)

María Dueñas

Violine

Im September 2019 von Musical America zum „Artist of the Month“ gekürt, gehört María Dueñas zu den aufstrebenden Geigerinnen ihrer Generation. Anlässlich ihres Debüts mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung von Marek Janowski in der Saison 2019/20 hob Daily California Dueñas’ technische Fertigkeiten und musikalische Sensibilität hervor, die „das Publikum von der ersten Note an in ihren Bann ziehen“.

Trotz ihres jungen Alters gewann María Dueñas zahllose namhafte Wettbewerbe und konzertierte bereits in einigen der großen Konzerthäuser; mit 15 Jahren debütierte sie im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins mit dem Bruno Walter Symphonieorchester und Jack Martin Händler. Vladimir Spivakov lud sie ein, in der Tchaikovsky Concert Hall in Moskau mit dem National Philharmonic Orchestra of Russia aufzutreten. Darauffolgende Konzerte spielte sie bisher u.a. mit den Moscow Virtuosi, dem Orquesta Sinfónica de Galicia, dem Lahti Symphony Orchestra unter Dima Slobodeniouk, dem Kammerorchester Madrid, dem Dresdner Kammerorchester, der Deutschen Streicherphilharmonie, dem Siberian Philharmonic Orchestra, in Konzerthäusern wie dem Auditorio Nacional in Madrid, dem Auditori de Barcelona und in der Berliner Philharmonie. Ihr Debüt in der Elbphilharmonie dokumentierte die Deutsche Stiftung Musikleben auf der CD „So klingt die Zukunft“.

Pablo Ferrández

Violoncello

Der Preisträger des XV. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs und Exklusivkünstler von SONY Classical, Pablo Ferrández, gibt sich als Musiker von Rang und Namen zu erkennen. Zu den Höhepunkten der letzten Zeit gehören die Debüts in der Hollywood Bowl mit dem Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel, mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Daniele Gatti, mit den Bamberger Symphonikern unter Christoph Eschenbachsowie sowie Auftritte mit dem London Philharmonic, Israel Philharmonic, Rotterdam Philharmonic, den Wiener Symphonikern und dem Orchestre National de France.

In der Saison 20/21 stehen zahlreiche Debüts mit namhaften Orchestern auf dem Programm. Außerdem wird er Artist in Residence beim Sinfonieorchester von Teneriffa sein. Als Rezitalist und Kammermusiker arbeitet Ferrández häufig mit Künstlern wie Vadim Repin, Martha Argerich, Gidon Kremer, Yuja Wang, Nikolay Lugansky, Maxim Rysanov, Beatrice Rana, Denis Kozhukhin, Ray Chen, Alice Sara Ott, Elena Bashkirova, Luis del Valle und Sara Ferrández zusammen. Pablo Ferrández spielt mit Unterstützung der Nippon Music Foundation die Stradivari „Lord Aylesford“ von 1696.

Pablo Sáinz Villegas

Gitarre

Gepriesen als „die Seele der spanischen Gitarre“, ist er zu einer weltweiten Sensation geworden und bekannt als der große Gitarrist seiner Generation. Pablo Sáinz-Villegas wurde von der internationalen Presse als Nachfolger von Andrés Segovia und als Botschafter der spanischen Kultur in der Welt gefeiert. Seit seinem frühen Debüt beim New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos im Lincoln Center ist er in mehr als 40 Ländern mit Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dem Spanischen Nationalorchester aufgetreten.

Pablo Sáinz Villegas’ „virtuoses Spiel, das von unwiderstehlichem Überschwang geprägt ist“ (The New York Times), macht ihn zu einem der von renommierten Dirigenten, Orchestern und Festivals angesehensten Solisten. Plácido Domingo bejubelte ihn seit Beginn ihrer engen Zusammenarbeit als „Meister der Gitarre“. Zuletzt veröffentlichten sie das Duoalbum Volver bei Sony Classical. Ihre gemeinsamen Auftritte fanden auf einzigartigen Bühnen auf der ganzen Welt statt, darunter Auftritte im Santiago Bernabeu-Stadion in Madrid vor über 85.000 Zuschauern, in der Hollywood Bowl in Los Angeles, und auf einer schwimmenden Bühne auf dem Amazonas, für Millionen Zuschauer international im Fernsehen übertragen.

Jagdschloss Platte

Über den Dächern von Wiesbaden – auf dem „Platte“ genannten Taunushang – liegt das Jagdschloss Platte. Der Renaissancebau aus dem Jahr 1826 und einst Herbstwohnsitz der herzoglichen Familie von Nassau wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört. Heute wird es nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten als einzigartiger Veranstaltungsort genutzt. Der klassizistische Baukörper mit seinem quadratischen Grundriss hat unverkennbar den malerisch-romantischen Charakter einer Ruine. Geschützt und überdacht wird er von einer hochmodernen Stahl-Glas-Konstruktion. Im Inneren eröffnet sich eine weitere architektur-historische Dimension: Das einzigartige Treppenhaus, eine Rotunde mit gegensinnig verlaufendem Treppenpaar in Form einer Doppelhelix, wurde originalgetreu wiederhergestellt.

Ausschöpfen ungeahnter Möglichkeiten

Johann Sebastian Bachs Sechs Suiten für Violoncello solo – und daraus besonders das Prélude der Suite Nr. 1 G-Dur BWV 1007 – dürfen als bekannteste Solowerke für dieses Streichinstrument gelten und eröffnen das heutige Konzert. Die Sarabande der Suite Nr. 3 C-Dur BWV 1009 ist ein ruhiger und fließender Satz, der im heutigen Programm das spanische Feuer für einen Moment zu zügeln vermag. Lange unbeachtet in Archiven verstaubt, verdanken die sechs Suiten die Eroberung der Weltbühnen ausgerechnet den frühen Einspielungen eines Spaniers: dem Cellisten Pau Casals (1876-1973).

Auch für die Solo-Violine hat Bach – selbst ein versierter Geiger – sechs Sonaten und Partiten komponiert. Die Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 erlangte weltweite Berühmtheit, da in ihrem letzten Satz, der Ciacconna, die Mehrstimmigkeit der Violine in bis dahin unbekannte Sphären gehoben wurde. Melodie und Begleitung in einem Instrument zusammenzufassen, das war bis zur Komposition dieser Werke anderen Instrumenten wie z.B. der Orgel vorbehalten. Die Allemande und die Gigue, der erste und der vierte Satz, sind an zeitgenössische Tänze angelehnt. Die Allemande – ein „deutscher“ Schreittanz – eröffnet in gemäßigtem Tempo und sattem Klang diese Partita, wohingegen die Gigue – ein ursprünglich englischer, später französischer heiterer Tanz – schwungvoll und mit punktierten Rhythmen zum Tanzen auffordert.

Die Passacaglia für Violine und Violoncello von Johan Halvorsen ist eines der beliebtesten Werke für diese Kammermusikbesetzung, die jemals komponiert wurde. Basierend auf einem Thema aus der Cembalo Suite g-Moll HWV 432 von Georg Friedrich Händel gibt diese Passacaglia beiden Instrumentalisten die Gelegenheit, ihr volles Können und ihre Virtuosität unter Beweis zu stellen.

Bild: Deckblatt der sechs Sonaten und Partiten für Violine Solo von Johann Sebastian Bach

Typisch Spanisch!?

Wie kaum andere Werke haben Enrique Granados’ „Danzas españolas“ und Isaac Albéniz’ „Suite española“ für Klavier die Vorstellung von „typisch spanischer Musik“ zum Ende des 19. Jahrhunderts geprägt. Vor allem in den Bearbeitungen für Gitarre entführen die feurigen Rhythmen die Zuhörer in den heißen spanischen Süden. Dabei entwarf Enrique Granados seine „Danzas españolas“ vermutlich in den Jahren 1888/89 in Paris. Dass der Tanz Nr. 5 heute den Beinamen „Andaluza“ trägt, war damals noch nicht absehbar: Erst nach Granados’ Tod wurden die beschreibenden Titel in Bearbeitungen der Stücke für andere Besetzungen hinzugefügt. Die Tänze – so eine verbreitete Vermutung – erfreuten sich schnell auch außerhalb der iberischen Halbinsel einer derartigen Beliebtheit, dass „das spanische Idiom durch Titel zu präzisieren“ versucht wurde. Da der Tanz Nr. 5 sich an traditionelle Tänze aus dem andalusischen Raum anlehnt, erhielt er den Titel „Andaluza“.

Anders hingegen verhält es sich mit „Asturias“ aus der „Suite española Nr. 1“ von Isaac Albéniz, dessen Charakter „so gar nicht zu der nordspanischen Gegend Asturien passen will“. Vielmehr finden sich auch hier typische Rhythmen und der unverkennbare Einfluss des andalusischen Flamencos. Francisco Tárregas „Recuerdos de la Alhambra“, das vom Interpreten nicht nur absolute technische Beherrschung sondern ebenso viel musikalisches Verständnis fordert, lässt den Zauber lauer spanischer Nächte vor dem inneren Auge aufleben und ist eine Reverenz an die Alhambra von Granada.

Bild: Alhambra (1886) von Adolf Seel (1829 - 1907)

Virtuosität und große Emotionen

Die „Canciones populares españolas“ sind von Manuel de Falla für Sopran und Klavier arrangierte spanische Volkslieder. Sie alle handeln, mehr oder weniger offensichtlich, mal ironisch, ernsthaft oder tragisch, von der Liebe. Arrangiert für ein Melodieinstrument und Klavier geht die Bedeutung der Texte keineswegs verloren. So lässt die „Asturiana“, musikalisch an die traditionelle asturische Musik des spanischen Nordens angelehnt, die tiefe Traurigkeit des untröstlichen lyrischen Ichs spürbar werden und die unruhige Klavierbegleitung in „Polo“ verrät das innere Brodeln, das die zunächst klagende Violine zu Rachegelüsten anstachelt. In „El Paño moruno“ liegt die wahre Bedeutung des Textes verborgen unter der Oberfläche. Es geht um ein maurisches Tuch, das einen Fleck bekommt und daher nur noch unter Wert verkauft werden kann. De Falla überträgt diese Doppeldeutigkeit in die Musik: Eine oberflächlich hübsche Melodie wird durch die richtige Interpretation zum tiefgründigen Drama. Versöhnliche Töne trifft schließlich das Wiegenlied „Nana“.

Originalwerke für das ungewöhnliche Trio Violine, Violoncello und Gitarre finden sich bei Niccolò Paganini, der sowohl die Violine als auch die Gitarre meisterlich beherrschte. So bietet das Terzetto op. 66 auch vor allem diesen beiden Instrumenten die Möglichkeit, ihre Virtuosität unter Beweis zu stellen. Dabei stellt dieses Werk Paganinis eine deutliche Hommage an die Kompositionstechnik der Klassik dar und versäumt es gleichzeitig nicht, die „feine romantische Salonmusik“ seiner eigenen Zeit aufzugreifen.

Bild: Niccolò Paganini, um 1850, unbekannter Künstler

Konzertgenuss vor malerischer Kulisse

Das Rheingau Musik Festival zählt zu den größten Musikfestivals Europas und veranstaltet Jahr für Jahr rund 150 Konzerte in der gesamten Region – von Frankfurt über Wiesbaden bis zum Mittelrheintal. Einmalige Kulturdenkmäler wie Kloster Eberbach, Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads und das Kurhaus Wiesbaden sowie lauschige Weingüter verwandeln sich jeden Sommer in Konzertbühnen für Nachwuchskünstler und Stars der internationalen Musikszene von Klassik über Jazz bis hin zu Kabarett und Weltmusik.

Herausgeber und Veranstalter

Konzertstream des Rheingau Musik Festivals in Kooperation mit MagentaMusik 360, das Musikportal der Telekom Deutschland GmbH

Rheingau Musik Festival Konzertgesellschaft mbH, Rheinallee 1, 65375 Oestrich-Winkel

www.rheingau-musik-festival.de, info@rheingau-musik-festival.de

Intendant und Geschäftsführer (Vors.) Michael Herrmann

Geschäftsführer Marsilius Graf von Ingelheim

Impressum

Redaktion und Texte Theresa Awiszus, Fenja Fieweger, Markus Treier

Gestaltung Q Kreativgesellschaft, Wiesbaden

Fotocredits Künstlercollage: Pablo Ferrández © Igor Studio, Pablo Sáinz Villegas © Lisa Mazzuco, María Dueñas © Tam Lan Truong | Produktion-Impression © Rheingau Musik Festival | Programm © Sven-Sebastian Sajak, CC BY-SA 3.0 | Biographie María Dueñas © Tam Lan Truong | Biographie Pablo Ferrández © Igor Studio | Biographie Pablo Sáinz Villegas © Lisa Mazzuco | Jagdschloss Platte © Rheingau Musik Festival | Rheingau-Impression © Sabine Siemon | Kamera-Impression © iStock