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Yvonne Peer Geschichtenerzählerin und Sozialpädagogin: Geschichten, DIE ZU IHNEN GEHÖREN.

📧yvonne.peer@storiae.org

https://instagram.com/y.peer_storiae

📞+39 371 467 2900 (keine WhatsApp Benachrichtigungen)

Herzlich Willkommen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu meiner Tätigkeit und auch einige Textkostproben. Mit Anfragen, Wünschen und Vorschlägen für eine Zusammenarbeit, können Sie mich gerne unverbindlich kontaktieren. Viel Freude beim Lesen und Stöbern auf meiner Website!

ℹ️Bildquelle: Schreibmaschine „typewriter former type“ von Siala (Quelle: pixabay; Lizenz: keine Rechte vorbehalten)

Kunden

Zu meinen Kunden gehören:

Privatpersonen, Geschichtenliebhaber, Sammler, Antiquitätenhandlungen, Galerien, Klöster, Burgen und Schlösser, Museen und Ausstellungshäuser, Veranstalter und Initiatoren öffentlicher Projekte in sozialen und kulturellen Bereichen.

Tätigkeit

Für Privatpersonen:

Sie suchen nach einem einzigartigen, personalisierten Geschenk für einen besonderen Menschen?

Sie möchten einer lieben Person eine kleine, maßgeschneiderte Erzählung, ein Gedicht widmen, oder ihr einen Gegenstand samt kleiner Geschichte schenken?

Sie besitzen einen antiquarischen oder kuriosen Gegenstand, den sie gerne durch eine fantastische Geschichte in Szene setzen oder vor dem Vergessen bewahren möchten?

Sie möchten Ihren persönlichen Memorabilia durch individuell angefertigte Geschichten, neues Leben einhauchen und sogar deren emotionalen Wert steigern?

Sie möchten eine wahre Begebenheit oder Anekdote zu einem persönlichen oder gar historischen Gegenstand für kommende Generationen festhalten?

Sie suchen nach jemandem, der für Sie oder gemeinsam mit Ihnen Ihre Erinnerungen oder besondere Momente und Lebensgeschichten schriftlich festhält?

Sie sind auf der Suche nach jemanden, den Sie mit einem Gedenkschreiben beauftragen können?

Sie haben ein gelungenes Foto geschossen und möchten es mit einer kleinen Geschichte oder einem Gedicht umrahmen?

Gerne können Sie mich mit Ihrem Anliegen kontaktieren.

Für öffentliche Projekte und Initiativen im sozialen und kulturellen Bereich:

Geschichten als Rahmen oder roter Faden, als inhaltliche „Parkour-Elemente“, Hingucker oder didaktisches Instrument. Für Projekte und Veranstaltungen im sozialen oder kulturellen Bereich.

Sie suchen nach einer Geschichte, die Sie dazu einsetzen können, historische Gegenstände oder Kuriositäten, historische Ereignisse und interessante Begebenheiten, öffentlich zugänglich und in einem ansprechenden Rahmen inhaltlich zu präsentieren?

Ich helfe Ihnen dabei, Themen, Ideen, Projekte und Initiativen im sozialen und kulturellen Bereich durch maßgeschneiderte Geschichten zu vermitteln. Geschichten, die aufmerksam machen, informieren, berühren, unterhalten und involvieren.

Beispieltexte aus meiner Feder finden Sie Übrigens Gegen Ende dieser Seite unter: „ein guckloch in meine welt“⬇️

Allgemeine GeschäftsBedingungen

Sie sind an einer Zusammenarbeit interessiert und möchten mich gerne beauftragen? Dann finden Sie wichtige Informationen dazu in den AGB (in deutscher Sprache) und in den CGC (versione italiana).

Der Erstkontakt dient zur detaillierten Bedarfserhebung und zum Informationsaustausch. Dieses erste Kontaktgespräch ist immer kostenlos, sowie unverbindlich und kann per Email oder telefonisch erfolgen. Die geltende Preisliste lasse ich Ihnen gerne auf Nachfrage zukommen, ebenso Kostenvoranschläge für Ihr jeweiliges Projekt.

Die von mir erarbeiteten Textprodukte spiegeln keine politischen oder ideologischen Hintergründe wieder und stehen weder mit solchen Kontexten in Verbindung noch sind sie für solche Zwecke konzipiert. Meine Kreationen dürfen infolgedessen auch nicht für politisch oder ideologisch motivierte Zwecke verwendet werden, weder von meinen Auftraggebern noch von weiteren Personen oder Gruppierungen.

Die von mir erstellten Texte und Leistungen erfüllen keinerlei therapeutische Zwecke. Ich biete KEINE therapeutischen, beratenden oder rehabilitativen Leistungen an.

ÜBER MICH

Zu meinem Repertoire als Sozialpädagogin gehört die Fähigkeit zum Zuhören, besser gesagt, zum genauen Hinhören. Ich kann mich einfühlsam, behutsam und gleichzeitig professionell auf meine Kunden einlassen. Dies ermöglicht es mir, Erzählungen individuell zu gestalten: „Bedeutungsvoll“, „geheimnisvoll“, „auf den Punkt gebracht“, „realitätsgetreu“, „humorvoll“, „berührend“ oder „inspirierend“.

SPRACHLICHE FÄHIGKEITEN:

Muttersprache: Dialekt des Südtiroler Unterlandes;

ausgezeichnete Deutschkenntnisse in Sprache und Schrift;

sehr gute Italienischkenntnisse mit Zweisprachigkeitsnachweis C1 (ehemalig „A“);

sehr gute Englischkenntnisse in Sprache und Schrift;

Verstaubte Latein - und Altgriechischkenntnisse.

Neu entdecktes Interesse für die Jiddische Sprache und verschiedene Sprachen und Dialekte im Alpenraum.

...ein Guckloch in meine Welt:

Alle Texte stammen von mir und gehören mir: INTELLEKTUELLES EIGENTUM VORBEHALTEN, Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer. Ähnlichkeiten zu realen Begebenheiten, realen Personen oder anderen literarischen Werken sind zufällig und völlig unbeabsichtigt. Die Inhalte meiner Kreationen sollen in keiner Weise Einzelpersonen oder Gruppierungen beleidigen oder Schaden zufügen, weder direkt noch indirekt. Sie wurden auch nicht mit dieser Intention geschaffen. Diese Texte hier stehen nicht zum Verkauf, sondern dienen als Beispiele und sollen Ihnen Einblick in meine Arbeit verschaffen.

Foto: Yvonne Peer

Dies hier ist Ein Kleiner Ausschnitt Aus Meiner Eigenen Erzählung „Das Gewand“, die Als Buch erscheinen soll:

...ein Spiegelbild aus einer längst vergangenen Zeit...

(...)In dem Gewand seh`ich aus, wie die Frau auf dem alten Foto.

Zufall.

Und doch wie ein Déjà Vu.

Stoff aus einer anderen Zeit umhüllt meinen Körper und beißender Kampfergeruch legt einen schweren Schleier über etwas, das sich in meiner Erinnerung bemerkbar machen möchte.

Jedesmal wenn ich einen Erinnerungsfaden fassen will, entgleitet er mir und ich stoße auf eine Wand.

Aber vielleicht ist da ja gar nichts. Fast ist es so, als würde man von einem Traum aufwachen. Für einen kurzen Moment meint man, sich an den Traum zu erinnern. Und dann, dann ist es plötzlich weg. Es bleibt nur so ein Gefühl, dass da doch irgendetwas war- - und der Faden entwischt (...)

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Weitere Texte aus meiner Hand:

Jedr Wold hot a Gsicht,
zėihl van Baam jede Schicht,
dr Klea winkt untr dr Ficht.
Wer guat schaug, heart die Gschicht .
Foto und Text : Yvonne Peer
Gedanken geangelt — - — Thoughts caught — - — Pensieri pescati — - —🎣

~Peace under the clouds and the mountains so far.~

~Ruhe unter den Wolken und die Berge so weit.~

~Calma sotto le nuvole e le montagne cosí lontane.~

Inhaberin der Urheberrechte :Yvonne Peer 2021

Mauerlöcher.
Text in Unterlandler Mundart

Mauerleicher. Hegadexs gseign, pan Schwanzl pockt. Schwanzl obrouchn, ˋs zopplt nou. Mauerpleamlen ausrgrupft, in Pachl oigwourfn. ´S fette Flaisch fa geischtrn nit drgeissn, in die Mauerritzlen ainigschtoupft. Warns schoun die Veigalen freissn! Gehaime Zeittelen ainigschteickt, fir die Madlen zun fintn. Auikraxlt bis gounz, nor van Paur a poor Traschggelen gschpiiglt. Fa Waitn gseichn wia dr Fritz in dr Maridl a Pussl aufdruckt. Fa dr Maur wiidr or, Knia oungschlogn. Stoandr sain or, do hot dr Weigmochr a Frait. Stoandl aufklaup unt in Haini nochgworfn. Mitn Haini graft und gwungen. Peade mitn Steckn oans aui kriag- zu schpot in dr Schual saimr keimmen. In dr Schual ausigschaug pan Feinschter. Strof aufkriag und an Zeittl fir drhoam. Zeittl in dr Maur ainigschteickt. Zu Mitoog a fetts Flaisch kriag. Zun Glick gips in Dourf genua Maurleichr. Bild und Text und Foto copyright Yvonne Peer 2020

(Anmerkung zum Mundarttext: ei= ė ï)

Übersetzung: Mauerlöcher. Eidechse gesehen, am Schwänzchen gepackt. Schwänzchen abgebrochen, es zappelt noch. Mauerblümchen ausgerupft, in den Bach geworfen. Das fette Fleisch von gestern nicht aufgegessen, in die Mauerritzen gestopft. Werden ˋs schon die Vögelein fressen! Geheime Zettelchen hineingesteckt, zum Finden für die Mädchen. Hinaufgeklettert bis ganz nach oben, dann ein paar Trauben vom Bauer stibitzt. Von Weitem gesehen, wie der Fritz der Maridl einen Kuss aufdrückt. Von der Mauer wieder runter, Knie aufgeschlagen. Steine sind heruntergefallen, da wird sich der Straßenwärter freuen. Steinchen aufgehoben und dem Heini nachgeworfen. Mit dem Heini gerauft und gewonnen. Beide haben wir mit dem Stock eins abbekommen-wir waren zu spät in die Schule gekommen. In der Schule zum Fenster hinaus geguckt. Strafarbeit bekommen und einen Zettel für daheim. Zettel in die Mauer gestopft. Zu Mittag fettes Fleisch bekommen. Zum Glück gibt es im Dorf genug Mauerlöcher.

Inhaberin der Urheberrechte :Yvonne Peer

Gemälde erzählen: „Brunnenstube mit Fischer und Frau“, Aquarell von Georg Eduard Otto Saal, 1818-1870

Hier zwei Links als Quellenangabe zu entsprechendem Gemälde:

https://i.pinimg.com/originals/9c/6e/8d/9c6e8de7a69fcc2c2a5ac9fd82f684fa.jpg.

https://www.mageda.de/az_1.php?knr=2153&name=Saal&pid={pid}&bnr=19&step=3

Zunächst kannte ich nur das Aquarell, weder Maler noch Titel waren mir bekannt. Und so, inspiriert von dem Bild noch unbekannter Herkunft, entstanden spontan folgende Verse:

So süß und bitter kann es sein,

beide denken, das Mädel ist mein.

Der eine aber traut sich vor,

der and‘re späht lauschend durchs Tor.

Doch wissen wohl beide nicht:

Sie wird anders ausgeh‘n - die Gˋschicht.

Ein dritter nämlich ward besser dran,

als er dem Mädchen ein Liedchen sang.

Dann aber nach einiger, fast fieberhaften Recherche, stieß ich letztendlich doch noch auf Angaben zu Maler und Titel.

Wie ich so das Aquarell ansehe, ergibt sich sogleich die Frage: Wer ist denn nun der Fischer? Der Mann der lässig an der Türschwelle steht? Oder die Gestalt, die heimlich durchs Fenster spät und Annäherungsversuche eines anderen an die Frau beobachtet? Ist der Fischer der Ehemann oder nur ein möglicher Verehrer? Hier meine, natürlich frei erfundene, spekulative Erzählung, die möglicherweise mit der eigentlichen Hintergrundgeschichte zum Werk nichts zu tun hat. Ähnlichkeiten zu realen Begebenheiten, realen Personen oder anderen literarischen Werke sind unbeabsichtigt, zufällig und völlig ungewollt.

Schon heute Morgen hatten sich ihre Blicke getroffen. Sie hätte das im Grunde eher vermeiden wollen und doch hatte sie einen bestimmten Reiz dabei empfunden. Heimlich. Nur der eine Augenblick am Hafenmarkt. Jetzt steht der Fremde auf einmal, wie aus dem Nichts aufgetaucht, am Eingang zur Brunnenstube. Sauber gekleidet, sein Hemd teilweise aufgeschnürt. Es ist warm. Die Luft ist schwer. Er grüßt freundlich. Vielleicht ist er nur gekommen, um Fisch bei ihrem Mann zu bestellen. Verlegen nickt sie ihm zum Gruß zu, sagt aber kein Wort, sondern zupft an ihrem Ring herum und blickt auf den kleinen Holzzuber, der heute eine halbe Ewigkeit braucht, sich mit Wasser zu füllen. Der Mann steht da und blickt sie an, ganz intensiv und ungeniert. Ihre Wangen fühlen sich heiß an. Er lehnt sich gegen den Türstock und fragt ob er einen Schluck Wasser haben könne. Dann, ohne auf ihre Antwort zu warten, kommt er langsam näher. Bedrohlich und doch erwünscht. Sie riecht nach Fisch, geht es ihr durch den Kopf; hoffentlich kommt er nicht noch näher, denn sie würde es nicht schaffen, ihm auszuweichen. Zu groß ist der Bann; zu schlimm wärˋ die Sünde. Der Fremde neigt sich herab, um zu trinken. Da ertönt eine vertraute Stimme durchs Fenster herein: „Frischen Fisch gibtˋs da draußen!“ . Es ist der Fischer und der Fremde verschluckt sich am Wasser. Gelöst ist der Bann, vorbei die Gefahr. Die Luft bleibt schwer, der Zuber ist voll.

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Die Vogelfrau

Keiner weiß, woher die Vogelfrau wirklich gekommen war oder ob es sie vielleicht schon immer gegeben hatte und sie nur keinem aufgefallen war. Eines Tages war sie jedenfalls da.

Ihre Lieblingszeit war der Frühling. Da gab es nämlich am meisten kreuz und quer herumflatternde Seelen, äh, Vögel. Im Grunde waren es Seelen, getarnt als Vögel, die fröhlich zwitschernd und manchmal auch frech schimpfend in den Lüften herumtobten. Die Vogelfrau sammelte sie ein. Ihre Aufgabe war es, jeden einzelnen an den richtigen Ort und die richtige Zeit zu bringen. Immer wenn die Vogelfrau durch die Straßen, Wiesen, Felder und Wälder zog und ihr Lied auf ihrem Pfeifchen blies, kamen sie daher, magisch herbeigerufen, aus allen Winkeln, Baumwipfeln, Fenstersimsen und Sträuchern. Sie hatte Vogelfutter dabei, denn nicht immer konnten die Seelenvögel gleich am richtigen Ort abgegeben werden und mussten versorgt werden. Als Zoll dafür, dass ein jeder dann dorthin versandt wurde, wo es ihm vorbestimmt war, verlangte die Vogelfrau ein Liedchen für ihr Pfeifchen. So kam es, dass das Pfeifchen, neben der einen Lockmelodie, unzählige Lieder spielen konnte. Lieder, die vom Wind erzählten, Lieder die traurig machten, Lieder die Lächeln schenkten, Lieder die schläfrig machten, Lieder von der Liebe, Lieder vom Leben, undenkbar viele und alle wunderbar einzigartig. Am liebsten mochte sie die fröhlichen Lieder und jene von der Liebe. Aber wie so Vieles im Leben, konnte man sich das nicht aussuchen, auch die Vogelfrau nicht. Es war unmöglich vorherzusehen, welcher Vogel, welches Liedchen stiften würde, denn schließlich bestand ihre Aufgabe lediglich darin, so viele herumflatternde Seelen wie möglich zu erreichen und an die richtige Adresse in Raum und Zeit abzugeben. Aber das haben wir ja schon erwähnt.

Manchmal gab es Seelenvögel, so wunderbar, dass sie sie am liebsten bei sich behalten hätte. Aber das ging nicht. Das hätte nur Unglück gebracht, vor allen den Seelenvögeln. Die hatten ja ihre jeweils eigenen Bestimmungen zu erfüllen. Vielleicht hatte sie ja Glück und ein Seelenvogel war für sie bestimmt. Früher oder später würden sich ihre Wege dann kreuzen. In welcher Form, konnte man nicht wissen. Manchmal, so hieß es, würde man es aber spüren. Das hatte sie von vielen Menschen bereits berichten gehört. Zwei oder mehr würden sich begegnen, zum ersten Mal. Und es sei, als würde man sich schon seit ewig kennen. Alles falle dann an seinen richtigen Platz, wenn der Seelenvogel zur richtigen Zeit am richtigen Ort lande. Da träfen sich Liebespaare, da fänden sich Freunde, da kreuzten sich Bedeutungsträchtige Wege von Schüler und Mentor, da kämen Kinder zur Welt und es fühle sich an, als habe diese Verbindung mit diesem Menschlein schon immer bestanden, auch schon vor der Geburt. Ja, ähnliche Empfindungen hattet ihr auch schon mal, nicht wahr?

So sah sie übrigens an manchen Tagen aus, die Vogelfrau: Ein Vogelnest mitten auf dem Haupt, die Haare zerrupft und mit Federn geschmückt. Vögel auf ihrer Kleidung. Einen Vogelkäfig in der Hand- für ganz besondere Exemplare, die sie vor der Katzenfrau schützen musste. Ja, die Katzenfrau gab es nämlich ebenso. Auch diese hatte ihre Rolle zu erfüllen, ob es der Vogelfrau passte oder nicht. Sie fraß die Seelenvögel, am liebsten die seltenen und hielt sie somit von ihrer Destination ab. Obwohl es sich die Vogelfrau nicht eingestehen wollte, so war die Katzenfrau, weder gut noch schlecht. Sie existierte einfach, genau so, wie die Vogelfrau einfach existierte. Aber das wäre eine andere Geschichte.

In der einen Hand trug sie also einen Vogelkäfig. In der anderen eine Flickentasche. Da war das Futter drinnen und das Pfeifchen.

Wisst ihr eigentlich, dass die gesammelten Melodien des Pfeifchens nicht jeder einfach so hören konnte? Manche nahmen nur etwas Unscheinbares wahr, das zuvor noch nicht da gewesen zu sein schien. Dann hieß es: „Hast du das gehört? Da war doch was…“ Andere hingegen glaubten, ihre Ohren würden komisch klingeln und sausen. „Tinitus“ nennen das Menschenärzte. „Um ein Haar die wahre Frequenz verpasst“, nannte das die Vogelfrau. Ja , und da gab es welche, die konnten sie tatsächlich hören, die Melodien der Seelenvögel. Das waren jene Menschen, die mit den Herzen hörten. Zum Beispiel die Musiker. Aber auch die Kinder. Die Kinder würden es allerdings mit der Zeit verlernen, das Hinhören mit den Herzen. Da würden sie die Pfeife nicht mehr spielen hören. Außer sie entwickelten sich zu Musikern.

Die Katzenfrau, die mochte das Pfeifchen gar nicht. Auch sie konnte es nämlich hören. Vielleicht fraß sie ja deswegen gerne Seelenvögel. Aber das, erzähl ich Euch ein anderes mal.

Hier seht ihr ein ziemlich unscharfes Foto, wie die Vogelfrau ausgesehen haben könnte. Aber vielleicht habt ihr sie ja schon mal selber gesehen, mit Euren Herzen, und wisst, dass sie im Grunde ganz anders aussieht.

Wer sich eine Fortsetzung der Geschichte wünscht, kann es mich gerne wissen lassen.

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Lambretta

Wer kennt die Geschichte von Stefano Benni über „Pronto Soccorso e Beauty Case“? Ich liebe die Geschichte. Darin kommt auch eine Lambretta vor, bezeichnet als „Lambroturbo“, auf welcher die Hauptfigur „Pronto Soccorso“ durch die Gegend fegt. Eine amüsante Liebesgeschichte aus der Erzählungssammlung „Il bar sotto il mare“.

Ich kann zwar Stefano Benni nicht mal in meinen Träumen das Wasser reichen, aber auch ich kenne eine Geschichte, in der eine Lambretta vorkommt. Mehr dazu findet Ihr in einem meiner Instagram Beiträge.

Text und Foto stammen von mir. Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Lustige Kriminalgeschichte

Lustige Kriminalgeschichte

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Herr Grünbau liebte sein einfaches, ruhiges Leben. Am Morgen brachte er seiner Frau den Kaffee ans Bett, dann fütterte er den Hund und ging mit seinem Wellensittich spazieren. Der Hund war dick und träge und der Wellensittich brauchte frische Luft und den Eindruck, in Freiheit zu leben.

Jeden Tag machte er den selben Rundgang, vorbei am roten Zaun, an dem eine modrige gestreifte Socke hing, dann um die Ecke zum Bäcker. Dort stand er kurz Schlange und entschied sich wegen des Menschenandranges, doch nur ein paar Brezeln am Kiosk zu holen und eine Tüte Backerbsen, die extra harte und knackige Sorte. Ja- jeden Tag. Zu den frischen Brötchen hatte er es, wegen der langen Schlange, bisher noch nie zuvor geschafft. Trotzdem versuchte er es täglich für zehn Minuten.

Dann ging er, die Backerbsen in der Jackeninnentasche, mit dem Vogelkäfig in der einen Hand und den Brezeln in der anderen, immer genau dann am grünen Haus vorbei, als die Frau mit den Lockenwicklern in ihrem offenen Morgenmantel am Balkon stand und an ihrer Zigarre paffte. Sie beugte sich etwas über das Geländer, um die Asche elegant mit ihrem Finger auf die Straße zu tippen. Jeden Tag und genau in diesem Moment würde er einen Blick von ihrem Negligé erhaschen. Es war Flaschengrün mit schwarzer Spitze und wohl oben her etwas knapp. Dann würde sie so tun, als würde sie frieren und den Mantel schließen und er, er würde so tun, als hätte er nur irgendwo in einem Baum einen Vogel gesehen oder einen Bekannten von Weitem...

Der Weg führte ihn weiter zur Tankstelle, an der man nicht oder nur selten tankte und man sich meistens nur zum Kartenspielen traf. Dort saß fast immer das selbe Grüppchen Männer auf schiefen Gartenstühlen um einen halben Tisch. Und wenn nicht gerade das selbe Grüppchen Männer dort war, dann eben ein selbes anderes Grüppchen. Die Männer fluchten und schimpften und verloren abwechselnd. Er hätte sie bestimmt alle schlagen können, die vom einen Grüppchen und die vom anderen Grüppchen, aber zum Glück war er kein Kartenspieler. Das war nichts für ihn, stellte er jeden Morgen fest. Aber wenn sie ihn fragen würden, ja dann vielleicht, würde er ja eine Ausnahme machen. Und so ging er weiter, über die kleine Brücke, dort spuckte er ins Wasser und dachte sich, dass man die Brücke früher oder später restaurieren müsste. Sie war holprig, wackelig und er war schon des öfteren darauf gestolpert und hätte dabei fast den Käfig mit Karlchen, so hieß nämlich der Wellensittich, fallen lassen. Zum Glück hatte er gute Nerven, der Vogel. Das kam sicher von den Beruhigungstropfen, die ihm seine Frau ab und zu ins Badewasser mischte, damit er sein Stimmchen schonte und nicht zu viel zwitscherte. Davon bekam sie nämlich Migräne, seine Hildegard, so hieß übrigens seine Frau. Nach der Brücke ging es durch den Park. Da musste er im Slalom den Hundehaufen ausweichen, die entsprechende Herrchen unsachgemäß dort liegen ließen. Quer verstreut überall, täglich. Und der scheinbar noch unbefleckte Boden, auf den er auszuweichen versuchte, war wohl vermutlich bis vor kurzem selbst noch Hundehaufen gewesen. Alles Scheiße. Zum Glück machte sein Bodo, so hieß sein Prachtexemplar von einem Hund, nur Freitags Häufchen und niemals im Park. Seine Frau gab ihm von Samstag bis Donnerstag etwas gegen Durchfall und am Freitag etwas gegen Verstopfung. So kackte Bodo nur Freitags auf dem Balkon, denn die Stiegen bis zum Hof oder auf die Straße schaffte er nicht mehr. Das hätte seine Gelenke ruiniert oder seinem Kreislauf geschadet.

Nach dem Park, noch um die andere Ecke- vorbei am Herrencoiffeur. Da saßen sie die Männer, die nichts anderes zu tun hatten, als sich einmal pro Woche die Haare oder den Bart trimmen zu lassen. Was für eine Zeitverschwendung, was für eine Geldverschwendung. Aber wer sich´s leisten kann…

Für ihn machte das seine Hildegard, schon seit immer. Was für eine tolle Frau. Wenn er sie nicht hätt…wenn sie nicht wär…- - -und schon war er am Hauseingang angelangt, Hildegard stand schon im Stiegenhaus, holte die Post und wartete auf die Frühstücksbrötchen. „Heute keine Brötchen, nur Brezeln“, sagte er dann. Und dann verdrehte sie wie immer ihre Augen und sagte , sie hätte keinen Hunger, schon gar nicht auf Brezeln, davon bekomme sie Sodbrennen. Das Briefkastentürchen zuknallend ging sie dann zurück in die Wohnung.

Und er folgte ihr. Aber erst nach ein paar Minuten, denn zuerst legte er die Backerbsentüte noch hinter dem rostigen Schirmständer vor dem Ausgang ab, für später. Dann stellte er den Käfig neben den Fernseher und machte den Fernseher an. Karlchen liebte nämlich Kochsendungen. Er selbst stellte sich unter die Dusche und freute sich auf die Brezeln. Er trocknete die Dusche und kämmte sich das Haar. Angekleidet, im Anzug, mal mit gelber Krawatte und mal mit der anderen gelben Krawatte, ging er ins Esszimmer. Die Brezeln waren alle und Hildegard musste sich einen Schluck Schnaps genehmigen wegen ihres Sodbrennens.

Vom Schnaps wurde ihr manchmal schwindelig und sie musste sich wieder hinlegen.

Bloß leise das Haus verlassen und zur Arbeit gehen, das kleinste Knattern der Küchendielen oder Klicken einer Türklinke konnte ihr in diesem Zustand jetzt auch noch Migräne verursachen. Wenigstens war Karlchen nach seinem morgendlichen Bad vor dem Fernseher eingeschlafen und der Hund lag mit vollem Bauch vor dem Kühlschrank, regungslos, denn der Freitag war ja noch nicht gekommen.

Dann ging Herr Grünbau mit seiner Tüte Backerbsen zur Arbeit. Er musste nur die Straße überqueren und schon war er an seinem Arbeitsplatz. Er war Bankangestellter und arbeitete am Schalter. Die Arbeit war ruhig und übersichtlich und das liebte er. Immer wieder griff er mit seiner linken Hand in die Backerbsentüte, die er unter dem Tresen, neben dem Alarmknopf verstaut hatte und knabberte ein paar Backerbsen. Knack, Knack. Das Knabbergeräusch, das von den Backenzähnen, direkt an sein Ohr weitergeleitet wurde, fand er besonders genugtuend. Nur die Finger wurden etwas ölig von den Backerbsen. Zu Mittag würde er dann nach Hause gehen, einfach über die Straße und das Brot mit Sardellen essen, das ihm seine Hildegard -wie üblich - auf den Küchentisch gestellt hatte. Sie selbst hatte meistens schon gegessen oder war auf Diät. Sardellen gehörten zwar nicht zu seiner Lieblingsspeise aber er wollte seiner Hildegard keine zusätzlichen Umstände bereiten. Außerdem sollen sie ja gut für den Kreislauf sein - die Sardellen, nicht die Umstände....

Am Nachmittag ging er dann wieder zurück an die Arbeit, auf die andere Straßenseite. Etwas Smalltalk mit den Kollegen vom Schalter daneben. Über das Wetter und über Urlaubspläne und neue Autos. Er hatte zwar weder Urlaubspläne noch neue Autos, aber übers Wetter wusste er immer bestens Bescheid. Das musste er ja, denn seine gute Hildegard war wetterfühlig.

Und während er übers Wetter sprach oder den anderen zuhörte, wie sie vom neuesten Abenteuer am Meer oder einer Spritztour berichteten, tippte er Zahlen in seinen Computer ein. Viele Zahlen. Manchmal so viele Zahlen, dass er den Eindruck bekam, nicht mehr genau sagen zu können, wo die Zahlen anfingen und wo sie aufhörten. Jeden Tag war das so.

Nur an einem einzigen Tag war es anders. Da fragte ihm der Kollege vom Schalter neben an, aus heiterem Himmel, sie hatten nämlich gerade vom Wetter gesprochen, ob er sich nicht auch hinlege.

Nein, eigentlich nie, Mittagsschlaf würde er nur ab und zu an Sonntagen halten, wenn es regnete, aber einfach so während der Arbeitswoche, nein, das wäre ihm eigentlich noch nie in den Sinn gekommen.

Und plötzlich spürte er etwas hartes in seinem Rücken: „Hände hoch, das ist ein Überfall!“ Da erst merkte er, dass sich alle in der Bank wohl schon längst auf den Boden gelegt hatten. Schnell reagierend, tastete er sich vorsichtig mit der Hand zum Alarmknopf. „Hinlegen!“ , hieß es und der harte Gegenstand presste noch mehr in seinen Rücken. Da passierte das Malheur, die Backerbsen vielen zu Boden, rollten überall hin. Vor Schreck, trat Herr Grünbau einen Schritt zurück, rutschte auf den knackigen Backerbsen aus, fiel rückwärts auf den Bankräuber; dieser erschrak ebenso und drückte ab….. Scheiße, alles Scheiße! Zu spät!

Ende.

Zumindest dachte er, das sei sein Ende. Stattdessen stellten er und alle anderen Anwesenden fest, dass es sich wahrscheinlich nur um eine Platzpatrone gehandelt haben musste. Und so blieb Herr Grünbau einfach auf dem Bankräuber liegen und stellte sich tot oder ohnmächtig, sodass sich der Bankräuber, dem wohl der Schreck noch immer in den Knochen saß, nicht mehr rühren konnte. Er blieb so lange liegen, bis der Kollege vom Nachbarschalter fragte, wann er denn aufstehe. Erst jetzt bemerkte er, dass alle schon wieder auf den Beinen waren und die Polizei den Bankräuber endlich abführen wollte.

-Was für ein Tag, was für eine Heldentat! - dachte sich Herr Grünbau mit Selbstgefälligkeit.

Er hatte einen Überfall und einen potenziell tödlichen Schuss überlebt - wäre denn die Waffe echt gewesen.

Jetzt sollte alles anders werden in seinem Leben, denn jetzt war er jemand anderes. Er ging zum Kiosk, kaufte sich drei Tüten Backerbsen, von der scharfen Sorte. Dann ging er nach Hause, goss den Haferschleim, den ihm seine Frau fürs Abendbrot zubereitet hatte ins Klo, spülte nicht! Wusch nicht mal den Suppentopf ab, sondern stellte ihn neben seine schon schlafende, liebe Hildegard auf den Nachttisch. Er ging in die Küche, setzte den Hund Bodo vor die Tür, der nun zum ersten mal wieder seit Jahren Straßenasphalt unter den Pfoten spürte.

Schließlich holte er Karlchen, rüttelte ihn in seinem Käfig wach. Die Wirkung der Beruhigungstropfen schienen allmählich nachzulassen und so ließ er ihn frei, richtig frei. Der Vogel stieß einen ungewöhnlichen Zwitscherlaut aus -seine Stimme hatte er wohl schon länger nicht mehr benutzt- und nun flog er zu ein paar Tauben auf die andere Straßenseite. Ob er wußte, daß er keine Taube war?

Ein Weilchen schaute Herr Grünbau seinem Wellensittich noch nach. Irgendwann ging er ins Haus, zog sich seine gelbe Krawatte aus, wusch sich die Achselhöhlen, kämmte sich das Haar, zog sich ein frisches Hemd an und verließ das Haus nach einer Stunde. Er hatte die drei Tüten Backerbsen, die von der scharfen Sorte, in der Hand und ging zum grünen Haus, wo er von nun an viele Nächte verbrachte.

Von der guten Hildegard und dem Suppentopf hat man übrigens seither nichts mehr gesehen.

Ende….Vielleicht.

Wer glaubt, Herr Grünbau sei hier (einziges) Opfer, täuscht sich. Wie wohl Hildegards Version lauten würde? Falls Ihr mehr darüber erfahren oder lesen möchtet, könnt Ihr es mich gerne wissen lassen.

Das Maß aller Dinge

Schwierige Zeiten hat es immer schon gegeben. Sie kommen und gehen, selten spurlos. Wie kommt man denn in schwierigen Zeiten voran? Manchmal gar nicht. Manchmal sind die Dinge einfach so wie sie sind: Gut oder schlecht und alles, was es eben so gibt, zwischen schlecht und gut und überhaupt.

Es soll aber einmal einen Mann gegeben haben, der besaß das Maß aller Dinge. Und weil er es besaß, fielen ihm Entscheidungen zu schwierigen Zeiten viel leichter als anderen.

Das sprach sich herum und so kam es, dass sich jeden Morgen eine lange Menschenschlange vor seiner Werkstatttür bildete. Der Mann besaß nämlich eine Werkstatt, in der er die merkwürdigsten, ausgeklügeltsten Erfindungen in feiner und oft auch minuziöser Handarbeit herstellte.

Manchmal kamen die Menschen, um eine seiner Kreationen zu kaufen oder eine in Auftrag gegebene Spezialanfertigung abzuholen. Die meisten Menschen aber kamen, um zu mindest einen Blick auf das Maß aller Dinge werfen zu können, es gar kurz ausprobieren zu dürfen oder sich einen Rat vom Mann zu holen.

Das war eine heikle und äußerst spannende Angelegenheit und wohl auch etwas geheimnisumwoben.

Die Leute durften nur einzeln eintreten und ihr Anliegen kundtun, hinter verschlossenen Türen und Fenstern.

Wie genau dies von statten ging, ist nicht bekannt, aber man erzählte sich schon damals so Einiges darüber. Doch diejenigen, die das Maß aller Dinge zu Gesicht bekommen hatten, schwiegen entweder, oder hatten es in Wirklichkeit eben doch nie zu Gesicht bekommen.

Der Mann würde den Kunden angeblich zuerst fragen, warum er das Maß aller Dinge sehen wollte und je nach dem ob er darauf eine zufriedenstellende Antwort bekam, schickte er den Bittsteller fort oder hieß ihn, in den tiefen Keller einzutreten.

Im tiefen Keller roch es nach Zirbenholz. In einer Ecke stand eine simple Zirbentruhe und in der Truhe war ein rundlicher Stein, so groß wie ein Menschenherz. Manche munkelten auch, es handelte sich um ein versteinertes Menschenherz, aber mit Gewissheit konnte das keiner sagen. Jedenfalls würde der Mann dem Kunden den Stein oder die Versteinerung in die linke Hand drücken und ihm tief in die Augen blicken. Und was dann geschah, kann sich wohl jeder vorstellen oder auch nicht. Schließlich nahm er den Stein wieder entgegen, legte ihn in ein Netz und hing ihn damit an eine Hängewaage. Diese zeigte nichts anderes an, als das Gewicht des Steines, zumindest wirkte es so auf dem ersten Blick oder für Außenstehende. Schließlich drückte er den Stein dem Bittsteller wieder in die Hand und fragte ihn, was er denn für ein Gewicht in den Händen zu halten glaube. Da gab es manche, die rechneten und schätzten und grübelten, bis sie glaubten, die richtige Antwort gefunden zu haben. Andere hingegen dachten, der Mann würde sie für blöd verkaufen und nannten das Gewicht, das die Hängewaage beim Wiegen unmittelbar zuvor angezeigt hatte. Andere wiederum nannten eine Zahl, einfach so aus dem Bauch heraus und der Mann nickte zufrieden und meinte, ja dann wäre doch alles klar und einfach, wog nochmal nach und meinte, es stimme genau so. Und mit einem wohlwollendem Lächeln flüsterte er ihnen zum Abschied was ins Ohr:

„Suchst du zu sehr,

dann find‘ st es nicht.

Besser du spürst

nach Deinem eig‘nem Licht.

Kennst du den Wert,

der wahren Dinge?

Dann brauchst du es nicht,

das Maß mit der Schlinge.

Hör auf die Stimme

in deinem Bauch

und irr nicht herum

in trügendem Rauch!“

Spätestens beim nächsten Scheideweg im Leben und frühestens bei der nächsten Entscheidung, sollten sie einfach daran denken, dann käme die gesuchte Antwort schon von allein zu Tage.

Alle Grübler, Berechner, und Schlaumeier gingen jedoch entweder mit einer nutzlosen Zahl nach Hause oder eben leer aus.

Das Maß aller Dinge war nämlich eine einfache Sache, aber keineswegs eine leichte. Und machte es das Leben in schwierigen Zeiten nicht leichter, so zumindest doch um Einiges einfacher.

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Kettenreaktion

Die Nachbarn sind schon seit zwei Tagen oben, in der Sommerfrische und haben ihre Behausung wohl schon vollständig aufgestellt und eingerichtet. Nur wir sind noch herunten in der dröhnenden Hitze. Geregnet hat’s auch schon seit einigen Wochen nicht mehr. Wenn die Quellen ganz oben versiegt sind, weiß Gott wohin die mich, wenn wir erst einmal oben einquartiert sind, zum Wasserholen hinschicken. Ich mag gern oben im Wald sein und die Viecher hüten. Ich mag auch, dass da immer jemand ist, der grad was kocht oder herumwerkelt. Und wenn der Vitus und der Luttl auch oben sind, dann haben wir sogar ein bisschen Musik. Aber Wasser holen, das mag ich gar nicht. Mal brauchen sie eins zum Kochen, dann eins zum Trinken, dann wieder eins für die Männer, weil sie lieber ein Kühles wollen, wenns so warm ist; dabei ist’s ja ohnehin wieder abgestanden, bis ich zurück bin. Dann wollen die Frauen abspülen und es ist nicht genug da, weil jemand von den Kleinen einen vollen Kübel umgestürzt hat. Am Abend wollen sich die Erwachsenen waschen; uns Kindern wärs ja egal, morgen sind wir eh´ wieder gleich schmutzig. Und wenn der Touna auch noch einfällt, dass sie auch noch Waschtag halten will, dann kann ich grad drei mal hintereinander zum Wasser holen. Ja und das Vieh tränkt sich ja auch nicht von alleine, wenns so „poantruckn“(trocken) ist. Ach wenns doch wenigstens regnen tät´. Aber ohne Blitz. Da hab ich Angst, dass ich niedergeschlagen werden könnte, wie der Ochs im Vorjahr. Tagelang hat’s dann nach verkohltem Fleisch gestunken. Oben in der Sommerfrisch da wettert es manchmal ganz schön heftig. Da bin ich froh, wenn ich auf der Pritsche neben dem Knecht schlafen kann. Der ist so groß, dass der Blitz wohl eher ihn treffen würde als mich. Der ist auch so stark, dass er den Schlag auch noch überleben würd`. Der würd` dann am nächsten Morgen munter aufstehen und seine Melodie pfeifen, wie immer.

Dieses Jahr haben wir auch noch drei Kälber, die mit in die Sommerfrische müssen. Die kennen das noch nicht. Hoffentlich bleiben sie bei der Herde. Wenn die noch so jung sind, kommen sie gern vom Weg ab; wenn wir dann nicht aufpassen, sind sie weg. Ich häng mein Lieblingskälbchen an die Kette, meins soll nicht abhauen. Ich könnt’s ja auch abrichten, links und rechts, über dem Rücken gespannt, zwei Kübel zu tragen, dann wär ich schneller beim Wassertragen.

Das Dorf ist halb leer. Um diese Uhrzeit kein Wunder, so früh, wie sie uns heute aus den Federn geworfen hat, die Mutter. Sie mag die Mittagshitze nicht und will bald oben sein in der Frische. Aber das Dorf ist auch halb leer, weil die meisten schon längst oben Quartier aufgeschlagen haben.

Ich nehm mein Kälbchen an die Kette, jetzt trottet`s ja noch brav hintendrein. Aber wer weiß, wenn wir erst im Wald sind. Sicher ist sicher.

Zweieinhalb Stunden dauert`s bis zur ersten Rast. Danach noch zwei bis zum kleinen See und von dort aus eine Stunde bis zum Quartier. Die Mutter mault, weil sie denkt, dieses Jahr würden wir bestimmt den schlechtesten Platz erwischen, weil wir so spät dran sind. Dem Vater ist’s Wurst, denn er mag unser Zelt lieber abseits, wo man Nachts nicht alle schnarchen, keuchen, furzen und was sonst noch alles hört. Das sagt er immer, wenn sich die Mutter über den Lagerplatz aufregt. Dabei schnarcht der Vater ja am Lautesten. Mir ist’s egal, dass er so laut schnarcht, dann hör ich die Wölfe wenigstens nicht so laut jaulen. Der Knecht sagt, Wölfe gibt´s ja schon lang keine mehr bei uns. Aber ich glaub, wenn der Vater nicht so laut schnarchen würd`, würden wir trotzdem welche hören und da würde der Knecht sicher anders darüber denken.

Während der Sommerfrische lass ich beim Schlafen übrigens immer die Schuhe an, nicht dass mir noch ein Wolf die Zehen abbeißt. Ich bin mal einem begegnet, dem haben die Zehen gefehlt Einen. Mann mein ich, nicht Wolf. Die waren ihm erfroren, sind dann schwarz geworden und abgefallen. Der hat’s gewiss nicht fein, dem gehen seine Schuhe dann bestimmt immer zur groß. Und mit zu großen Schuhen Wasser zu tragen, ist gar nicht fein. Ich sollte eigentlich immer barfuß laufen, wie sonst auch immer. Dann würden meine Schuhe „gespart“ und nicht so schnell aufgebraucht werden, meint die Mutter. Aber das geht nicht, wegen der Wölfe. Der Knecht meint, irgendwann würden mir die Schuhe bestimmt mit den Füßen verwachsen, so wie Efeu, das sich um die Bäume schlängelt. Dort sieht man oft kaum mehr, was für ein Baum das einmal war. Aber beim Schlafen verpetzt er mich trotzdem nicht, der Knecht, so darf ich die Schuhe anbehalten, wenns die Mutter nicht sieht.

Wie weit ist´s noch? Darf ich nicht auch ein bisschen auf dem Wagen sitzen, wie meine Schwester? Ich spüre Blasen an den Füßen und zieh mir die Schuhe aus. Zum Wandern sind sie ja nicht gerade gut geeignet. Ich häng die Schuhe um den Hals meines Kälbchens. Der Knecht lacht und fragt mich, ob ich Angst hätte, dass der Wolf dem Kalb seine Ohren abbeiße. Ein Kalb mit Schuhen um dem Hals gäbe es da oben in der Sommerfrische bestimmt nicht. Ich frage ihn ob er nicht wisse, daß es Wölfe bei uns ja schon lange nicht mehr gäbe, nur nachts vielleicht doch. Er lacht und wuschelt mir mit seiner Hand durchs Haar. Dann geht er mit zu großen Schritten wieder voran, vorne beim Wagen und ich bin wieder der letzte.

Mein Kälbchen ist ganz brav. Vielleicht sollt‘ ich mal versuchen auf seinem Rücken zu reiten. So klein ist es nun auch nicht mehr und so groß bin ich schließlich wohl auch noch nicht. Ich hänge es an einen Baum. Dann steige ich von einem Stein auf seinen Rücken. Das Kälbchen ruft nach seiner Mutter und versucht mich abzuwerfen. Na warte, jetzt mach ich gleich die Kette los und wir reiten bis hinauf zu Halbweg. Das Kälbchen schlägt aus und springt und tut und macht - bis es mich herunterwirft. Die Kette zerspringt und ich falle zu Boden. Das blöde Vieh ist schon längst bei seiner Mutter und ich bleib liegen. Mein Knöchel tut weh, er pulsiert und ich spüre wie er dick wird. Da kommt der Knecht besorgt herbeigerannt und die Mutter schimpft von Weitem.

Ja, das mit dem Reiten hat zwar nicht geklappt, aber jetzt trägt mich der Knecht bis ganz nach oben. Ich nicke sogar hie und da ein, auf seinen Schultern. Er sagt, ich hätte ihm sogar den Hut voll gesabbert im Schlaf und lacht.

„Was für ein dickschädeliges Kalb!“, hör‘ ich meine Mutter sagen.

Das ist meine erste Sommerfrische, in der ein Fuß nachts ohne Schuh auskommen wird müssen, so dick, wie mein Knöchel angeschwollen ist.

Die gerissene Kette schenk‘ ich dem Knecht, als Andenken; schließlich hat er mich ja bei der Hitze bis nach oben tragen müssen.

🔎 Historische Hintergrundinformationen zum Thema „Sommerfrische“ und Kurioses zu dem Kettenfragment, hier im Bild, finden Sie übrigens in meinen Instagram Beiträgen. Die „Sommerfrische“ wird zudem in meiner mehrteiligen IGTV Serie unter dem Titel „Das Sommerfrischehaus“ erneut auf amüsante, fantasiereiche Weise aufgegriffen.

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Das Geheimnis - Geschichten aus der Trockenmauer

Es gibt da einen Schlüssel. Er ist unter einer alten Eiche versteckt. Wenn man lang genug gräbt, findet man ihn nicht. Denn er liegt eigentlich gut sichtbar unter einer, sich aus dem Erdreich wölbenden, Wurzel. Man sieht ihn aber nur auf dem ersten Blick. Auf dem zweiten Blick bleibt er verborgen.

Es ist ein alter, großer Schlüssel. Nicht so klein wie ein Zimmerschlüssel, aber auch nicht so groß wie Petrus Schlüssel zur Himmelspforte. Der Schlüssel riecht nach Pfifferlingen und Marillenkompott. Wie das sein kann, kann ich mir auch nicht erklären. Wer den Schlüssel an sich nimmt, kann eine geheime Tür öffnen. Die Tür befindet sich in einer Mauer. Nicht eine von den langweiligen Zementmauern, sondern eine schöne Trockenmauer.

Die Trockenmauer sieht man aber kaum, sie liegt hinter einem dichten Efeuvorhang. Am besten, man versucht sein Glück dann, wenn das Efeu nicht blüht. Denn wenn es blüht, wie im Spätsommer, dann gibt es kein Durchdringen, denn tausende von Bienen bewachen den Eingang und ein beißender Blütenstaub dringt einem betörend in die Nase, so dass man kaum mehr einen klaren Gedanken fassen kann.

Hat man also den Schlüssel und den Efeuvorhang gefunden, muss man sehr sanft vorgehen. Versucht man nämlich mit einer Heckenschere, den Schleier zu stutzen, wächst das Efeu nur noch stärker und enger zusammen. Nein, das ist nicht das Märchen von Dornröschen und schon gar nicht jenes von Rapunzel. Das waren Dornenhecken und kein Efeu. Efeu hat keine Dornen. Nur Bienen.

Es erscheint ratsam, das Efeu mit beiden Händen gleichzeitig nach links und nach rechts zu schieben. So, wie man eben einen Vorhang öffnet. Den Schlüssel muss man sich dabei aber zwischen die Lippen klemmen, sonst hat man keine freien Hände.

Wem das zu unpraktisch ist, der kann sich ja überlegen, einen guten Freund für dieses Unterfangen mitzubringen. Am besten, einen echten Freund, der mit seinem Leben, so wie es ist, mehr als zufrieden ist und dich einfach um des Abenteuer Willen begleiten kann; ganz ohne Hintergedanken. Der kann dann das Efeu bei Seite schieben oder den Schlüssel halten.

Hat man die Tür entdeckt, bloß nicht an ihrer Klinke rütteln oder den Schlüssel ins Schloss stecken. Davon sei einem abgeraten, denn wer will schon unsichtbar werden. Das würde nämlich passieren, wenn man zu übereilig vorgeht.

Man bücke sich vorsichtig und puste gleichmäßig durch das Schlüsselloch, ohne es aber mit den Lippen zu berühren. Das sollte man schon vorher einige Male an einer gewöhnlichen Tür ausprobiert haben, das Pusten, zielgerade, gleichmäßig durchs Schlüsselloch, ohne Lippenkontakt. Der Luftstrahl muss direkt durchs Schlüsselloch durch.

Im Schlüsselloch haust nämlich eine Spinne. Angeblich ist sie völlig weiß, sehr weise oder beides gleichzeitig. Sie webt das ausgeklügeltste Netz, das ihr wohl je gesehen haben werdet. Nichts kann es zerstören. Nicht mal der Schlüssel. Der warme Atem, der ihr Netz gleichmäßig zum Schwingen bringt signalisiert ihr, hier kommt der Schlüsselträger. Er kommt erfahren, vorbereitet und mit guten Absichten. Nur einem solchen Menschen, wird sie das Türschloss freigeben. Wie weiß man denn, dass man richtig gepustet hat? Das kann man nicht wissen, das weiß man erst, nachdem man den Schlüssel ins Schloss gesteckt hat. Spätestens wenn man seine eigenen Beine und Hände nicht mehr sehen kann, weiß man, dass man gescheitert ist.

Sieht man sich aber noch, so drehe man den Schlüssel zweimal nach rechts und dreimal nach links. Genau so und nicht anders. Dreimal nach rechts und zweimal nach links. Falsch. Seht ihr, ihr habt nicht aufgepasst! So schnell könnte das gehen. Also, zweimal nach rechts drehen und dreimal nach links. Bloß nicht umgekehrt und bloß nicht den Schlüssel stecken lassen. Sonst kommt man nämlich aus dem Ort, an welchen die verborgene Tür führt, nicht mehr zurück.

Falls ihr in Begleitung besagten Freundes kommt, fragt ihn, ob er ein Geheimnis für sich behalten kann. Falls er die Frage mit „ja“ beantwortet, überlegt euch ob Ihr wirklich durch die Mauer eintreten wollt. Denn ein Geheimnis ist nur so lange ein Geheimnis, wie niemand davon weiß. Und die ganze Sache ist doch geheim, streng geheim! Falls der Freund, die Frage mit „nein“ beantwortet, ist er zumindest ehrlich und wird sich während des Aufenthaltes am geheimnisvollen Ort noch als sehr hilfreich erweisen.

Ist das geklärt, oder seit ihr ohnehin allein unterwegs, dürft ihr jetzt eintreten. Habt ihr den Schlüssel noch in der Hand? Nein? Dann ist’s zu spät.

Den Schlüssel müsst ihr nämlich am geheimen Ort unter einer alten Eiche verstecken. Und wenn ihr jetzt ein tiefes Loch unter der Eiche gräbt, habt ihr gar nichts verstanden oder nicht richtig hingehört.

Also, wo gehört der Schlüssel hin? Ja, genau richtig. Wenn ihr die Antwort kennt, könnt ihr Euch nun in Ruhe umsehen und umhören.

Vögel zwitschern, in der Ferne rauscht ein Bach. Ein Fuhrwerk zieht vorbei und ein süßer Duft liegt in der Luft. Saftige Trauben warten nur darauf geerntet zu werden und die Sonne erwärmt einem das Herz. Wie lecker wär doch jetzt so eine Traube. Zum Greifen nah.

Doch aufgepasst: lasst Euch nicht vom Saltner erwischen. Das könnte für einen Traubendieb nämlich tragisch enden. Es sei denn, man hat zuvor eine Quest bestanden und kennt das geheime, rettende Losungswort.

Aber jetzt hab ich Euch schon zu viel verraten. Ich gehöre wohl zu jenen Freunden, die kein Geheimnis für sich behalten können.

Wer erfahren möchte, was es an dem geheinisvollen noch Ort zu sehen gibt und wie die Geschichte weiter geht, kann es mich gerne wissen lassen.

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

🔎Diese Geschichte gibt es zum Mitverfolgen in 6 Videobeiträgen auch auf meinem Instagram Account. Yvonne Peer

Ja, Trockenmauern haben es mir angetan…

Zurzeit arbeite ich an einem Projekt, welches das Thema „Trockenmauern“ als immaterielles Kulturerbe auch mit Blick auf Nachhaltigkeit und Biodiversität behandelt. Einen kleinen Einblick dazu finden Sie im kurzen Videobeitrag anbei. Weitere Details gibt es wie immer zum Mitverfolgen auch auf meinem Instagram Profil.

Vor einiger Zeit habe ich dem „Schuastertoni“, einem Lehrmeister und Experten in Sachen Trockenmauern, einen Siegelbrief gesandt. Darin mein bescheidenes Gedicht „Mauerlöcher“ (siehe oben) und die „Offenbarung“ meiner Leidenschaft für Trockenmauern und eines Herzenswunsches.

Es dauerte nicht lange und ich wurde zu einem Gespräch in seinen Weinberg eingeladen.

So gerne ich Ihnen auch meine eigenen Geschichten erzähle, gibt es für mich nichts Schöneres, als den Geschichten anderer zu lauschen. Was der Maurermeister „Schuastertoni“ zu erzählen hat, ist aktueller denn je und vermittelt nicht nur Wissen und Können zu einer uralten Handwerkskunst, sondern auch eine wichtige, nachhaltige Botschaft für uns und nachkommende Generationen.

Toni hat mir erlaubt, unser Gespräch zu filmen und online zu veröffentlichen.

Ausschnitte dieses Gespräches voller Fachwissen und Lebensweisheiten finden Sie in meinen Instagram Beiträgen (Juni-Juli 2021). Das gesamte Gespräch ist auch auf meinem Youtube Kanal abrufbar.

Obwohl ich keinen Tau vom Filmemachen habe (bear with me 😉), ist die „Geschichte“ von Toni eine jener Geschichten, die es wirklich wert ist, erzählt und dokumentiert zu werden.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf dieses Herzensprojekt.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Toni Maier alias „Schustertoni“: Ich habe jede Sekunde unseres Gespräches in Deinen „Pergeln“ genossen und freue mich schon auf eine Fortsetzung dieses Projektes.

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Die Bügelmauergasse

Habt Ihr so etwas schon mal gesehen? Wenn Ihr herausfinden wollt, welche Geschichte dahinter steckt, könnt Ihr gerne mal bei mir auf Instagram (siehe IGTV Beiträge🎥) vorbeischauen. Die Erzählung „Die Bügelmauergasse“ hält so mache Überraschung bereit.

Laudatio funebris

Hier eine meiner laudatio funebris. Um den persönlichen, authentischen Charakter aufrecht zu erhalten, wurde diese (individuell angefertigte) Laudatio in Südtiroler Mundart verfasst und in Ich - Form vom Sprecher vorgetragen. Personennamen wurden an dieser Stelle aus Datenschutzgründen als X und Xx bezeichnet.

Liabe X!

I mechet gern no a poor Worte sogn. Lai, wos i soget, woas i nit recht. Es gab so viel zu sogn und zu drzeihln fa dir und dain Leben.

Pol mr amol so gredet hobm, vor a Wail -noch bevor du kronk gwortn pisch- hon i di gfrog, wos dir, in daine oltn Lebnstag no wichtig isch. Du hosch erschter gsogg: „Ach Gitsche, sell waas i eitt….“. Noch an Wailele, pol du an Stoaß Hemeter fertig gepeiglt kopp hosch, hosch nor gmoant:

„Jo, dass die Familie zommenholtit und dass man holt eppans waitogebm gikennt ott in die Kindo und Enklkindo.“

Und nor hon i di gfrog, wos du wohl glabsch, wos ins nochn Leben af dr oan Sait erwortet. Du hoschmr nor gonz klor gsogg: jo, du glabsch holt schun fest dron, dass du zem nocher mit dainer „Mamme“ und dain „Tatte“ und mit daine Gschwister zommenkimsch- dass sie di af dr oan Sait empfongen.

Es isch a guats Gfühl, wenn i dron denk, dass du iats mit olle daine Liabn, dei du in dain Leben schun hosch gmiasst gean lossn, zommensein konnsch.

I hon a dribr nochgedenkt, wos des iats isch, wos du ins weitergebn hosch:

Du hosch ins in olle -Kinder wia Enklkinder- mitgebn, wia wichtig es isch, dass die Familie, pols wirklich draufon kimp, zommenholtet und firanond do isch:

Mir hom eigentlich olle fa dir ollm lai guats kopp. Du pisch ollm fir ins do gwesn, hosch fir ins kocht, gwaschn, gnahnt, gstrickt und so monches „Kraizerle “ gsteckt. Vor ollm obr, hosch di um ins gsorg, pols ins a amol nit so guat gongen isch; dass es in daine Kinder und Enklkinder und in dain XX. guat geat, sell wor ollm dain greaschtes Onliegn; afn sem hosch ollm am maischtn gschaug; sogor pols a fir dir schwierige Zaitn gebn hot. Du hosch ins viele Erfohrungen, guate wia letze, fa dain oagenen Leben mit af insrn Weg gebn.

Liabe X., du warsch in insere Erinnerungen weiterlebn, in an jedn Stickl wos du fir ins gnahnt und gstrickt hosch, in oll daine Kochrezepte und vor ollm in daine Gschichtn fa dain Leben und fa friaher.

Im Nomen fa dainer Familie: DANKE X!

Inhaberin der Urheberrechte: Yvonne Peer

Weitere „Geschichten - petit fours“ zum Stöbern und Mitverfolgen Werden WÖChentlich auf meinem INSTAGRAM account gepostet.

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MOBILE GESCHICHTENWERKSTATT

In Ausarbeitung:

ERZÄHL- UND GESCHICHTENWERKSTATT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE SOWIE FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG;

IN FORM VON INKLUSIVEN WORKSHOPS UND FREIZEITPROJEKTEN „SPINNEN“ 🕸 WIR GEMEINSAM GESCHICHTEN;

IN ZUSAMMENARBEIT MIT ÖFFENTLICHEN UND PRIVATEN EINRICHTUNGEN UND INITIATIVEN.

DIESE PROJEKTE VERFOLGEN KEINE THERAPEUTISCHEN, BERATENDEN ODER REHABILITATIVEN ZWECKE, SONDERN WERDEN ALS KREATIVE FREIZEITGESTALTUNG ODER WORKSHOPS KONZIPIERT.

In meiner Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen und deren Lebensgeschichten, habe ich die Bedeutung menschlicher Vielfalt, die sich auch in ihren Geschichten reflektiert, kennen- und wertschätzen gelernt. Geschichten zu erzählen ist ein wichtiges Element, das uns Menschen (egal ob jung oder alt) miteinander verbindet.

Auch Menschen mit Behinderung haben oftmals einen großen Wunsch, sich und ihr Leben zu erzählen. In diesem Wunsch beobachte ich eine sehr große, kreative Schaffenskraft, die Geschichten unterschiedlichster Art bedeutungsvoll hervorbringen kann.

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