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Jahrhunderthochwasser 1993 Eine Zeitzeugin spricht

Das Rheinhochwasser 1993 zählt als das Jahrhunderthochwasser im Rhein-Mosel-Gebiet. Der Wasserstand des Mittel- und Niederrheins sowie weiteren Nebenflüssen im Südwesten Deutschlands waren betroffen. In Koblenz stieg der Rhein auf ein Rekordhoch von 9,52m. Das Ausmaß für die Bevölkerung ist kaum vorstellbar. Die Zeitzeugin Frau S. berichtet über ihre eigenen Erfahrungen - über ihre Ängste, Verluste und Bedenken.

Hochwasser 2018: Der überflutete Keller von Frau S. blieb glücklicherweise aus.

Frau S.'s 40 Jahre direkt am Rhein

Frau S. sitzt in ihrem gemütlichen Wohnzimmer mit Balkon direkt am Rhein. Ihr Blick schweift gedankenverloren über das Wasser. Seit über 40 Jahren wohnt sie in Koblenz am Rheinufer. Ihr gefällt vor allem die Ruhe am Wasser und die Nähe zu ihrem Lieblingselement. Als junge Frau schwamm sie regelmäßig in dem Fluss. Jedoch machte sie nicht nur positive Erfahrungen mit dem Rhein. Das Hochwasser von '93 ist ihr noch gut im Gedächtnis geblieben.

Es regnete tagelang in strömenden Mengen. Man sah vor lauter Wasser nichts anderes mehr. Die Nachbarschaft kam nicht ohne materiellen Schaden davon. In die gemeinsamen Kellerabteile lief unentwegt das braune, schlammige Wasser. Auf der Treppe stehend, sah sie dem Wasser in ihrem Keller entgegen. Es stand bis zu 80cm hoch.

Die Bewohner des Hauses gingen regelmäßig auf den Balkon, um den Wasserstand zu überprüfen. Einerseits angsterfüllt, falls das Wasser weiter gestiegen war. Andererseits hoffnungsvoll, ob der Wasserstand zurückgegangen war.

Als das Wasser wieder zurückgegangen war, ging das Aufräumen und Putzen los. Das Wasser hatte massenhaft Schlamm und Dreck in das Haus getragen. Neben dem Wasserschaden hatte der Dreck seine Spuren hinterlassen. Fast der gesamte Besitz aus dem Keller musste nach dem Hochwasser weggeworfen werden. "Das war eine bittere Zeit damals", so Frau S.

Hochwasser '93 in Spay ©Volk

"Ich wünsche nur, dass es nicht mehr kommt. Da habe ich Horror vor!"

Mittlerweile sind Schutzvorrichtungen an den Außenwänden des Hauses angebracht. So etwas soll nicht noch einmal passieren. Mit dünner Stimme macht Frau S. ihre Befürchtungen deutlich. Sie hofft, dass das Wasser nicht mehr kommt. Davor graut es ihr. Man stehe machtlos daneben und könne nichts machen, so Frau S. Die Macht der Natur dürfe man nicht unterschätzen.

Alles hat das Wasser von damals jedoch nicht zerstört. Einige Spirituosenflaschen haben in dem Keller von Fr. S. überlebt. Diese besitzt sie heute noch. „Schlechter können sie nicht werden, eventuell sogar besser durchs Alter“, so Frau S. schmunzelnd.

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