Lust auf Andere & Fit Fürs Feiern Eine digitale ExpediTion durcH 5 Jahre Projektarbeit (Projektbericht mit Erfahrungen und Einsichten von PfARrer Steffen Kaupp)

Landkarte der Expedition

  1. Zur Struktur und zur Einbettung der Projekte: Synergien / Aufgaben- und Arbeitsfelder / Regionale Präsenz
  2. Der Anfang - Startphase 2010-2011: Veranstaltungen & Begegnungen / Publizistisches Wirken und Öffentlichkeitsarbeit / Young Life-Projektförderung
  3. Reife-Jahre "Lust auf Andere" 2012-2014: "Brücken und Barrieren" / Das Konfi-Projekt im Norddistrikt des Dekanats Marbach / Die Herausforderung: Elementarisierung / Eigene operative Tätigkeiten ("Night of Life")
  4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014: Der einjährige FFF-Kompaktkurs / jugonet / DAS LIEDERBUCH / Neue Schulungs- und Kurs-Formate: online und offline / "FFF 3plus3"
  5. Auf der Zielgeraden - Finale "Lust auf Andere" und "Fit Fürs Feiern" 2015: Veranstaltungsformate / Publikationen und Arbeitshilfen / Online-Support / Videoclips / Vielfaltskultur im EJW
  6. Perspektiven für weitere 3 Jahre...

-> Hinweis: Erfahrungen und Einsichten fließen in reiz-volle Thesen, die sich auch komplett im Internet zum Download befinden (20 Thesen).

1. Zur Struktur und Einbettung der Projekte

Zwei sich ergänzende Projekte

Milieusensible Jugend- und Gemeindearbeit
Alternative Gottesdienste
  • Projektzeit 10/2010 - 09/2015, 5 Jahre
  • 2 Projekte je 50%
  • 1 Pfarrstelle und 1 Gesicht
  • in der EJW-Landesstelle angesiedelt
  • auf dem Grat zwischen Jugend- und Erwachsenenbildungsarbeit
  • mit Ev. Jugendwerk und (Württ.) Landeskirche

Nur so macht es Sinn: Beheimatet und unterstützt durch eine starke Trias...

1. Zur Struktur und Einbettung der Projekte

Das EJW war / ist mir Heimat, Stützpunkt und Inspirationsquelle. Gerade auch durch die "Pausen-Kontakte" zu den Kollegen. Ist das für die Arbeit eigentlich Effiziente nicht sogar die Pause?

Die Projektentwicklung will vor Landesleitung, Vorstand und Kollegen verantwortet werden. Ich selbst bin Teil einer motivierenden Dienstgemeinschaft in der Haeberlinstraße und bringe mich verbindlich ein, wirke verantwortlich mit in Fachausschüssen, in der Redaktion des UNTER UNS, in der AG Bildung, beim Jugendtag etc.

Ebenso bin ich in meine Landeskirche integriert (Konferenz hauptamtlicher Jugendpfarrer, Fachausschuss Gottesdienst, Amt für missionarische Dienste, Hospitation der Prädikantenarbeit, Milieuberaterkreis) und knüpfe in ihr wertvolle Kontakte.

Diese Projektarbeit gestaltet sich entsprechend von Anfang an institutionen- und generationenübegreifend. Kommunikation, Brückenbau, Netzwerkarbeit ist gefordert.

1. Zur Struktur und Einbettung der Projekte

Aufgaben- und Arbeitsfelder

Vor mir und nach mir wird es diese Projektstelle nicht mehr geben. Am Anfang stand ich demnach am Punkt Null - und startete mit intensiver Kontakt- und Netzwerkarbeit. Ich nahm schnell wahr, dass sich beide Projekte inhaltlich sehr ergänzen und einander bedingen.

Arbeits- und Aufgabenfelder - hinzu kommen eigene Fortbildungen
Grund-Orientierung ist für die Arbeit am Aufbruch und an Veränderungsprozessen notwendiger als Zielorientierung. Eine neue Orientierung an unseren (Glaubens)Quellen ist gefragt. (These 1)

Die Arbeit differenziert sich also aus:

  • Mitarbeit in einigen wenigen, aber anregenden Gremien
  • Teamarbeit mit Planungs- und Aktionsgruppen auf Zeit
  • zahlreiche Bildungsveranstaltungen vor Ort für Steuerungsgremien der Jugendarbeit (wie Bezirksarbeitskreise) und Kirchengemeinden (Kirchengemeinderäte)
  • intensivere lokale Beratungs- und Begleitungsprozesse vor Ort
  • publizistisches Wirken (Homepageaufbau und -pflege, Artikel schreiben etc.)
  • eigene "operative" Unternehmungen
  • Fortbildungen für mich selbst beflügeln und lassen stets neue Energie und Kreativität in meine Arbeit fließen.
Bildungs- und Beratungsarbeit in Gemeinden und Jugendarbeit prägen die Projekte

1. Zur Struktur und Einbettung der Projekte

Regionale Präsenz

Mit verschiedensten Formaten und in verschiedensten Funktionen habe ich Menschen bzw. Steuerungsgruppen vor Ort aufgesucht, gebildet, beraten und begleitet.

An der Basis mit LaA und FFF punktuell und intensiver: im Schnitt war ich ca. 1x / Woche "draußen", vor Ort
Die wahren Experten für das, was der Ort braucht, befinden sich stets schon vor Ort. Dabei brauchen wesentliche Veränderungen mehr Zeit und intensivere von außen gestützte Weggefährtenschaft, die die Schätze vor Ort erschließt und fruchtbar morderiert. (These 9)
Projektpfarrer Steffen Kaupp

2. Der Anfang

Startphase 2010-2011

2. Der Anfang: Startphase 2010-2011

Es sind Welten zu entdecken, zu verstehen und zu verändern - z.B. G-Wege im gottesdienstlichen Land.

Persönlichkeiten bzw. Persönlichkeitsbildung ist primär gefragt – Sozialtechniken sind hilfreich, aber stets sekundär. (These 2)

2. Der Anfang: Startphase 2010-2011

2.1 Veranstaltungen und Begegnungen

Ich zeige mich, werbe für meine Angebote bei "Gemeinde 2.0", kreativ beim Powerday, verantworte auf dem EJW-Jugendtag mit Hans-Jörg Kopp das Zentrum "Lust auf Andere" im Stuttgarter Rathaus, breche meine große Themen auf workshopkompatible Teilthemen wie beim großen Konfi-Kongress herunter. Besuche und bilde verschiedenste Teams und Gremien in Kirche und Jugendarbeit fort.

Der JuGo-Esel auf dem Powerday 2011 kurz vor Palmsonntag
oben: Jugendtag und Konfli-Kongress 2011. Unten: Auswertung der kreativen Umfrage: "Was macht den JuGo lebendig?" beim Powerday 2011

2. Der Anfang: Startphase 2010-2011

Jugendtag 2011: Zentrum "Lust auf Andere" im Stuttgarter Rathaus - aus milieusensibler Sicht ein Flop, der mich fragend macht: Wie kommt man von der Abgrenzung zur Umarmung?

Da Gewohnheiten eine mächtige Schwerkraft und Beharrungsresistenz aufweisen, kommt das Neue leichter in die Welt, wenn wir es zunächst stets als Versuch, in einer Art Testphase einüben und in unserer Arbeit wachsen lassen – und dann zu gegebener Zeit bilanzieren. (These 16)

2. Der Anfang: Startphase 2010-2011

2.2 Publizistisches Wirken und Öffentlichkeitsarbeit

Es gilt, einer breiten Öffentlichkeit die Projektangebote bekannt zu machen. Beziehungen sind dabei der Schlüssel, der Vertrauen schafft und Zugänge öffnet (z.B. auch Pfarrerdienstbesprechungen). Medienarbeit unterstützt dies, sind ein Schaufenster für konkrete Inhalte und lassen mich leichter erreichbar sein.

“Erfolg“ ist stets multikausal, auch wenn wir Menschen stets einfache monokausale Erfolgslinien nachzuzeichnen wünschen (z.B. Personenkult). (These 12)

Homepageaufbau und -pflege

Es gilt, zwei Internetseiten anzulegen und zu pflegen.

Header der ursprünglichen Homepage von "Lust auf Andere" auf WordPress
Header der ursprünglichen Homepage von "Fit Fürs Feiern" auf WordPress

Journalistische Arbeit

Artikel und Interviews erscheinen in Printmedien wie Unter Uns, a+b oder digital bspw. bei "Gemeinde 2.0".

Unter Uns mit "meinen Themen" im Jahr 2011

Werbung

Werbemedien verschiedenster Art waren zu erstellen.

Auch ein Print-Doppelflyer warb für "meine" Angebote.
Mitarbeit in der Steuerungsgruppe der 3 Young-Life-Projekte

2. Der Anfang: Startphase 2010-2011

2.3 Young Life-Projektförderung

Von Anfang an bin ich auch Mitglied der Steuerungsgruppe für die 3 Young- Life-Projekte in Althengstett, Kirchheim/Teck und Leonberg, die mein Kollege Reinhold Krebs verantwortet. Damit lerne ich eine hingehende Kontaktarbeit eindrucksvoll kennen, begleite sie mit und fördere auch ihre visuelle Dokumentation.

Das Neue kommt in die Welt durch einzelne Charismatiker, die ihr Ding machen. Die Mächtigen in Kirche und Jugendarbeit tun gut daran, sich in einer Kultur der Ermöglichung, der Raumgabe, des Freiraums zu üben. (These 15)
Brückenbau...

3. Reife-Jahre

Lust auf Andere 2012-2014

Gesamtüberblick über die "Lust auf Andere"-Aktivitäten
Ein Meilenstein: "Brücken und Barrieren"

3. Reife-Jahre "Lust auf Andere" 2012-2014

3.1 "Brücken und Barrieren"

Was den Weg von evang. Jugendlichen in die Jugendarbeit fördert oder hemmt, wurde in einer typensensiblen Sinus-Studie untersucht, in deren Herausgeberkreis ich mitwirkte. Die Studie verdankt sich den beiden Landesjugendpfarrämtern Baden und Württemberg sowie dem EJW.

Was folgt praktisch aus einer milieusensiblen Perspektive? - Wertvolle Konsequenzen finden sich im 2. Teil der Studie ausgeführt

"Wohin?" - Ausgabe 3/2013 des Unter Uns zu "Brücken und Barrieren"

Erfolgreiche Aufbrüche haben immer viele Gesichter und entsprechende Ressourcen. Best-Practice-Modelle sind von daher allenfalls Inspirationsfutter für die Lage am eigenen Ort - stets in der Gefahr zu blenden und die klare Sicht zu verhindern. Best-Practice-Modelle sind begrenzt, denn am eigenen Ort hat man NIEMALS die Ressourcen, die die anderen haben. (These 13)

3. Reife-Jahre "Lust auf Andere" 2012-2014

3.2 Das Konfi-Projekt im Norddistrikt des Dekanats Marbach

2012/2013 kam ein intensives regionales Konfi-Projekt mit den Gemeinden Beilstein, Oberstenfeld und Gronau zustande. Es veranschaulicht, wie eine differenzsensible Konfi-Arbeit konkret gestaltet werden kann. Zeigt aber auch Grenzen - bspw. dass wir nicht aus unserer Haut können und am Ende der eigenen angestammten Logik verhaftet bleiben, auch wenn wir aufbrechen und hingehen wollen. Change(management) braucht mehr als ein Moderatorenköfferchen!

Wegweisende milieusensible Konfi-Arbeit samt "digitalem Passionskalender"...

3. Reife-Jahre "Lust auf Andere" 2012-2014

3.3 Die Herausforderung: Elementarisierung

Die Sinus-Milieu-Beschreibungen sind komplex. Schon in den Begrifflichkeiten: Kommt man ans Ende der Expedition durch alle 10 Erwachsenen- oder die 7 Jugend-Lebenswelten, kann ich davon ausgehen, dass selbst dem aufmerksamen Zuhörer schon jetzt nicht mehr die anfänglichen Milieubezeichnungen geläufig sind... Daher zeichnet sich meine Arbeit mehr und mehr durch Reduktion von soziologischer Komplexität aus und richtet verstärkt den Fokus auf die Einzelperson und ihre Berufung.

Sinusmilieu-Kenntnis als Tool zur optimierten Zielgruppenbestimmung bietet keinen wesentlichen Beitrag für Neuaufbrüche. Denn die Landkarte von Amerika macht uns noch lange nicht zu Amerikanern. Sinus und die Milieuperspektive überhaupt aber hilft, die Augen zu öffnen für eine größere Verständnis-, Wertschätzungs- und Anerkennungskultur unter uns (Haltungsänderung und erste Zuwendungsbewegung). Daraus kann eine Willkommenskultur erwachsen. (These 10)

3. Reife-Jahre "Lust auf Andere" 2012-2014

Förderung einer differenzsensiblen Arbeit mit der "elementaren Kulturenkarte"

Wer, wenn nicht Experte, kann die komplexe Sachmaterie reduzieren? (These 7)

Dazu pass(t)e auch der EJW-Denkwerkstatt-Prozess ab 2012, der sich relevanten Zukunftsthemen der Jugendarbeit widmete.

elementar, praxisnah und inspirierend

Exemplarische Konkretion und Kostproben: die elementare differenzsensible Kulturenkarte angewandt - soziale Kartographie der Popular-Kirchenmusik

Im Zuge der Reduktion von Komplexität hin zu einer Elementarisierung wesentlicher Inhalte (Sachrelevanz, Alltagsrelevanz, methodische Relevanz, Wahrheitsrelevanz) muss das methodisch-sinnlich-leiborientierte Repertoire abseits von Powerpoint und Moderatorenkoffer bedacht werden: auch (aus der spielpädagogischen und interkulturellen Ecke stammenden) Übungen, Spiele und Infotainment helfen einer Beseelung für das Neue. Powerpoint allein reicht nie fürs Change Management. (These 6)

3. Reife-Jahre "Lust auf Andere" 2012-2014

3.4 Eigene operative Tätigkeiten

Wie in der Startphase bereits blieb ich immer selbst auch operativ tätig. Ein großes selbstinitiiertes Projekt war die "Night of Life 2014" in Metzingen: ein Weltenbummeln voller Begegnung und Inspiration im "genormten Pechakucha-Format". Kirche und Jugendarbeit waren Gastgeber für sehr verschiedene gesellschaftliche Zeitgenossen und sorgte so für neue Bekanntschaften und Netzwerke.

3. Reife-Jahre "Lust auf Andere" 2012-2014

Milieuverknüpfende und milieuübergreifende Grund-Gaben und -Früchte des Glaubens sind neu wertzuschätzen: bspw. Güte, Authentizität, Rückgrat (s. z.B. Diakonissen in der Drogenarbeit). Wertschätzende Zuwendung ist ein Schlüssel zu den Herzen. Wo uns das Evangelium durchdringt, kommen wir von der Aus- und Abgrenzung zur Umarmung. (These 11)

4. Reife-Jahre

Fit Fürs Feiern 2012-2014/15

Gesamtüberblick über die FFF-Aktivitäten

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

Gottesdienst ist seinem Wesen nach Feiern: Wir "halten" und "machen" nicht Gottesdienste, sondern wir feiern sie.

4.1 Der einjährige Fit-Fürs-Feiern-Kompaktkurs 2011/2012

Die Startphase des Projekts FFF zeichnete sich vor allem durch punktuelle Begegnungen mit ehrenamtlichen, teilweise auch hauptamtlichen Gottesdienstarbeitenden im Ländle aus (durch Besuche und Mitfeiern, durch Predigtdienste) sowie der Vorbereitung des gewünschten einjährigen Kompaktkurses aus.

Cover des ersten mehrseitigen Kurs-Flyers von FFF

Ende 2011 hatte endlich der FFF-Kompaktkurs begonnen - zwar "nur" mit 15 Personen, aber äußerst heterogen, was Alter und Feier-Vorlieben der Teilnehmenden betraf. Diese Vielfalt tat gut und war reizvoll. Eine intensive Lerngemeinschaft auf Zeit begann, die sich an Wochenenden und Samstagen plenar traf, an anderen Tagen immer wieder regional in kleineren Teams.

Teilnehmende des ersten FFF-Langzeitkurses

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

Methodische Vielfalt, bunte Kurs-Bausteine, inhaltlicher Anspruch, kompetente externe Referenten - so gestaltete sich der einjährige FFF-Kurs.

Am Ende wurde das wichtigste Material auf eine CD gepresst - hilfreiche Materialien rund um das Thema "Alternative Gottesdienste". Und es stand eine Abschlussarbeit der Teilnehmenden an, die für die Übergabe eines Zertifikats notwendig war.

weitere Eindrücke vom ersten FFF-Kurs

Doch trotz toller Resonanz kam kein weiterer Langzeit-Kurs zustande. Letztendlich aber war dies für mich vorhersehbar, da ich schon frühzeitig den Markt genauer wahrnahm und weitere Projektverantwortliche frühzeitig über meine Einschätzungen informierte. Bedarf?!

Woher wissen wir genau, dass dort, wo wir „Bedarf“ entdecken, auch tatsächlich Bedarf ist? Wie evaluieren wir? Wie kommunizieren wir dies in unser System (zurück)? (These 20)

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

Fortan begann die Suche nach Kurs-Formaten, die den Leuten "passen" könnten - kürzer, schnuppernd, flexibler... Wenn man so will: eine experimentelle Phase...

Wissen, das im Leib nicht Raum gewinnt und zu Haltung und Handlung wird, ist stets nur Halbwissen. (These 8)

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

4.2 jugonet

Gleichzeitig wurde ich Ende 2012 zum Redaktionsleiter von jugonet berufen, der vitalsten Internet-Plattform im deutschsprachigen Raum für Jugendgottesdienste und mehr. jugonet hat Stand Okt 2015 über 5700 eingetragene Nutzer (User)! Diese Anbindung an und Verantwortung für ein bestehendes Arbeitsfeld halte ich für Projektstellen absolut für sinnig und geboten! Ich selbst lernte eine Menge an Neuem bzgl. des digitalen Kommunizierens.

Internetplattform für Jugendgottesdienste und mehr: jugonet

Fünf Newsletter im Jahr bringen stets neue Artikel und damit Bausteine und Entwürfe zu bestimmten Themen. So kann (Jugend)Gottesdienst ansprechend gefeiert werden!

Im Sommer zog jugonet auf eine neue technische Plattform um (Typo3) und hat damit weitere Möglichkeiten. Seitdem werden u.a. die Seiten auch mit Google Analytics evaluiert.

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

4.3 DAS LIEDERBUCH

Das EJW-LIEDERBUCH, bei dem auch ich intensiv mitarbeitete, erschien im Okt 2013 und zeigt sich angenehm differenz- bzw. typensensibel. Der Clou: Sämtliche Songs - auch die säkularen (!) - wurden den 4 geistlichen Kategorien "glauben - leben - lieben - hoffen" zugeordnet.

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

4.4 Neue Schulungs- und Kurs-Formate: online und offline

Durch verschiedenste Impulse angestoßen, kam es im Frühjahr 2014 zum ersten Online-Kurs von FFF: "Das Evangelium kreativ teilen". Über den Zeitraum von 5 Wochen erhielten über 60 Teilnehmende (!) 1x / Woche eine kompakte PDF und mit ihr weitere Unterlagen bzw. Link-Hinweise. Die Inhalte widmeten sich auch Haltungs- und Grundsatzfragen, ohne dabei hilfreiche Praxisbausteine zu vernachlässigen. Die Teilnehmenden bestanden aus mehrheitlich Ehrenamtlichen, dann aber auch Jugendreferenten und Pfarrer. Das Echo zeigte sich äußerst positiv, so dass dieser Kurs auch bereits 2x wiederholt wurde.

Eindrücke vom ersten FFF-Online-Kurs

Ich wurde darüber hinaus zu weiteren progressiveren Online-Versuchen ermutigt, nämlich zu Webinaren (= Seminare online im Internet). Diese aber konnten den Erfolg von "Evangelium kreativ teilen" nicht wiederholen, allerdings versuche ich immer noch, diese Ideen ggü. den potentiellen Nutzern zu optimieren und umzusetzen.

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

Grundsatz mit Folgen: Die jeweilige Botschaft des einzelnen Gottesdienstes, den wir feiern, hat diese schon sinnenfreundlich im selben Gottesdienst zu üben. Du predigst über "Stille im Advent" -> ermögliche den ersten Schritt dazu gleich jetzt noch! Oder: "Wir wollen die KonfirmandInnen in unserer Gemeinde freundlichen begrüßen und begleiten" -> lass' dir etwas einfallen, dass dies im Anschluss an die Predigt bereits zeichenhaft spürbar geschieht. (These 4)

Im Herbst 2014 startete nach mehrmonatiger Vorarbeit eines neues offline-Format: die dekanatsweiten FFF-Impulsabende. Zwischen 30 und 70 Personen (Ehren- und Hauptamtliche) eines Dekanats kommen zusammen, um in der Regel an einem Freitagabend in 4 Stunden

  • eine plenare Eröffnung und einen konzentrierten Plenar-Impuls von ca. 20' zu erleben
  • 2 Workshops nach eigener Wahl von 75' zu besuchen
  • in kurzen Pausen sich in angenehmer Atmosphäre kennenzulernen und Netzwerke zu bilden
  • am Ende zusammenfassende Perspektiven zu vernehmen.
Neben online-Werbung: Plakate und Flyer der dekanatsweiten FFF-Impulsabende

Die gute Vernetzung zu Kolleginnen und Kollegen macht es möglich, dass ein "vielfältiger Referentenstamm" für gewünschten Themen angefragt werden kann und die Kosten überschaubar bleiben. So fanden bisher Impulsabende in den Bezirken Nürtingen, Mühlacker, Waiblingen, Marbach, Ravensburg und Geislingen statt. Sie verfolgen mehrere Ziele:

  • (alternativ)gottesdienstliche Impulse und praxisnahe Schulungen auf Augenhöhe
  • Kontakt der EJW-Landesstelle mit der Basis im Lande
  • projektorientierter Brückenbau zwischen den Berufsgruppen Pfarrer und Jugendreferenten
  • Förderung der Vernetzung der Akteure alternativer Gottesdienstarbeit

4. Reife-Jahre "Fit Fürs Feiern" 2012-2014/15

4.5 "FFF 3plus3"

Nach punktuellen Begegnungen in den Jahren zuvor konnte in Gronau im Jahr 2015 ein kompakter FFF-Kurs in Form eines Blended Learning angeboten und durchgeführt werden: "FFF 3plus3". Eine kleinere, aber intensive Lerngruppe samt Pfarrer fand sich in der Kirchengemeinde zusammen. Nachdem Themen miteinander vereinbart worden waren, traf man sich als Lerngemeinschaft 3x offline in Gronau vor Ort und 3x online im Internet. Eine Gottesdienstfeier als "Gesellenstück" rundete den Kursverlauf ab.

Auch eine "Gemeinschaftsphase" gehört zum FFF-3plus3-Kurskonzept.
Eine Kirche des Wortes braucht unbedingt die "Verkostung" (gemäß Ignatius: "Nicht das viele Wissen nährt die Seele, sondern das Verkosten.") (These 5)

In diesen Projekten war viel Musik drin...

... und ist es auch weiterhin...

5. Auf der Zielgeraden

Finale "Lust auf Andere" und "Fit Fürs Feiern" 2015

Aus vergangenen Kurs-, Online-, Begegnungs- und Erfahrungsspuren erwuchsen Einsichten, Überzeugungen, Kerninhalte, Formate. Finale.

5. Auf der Zielgeraden: Projekt-Finale

5.1 Veranstaltungs-formate

Musik ist in den Veranstaltungsformaten "FFF-Impulsabende", "FFF 3plus3" sowie der "Night of Life" drin.

Die FFF-Impulsabende bringen Ideen und Menschen, Landestelle und Bezirke zueinander. Die Night of Life lässt Kirche zur Gastgeberin für ganz andere Welten sein und ermöglicht eine weiten Blick über den eigenen Tellerrand und eine große Porion "Lust auf Andere". FFF 3plus3 stellt ein Blended Learning dar, das Ressourcen spart, moderne Kommunikationsweisen sinnvoll nutzt, ohne auf lernpädagogisch Entscheidendes zu verzichten: nämlich, dass der Mensch Wesentliches nur vom Mitmenschen lernt, entsprechend also analoge Begegnungsweisen unverzichtbar sind.

Diese Veranstaltungen können als wegweisende exemplarische Veranstaltungsformate für die 2 Projektthemen angesehen werden ("Schau-Fenster").

Eine Zentralstelle bzw. Projekte, die an einer Zentralstelle angedockt werden, neigen leicht dazu, nur die Defizite vor Ort zu sehen – nicht aber, was schon da und gewachsen ist. Braucht es mehr „Schatzheber“, Ressourcenentdecker? (These 19)

5. Auf der Zielgeraden: Projekt-Finale

5.2 Publikationen und Arbeitshilfen

Hilfreiche praxisnahe Publikationen liegen zum Weiterkommen und Weiterarbeiten vor. Für beide Projektthemen. Länger schon "Brücken und Barrieren" und "DAS LIEDERBUCH". Jetzt neu: "Gottesdienst einfach anders. Fit fürs Feiern werden" und die "Lebenswelt-Puzzlekarten". Beide Publikationen konnten im Sommer 2015 von mir fertiggestellt werden. Sie zeichnen sich durch eine elementare konzentrierte Herangehensweise aus, die die begrenzten Ressourcen von Ehrenamtlichen achten und komplexe Sachverhalte pointiert auf den Punkt bekommen.

Es liegt Greifbares vor....
Der größere Wert als die kongruente Umsetzung eines Ideals ist dessen kontextuelle Einpassung und Stimmigkeit vor Ort. (These 14)

5. Auf der Zielgeraden: Projekt-Finale

5.3 Online-Support

Natürlich laufen derzeit immer noch individuelle Bildungsbegegnungen mit und lokale Begleitungen von Steuerungsgremien. Diese werden aber online in starker Weise flankiert.

Müssen sie auch. Denn wie dargestellt wurde, wird dieser online-Bereich immer wichtiger. Mit den Homepages von "Lust auf Andere" (mit FFF als "liturgische Vielfaltskultur" Teil der "Vielfaltskultur"-Seite) und "jugonet" sind 2 Plattformen im Netz, die stets neue Bausteine zum Download und zur Umsetzung bereitstellen. "Lust auf Andere" füllt sich aktuell mehr und mehr und weist heute u.a. neben der Rubrik "Wahrnehmen und Verstehen" auch einen "Praxis & Tools"- und einen "Download"-Bereich sowie eine "Mediathek" auf.

online-Support: "Lust auf Andere"-Homepage
hilfreich und praxisnah: jugonet

5. Auf der Zielgeraden: Projekt-Finale

5.4 Videoclips Lust auf Andere: "Geh' hin und mach' dein Ding"

Da Institutionen von oben her kaum reformierbar erscheinen und das Neue durch Einzelne in die Welt kommt, indem diese ihre Gaben und Interessen, ihre Leidenschaft in einem Freiraum gestalten (wird dieser ihnen nicht ermöglicht, werden sie jenen Interessen woanders Gestalt geben und abwandern...). Aus dieser Beobachtung wurde ein Videoserie für "Lust auf Andere": "Geh' hin und mach' dein Ding!" Dabei wird dieses "eigene Ding" eben nicht egoistisch verfolgt, mit Tunnelblick die Jugend- oder Gemeindearbeit spaltend, sondern in Kontakt mit dieser - sofern die Vertreter der angestammten Arbeit denn jenen Freiraum ermöglichen, fördern und selbst Kontakt suchen.

Mediathek von "Lust auf Andere" u.a. mit Videoclips

5. Auf der Zielgeraden: Projekt-Finale

In der Mediathek der Homepage von "Lust auf Andere" bzw. auf YouTube kann man diese Portraits als kurze Videoclips einsehen. Sie wollen inspirieren, Lust auf das Eigene machen und ermutigen, den eigenen Weg zu gehen. Hier Beispiele als Schau-Fenster:

Besonderer Fokus der Clips sind dabei immer auch die Herausforderungen und Schatten des Engagements.

Erfolgreiche Projekte haben stets auch ihren Preis. (-> Wird dieser auch kommuniziert?) Es geht um ganze Wahrheiten bei der Kommunikation von Erfolgen - nicht um Halbwahrheiten. Jede Lichtgestalt wirft auch Schatten – allerdings wird das auf den Bühnen von Kirche und Jugendarbeit nur selten ersichtlich. Fördern wir eine mutige von der fehlertoleranten Gnade Gottes getränkte aufrichtige Kirche und Jugendarbeit? (These 18)

Zu diesen Clips gibt es in der Regel jeweils eine kompakte 2seitige PDF zum Download, die mit 20 hilfreichen Aussagen hinter die Kulisse des jeweiligen Engagements schauen lässt. Dafür ebenso Beispiele:

Seit Sep 2014: "Vielfaltskultur" - ein neuer Arbeitsbreich im EJW

5. Auf der Zielgeraden: Projekt-Finale

5.5. Vielfaltskultur im EJW

Für die Milieuperspektive ist der "Kultur"-Begriff - wie die elementare Kulturenkarte oben schon anzeigte - ein Schlüsselbegriff. Somit war mehr als nur stimmig - auch mit meinem eigenen inhaltlichen Weg in Bezug auf den Umgang mit den Sinus-Milieus -, dass durch Ansiedlung weiterer 2 Projektstellen im EJW ein befristeter eigener Arbeitsbereich "Vielfaltskultur" im Sep 2014 eingerichtet wurde, zu dessen Leiter ich berufen wurde. Vielfaltskultur im EJW sind die Projekte "Gemeinde anderer Sprachen und Herkunft", "Interkulturelle Öffnung mit Flüchtlingsarbeit und Interreligiösem Dialog" sowie eben "Lust auf Andere" (und "Alternative Gottesdienste/FFF" als "gottesdienstliche Vielfaltskultur"). Wir drei Projektreferenten erfahren und suchen im Miteinander Inspiration und Synergien.

6. Perspektiven für weitere 3 Jahre...

6. Perspektiven für weitere 3 Jahre...

Die Projektfinanzierung, was Sach- und Personalmittel angeht, endete jetzt nach 5 Jahren mit dem 30.09.2015. Da ich aber als Pfarrer auf diese Projektstelle berufen wurde und somit für 8 Jahre das Amt eines hauptamtlichen Jugendpfarrers inne habe, stehen mir für das Aufgabengebiet noch weitere 3 Jahre im EJW zur Verfügung. Dieser Projektbericht setzt damit auch eher einen Doppel- denn einen Schlusspunkt.

Die Grundaufgabe wird sein, all das Erarbeitete und Bereitgestellte noch breiter in die Fläche, hilfreich zu den Verantwortlichen und Mitarbeitenden vor Ort zu bringen. Natürlich soll dabei der Mehrwert der jüngsten Publikationen (Buch "Gottesdienst einfach anders" und Puzzlekarten "Lebenswelten") für die eigene Arbeit entdeckt werden. Aber weitere konkretere Aufgaben treten in den Blick:

6.1 Online-Bildungsangebote intensivieren

Es liegen ja erste, z.T. erfolgreiche Erfahrungen mit FFF-Online-Angeboten vor. PDF-gestütztes online-Lernen, aber auch die Form von Webinaren und ein Blended Learning wie bei "FFF 3plus3" stiften an, diese Weise des Unterwegsseins mit der Basis voranzutreiben. Dies ist weiterhin zu entdecken für "Fit Fürs Feiern" , dann aber auch für "Lust auf Andere", die "Vielfaltskultur" und nicht zuletzt für die EJW-Landestelle als solche.

6.2 jugonet

Auch jugonet hat noch viel vor und will seine Reichweite erhöhen und auch qualitativ weiter zulegen. Gerade nach dem schmucken Umzug auf die Typo3-Plattform ist eine intensive inhaltliche Weiterarbeit, aber auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zu verfolgen, um das gute und hilfreiche Angebot noch bekannter zu machen.

6.3 Materialien für Homepage "Lust auf Andere"

Die Homepage "Lust auf Andere", die mittlerweile auch die für FFF integriert hat (als "gottesdienstliche Vielfaltskultur") und selbst eine differenzierte Unterseite der "Vielfaltskultur"-Website darstellt, zeigt sich stark nutzerorientiert mit Mediathek, Download-Bereich usw. Hier gilt es in naher Zukunft, die Seiten mit praxisnahen Bausteinen zu füllen und die vorhandenen Videoclips vor weitere Augen zu führen. Zentrale Aufgabe dabei ist, diese Seite bekannter zu machen...

6.4 Lokale Präsenz: Begegnung, Beratung, Begleitung vor Ort

Die eigenen Veranstaltungen vor Ort sind sowohl für die Akteure vor Ort, für die Projektthemen und ihre Multiplikation sowie für die Verbindung von Landestelle und Basis gleich mehrfach gewinnbringend. Verschiedene Veranstaltungsformen sind in diesem Sinne fortzuführen und weiterzuentwickeln:

  • dekanatsweite FFF-Impulsabende: Aus ihnen können neben den unter 4. genannten Benefits auch weitere intensivere lokale Beratungs- und Begleitungsprojekte für einzelne Teams oder Gemeinden entstehen.
  • Lokal-regionale Initiativen wie die "Night of Life" fördern die öffentliche Präsenz von Kirche und Jugendarbeit in der Gesellschaft, ermöglichen neue Netzwerke und Kooperationen und illustrieren in der Fläche die "Lust auf Andere".
  • Die Mitwirkung bei EJW-Aktionen wie der Freizeitbörse oder das Ökumenische Jugendkirchenfestival 2017 fördert ebenfalls die Begegnung mit Menschen vor Ort und ihren Bedürfnissen.
  • Die intensivere Projekt-Kooperation mit der Klasse eines Berufskollegs 2015/2016 ermöglicht einen wertvollen Blick von außen auf Jugendarbeit und Kirche und will als Feldversuch den Brückenbau zu kirchendistanzierten Menschen fördern.
Und ergeben sich größere Synergieeffekte aus dem neuen EJW-Projektarbeitsbereich "Vielfaltskultur"?

6.5 Vielfaltskultur im EJW

Entdecken wir hier im neuen Arbeitsbereich weitere Synergieeffekte unserer jeweiligen Aufgaben, die uns gemeinsam noch stärker machen für eine bunte Vielfalt in Jugendarbeit und Kirche? Zum Beispiel sind folgende Entwicklungen denkbar:

  • Elemente eines "interkulturellen Themenkoffers" für die Jugendarbeit entwerfen und diese auf verschiedenen (auch Print)Plattformen einspielen
  • ein Online-Check: Wie fremdenfreundlich ist unser Verband, unsere Jugendarbeit vor Ort?
  • "Offene Jugendarbeit" oder "Inklusion" intensiver fördern
  • oder: ...??
Die kürzeste und förderlichste Formel für das innovative Handeln einer glaubwürdigen Kirche ist m.E. die: „Beten und Tun des Gerechten“ (D. Bonhoeffer) Oder: „Beten – Bedürfnisse der Mitmenschen entdecken – ressourcengemäß handeln“ (S. Kaupp). (These 17)

Es bleibt also spannend, denn ER ist ...

Mit Gott auf dem Weg und in Schwung...

Rückblick auf die Expedition, die hier mit diesem Online-Magazin-Bericht unternommen wurde...

Danke allen stützenden und inspirierenden Weggefährtinnen und -gefährten!

Pfarrer Steffen Kaupp, Projektreferent im EJW für "Milieusensible Jugend- und Gemeindearbeit" sowie "Alternative Gottesdienste", Okt 2015

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