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Chronik einer Flutkatastrophe Unterwegs in Simbach mit dem THW-MediaTeam

01.06.2016 - Katastrophenalarm in Bayern: THW im Einsatz

Nahezu an jeder Hausecke in Simbach waren Geröll und Trümmerberge durch die Flut angespült worden.

Nach starken Regenfällen waren Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) im Landkreis Rottal-Inn im Einsatz. Dort wurde aufgrund von schweren Überschwemmungen der Katastrophenalarm ausgerufen. Im Erstalarm waren mehr als 70 Helferinnen und Helfer aus fünf Ortsverbänden im Einsatz. Weitere wurden nur kurze Zeit später nachalarmiert.

In der Nach leuchteten die THW-Kräfte in Simbach die Einsatzstellen für die Berge- und Räumarbeiten aus.

Im bayerischen Simbach am Inn trat der Fluss Simbach über die Ufer. Die Helferinnen und Helfer des THW befreiten vom Hochwasser eingeschlossene Personen, leuchteten Einsatzstellen aus und pumpten Wasser ab. Dafür setzten sie unter anderem Hochleistungspumpen ein, die bis zu 15.000 Liter Schmutzwasser pro Minute abpumpen können. Außerdem war die Fachgruppe Trinkwasseraufbereitung aus dem THW-Ortsverband Starnberg in Simbach im Einsatz, um die Bevölkerung mit frischem Wasser zu versorgen.

Zahlreiche LKW und PKW wurden von den Überschwemmungen überrascht.
Binnen weniger Stunden richteten die Wassermassen in Simbach verheerende Schäden an.

Schwerpunkte der THW-Aufgaben waren Pumparbeiten, Personenrettung, Sandsackverbau sowie die Verpflegung von Einsatzkräften. Dabei kam neben der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen auch die Fachgruppe Wassergefahren zum Einsatz. Abhängig von der Lage kann das THW weitere Unterstützungskräfte zur Personenrettung, für Pumparbeiten sowie zur Elektroeinspeisung aus dem gesamten Bundesgebiet zur Verfügung stellen. Der THW-Landesverband in Bayern beobachtete die Lage in seiner Leitungs- und Koordinierungszentrale in München.

06.06.2016 - Unwetter: THW sorgt für Trinkwasser, pumpt und räumt

Mehrere hundert Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) waren weiter mit den Folgen der Unwetter in Bayern beschäftigt. In Simbach hat das THW seit dem Wochenende einen weiteren Einsatzschwerpunkt: die Aufbereitung von Schmutzwasser zu Trinkwasser. In anderen Unwettergebieten retteten die Ehrenamtlichen Personen, pumpten Keller leer und befreiten Straßen und Brücken von Schlamm und Geröll.

In Simbach zerstörten die schweren Unwetter zentrale Wasserleitungen. Trinkwasser wurde zeitweise zur Mangelware. Mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen konnte das THW aber die Versorgung sicherstellen.
Die THW-Helferinnen und -Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Mit den Schmutzwasser-Kreiselpumpen können die THW-Einsatzkräfte bis zu 15.000 Liter pro Minute abpumpen. Kaum vorstellbar: Das entspricht mehr als 100 Badewannen.
Mit schwerem Gerät gegen den zurückgebliebenen Schlamm.
Bei den Aufräumarbeiten kam an vielen Orten die Bergeräumgeräte des THW zum Einsatz.
Die Innenstadt von Simbach gleicht nur noch einem Schutthaufen. Berge aus Schlamm, Tonnen von Matsch, Haufen aus Trümmerteilen: Die Räumarbeiten nach den Unwettern erforderten einen immensen Kraftaufwand.
Tausende freiwillige Helfer waren wochenlang im Einsatz.
Berge aus Schlamm, Tonnen von Matsch, Haufen aus Trümmerteilen: Die Räumarbeiten nach den Unwettern erforderten einen immensen Kraftaufwand. Die Muskelkraft der THW-Einsatzkräfte und die Motorleistung der THW-Fahrzeuge griffen hierfür Hand in Hand!
Selbst Straßen wurden von den Wassermassen einfach mitgerissen. THW-Helfer richteten Behelfswege her.
Die Kräfte der Fluten waren vielerorts zu erahnen.
Mit Hochleistungspumpen rückte das THW an, um die Folgen der Flut zu beseitigen.
Mit vereinten Kräften wird die Hochleistungspumpe in die richtige Position manövriert.

In der bayerischen Stadt Simbach setzte das THW zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) ein, da die Versorgung der Haushalte mit Trinkwasser teilweise unterbrochen war. Mit jeder der modernen Anlagen konnten die Experten des THW pro Stunde 15.000 Liter Wasser in den Hochbehälter der Stadt einspeisen.

Mehr als 5 Millionen Liter Trinkwasser hat das THW in Simbach aufbereitet. Damit handelt es sich um den bisher größten Trinkwassereinsatz des THW aller Zeiten in Deutschland.

Außerdem waren Einsatzkräfte der Fachgruppe Ölschaden in Simbach aktiv. Die Spezialisten befreiten kontaminiertes Wasser aus Kellern und Gebäuden von Öl, um Umweltschäden zu verhindern. Dafür nutzen sie sogenannte Wasser-Öl-Separationsanlagen, die pro Stunde bis zu 40.000 Liter Wasser säubern können.

Mit einer Ölseparationsanlage reinigt das THW in Simbach Wasser, das mit Öl verschmutzt ist.

08.06.2016 - THW sichert Notversorgung mit Trinkwasser in Simbach

Mehr als eine Million Liter Trinkwasser stellten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des THW innerhalb nur einer Woche für die Bevölkerung im bayerischen Simbach am Inn zur Verfügung. Durch das Unwetter wurde die reguläre Trinkwasserversorgung in dem Ort unterbrochen.

Kein Leben ohne Wasser! Deshalb ist die Trinkwasseraufbereitung auch ein hochsensibler Einsatzbereich. Um die Wasserqualität zu gewährleisten, misst ein Trinkwasserlaborant des THW in mobilen Laboren den Verschmutzungsgrad des Wassers.

In enger Abstimmung mit den Behörden und dem zuständigen Wasserversorger hatte das THW in Simbach zwei seiner Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) aus den Landesverbänden Bayern und Nordrhein-Westfalen in Betrieb genommen. Mit jeder dieser Anlagen kann das THW bis zu 15.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten und damit die Notversorgung der Bevölkerung sicherstellen. Das Trinkwasser wurde in das örtliche, unbeschädigte Trinkwasserversorgungsnetz eingespeist. Die Notversorgung mit Trinkwasser ist eine Kernkompetenz des THW, die in dieser Form in Deutschland einzigartig ist. Bundesweit verfügt das THW über 16 Fachgruppen Trinkwasserversorgung. Die TWA des THW arbeiten mit moderner Ultrafiltrationstechnik und sind bei Bedarf bundesweit einzeln oder zusammengezogen einsetzbar.

Foto rechts: Michael Mrugalla
Über 5 Millionen Liter aufbereitetes Trinkwasser haben die ehrenamtlichen Helfer in Simbach produziert.

Unterdessen gingen in Simbach auch die Aufräumarbeiten unvermindert weiter. Die Einsatzkräfte des THW arbeiten dabei Hand in Hand mit der Feuerwehr und mit Freiwilligen, die spontan ihre Unterstützung anboten. Bei diesem Einsatz machte sich bezahlt, dass das THW fest in die regionalen Strukturen im Bevölkerungsschutz eingebunden und sehr gut mit den zuständigen Behörden, der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen vernetzt ist.

Ein THW-Helfer konnte gemeinsam mit der Feuerwehr eine Katze aus einem überfluteten Haus retten. Nach der „Erstversorgung“ durch eine Anwohnerin brachten THW-Kräfte das Tier wohlbehalten ins Tierheim.

Als Bundesorganisation kann das THW, Personal und Material aus dem gesamten Bundesgebiet zusammenziehen und so auch über längere Zeiträume ununterbrochen Hilfe für Menschen in Not leisten. Die bundesweit einheitliche Ausbildung der Helferinnen und Helfer des THW gewährleistet, dass sie problemlos und ohne Zeitverlust mit anderen THW-Einheiten zusammenarbeiten können. In den Einsätzen in Simbach wurden die THW-Kräfte regelmäßig ausgewechselt, damit die Einsatzbereitschaft auch über eine längere Zeit sichergestellt war.

Technisches Spezialgerät erforderte viel Können der Helfer.

Jeder Handgriff sitzt: die Einsatzkräfte bereiten den Trennschleifer auf seinen Einsatz vor.

Einsatzbesprechung mit dem THW-Baufachberater.

Mit Holzbalken verhinderten die THW-Kräfte das Abrutschen eines Hangs – nur wenige Meter entfernt von einem Haus

Holzbearbeitung erlernen die THW-Helfer bereits in ihrer Grundausbildung.

In vielen Gebieten endete die Gefahr für die Betroffenen noch nicht mit dem Rückgang der Fluten. Wegen des aufgewühlten Erdreichs mussten THW-Helferinnen und -Helfer wiederholt Hänge sichern, um die benachbarten Häuser vor Erdrutschen zu bewahren.

Bei Aufräumarbeiten an einem Hang griff ein THW-Bagger eine Kröte auf. Die Helferinnen und Helfer des THW retteten das Tier und entließen es an einem nahegelegenen Gebüsch wieder in die Freiheit.
Mehr als 4.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) waren seit Ende Mai vor allem im Süden und im Westen Deutschlands im Einsatz, um die Folgen der schweren Unwetter mit Überschwemmungen zu beseitigen. Gefragt sind dabei Fähigkeiten aus dem gesamten Einsatzrepertoire des THW.
Mit dem Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS) werden Einsatzstellen überwacht und die Rettungskräfte frühzeitig vor weiteren Gefahren gewarnt.
Bergungs- und Räumarbeiten erfordern in der Regel einen großen Kraftaufwand. Das leisten beim THW die Radlader. Auf den ersten Blick eine gewöhnliche Baumaschine, wird der Radlader durch seine auswechselbaren Anbaugeräte zu einem vielseitig einsetzbaren Hilfsfahrzeug.
Die Fachgruppe Räumen verfügt über leistungsfähige Baumaschinen. Mit Hilfe von Radladern und Baggern räumt die Fachgruppe Schadensstellen, legt Zu- und Abfahrtswege an, hebt Gräben und Abflüsse aus und zerkleinert Hindernisse und Trümmer.
Ein Ungetüm auf Stelzen! In Simbach setzten die THW-Einsatzkräfte einen Schreitbagger ein, um die Zerstörungen nach den schweren Überflutungen zu beseitigen. Dank seiner stählernen Beine hat die sogenannte Rettungsspinne auch in schwer zugänglichem Gelände sicheren Halt.

10.06.2016 - THW baut Behelfsbrücke

Rund 60 Tonnen Material haben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zu einer Bailey-Behelfsbrücke zusammengebaut. In diesen Tagen waren Ehrenamtliche des THW mehrfach in Wittibreut, um die Einsatzstelle zu vermessen und die Planungen für den Brückenbau abzuschließen.

Die Behelfsbrücke in Wittibreut hat eine Spannweite von 30 Metern.

Die Bestandteile der Behelfsbrücken vom Typ Bailey können bei Bedarf per LKW transportiert und sehr kurzfristig zur Verfügung gestellt werden. Das schwerste Teil wiegt 272 Kilogramm. Jedes Einzelteil kann von maximal sechs Helferinnen und Helfern bewegt und verbaut werden, wenn ein Kran den Einsatzort nicht erreichen kann.

Die Fachgruppe Brückenbau (FGr BrB) kann kurzfristig Brücken aus vorgefertigten Teilen oder herkömmlichen Baumaterialien wie Holz oder Stahl bis zu einer Länge von 50 m errichten. Seit 2010 kann das THW auch Eisenbahn-Behelfsbrücken bis 120 m Länge errichten.

13.06.2016 - Dank für unermüdlichen Einsatz

Besuch an der Einsatzstelle (v.l.): Michael Fahmüller (Landrat des Landkreises Rottal-Inn), Stephan Mayer (MdB und Präsident der THW-Bundesvereinigung), Albrecht Broemme (THW-Präsident), Andre Stark (stellv. Landessprecher des LV Bayern) sowie Dr. Fritz-Helge Voß (Landesbeauftragter für Bayern).

Von Trinkwasseraufbereitung über Pumpen bis hin zu Brückenbau: Nach den schweren Unwettern waren viele Einsatzoptionen des THW in Bayern gefragt. Viele Helferinnen und Helfer trotzten Hitze und Schlamm und halfen nach wie vor den Menschen in Not. Präsident Broemme, Voß und Mayer lobten sie an der Einsatzstelle für ihr Durchhaltevermögen.

Qualitätskontrolle ist Chefsache: THW-Präsident Albrecht Broemme (rechts) und Dr. Fritz-Helge Voß, Landesbauftragter vom THW-Landesverband Bayern, überzeugen sich vor dem Rohwasserbecken selbst von der Reinheit des Wassers, nachdem die Fachgruppe Trinkwasserversorgung des THW-Ortsverbands Starnberg in Simbach das schmutzige Wasser zu Trinkwasser aufbereitete.

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit dem Besuch.

Großer Dank an die Helfer durch THW-Präsident Albrecht Broemme.

Schmieriges Öl ist Gift für sauberes Wasser. Mit der Separationsanlage trennte das THW Öl und Wasser wieder und leitete beide Flüssigkeiten in separierte Becken ab.

In der THW-Führungsstelle laufen alle Informationen zusammen. THW-Präsident Albrecht Broemme und Josef Walter vom THW-Ortsverband Hilpoltstein machten ein genaues Bild vom THW-Einsatz in Simbach.

Besonders Stephan Mayer berührte der Einsatz der Ehrenamtlichen sehr – sein Heimatort Neuötting liegt nur 20 Kilometer Luftlinie von Simbach, dem am stärksten betroffenen Ort, entfernt. „Ich habe aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage sehr intensiv mitbekommen, was dort geleistet wurde“, sagte Mayer am vergangenen Mittwoch, 08.06.2016, im Plenum des Deutschen Bundestages zum Hochwassereinsatz.

„Ich möchte deshalb wirklich allen Hilfs- und Rettungsorganisationen des Bundes und der Länder von ganzem Herzen danken. Ob das die Polizei, das Technische Hilfswerk, die Feuerwehren oder das Rote Kreuz ist: Hier ist in engagierter Weise wirklich hochprofessionell und herausragend gearbeitet worden.“

Fotos: Michael Matthes / THW-Mediateam Bayern

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Text: THW.de

Mit seiner freiwilligen Basis von rund 80.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist das THW als Behörde im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums wohl einmalig. Erfahren Sie mehr über das THW, seine Aufgabe, seine Geschichte und über die Faszination des Helfens, die so viele bewegt.

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Created By
Michael Matthes
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Credits:

Michael Matthes (m2 photography)

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