Posttraumatische Belastungsstörung Eine unsichtbare Verletzung

Eine Dokumentation von Josie Moer

Alpträume, Flashbacks, Errinnerungslücken. Das sind Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS genannt. Auslöser für diese psychische Erkrankung sind häufig traumatische Erlebnisse, wobei aber nicht jedes Trauma eine Belastungsstörung hervorruft.

Traumatische Erlebnisse (vom griech. Trauma = Wunde, hier seelische Verwundung) sind seelisch extrem belastende Ereignisse, zum Beispiel eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung. Jeder zweite Mensch wird im Leben mit einem traumatischen Erlebnis konfrontiert. Die Wahrscheinlichkeit danach an einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu erkranken, hängt von der Art des Traumas ab. Hoch ist das Risiko besonders nach einem Gewaltverbrechen, wie einer Vergewaltigung und erlebten Kriegshandlungen. So sind PTBS Betroffene oft auch aus dem Kriegseinsatz zurück gekehrte Soldaten. Jedoch kann nicht pauschalisiert werden, welches Ereignis bei einer Person zu PTBS führt.

Traumata können eine PTBS auslösen.

Etwa 10% aller von einem Trauma Betroffenen erkranken an einer PTBS. Die Lebenszeitprävelenz, d.h. die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln, liegt weltweit bei ca. 8%. Es gibt allerdings Menschen, die eher eine PTBS entwickeln als andere. Dies kann zum Beispiel mit der Vorkonditionierung des Menschen zusammenhängen.

Der Betroffene leidet häufig unter Gefühlen der Angst, Schuld, Scham, Schutzlosigkeit und Kontrollverlust. Auch emotionale Abgestumpftheit, ein erhöhte Aggressivität, Tagträume und Teilnahmslosigkeit sind typische Anzeichen für Komplikationen beim Verarbeiten eines Traumas. Ausgelöst werden können diese Symptome im Nachhin durch kleine Reize. Ein Geräusch, ein Bild oder ein Geruch - und das traumatische Erlebnis wird wiedererlebt. Grund für dieses Nacherleben sind Auslösreize, sogenannte Trigger. Aus diesem Grund versuchen Betroffene häufig Orte und Aktivitäten zu vermeiden, die mit dem Erlebten zusammenhängen. (Das laute Knallen von Feuerwerkskörpern kann beispielsweise an Bombeneinschläge und Granatenexplosionen erinnern)

Erhöhte Risiken für PTBS Betroffene

Aber nicht nur psychische Belastungen gehen mit der PTBS einher. Krankheiten aller Art (so zum Beispiel Herzkrankheiten, oder Magengeschwüre) werden in hoher Anzahl bei Betroffenen der Belastungsstörung festgestellt, im Durchschnitt viel häufiger, als bei Personen ohne eine PTBS.

Posttraumatische Belastungsstörung in der Geschichte
Die Posttraumatische Belastungsstörung im 1. Weltkrieg

Zum ersten Mal in der Geschichte wurde ein Krieg geführt, dessen Ausmaß an Grausamkeit sich zuvor niemand vorzustellen wagte. Eine Reihe neuer Waffen wie Panzer, Maschinengewehre oder Giftgas wurden eingesetzt und im Laufe von 4 Jahren starben rund 17 Millionen Menschen.

Die zurückkehrenden Soldaten trugen allerdings nicht nur körperliche Verletzungen wieder mit nach Hause. Auch wenn PTBS zu diesem Zeitpunkt noch unerforscht war und viele Soldaten als Schwächlinge abgestempelt wurden, war das Phänomen von psychischen Erkrankungen bei Kriegsveteranen nicht neu.

"Dementia", also Geisteskrankheiten wurden als Folge von Kriegen schon im 16. Jahrhundert von dem holländischen Humanisten Erasmus von Rotterdam erwähnt. Und auch während des amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert haben Ärzte bei Soldaten Symptome beobachtet, die an Herzkrankheiten erinnerten: Schweißausbrüche, Schmerzen in der Brust und Kurzatmigkeit.

Shell shock

Das Kriegszittern auch Shell Shock genannt, unter denen 1. Weltkriegs Soldaten litten, wurden bis dahin allerdings noch nicht beobachtet. Der britische Psychologe Charles S. Myers war im Jahr 1915 der Erste, der diese psychische Symptome beschrieb, für die es keine erkennbaren physischen Ursachen zu geben schien.

Die betroffenen Soldaten reagierten auf einige Reize (Trigger), wie bestimmte Gegenstände, oder dem Wort "Bombe" mit panischem Entsetzen. Einige litten unter Erblindung, unkontrollierten Muskelzucken, andere waren partiell gelähmt und konnten nicht einmal mehr selbstständig essen. Meyers deutete diese Symptome schnell als psychosomatisch und gab ihnen den Namen Shell Shock, da sie in einem Zusammenhang mit dem Erlebnis von einschlagenden Bomben zu stehen schienen.

Grund für Shell Shock waren, wie man heute weiß, tatsächlich Traumata, ausgelöst von den gewaltsamen Erlebnissen auf dem Schlachtfeld: Bombeneinschläge, Konfrontation mit Tod und Verstümmelung.

Schon sehr schnell nach Kriegsbeginn litten so viele im Krieg kämpfende Männer unter Shell Shock, dass die Armee-Führung gezwungen war, irgendwie damit umzugehen. Allein in der britischen Armee stieg die Anzahl der psychisch kranken Soldaten bis Ende des 1. Weltkrieges auf über 80.000 Soldaten, die nicht mehr einsatzfähig waren.

Doch als eine richtige Krankheit wollten sie Shell Shock nicht anerkennen. Denn auch Sigmund Freud hatte 1885 in seiner "Studie zur Hysterie" physische Reaktionen auf nicht sichtbare Traumata als "weibliche Neurose" beschrieben. PTBS wurde somit als eine auszutreibende Schwäche abgestempelt.

Nach Kriegsende ...

... wurden die Erlebnisse und Schicksale der Soldaten nur sehr wenig thematisiert und ihre psychische Erkrankung wurde kaum behandelt. Man bezeichnete sie lediglich als verweichlicht. Sowohl die Soldaten, als auch die Zivilbevölkerung waren das "Tätervolk". Eine Auseinandersetzung mit ihren Erfahrungen schien nicht angebracht und wurde totgeschwiegen.

Die posttraumatische Belastungsstörung im 2. Weltkrieg

Auch im zweiten Weltkrieg war die Zerstörung und das Leid der Menschen von unfassbarem Ausmaß. So ist es im Nachhinein nicht verwunderlich, dass auch hier nicht nur die Kriegssoldaten und die in den Konzentrationslagern festgehaltenen Menschen Traumata erlitten.

Als im zweiten Weltkrieg ähnliche Symptome, wie auch im ersten Weltkrieg auftauchten, begann man langsam, sich mit PTBS als Krankheit auseinanderzusetzen. Doch die kurzweiligen Therapien für die Betroffenen dienten lediglich dazu, sie schnellstmöglich wieder kampfeinsatzbereit zu machen. Der Krieg hatte die höchste Priorität.

Die psychischen Erkrankungen bei KZ Inhaftierten wurden unter dem Namen Überlebenden-Syndrom zusammengefasst. Noch Jahre nach dem zweiten Weltkrieg sei das Wiedererleben der Zeit in den Konzentrationslagern durch Flashbacks oder Träumen für viele ehemalige Häftlinge derart unerträglich gewesen, dass sie nichteinmal mit Angehörigen darüber sprechen könnten. Die Horrorszenarien des KZ- Alltags verfolgen die ehemaligen Häftlinge bei Tag und Nacht.

Schlaflosigkeit, Alpträume und anhaltende Kopfschmerzen wurden von den damals behandelnden Ärzten als typische Symptome des KZ-Syndroms beobachtet, genauso wie Gedächtnisschwäche und Konzentrationsstörungen. Als in den 50er Jahren, also schon Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg Patienten über derartige Beschwerden klagten, wusste man diese nicht recht zu behandeln, da sie von keinen unmittelbaren Ursachen auszugehen schienen. Dass die Krankheitserscheinungen Auswüchse von Traumata waren, die in weiter Vergangenheit durchlebt wurden und, wie die westdeutschen Mediziner Dr. Helmut Paul und Dr. Hans-Joachim Herberg beschrieben, "erst nach einem Intervall scheinbarer Symptomfreiheit in Erscheinung treten", wurde erst deutlich, als sich die Fälle häuften.

Posttraumatische Belastungsstörung in der Bundeswehr

Erst mit dem Vietnam-Krieg (1964-1975) änderte sich grundlegend etwas an der Einstellung zu der psychischen Erkrankung in Folge eines Traumas. Betroffene Soldaten, die bereits während Ihrer Einsätze im Kriegsgebiet Symptome zeigten, welche nun schon aus dem 1. und 2. Weltkrieg bekannt waren, begannen, sich mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit zu richten. Die Kriegsveteranen erzeugten mit ihrem Auftreten in der Bevölkerung eine andere Wahrnemung, eine kritischere Einstellung gegenüber dem Krieg und durchbrachen damit alte Denkstrukturen. Zum ersten Mal wurde erreicht, dass psychischen Erkrankungen als Folge von Traumata langfristig Beachtung geschenkt wurde.

Soldat im Vietnamkrieg vor einem brennenden Haus

Von nun an wurde Forschung zu dem Thema betrieben und festgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen traumatisierenden Erlebnissen und langfristigen Folgeschäden gibt. 1980 wurde die Posttraumatische Belastungsstörung als Krankheit anerkannt.

Ein Erfahrungsbericht eines aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten

Robert Sedlacek-Müller. Gerade eben stand der Soldat noch neben seinen Kameraden bei einem Kriegseinsatz in Afghanistan. Plötzlich zersprengt eine Bombenexplosion den Fleck an dem sie eben noch standen. Der Soldat wird meterweit durch die Luft geschleudert und kommt zwischen den zerfetzten Körpern seiner Kameraden wieder zu sich. Er hat unglaubliches Glück. An diesem Morgen kommen 5 Soldaten ums Leben.

Gesund tritt er in die Bundeswehr ein, traumatisiert wird Sedlatzek-Müller mit 32 Jahren wieder entlassen - ohne Therapie. Wenn im Radio über Krieg berichtet wird, ist das die reinste Qual für den Kriegsveteran. Er zittert am ganzen Körper. Flashbacks. Angstzustände. Afghanistan ist wieder da. Sedlacek-Müller leidet an einer Posttraumatischen Belastungsstörung.

Kurz nach dem Einsatz sind seine äußeren Wunden verheilt, doch er merkt, dass etwas nicht stimmt. "Ich wurde vergesslich, unruhig, aggressiv". Auch nach 8 Jahren kann er nicht vergessen, wie er neben seinen sterbenden Kameraden aufwacht. Die Erinnerung bleibt. Er flüchtet sich in den Alkohol, prügelt sich, seine Beziehung zerbricht. Mehr als einmal denkt er über Selbstmord nach. Sein Leben ist bestimmt von seinem Trauma. "Ich bin eine tickende Zeitbombe", sagt er von sich selbst.

Mit dieser Krankheit ist er nicht alleine. Seit 2007 steigt die Anzahl der diagnostizieren PTBS bei zurückkehrenden deutschen Soldaten.

Posttraumatische Belastungsstörung bei Bundeswehrsoldaten(Anzahl der Behandlungen)

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr begründet: Die steigende Zahl „basiert auf komplexeren Behandlungsverläufen, einer lang andauernden Intervalltherapie, aber auch der zunehmenden Offenheit im Umgang mit dem Thema.“ Das bedeutet zum einen, die Zahl der Wehrdienstleistenden nimmt zwar ab, aber weil die psychischen Leiden meist verzögert auftreten und die Behandlung teilweise sehr lange dauert, steigt die insgesamte Anzahl an PTBS Betroffenen. Zum anderen ist PTBS in den letzten Jahren in der Gesellschaft immer mehr als Krankheit anerkannt.

Posttraumatische belastungsstörung heuTe
Spätfolgen

Laut Studien der Psychologin Heide Glaesmer (von der Abteilung für Medizinische Psychologie und Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig), in denen Daten von rund 8000 Deutschen zwischen 14 und 93 Jahren ausgewertet wurden, leiden besonders viele der Älteren psychisch unter den Folgen eines Traumas.

Während in der Gruppe der 30 - 50 Jährigen etwa 2,7 Prozent an eine PTBS leiden, sind es bei den über 60 Jährigen mehr als 4 Prozent. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass viele ältere Menschen den zweiten Weltkrieg direkt oder indirekt erlebt haben und heute noch unter den Folgen von Bombeneinschlägen, Verlust und der Konfrontation mit Zerstörung leiden.

PtBS im Beruf

Der PTBS wird mittlerweile mit immer mehr Offenheit entgegengetreten und es gibt viele Therapien, die gut anschlagen.

Trotzdem ist die Angst davor, belächelt zu werden, sich bloß zu stellen, oder gar den Beruf zu verlieren, weil man als „psychisch labil" gilt, für viele ein Grund, nicht zu erwähnen, wenn sie ein Ereignis stark belastet hat. Dies ist besonders bei Polizei und Rettungskräften der Fall.

Im Gegensatz zur Bundeswehr hat sich hier PTBS noch nicht als voll akzeptiertes Krankheitsbild durchgesetzt. Dabei ist auch hier das Risiko eines Trauma erzeugenden Erlebnisses sehr hoch. (Z.B. die Behandlung und der Umgang von und mit Schwerverletzten, Begleitung einer sterbenden Person, Reanimation.)

posttraumatische belastungsstörung Bei kiNderN

Kinder können genau so wie auch Erwachsene traumatischen Erlebnissen ausgesetzt sein. Bei Kindern sind häufige Trauma auslösende Erlebnisse gewaltsame oder sexuelle Übergriffe, Unfälle, Naturkatastrophen oder der Verlust einer Bezugsperson. Es besteht bei einem Kind immer die Gefahr, dass sich eine PTBS negativ auf die biologische, psychologische und soziale Entwicklung auswirkt.

Ob und wie stark sich eine PTBS bei Kindern und Jugendlichen ausprägt, hängt zum Beispiel vom Alter ab. Besonders Jugendliche sind gefährdet, eine PTBS zu entwickeln. In dieser Entwicklungsphase müssen sie mit vielen physischen und psychischen Veränderungen umgehen und sind deshalb besonders empfindlich. Ein Trauma kann hier also mit größerem Risiko eine psychische Erkrankungen nach sich ziehen.

Auch das Umfeld spielt eine große Rolle. Die Stabilität innerhalb der Familie, wie auch die psychische Gesundheit der Eltern haben großen Einfluss auf die seelische Verfassung des Kindes. Fühlt sich das Kind nicht verstanden, oder ernst genommen, können sich die Zustände der Angst und Verunsicherung verschlimmern.

Zu den typischen PTBS Symptomen bei Kindern und Jugendlichen, die verzögert wenige Wochen bis Monate nach dem Trauma erscheinen, gehört das Auftreten von emotionaler Taubheit. „Sie wird durch Entfremdungsgefühle, Emotionslosigkeit und einem vermindertem Interesse an zuvor bedeutsamen Dingen deutlich.", berichtet Dr. Ingo Spitczok von Brisinski vom Vorstand des Berufsverbands für Kinder- und Jugendpsychatrie in Deutschland e.V. (BKJPP).

Trotzdem sind die Symptome, die auftreten abhängig vom Stand ihres kognitiven, affektiven und sozialen Entwicklungsstandes. Während jüngere Kinder, die noch nicht so viel sprechen ihre Erlebnisse oft in Zeichnungen, oder ihrem Verhalten beim Spielen ausdrücken, vermeiden Kinder zwischen 7 und 14 Jahren das Reden über ihre Gefühle. Oftmals sind sie auch nicht mehr in der Lage, sich an alle Aspekte des Erlebten zu erinnern.

Bild von einem Kind mit PTBS

Bei allen können sich Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen entwickeln, die sich dann natürlich negativ auf die schulischen Leistungen auswirken. Auch bereits erlernte Verhaltensmuster können wieder verlernt werden, so zum Beispiel das "trocken bleiben".

Bei der Behandlung wird zunächst einmal sichergestellt, dass die Trauma erzeugenden Situationen unterbunden werden ( zum Beispiel bei sexuellem Missbrauch). Dann werden die traumatischen Erfahrungen des Kindes in den Mittelpunkt der Therapie gestellt und explizit angesprochen.

Behandlung der posttraumatischen belastungsstörung

Patienten mit PTBS haben sehr gute Heilungschancen. In etwa 50% der Fälle verheilt die Erkrankung von selbst. Doch sollten die Symptome mehrere Jahre andauern, ist zu einer Therapie zu raten. Im Durchschnitt verheilt eine Belastungsstörung mit professioneller Hilfe im Verlauf von 36 Monaten.

In einer Behandlung wurde früher vermieden, das Trauma erzeugende Ereignis anzusprechen, da man dachte, das würde das Krankheitsbild verschlimmern. Doch heutzutage ist die Aufarbeitung des Erlebten im Gespräch mit einem Trauma-Therapeut ein essentieller Bestandteil der Therapie. Es ist zwar ein anstrengender und emotional aufreibender, doch in den allermeisten Fällen ein sehr vielversprechender Weg, eine Heilung in Gang zu setzen.

Zunächst erklärt der Therapeut dem Patienten die Störungen und seine Symptome, das hat das Ziel, die Situation etwas greifbarer zu machen und dem Betroffenen die Angst vor den unbekannten Beschwerden zu nehmen. Ein beliebtes Bild, welches man zur Veranschaulichung nimmt, ist Folgendes:

Das Gedächtnis des Menschen wird als "Kleiderschrank" vorgestellt und die Erinnerungen als "Kleidungsstücke", die normalerweise gut geordnet darin liegen. Bei PTBS Betroffenen ist das Trauma auslösende Ereignis oft so schrecklich und unerwartet passiert, dass dies nicht ordentlich gebügelt in den Schrank gehängt, sondern zerknittert hineingeworfen wurde. Die Gefahr besteht nun aber, dass der Schrank wenn er unaufgeräumt ist, diese "Kleidungsstücke" ungefragt und unerwartet wieder von sich gibt, wenn zum Beispiel eine ganz andere Schublade geöffnet werden wollte. Für den Kranken bedeutet das, dass die Erinnerungen jederzeit über ihn hereinbrechen können. Um dem entgegenzuwirken ist es von Nöten, den Schrank aufzuräumen, und zwar so früh wie möglich. Das bedeutet alle einzelnen "Kleidungsstücke", also Bruchteile der Erinnerung zusammenzusammeln, sie sich anzusehen und ordentlich wieder hinein zu legen.

Drei Therapie-Beispiele
Gedankliches Nacherleben des Traumas

Was wird gemacht? Das Ereignis wird besprochen, wobei darauf geachtet wird, dass keine Gefühle unterdrückt werden und der Patient selbst die Kontrolle darüber hat, wie schnell das Nacherleben geht. Ziel der Therapie ist neben Verarbeitung des Traumas und richtiger Abspeicherung des Erlebten auch die Habituation, das bedeutet, keine Reaktion mehr auf bestimmte Reize zu zeigen, das Reizmuster kann dadurch ausgeblendet werden und negative Reaktionen treten nicht mehr auf.

In-vivo-exposition

Was wird gemacht. In-vivo-Exposition ist die Auseinandersetzung mit dem Trauma, indem man an den Ort des Geschehens geht. Dadurch wird versucht, die Perspektive zwischen „jetzt im Moment“ und „damals während des Traumas“ zu schärfen, um den Patienten bewusst zu machen, dass sich das Ereignis hier nicht wiederholen wird, und dass das Erlebte in der Vergangenheit und nicht in der Gegenwart liegt. Ziel der Therapie: Das Trauma zu einem Teil der Vergangenheit zu machen.

Stressbewältigungstherapie:

Was wird gemacht? Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, erlernen von Atemtechniken und Selbststicherheitstraining. Ziel der Therapie : Der allgemeine Erregungszustand, der Schlaflosigkeit, Nervosität und Schreckhaftigkeit auslöst soll abgeschwächt werden.

Die PTBS ist eine Krankheit, die das Leben der betroffenen Personen stark verändert und den Alltag zu einem Minenfeld macht, indem unerwartet schlimme Erinnerungen über sie hereinbrechen. Doch mithilfe von Therapien und der Unterstützung des Umfeldes können Traumata bewältigt werden. Die PTBS wird so zu einem Teil der Vergangenheit und die Betroffenen können im besten Fall sogar mental daran wachsen.

Quellen

Bilder

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Info

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http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-06/ptbs-soldat-bundeswehr

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Josie Aline
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