Nachlese GO into your kitchen ... 2017

7000 km und 12 Städte liegen hinter jfk und mir. Wir haben aus unserem Buch "GO into your kitchen" gelesen. Eine Impulsgeberin und ein Privatkoch zusammen in der Küche ...

In früheren Zeiten war die Küche zentraler Ort, eine Stätte des Austauschs, der natürlichen Verwandlung. Zutaten veränderten sich sichtbar, die Herkunft der Nahrungsmittel war greifbar, nachvollziehbar, klar und während des Kochens wurden Geschichten und Geschehenes ausgetauscht, Gemeinschaft erfahren, Sinn gestiftet, Werte vermittelt.

Menschen in Veränderungsprozessen brauchen genau das: Orientierung, Klarheit, Sinn.

Unsere Geschichte besteht aus der Verbindung von 11 Lebenswerten mit 11 Küchenzutaten. Idee und Konzept sind in den letzten Jahren mit uns gewachsen.

Ankommen ... mit der eigenen Geschichte

Die Welt ist voller Worte und Geschichten ... und auch voller Erwartung!

What did you expect?

Wohnzimmertour haben wir unsere Lesereise genannt und die Insel für vier Wochen verlassen. 12 Orte und über 200 Menschen warteten auf uns. Was haben wir erwartet? Was hat uns erwartet?

Perspektivenwechsel

GO into your kitchen ist ein Experiment: eine Beziehung herzustellen zwischen Lebens,-und Küchenthemen ... aufzuzeigen, wie sich das eine im anderen wiederfindet, es ergänzt ... verändert. In der Küche erleben wir Veränderung wieder als natürlichen Prozess. Das lässt sich auf das Leben und Arbeiten übertragen.

Es ist eine Einladung die Perspektive zu wechseln und die Küche nicht als Arbeitsraum sondern als heilsamen Ort zu entdecken. Wo Beziehung gelebt wird, Geschichten entstehen, wir uns wieder mit unserem inneren Lebensfeuer verbinden. Das stiftet Frieden, gibt Orientierung und Halt.

Ich bin ...

Unsere Perspektive hat sich verändert während der Tour: wir waren Gäste für vier Wochen. Keine Planung, kein Einkauf, keine Küchenvorbereitungen, keinen Tisch decken, keine Teller an Plätze bringen, keine Getränke ausschenken, kein Abräumen, kein Spülen, kein Küche aufräumen.

Das hat uns sehr entspannt. Wir haben uns sehr wertgeschätzt gefühlt und sehr willkommen. Es hat uns mit einer Dankbarkeit erfüllt, die wir auch empfinden, wenn wir selbst die Gastgeber sind, aber wir haben in diesen Wochen Gelegenheit bekommen etwas anderes von uns zeigen, etwas Neues. Wir durften uns selbst von einer anderen Seite, aus einer anderen Perspektive, zeigen.

Offenheit verbindet und stiftet Frieden

Niemand, der mit sich selbst nicht in Frieden sein kann, wird in der Lage sein, zu einem größeren Frieden beizutragen. Der ganze Mensch ist ein einziges Kooperationszentrum, in dem jede Zelle mit dem Gesamtverband konstruktiv zusammenarbeitet. Wir haben ein body wide web von dem wir jede Menge lernen können und so Frieden in uns stiften können ... und dann in der Welt.

Wir möchten mit unserem Buch einen kleinen Beitrag für den eigenen inneren Frieden leisten.

first you open the book then the book opens you

Was braucht es mehr als Öffnung? Im Herzen ... Wie werden wir einen anderen verstehen, wenn wir uns selbst nicht verstehen, sondern verurteilen und bewerten? Hören wir doch damit auf und leisten uns einen tieferen Blick!

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Teilen wir einen Augenblick oder etwas länger mit Menschen, die uns am Herzen liegen ... wir durften während der gesamten vier Wochen so viele magische Augenblicke mit Menschen teilen, deren Sehnsucht und Leidenschaft für ihr Leben, sie immer wieder vor Fragen und Aufgaben stellt ... und sie oft genug in die eigene Küche führt um all die Wärme zu spüren, die dort entsteht, wenn der Ofen an ist.

Am Ende unserer Reise waren wir in Montpellier. Plan war eigentlich weiter zu fahren nach Barcelona, aber diese Stadt hat uns irgendwie festgehalten und so sind wir in einem kleinen Hotel gelandet und am Abend gab es so feines Futter bei Boris.

Am nächsten Tag haben wir noch eine Runde durch die Stadt gedreht und den besten Kaffee im Coffee Club bekommen. Hier ist unsere Reise dann nochmal um eine Geschichte reicher geworden, die ich hier noch erzählen möchte.

Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten, gleiten leise doch in uns hinein ... Rainer Maria Rilke

Eine junge Frau sass in diesem Cafe am Tresen und unterhielt sich mit der Barista. Sie kannten sich. Sie hatte einen roten Mantel ... so rot, wie meine roten Schuhe auf dem Buchcover. Sie war im Begriff zu gehen. Ich sah sie ihren roten Mantel anziehen und dachte: jetzt oder nie!

Ich sprach sie an auf ihren Mantel, auf die Farbe, auf meine Schuhe, auf unser Buch ... sie war bereit ein Foto zu machen ... und dann wollte ich ihr auch etwas geben und habe sie gefragt, welches Wort denn gerade in ihrem Leben eine Hauptrolle spielt.

Sie hat gelächelt, dann begann ein längerer Prozess des Abwägens, Überlegens, Fragens ... dann war es raus das Wort: partager ... teilen. Dann lösten sich Tränen. Sie stand mitten in diesem Cafe mit uns und diesem Wort und fühlte nichts weiter als eine große Dankbarkeit: für diesen Moment, für all die Momente, die sie in diesem Cafe verbracht hatte, für alles, was es zu teilen gibt, für alles von dem wir ein Teil sind. Das hat sie uns in dieser kurzen, bewegenden Episode mit-geteilt.

reconnecting with the fire inside

Was kann man anderes von Tagen wie diesen erwarten, als in irgendeiner Strasse auf dem Weg einen Saum von roten Herzen an den Wänden zu finden? Klein und unscheinbar schienen sie den Passanten entgegen zu wachsen mit der nicht zu überhörenden und nicht zu übersehenden Botschaft, dass alles im Leben Herzwerk ist.

Danke für all die Augenblicke, offenen Arme, Herzen ... und Küchen, die Geschichten, das feine Futter, die kuscheligen Betten, die Anteilnahme, die Neugier, die Zeit, die Freude, die Offenheit, die Fragen, die Antworten, die Impulse, die Leidenschaft, die Spontanität, das warme Feuer der Begegnung.

GO & jfk Felanitx, 2. März 2017

Created By
Gudrun Otten
Appreciate

Credits:

Jens F. Kruse

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