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Das meint der neue Leiter der Vision Schweiz Ein Interview mit Hans-Jörg Rätz

Meine Frau (Martha) und ich sehen, dass es richtig ist, diese Aufgabe anzunehmen!

Geboren 1964, verheiratet mit Martha, 4 Töchter, 2 Enkel.

Berufliches: Gelernter Industrieelektroniker, Biblisch-theologische Akademie Wiedenest (D), Seit 1993 im Gemeindedienst: FEG Männedorf, VS-Gemeinde Sargans, FEG Uzwil (seit 2012)

Mitarbeit im Missionsrat Vision Europa, später Co-Leitung dieser Mission mit Siegfried Nüesch. Seit 2011 in der Gemeindeberatung. Ausbildung Beratung in der Praxis am ZHAW – IAP Zürich / Lizenzierter Birkman-Berater Advanced.

Danke, Hans-Jörg, stellst du dich unseren Fragen – danke, dürfen wir dich näher kennen lernen:

Warum hast du der Anfrage, Leiter der VS zu werden, zugesagt?

Gemeindegründung und weltweite Missionsarbeit waren immer schon mein Herzensanliegen. Ich kenne und schätze die FEG Schweiz als missionarisch aktive Bewegung. Ich kenne die Strukturen und durch die vielfältigen Beziehungen finde ich mich gut zurecht.

Ebenso unterstützte die Leitung der FEG Uzwil diesen Weg und war bereit, mich für diese Aufgabe freizustellen. Meine Frau und ich sehen, dass es richtig ist, diese Aufgabe anzunehmen.

Was zeichnet dich als Leiter einer Missionsgesellschaft aus? Was sind deine Stärken?

  • Ich übe mich darin, nicht defizitorientiert zu leben, denn das hemmt die Entfaltung und wirkt destruktiv auf die eigene Persönlichkeit und das Umfeld.
  • Ich bin ein strategischer Denker und Planer, der gerne strukturiert an eine Aufgabe geht.
  • Gott hat mir einen fachkompetenten Führungsstil anvertraut und ich übe zurückhaltende Autorität aus.
  • Mir fällt der Umgang mit Menschen recht einfach und ich kann mich gut auf andere einlassen.
  • Ich schätze eine Umgebung, in der alle zusammen gewinnen und vorwärtskommen.
  • Ich kann meine Aufmerksamkeit gut auf eine Aufgabe konzentrieren. Ich lebe stark fokussiert, das hilft mir in meiner neuen Aufgabe.
Sargans wurde im Jahr 2009 selbständige FEG Gemeinde

Welche Erfahrungen nimmst du aus der Gemeindegründung in Sargans mit?

Da es zu viele sind, nenne ich ein paar wenige:

  • Ein stabiles Umfeld in der Ehe, Familie und Gemeinde-Leitung sind das Wichtigste.
  • Sich selbst nicht als zu wichtig zu nehmen und die Bereitschaft, einiges einstecken zu können.
  • Gründungsarbeit braucht einen enorm langen Atem. Ganz vieles beginnt klein und es ist wichtig, in kleinen Dingen treu und ausdauernd dranzubleiben. Nach drei Jahren in Sargans wollte ich aufgeben, wusste aber innerlich genau, wenn dieser Punkt überwunden ist, wird Gott Neues entstehen lassen.
  • Ich bin niemals der Hauptfaktor, sondern Gott schenkt die Frucht.
Uzwil mit Säntis

War Uzwil nicht auch eine Gemeindegründung?

Auf jeden Fall. Und wir sollten diese Gemeinde als Vorbild für GG nehmen. Sie ist aus der Initiative eines Hauskreises vor Ort und mit der Unterstützung der FEG Wil entstanden.

Wie sieht dein Fahrplan in der ersten Zeit aus?

Zunächst will ich in die Arbeit hineinfinden. Ich besuche alle Gemeindegründer und ihre Partnerinnen/Familien und lerne die Gründungsarbeiten vor Ort kennen. Im Weiteren will ich die Beziehung zur Leitung der VS aufnehmen und eine Basis der Zusammenarbeit schaffen. Wir prüfen Bewerbungen und Anfragen für neue Gemeindegründungen. Epheser 2, 10 lehrt uns, dass Gott alles vorbereitet hat und wir das Vorbereitete ausführen sollen. Dieses Wort hat eine zentrale Bedeutung für mein Leitungsverständnis der VS.

Mal Hand aufs Herz, braucht es das überhaupt noch, Gemeindegründungen?

Auf jeden Fall. Hätten die Leute gezögert, die Gemeinden zu gründen, in die ich später selbstverständlich gehen konnte, würde ich nicht dort stehen, wo ich heute bin. Keine neuen Gemeinden zu gründen würde bedeuten, Jesus für bestimmte Regionen in unserem Land als unwichtig zu erklären. Ich kann das nicht!

Auf was freust du dich?

Ich freue mich, die Gemeindegründer, ihre Partnerinnen / Familien und Arbeiten vor Ort kennen zu lernen. Dann freue ich mich, neue Leute in unserem Verband und darüber hinaus kennen zu lernen. Ich finde es spannend neue Inspirationen zu bekommen. Und am meisten freue ich mich darüber, wenn eine neue Gemeinde entstehen und sich hoffentlich gut entwickeln darf.

Vor was hast du Respekt?

Vor der Vielfalt der Aufgabe und der sehr limitierten Zeit, die mir als Leiter zur Verfügung steht. 40% sind extrem begrenzt angesichts der Erwartungen und dem Auftrag. Eigentlich würde ich sehr gerne mehr Zeit investieren können. Vielleicht schenkt Gott Sponsoren, die dies ermöglichen…

Wie können dich die FEG-Gemeinden unterstützen?

Ich möchte diese Frage umdrehen. Wie können wir die Gemeinden in der Gemeindegründung unterstützen? Der Auftrag der GG ist in erster Linie der Gemeinde anvertraut und nicht einer Missionsgesellschaft. Wir sind offen dafür, Gemeinden zu unterstützen, neue Tochtergemeinden zu gründen.

Und natürlich soll man uns unterstützen. Das geschieht bspw. im Gebet und auch finanziell. Dann sind wir dankbar, wenn die Gemeindegründer ihre Arbeiten in den Gemeinden vorstellen können und dabei noch eine ansprechende Botschaft weitergeben dürfen. Ich bin auch gerne bereit, in unseren FEG-Gemeinden über die VS zu informieren und die Predigt zu halten.

Hans-Jörg Rätz, hans-joerg.raetz@feg.ch

Credits:

Erstellt mit einem Bild von Erik Odiin - "Lightroom Presets available (link in profile)."