Mit Rockton, Caddy und Amarok im Büdinger Wald

Volkswagen baut seine Allradflotte bei den Nutzfahrzeugen stetig aus und darüber freuen sich nicht nur Gewerbetreibende, die ihre Baustelle auch unter widrigen Bedingungen erreichen müssen, sondern auch Globetrotter und Abenteurer die gerne "Off The Beaten Track" - weit weg von gut gepflegten Straßen, schwer zu erreichende Orte ansteuern wollen, denn vier angetriebene Räder sorgen auch dort noch für Traktion, wo nur zwei angetriebene Räder passen müssen.

ADVENTURE-magazin.de hatte die Chance, die neuen Fahrzeuge etwas besser kennzulernen. Am Weiherhof bei Wächtersbach stand eine ganze Armada allradgetriebener Volkswagen zu Testfahrten auf Forstwegen im Büdinger Wald bereit. Bevor wir es vergessen, Allradantrieb heißt auf VW-isch 4MOTION und die zur Verfügung gestellten Fahrzeuge hießen Caddy 4MOTION, Transporter 4MOTION und jede Menge Amaroks, natürlich auch 4MOTION. Zu den verschiedenen Varianten kommen wir später.

Caddy 4MOTION

Foto: Caddy Alltrack 4Motion als Pkw und Kastenwagen © Volkswagen Nutzfahrzeuge

Der Kleinste im Bunde der 4MOTION-Modelle ist der Caddy. Wir fuhren den Caddy Alltrack 4MOTION, wenn man so will, die Abenteuervariante. Natürlich handelt es sich dabei - trotz Allrad - um kein Geländefahrzeug, aber das sind viele SUVs auch nicht. Ausgestattet mit einem wirkungsvollen Schlechtwege-ABS bleibt er auch auf unbefestigten Pfaden auf Kurs und eine feuchte, leicht ansteigende Campingwiese verliert ihren Schrecken, für ein nur frontangetriebenes Fahrzeug ist in so einem Fall dann „aus die Maus“. Die schlammigen Waldwege im Büdinger Wald meisterte der Caddy Alltrack 4MOTION bravourös. Bei verworfener Streckenführung muss man natürlich aufpassen, dass das Fahrzeug wegen der geringen Bodenfreiheit (160 mm) nirgendwo aufsitzt. Wer also etwas ruppiger mit seinem Caddy umgehen möchte, sollte sich über eine Höherlegung seines Gefährts Gedanken machen. Seikel bietet hier Möglichkeiten mit TÜV-Gutachten und auch noch weitere Goodies an, wie Distanzklötze für die Hinterachse und Aluminium-Schutzplatten für Motor und Getriebe. Je nach Reifenwahl sind dann bis zu 180 mm Bodenfreiheit drin.

Da geht schon was. Alle vier Fotos © Volkswagen Nutzfahrzeuge

Verschweigen wollen wir auch nicht, dass beim Caddy - also auch beim Alltrack - vorne eine Einzelradaufhängung und hinten eine Starrachse mit Blattfedern und lastabhängiger Dämpfung ihren Dienst tun. Was auf den ersten Blick antiquiert anmutet, hat aber durchaus seine Vorteile und machen den Caddy zu einem echten Nutzfahrzeug. Zum einen bleibt bei einer Starrachse die Bodenfreiheit auf gleichem Niveau und zum anderen verkraftet das Fahrzeug eine höhere Zuladung und rollt dank der lastabhängigen Dämpfer bei voller Beladung auch noch besser ab.

Nun zur Gretchenfrage: Für wen lohnt sich der Caddy Alltrack 4MOTION? Lassen wir die gewerbetreibende Zunft mal links liegen, dann ist der Alltrack 4MOTION ein ideales Familienfahrzeug mit reichlich Platz für Kind und Kegel und genügend Kofferraum. Dieser fasst rund 750 Liter und bei umgeklappter Rücksitzbank über 3000 Liter. Wer im Flachland wohnt und befestigte Straßen so gut wie nie verlässt, kommt auch ganz gut ohne Allrad aus, alle anderen werden die Vorteile des Allradantriebs zu schätzen wissen. Wie weit man auf unbefestigten Wegen damit kommt, hängt zudem sehr vom Fahrer ab. Zum Schnäppchenpreis bekommt man ihn allerdings nicht. Mit dem 122-PS-Dieselmotor kostet er exakt 31.868,20 Euro und die Zubehörliste ist lang.

Caddy Edition 35

Ganz neu im Programm ist der Caddy Edition 35. Nomen est omen: Mit ihm feiert Volkswagen Nutzfahrzeuge den 35. Geburtstag der Baureihe. Radstand: 2.681 mm. Er ist wie alle allradgetriebenen Modelle der Baureihe – mit zwei drehmomentstarken Turbodiesel-Direkteinspritzern (122 PS und 150 PS) erhältlich. Der 122-PS-Motor wird mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe angeboten; der 150 PS starke Caddy verlässt serienmäßig mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) das Werk.

Den Caddy gibt es in vielen Varianten: Das Spektrum reicht dabei von den für die gewerbliche Nutzung konzipierten Kombis und Kastenwagen über die eher privat eingesetzten Ausstattungslinien Conceptline, Trendline, Comfortline, Highline und Family bis hin zum Freizeitmobil Beach. All diese Caddy 4MOTION-Varianten können optional mit verlängertem Radstand (3.006 statt 2.681 mm) als Caddy Maxi bestellt werden. mit Ausnahme des Caddy Alltrack. Er wird generell nur mit kurzem Radstand angeboten.

Transporter Rockton

Um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen, der neue Volkswagen Transporter T6 kann in allen Varianten mit dem 4MOTION-Antrieb ausgestattet werden. Was also ist das Besondere bei dem Rockton? Der Rockton ist von Haus aus als geländegängiges Arbeitsgerät konzipiert und hat den Allradantrieb serienmäßig an Bord, aber das reicht, um geländegängig zu werden natürlich nicht aus. Neben den vier angetriebenen Rädern gehört zur Serienausstattung ein um 30 mm höher gelegtes Fahrwerk und eine mechanische Hinterachs-Differenzialsperre. Das ist also die Basisaustattung des Rockton und die gibt es für 45.368,75 Euro. Die Liste an Sonderausstattungen ist ellenlang und wer eine prall gefüllte Portokasse hat, kann hier kräftig zuschlagen. Empfehlen würden wir die Unterfahrschutz-Elemente für Motor, Getriebe, Hinterachsdifferenzial, Hauptschalldämpfer, Seitenschweller und Tank für 3.766,35 Euro. Und wer nicht nur mit Beifahrer unterwegs sein möchte, sollte über einen Schienenboden (3.022,60 Euro) nachdenken. Damit lässt sich der Innenraum besonders variabel gestalten; mit ihm können zum Beispiel drei weitere Einzelsitze (2 Einzelsitze für den Schienenboden: 1.612,45 Euro) oder eine verschiebbare Gittertrennwand (714 Euro) integriert werden. So sollte unserer Meinung nach die Grundversion des Rockton aussehen. Wenn schon, denn schon. Ach ja, ein Haken, sprich Anhängerkupplung sollte auch nicht fehlen. Damit ist aber mit den Ausbau- und Erweiterungsmöglichkeiten noch lange nicht Schluss: Dachträger, Fahrassistenzsysteme, Standheizung etc. können auch noch geordert werden. Eines wollen wir aber nicht unterschlagen, wer mit dem Rockton in anspruchsvolles Gelände fahren möchte, sollte über das 1x1 des Offroadfahrens Bescheid wissen, denn den Rockton gibt es bisher nur mit Schaltgetriebe. Da greifen keine automatischen Helferlein ein, mit Ausnahme eines optionalen Berganfahr- und Bergabfahrassistenten (97,98 Euro). Der Fahrer sollte also wissen, auf welchem Untergrund er sich wie zu verhalten hat.

Der 150 PS starke Turbodiesel macht nicht nur auf der Straße eine gute Figur.

Wer soll ihn fahren? Waldarbeiter und alle, die mit ihrem Fahrzeug in mittelschwerem Gelände unterwegs sein müssen oder wollen. Der Rockton ist der würdige Nachfolger des T3 Synchro und gut geeignet für Fernreisende, die gerne das Asphaltband verlassen. Allerdings sollten sie sich dann auch ein paar Gedanken über die passende Bereifung machen und den richtigen Gummi aufziehen. All-Terrain- oder Mud-TerrainReifen bieten z. B. im Gelände deutlich mehr Grip als eine gewöhnliche Straßenbereifung, gepaart mit abgestimmter und zugelassener Reifen- und Felgengröße - gewinnt man auch noch zusätzlich ein paar Zentimeter Bodenfreiheit.

Multivan Panamericana

Auch der Panamericana kann richtig ausgestattet offroad.

Mit Allradantrieb lieferbar ist auch der Panamericana (4MOTION 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 150 PS ab 58.139,83) - der Globetrotter unter den Vans. Zur Serienausstattung des Siebensitzers gehört zum Beispiel ein um 20 mm höher gelegtes Fahrwerk, 17-Zoll-Leichtmetallräder, abgedunkelte LED-Rückleuchten, ein speziell designter Unterfahrschutz, Seitenschweller, Stoffsitzbezüge mit Alcantara-Einsätzen, eine 3-Zonen-Klimaanlage („Air Care Climatronic“ mit speziellem Allergenfilter), das Infotainmentsystem „Composition Colour“ mit Mobiltelefonvorbereitung, Multifunktionslederlenkrad und Lederschaltknauf sowie Regensensor und automatisch abblendender Innenspiegel. Optional machen den Panamericana Features wie eine zweifarbige Lederausstattung oder ein Innenboden in Holzoptik zu einem der exklusivsten Vans auf dem Markt. Die Sonderausstattungsliste ist sehr umfangreich.

Wem das alles nicht genügt, der greift zum Seikel-Upgrade!

Seikel T5 Extrem mit Portalachsen, Hubdach und Snorkel. Mit einer Bodenfreiheit von 380 mm wird er zum (fast) Alleskönner.
Gut geschützt, der Unterboden mit Schutzplatten für Motor, Getriebe und Tank.

Amarok 4MOTION

Dass der Amarok mit dem "Geläuf" von Wächtersbach keine Probleme hat, kann sich wohl jeder vorstellen, der unseren Fahrbericht vom Amarok Aventura gelesen hat:

Eigentlich ist er ein klassischer Pickup. Doch der seit 2016 aktualisierte und auf Sechszylindermotoren umgestellte Amarok ist mehr als das, er wildert nicht nur im klassischen SUV-Segment, sondern macht auch als Geländewagen eine gute Figur. Inzwischen gibt es den 6-Zylinder TDI-Motor auch mit 204 PS und 500 Nm Drehmoment. Angeboten wird er in Verbindung mit der Ausstattungslinie Comfortline, dem ebenfalls stark offroad-orientierten Amarok Canyon sowie jetzt auch in der im Herbst 2016 eingeführten Ausstattungsversion Highline, serienmäßig mit permanentem Allradantrieb 4MOTION und automatischem 8-Gang-Automatikgetriebe.

Auch für Freizeit-Abenteurer ein starkes Gefährt.

Die Teststrecken im Büdinger Wald waren für den Amarok trotz Straßenbereifung keine Herausforderung und auch die Wasserdurchfahrt nicht mehr als eine Fingerübung. Mit diesem Fahrzeug geht im Gelände mehr, als sich die meisten Fahrer zutrauen, nicht umsonst wird er auch gerne als echtes Arbeitstier eingesetzt.

Der Amarok ist auch in der Lage Arbeitsgerät dort hinzubringen, wo es gebraucht wird.

Exklusiv dem Amarok Highline (optional) und Amarok Aventura (serienmäßig) vorbehalten ist die 165 kW / 224 PS starke Version des neuen V6 TDI. In diesem Fall wuchtet der Sechszylinder bis zu 550 Nm Drehmoment in Richtung Allradantrieb. In der zweiten Jahreshälfte wird Volkswagen Nutzfahrzeuge das Programm der V6 TDI-Motoren um eine Einstiegsversion mit 120 kW / 163 PS ergänzen, welche wahlweise als reiner ‚Hecktriebler‘ verfügbar sein wird.

Folgen wird für die Leistungsklassen mit 163 PS und 204 PS dann auch wieder ein zuschaltbarer Allradantrieb. Und zwar in Kombination mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe. Denn von Beginn an wurde der Amarok mit zwei unterschiedlichen 4MOTION-Systemen entwickelt: einem permanenten Allradantrieb und einem zuschaltbaren System für den harten Offroad-Einsatz. Beide Antriebsarten unterscheiden sich grundlegend von denen im Caddy und in den Modellen der T-Baureihe. Im Fall des permanenten Allradantriebs verteilt ein zentrales Torsen-Differenzial die Motorkraft automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse. Der zuschaltbare Allradantrieb setzt indes auf ein Verteilergetriebe und eine Klauenkupplung, um per Tastendruck für einen starren Durchtrieb zwischen den Achsen zu sorgen. Eine zusätzliche Geländereduzierung für das 6-Gang-Schaltgetriebe ermöglicht hier extreme Kriechfahrten. Dies ist bei komplizierten Offroad-Passagen und starken Steigungen hilfreich.

Beide Antriebsvarianten des Amarok verfügen zudem über elektronische Differentialsperren (EDS). Sie verhindern per aktiven Bremseneingriff das einseitige Durchdrehen eines Rades und lenken die Antriebskraft stets zu dem Rad mit der besten Traktion. Optional bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge darüber hinaus für alle Amarok eine mechanische Hinterachs-Differenzialsperre an, mit der die Offroad-Eigenschaften des Pickups nochmals verbessert werden.

Der Amarok im Seikel-Outfit

Seikel wäre nicht Seikel (www.seikel.de) wenn er als Premiumpartner von Volkswagen Nutzfahrzeuge nicht auch beim Amarok einen draufsetzen könnte. So stand auf dem Weiherhof ein „Amarok Extreme“ mit Portalachsen. Das Fahrzeug hat vorne einen Böschungswinkel von 37 Grad, hinten 33 Grad und einen Rampenwinkel von 32 Grad und auch die Bodenfreiheit lässt das Offroad-Herz höher schlagen: vorne 440 mm und hinten immer noch 350 mm. Auch wenn der Amarok Extreme so in Europa nicht angeboten werden kann, die Zulassungskosten wären wohl zu hoch, ist es doch schön zu sehen, was möglich ist/wäre. Aber, wer weiß, man wird ja noch träumen dürfen.

Created By
Herbert Worm
Appreciate

Credits:

ADVENTURE-magazin.de, Herbert Worm, Volkswagen Nutzfahrzeuge

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