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Minute der Besinnung Morgenimpulse zur Kar- und Osterzeit

Liebe Schulgemeinschaft, auf dieser Seite wollen wir ein Angebot bereitstellen, mit dem ihr in der Fasten- und Osterzeit am Morgen gut in den Lern- und Arbeitsalltag zu Hause starten und hoffentlich einen schönen Gedanken mit in den Tag hineinnehmen könnt.

Lazarus, komm heraus!

Sonntag, 29.03.2020

Das Evangelium vom 5. Fastensonntag (Joh 11, 1-45) berichtet von der Auferweckung des Lazarus. Jesus weint über den Tod seines Freundes Lazarus. Er selbst geht dem Tod nicht aus dem Weg. Aber der Tod hat keine Macht über Jesus, sondern Jesus hat Macht über den Tod. Diese Gewissheit kann uns Geborgenheit und Hoffnung schenken. Diese Gewissheit kann uns Mut machen: Jesus hält uns immer in seiner Hand. Seine Macht bewahrt uns nicht vor allem Unheil, vor Leid und Sorgen. Aber er bewahrt uns in allem, was kommt. Nichts, nicht einmal der Tod kann uns aus der Hand Jesu reißen, wenn wir uns ihm anvertrauen. So sind wir auch am heutigen Sonntag eingeladen, Gott unsere Freuden und Sorgen anzuvertrauen – mitten in diesen Corona-Tagen. Jesus liebt seine Freunde Lazarus und dessen Schwestern Martha und Maria. Er weint über den Tod seines Freundes und er hilft seinen Freunden. Vielleicht spüren wir in diesen Tagen deutlicher, wer und was in unserem Leben wirklich wichtig ist. Und auch wir können und sollen in diesen Tagen füreinander da sein und einander helfen.

Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht. Christus meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht!
... mit Flügeln wie Adler

Samstag, 28.03.2020

Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40,3)

Diese Bibelstelle möchte ich euch heute in den Tag mitgeben. Sie hilft mir besonders in dieser schwierigen Zeit auf Gott zu vertrauen, denn er gibt uns Kraft in Krankheit und Bedrängnis. Wenn ich glaube, dass er mich nicht verlassen wird und ich dabei auch anderen Menschen vertrauen kann, werden wir zusammen die Krise überstehen. Auch wenn wir momentan durch die Ausgangsbeschränkungen in unserer Bewegung eingeschränkt sind, ist es schön, mit anderen in Kontakt zu sein, Gespräche zu führen und meinen geistigen Horizont zu erweitern. Ich vertraue darauf, dass alles gut werden wird.

Lea (Schülerin des Gymnasiums)

Misereor Hungertuch 2017/2018: Ich bin, weil Du bist

Freitag, 27.03.2020

Vor drei Jahren habe ich mit einer 5. Klasse einen Ostergottesdienst mit dem Thema des Fastentuchs "Ich bin, weil du bist" aus der Misereor Fastenaktion 2017/2018 vorbereitet. Dieses zweiteilige Hungertuch des nigerianischen Künstlers Chidi Kwubiri hat mir so gut gefallen, dass es seitdem in meinem Arbeitszimmer hängt. Zwei Menschen aus seiner afrikanischen Heimat schauen sich intensiv an und berühren sich ruhig und respektvoll über eine Grenze hinweg. Die ausgestreckten Arme liegen auf den Schultern des oder der Anderen und nehmen die Farbe an. In diesem Geben und Empfangen wächst Beziehung. Die beiden Bilder sind so angeordnet, dass ein schmaler Zwischenraum erkennbar bleibt.

Ich bin, weil Du bist

Dieses afrikanische Sprichwort passt sehr gut zu unseren außergewöhnlichen Tagen. Die Überzeugung, dass es zum Menschsein gehört, Teil eines Netzes von Beziehungen zu sein, wird zur Zeit jeden Tag gelebt: Wenn wir in der Familie wieder ganz eng zusammenrücken, wenn wir Eltern unseren Kindern bei den schulischen Arbeitsaufträgen helfen, wenn wir uns jeden Abend um 21 Uhr klatschend bei Ärzten und Pflegern bedanken, wenn Einkäufe für ältere Menschen durch Nachbarschaftshilfen organisiert werden und vieles mehr. Doch es ist im Bild auch ein schmaler weißer Zwischenraum erkennbar. Wir Menschen müssen zur Zeit auf Distanz bleiben, um selbst gesund zu bleiben und andere zu schützen. Wie gut, dass wir unsere Augen und Hände haben, um Beziehung auszudrücken: Ein kleines Lächeln, ein sich Zuwinken – das bringt Hoffnung und überbrückt die Distanz. Durch die Farbe Grün für neuen Lebensmut und die Farbe Gelb-Gold als Farbe des Göttlichen werden die biblischen Schöpfungsberichte zusammengefasst:

Von Gott geschaffen und getragen bilden sämtliche Geschöpfe eine universale Familie, die jede Krise gemeinsam bewältigen kann.

Ich wünsche uns allen viel Kraft für diese Aufgabe und möchte zum Schluss gemeinsam mit Ihnen/mit Euch beten:

Guter Gott: Aus unserem Alltag kommen wir zu dir. Aus dem, was uns in Beschlag nimmt, kommen wir zu dir. Mit unseren Ideen kommen wir zu dir. Mit dem, was uns hindert, kommen wir zu dir. Du bist an unserer Seite. In Jesus, unserem Bruder, gibst du uns ein Vorbild. Mit deiner Geisteskraft belebst du uns und schenkst uns Kreativität. Lass uns deine Gegenwart spüren im gemeinsamen Beten, Singen und Nachdenken. Du gehst mit – durch alle Zeit. Amen

C. Renner-Walchshöfer

Betrachte die Welt mit anderen Augen

Donnerstag, 26.03.2020

Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen (Pearl S. Buck)

Heutzutage übersehen wir häufig eben dieses, obwohl es direkt vor unserer Nase liegt, weil wir es uns in ganz anderen Dingen erwarten. Auch die sozialen Netzwerke tragen dazu bei, dass viele Menschen nur immer nach dem Außergewöhnlichen und Aufregenden suchen, das sie dann als Foto ins Internet hochladen. So wird es schon fast zum Wettbewerb, wer das Abenteuerlichste im Urlaub erlebt hat, wer das beste Auto fährt oder wer die teuren Markenklamotten trägt. In der realen Welt wird mit Blicken verglichen. In der virtuellen mit Klicks und Likes. Doch sind das alles nicht nur inhaltslose Dinge, die immer mehr an Bedeutung gewinnen in unserer Gesellschaft? Wieso erkennen viele nicht, dass diese Dinge oberflächlich sind und man durch sie nicht glücklich werden kann? Es liegt viel mehr in den normalen Alltagsdingen, die, wenn man sie mit einem anderen Blickwinkel betrachtet, das Besondere ergeben. Das sind die kleinen Dinge, die wirklich zählen im Leben. Wenn wir immer nur auf das Besondere warten, bleibt der Platz stets leer. Suche das Besondere in den normalsten Dingen, betrachte die Welt mit anderen Augen, aus einer anderen Perspektive und du wirst mehr finden als du dir erträumtest.

Nicola Maria (Schülerin des Gymnasiums)

Mittwoch, 25.03.2020

Liebe Schulfamilie,

diese Postkarte fand ich in den Archivalien unserer Klosterschwestern. 25. März 1939 – diese Karte unserer Schulkirche haben die Englischen Fräulein damals vor 81 Jahren speziell als Abschiedsgeschenk für ihre Schülerinnen und Lehrkräfte drucken lassen, weil das der Tag der Enteignung und Schließung der eigenen Schule durch die Nationalsozialisten war. Niemand kannte die Zukunft, aber die Ordensfrauen waren wie ihre Gründerin Mary Ward (1585-1645) von unerschütterlichen Gottvertrauen… Das könnten wir in diesen unruhigen Zeiten nachahmen! Und sie sollte Recht behalten – 1945 ging es mit unserer Schule wieder weiter!! Gottvertrauen kann man erbeten – lernen: Wer zuhause eine Bibel hat, könnte einmal den Ratschlag des Psalms 91 dazu nachlesen;-)!

Pfarrer A. Albert

Spürst du, wie kostbar es ist?

Dienstag, 24.03.2020

Die ganze Welt scheint betroffen von der Corona-Krise. Und ja es ist mehr als traurig und schlimm zu sehen, wie die Menschen sterben. Wie Menschen nicht mehr die Hilfe bekommen können, die sie brauchen, weil die Gesundheitssysteme überlastet oder gar nicht soweit ausgestattet sind. Vor allem die Situation in Italien ruft bei mir beinahe dauerhafte Gänsehaut hervor. Doch angesichts der schlimmen Situation finde ich, gibt es auch positive Erkenntnisse, Dinge, welche uns trotz dem bedrohlichen Chaos zum Nachdenken anregen sollten. Das Wichtigste, was uns dieser Virus zeigt, ist, dass wir alle Menschen sind. Der Virus trifft jeden unabhängig von Religion, Staatsangehörigkeit, Hautfarbe oder Besitz. Weil wir alle gleich gebaut sind. Der Virus macht keinen Unterschied, wo wir einen machen. Zeigt das nicht, dass Solidarität, Fürsorge und Rücksicht gegenüber dem Anderen wichtig sind? Des Weiteren finde ich, rüttelt er uns auf. Wir alle hetzen in unserem Alltag regelrecht von einem Termin zum anderen. Kaum einer nimmt sich die Zeit, um kurz inne zu halten und dankbar zu sein, dass man am Leben ist.

Du hast eine Lunge, mit der du die frische Frühlingsluft atmen kannst. Du hast fünf Sinne, welche dir die unterschiedlichsten Eindrücke dieser wunderbaren einzigartigen Welt greifbar machen. Du hast Beine, die dich auf jeden Berg tragen können. Du hast zwei Augen, mit denen du die unterschiedlichsten Farben wahrnehmen kannst. Atme tief die Luft ein - spürst du, wie du am Leben bist? Plötzlich sind die Grenzen dicht und wir sitzen in unseren eigenen vier Wänden fest - viel zu selbstverständlich haben wir es genommen, jederzeit an einen anderen Ort reisen zu können. Plötzlich sieht man die beste Freundin nur noch per Videoanruf - viel zu selbstverständlich haben wir es genommen sich jeden Tag zu sehen, direkten Kontakt zu haben. Plötzlich sind wir in unserer Freiheit eingeschränkt - viel zu selbstverständlich haben wir diese genommen. Plötzlich können wir die Großeltern nicht mehr besuchen - viel zu oft hatten wir Besuche aufgeschoben. Plötzlich kann man nicht mehr zur Arbeit gehen - viel zu oft hat man diese verflucht, anstatt dankbar zu sein. Die Welt scheint still zu stehen. Plötzlich wird die Atmosphäre klar, die Kanäle in Venedig sauber und klarer denn je. Plötzlich werden seit vielen Jahren wieder Delfine an Küsten gesichtet. Der Mensch hat die wunderbare Kraft in der Einfachheit der Natur vergessen - findest du nicht? Der Mensch hat vergessen was es heißt, die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen. Wir alle streben immer nur nach mehr, ohne zu erkennen, dass wir das Wichtigste längst haben. Wie oft hast du gestresst versucht irgendwo hineinzupassen, den Anderen gerecht zu werden? Wie oft hast du deine Träume zur Seite geschoben, weil man etwas Anderes von dir erwartet hat? Wie oft hast du dieses Leben für selbstverständlich genommen, obwohl es dir schon morgen wieder genommen werden kann?

Schließe die Augen, halte kurz inne, atme die Luft tief ein, spürst du, dass du am Leben bist? Sag, spürst du, wie kostbar es ist?

Anna (Schülerin des Gymnasiums)

Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht.

Montag, 23.03.2020

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir alle erleben gerade außergewöhnliche Zeiten, die große Veränderungen mit sich bringen und uns neue Wege gehen lassen. So etwas haben wir alle noch nicht erlebt. Dass an einem Montag Vormittag, noch weit vor den Osterferien, jeder von uns daheim sitzt, selbstständig lernt oder Homeoffice macht, hätte sich vor ein paar Wochen noch niemand vorstellen können. Und nun erfahren wir täglich, wie das Corona-Virus unseren Alltag bestimmt und verändert. Jetzt geht es einfach darum, dass wir uns selber und auch unsere Mitmenschen schützen und nicht gefährden. Aber gerade in diesen schwierigen Wochen wollen wir uns auch als Schulgemeinschaft gegenseitig unterstützen und stärken. Mit einem Anruf bei einer Mitschülerin oder einem Kollegen, wo ich mal nachfrage, wie es ihr oder ihm geht. Aber natürlich auch im gemeinsamen Beten und Besinnen auf das, was unserem Leben Sinn und Halt verleiht.

Deswegen möchten wir euch gern in der Zeit bis Ostern auf unserer Schulhomepage ein Angebot machen, mit dem ihr am Morgen, wenn ihr wollt, gut in euern Lernalltag daheim starten und vielleicht den ein oder andern schönen Gedanken mit in den Tag hineinnehmen könnt.

Ich würde den heutigen Impuls gern beginnen mit einem Taizélied, das mir sehr lieb geworden ist. Ihr könnt es hier anhören:

Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu dir. Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht. Bei dir ist die Hilfe, bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.

Der Text dieses Liedes stammt von Dietrich Bonhoeffer, der uns ein besonderes Vorbild sein kann in seinem Vertrauen auf Gott. Manchmal haben wir das Gefühl, dass Gott uns nicht sieht und hört. Aber in vielen biblischen Texten und auch heute machen Menschen im Glauben die Erfahrung, dass dieser Gott sie nicht verlassen hat und ihnen zusagt: "Ich gehe mit dir und bin bei dir! Hab keine Angst!" Das gilt auch für uns, den heutigen Tag und die kommenden Wochen: "Fürchte dich nicht. Trau dem Leben. Gott gibt uns Kraft zu bestehen - trotz aller Anfragen des Lebens!"

Wir dürfen Gott vertrauen, dass er mich sieht, dass ich bei ihm geborgen bin, was auch immer passiert. Und so möchte ich euch einladen, dass wir in diesem Vertrauen gemeinsam das "Vater Unser" beten ...

Und so segne du uns an diesem Tag und alle, die wir in unseren Herzen tragen! Du, der gütige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Also dann einen guten Start in die neue Woche, bleibt gesund und die besten Wünsche euch allen!

P. Hofer