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Halleluja, Jesus lebt Osterandacht aus unserer Schulkirche

Ostersonntag, 12.04.2020

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Morgenimpulse zur Fastenzeit

Auf Empfehlung von Frau Liebl für unsere Oberstufenschülerinnen, ein interessanter Artikel zum Nachdenken über den Zustand des Christentums von Tomáš Halík, einem tschechischen Priester, Soziologen und Religionsphilosophen: Christentum in Zeiten der Krankheit

Karfreitag, 10.04.2020

Guten Morgen liebe Schülerinnen! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wieder beginnt ein neuer Tag und wir sitzen alle zu Hause. Heute Morgen habe ich euch ein ganz besonderes Bild mitgebracht, es zeigt den Colditzer Altar, das weltweit einzige Altarbild in Herzform. Gemalt hat es Lukas Cranach der Jüngere im Jahr 1584. Klappt man das Altarbild zu, dann entsteht ein Herz. Auf der linken Seite erkennt man die Geschichte im Paradies. Der Künstler hat genau den Moment dargestellt, in dem Eva die Frucht an Adam übergibt. Sie stehen vor dem Baum der Erkenntnis, um dessen Stamm sich die Schlange schlängelt. Auf der rechten Flügelseite seht ihr links den Engel Gabriel, wie er Maria die frohe Botschaft von der Geburt Jesu verkündet. Das Herz steht für die Liebe Gottes. Lukas Cranach hat eine Bilderbibel gestaltet, die den Bogen schlägt von dem Sündenfall im Paradies bis zu unserer Errettung durch Jesus. Denn klappt man den Altar auf, sieht man auf der linken Seite Maria, Joseph und den neugeborenen Jesus. Eine Schar nackter Kinderengel betrachten das Jesuskindlein, im Hintergrund erkennt man die Hirten. Zentral – und wieder in Herzform seht ihr die Kreuzigung Jesus. Er ist für uns gestorben. Nur an den Rändern erkennt man viele Bewaffnete, vorn die trauernden Frauen, rechts vorn zerschneiden Soldaten den Mantel von Jesus. Lukas Cranach hat diese Szene in Herzform gemalt, im Zentrum der Gekreuzigte. Am Karfreitag denken wir an den Gekreuzigten, an sein Leid, aber auch an seinen Mut. Das Altarbild zeigt und deutlich: Gott hat ein Herz für uns. Denn am Ende überwindet er den Tod. Auf dem rechten Altarflügel seht ihr die Auferstehung Christi, er steht mit der Fahne des Sieges auf dem Deckel seines Grabes, wie unter einem Triumphbogen. Die stark bewaffneten Grabwächter schlafen, einer schreckt gerade auf. Lasst euch von dem auferstandenen Jesus anschauen. Er sieht uns mit offenem Blick an. Er durchschaut uns, denn er kennt uns mit unseren Freuden, Sorgen, Nöten und Hoffnungen. Sein liebender Blick ruht auf uns.

Lest einige Verse aus dem Psalm 91:

Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, der kann bei ihm, dem Allmächtigen, Ruhe finden. Auch ich sage zum Herrn: »Du schenkst mir Zuflucht wie eine sichere Burg! Mein Gott, dir gehört mein ganzes Vertrauen!« Er bewahrt dich vor versteckten Gefahren und hält jede tödliche Krankheit von dir fern. Wie ein Vogel seine Flügel über die Jungen ausbreitet, so wird er auch dich stets behüten und dir nahe sein. Seine Treue umgibt dich wie ein starker Schild. Denn Gott wird dir seine Engel schicken, um dich zu beschützen, wohin du auch gehst. Sie werden dich auf Händen tragen, und du wirst dich nicht einmal an einem Stein stoßen!

Geht behütet in den heutigen Tag und bleibt gesund.

K. Kunert

Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!

Gründonnerstag, 09.04.2020

Während der Eucharistiefeier am Gründonnerstag wird das Evangelium von der Fußwaschung gelesen (Joh 13,1-17). Diesen Dienst übten in der Antike normalerweise nur Bedienstete und Sklaven aus. Dabei ging es um die Reinigung und Heilung der Füße. Für den Evangelisten Johannes ist das ein Abschiedsritual, mit dem Jesus sein ganzes Leben noch einmal zusammenfasst und die tiefste Absicht seines Wirkens ausdrückt. Sie ist Zeichen für die noch ausstehende Liebestat seines Todes am Kreuz, in der sich Jesu Liebe vollendet. Die Fußwaschung ist aber nicht nur ein Bild für das Wirken Jesu, sondern auch Vorbild für uns Christen:

Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. (Joh 13,14)

Auch wir sind also aufgefordert, uns wie Jesus hinabzubeugen zu unseren Brüdern und Schwestern, um sie dort zu berühren, wo manches verletzt und schmutzig ist, wo sich der andere selbst nicht annehmen kann. Wenn ich meinen Mitmenschen bedingungslos liebe, wird er befreit von seiner Selbstentwertung und Selbstverachtung. Jesus fordert seine Jünger zu einem neuen Verhalten auf. Er möchte eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern, die einander bedingungslos annehmen und lieben. In diesen Dienst der Liebe müssen wir uns immer wieder einüben - in der Familie daheim, in der Schule und im gesellschaftlichen Miteinander - gerade auch im Hinblick auf die Außenstehenden unserer Gesellschaft: die Armen, Kranken, Gefangenen, Geflüchteten etc. - so können wir immer mehr das Geheimnis der Liebe Jesu Christi erfahren.

Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. (Joh 13,34-35)

Vielleicht kannst du dir noch ein paar Minuten Zeit nehmen und die Vertonung dieses Liebesgebotes von Thomas Tallis anhören. Denk mal darüber nach, wie du Jesu Auftrag einander zu lieben konkret in deinem Leben umsetzen könntest? Woran erkennt man bei dir, dass du eine Jüngerin / ein Jünger Jesu bist?

P. Hofer

Frühling – eine Jahreszeit beginnt

Mittwoch, 08.04.2020

Frühling bedeutet für die Natur einen Neubeginn. Die Blumen öffnen ihre Köpfe, Bäume bilden Knospen aus, Blätter wachsen heran und machen die Welt wieder grün. Frühling ist auch für die Tierwelt ein Neubeginn. Vögel bauen ihre Nester, Eier werden belegt und bebrütet. Alle anderen Tiere bekommen nach und nach Junge. Neues Leben entsteht – welch Freude das zu beobachten.

Frühling – für die Menschen ein Neubeginn? In der momentanen Krisenzeit kann uns der Frühling ein guter Helfer für einen Neubeginn sein. Für uns selbst, uns auf das Wesentliche zu besinnen und zu erkennen, was wirklich wichtig ist für jeden Einzelnen von uns. Für unsere Familien, den Zusammenhalt und die Bande der Liebe innerhalb neu zu beleben. Für unsere Gesellschaft, Solidarität und Mitgefühl bewusst zu erleben und so zu handeln. Wagen wir einen Neubeginn – im Frühling!!!

Sophie (Schülerin des Gymnasiums)

Hoffnung ist nicht abgesagt

Dienstag, 07.04.2020

Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist (Röm 5,5).

Gerade befindet sich die Welt in einem Ausnahmezustand und tagtäglich erhalten wir zahlreiche Informationen rund um die „Corona-Pandemie“, die sich auf unser derzeitiges Leben enorm auswirken. Außergewöhnliche Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Daher hält im Moment der, der für andere da sein will Abstand. Wir wollen damit diejenigen schützen, die geschützt werden müssen und unseren Beitrag dazu leisten.

Für meinen kleinen Sohn ist dies alles nur schwer zu begreifen (Warum darf ich jetzt auf einmal nicht mehr in die Kita zu meinen Freunden, warum nicht mehr zu Oma und Opa und warum lässt mich Mama nicht mehr auf den Spielplatz?), doch im Moment ist es notwendig und dann wird schon mal das Wohnzimmer zur Spielhalle umfunktioniert, es wird wie wild getanzt, es wird Fußball gespielt, gelesen und gemalt. All das wird mit einem „Mami, ich liebe dich!“ gewürdigt und dies zeigt mir, dass ich nicht viel brauche, um glücklich zu sein. Viele beschweren sich, dass Events verschoben oder abgesagt werden, sie nun zuhause bleiben müssen und nichts mehr machen dürfen.

ABER: Es ist durch diesen Ausnahmezustand nicht alles abgesagt. GLAUBEN ist nicht abgesagt. BETEN ist nicht abgesagt. NÄCHSTENLIEBE ist nicht abgesagt. GOTT ist nicht abgesagt. HOFFNUNG ist nicht abgesagt.

Wenn wir alle zusammenhalten und die Hoffnung nicht verlieren, werden wir auch diese Zeit überstehen. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit euch allen!

K. Wolff

Das Märchen von der Post-Corona-Gesellschaft

Montag, 06.04.2020

Liebe Schulfamilie,

da ihr alle in den letzten Wochen bestimmt viele, viele, viele Liveblog-Einträge, Prognosen der unterschiedlichsten Fachmänner und -frauen, Krisenansprachen von Müttern und Vätern der Nation, Essays zum Untergang dieser sowie Virologen-Podcasts gelesen, gehört, verfolgt, eingeordnet, verworfen, geteilt und diverse Grafiken und Zahlen ausgewertet, verglichen - und vielleicht auch in Frage gestellt - habt, möchte ich euch den Beginn der Osterferien mit einem Märchen versüßen. Zumal viele von euch vielleicht gerade wieder ein bisschen mehr Zeit zum Lesen (und Träumen) haben als sonst.

Es war einmal vor langer Zeit, in einem weit entfernten Land, als sich eine Handvoll Zauberwesen in einer geheimen Runde unter uralten, knorrigen Bäumen einfanden, um über die Zukunft ihres Königreichs zu beratschlagen, welches von einer heimtückischen, unsichtbaren Zaubermacht bedroht wurde. Zu dieser Zeit also, als das Wünschen noch geholfen hat, kamen diese wunderlichen Wesen, die als die jeweils schlauesten Vertreter ihrer jeweiligen Dörfer zur Rettung ausgesandt wurden, am Schrein der Weisheit zusammen. Die aus mehr oder weniger weit entfernten Teilen des Zauberreiches Angereisten setzten sich also an die große Tafel, aus dessen Mitte ein kleiner wunderlicher Baum emporwuchs, inmitten des Waldes zusammen, um sich über die Zukunft ihrer Welt Gedanken zu machen. Wie konnten sie ihr Zauberreich bloß retten, nachdem die unsichtbare Macht praktisch alles verwüstet hatte, dass ihnen lieb und teuer gewesen war? Wie sollte es nun weitergehen? Die Elfen, Waldgeister, Zwerge, Zauberer und andere absonderliche Wesen, die noch nie zuvor ein Menschenauge zu Gesicht bekommen hatte, sprachen in den unterschiedlichsten Dialekten durcheinander, sodass die Stille des Waldes erfüllt wurde von verschiedensten Stimmen. Eine zierliche Hexe mit graublauen Augen und einem langen blonden Zopf, den sie mit einer schwungvollen Armbewegung nach hinten warf, pochte mit ihrem Zauberstab bestimmend auf die Tafel und erhob sich über das Stimmenwirrwarr, um sich Gehör zu verschaffen. „Hört auf, alle durcheinander zu schreien, so kommen wir niemals zu einer Lösung! Lasst uns einmal logisch denken. Die erste Voraussetzung für den Aufbau einer neuen Gesellschaft scheint mir zu sein, sich die nahezu unüberwindbaren Schwierigkeiten bewusst zu machen, die einem solchen Versuch im Wege stehen. Das vage Wissen um die Hindernisse dürfte einer der Hauptgründe sein, warum so wenig Anstrengungen unternommen werden, um den nötigen Wandel herbeizuführen. Die Bewohnerinnen meines kleinen Hexendorfs, von dem ich auf meinem schnellsten Besen über den silbernen Fluss zu euch herbeigeflogen bin, haben die folgenden Fragen an unsere Versammlung: Warum nach dem Unmöglichen streben? Halten wir uns einfach an die Verbote unserer Könige, dann geht bestimmt alles gut und in ein paar Wochen können wir wieder wie immer unsere Zaubertränke brauen.“ Eine kleine schwarzhaarige, aufmerksam zuhörende Elfenprinzessin in einem zauberhaften Kleid aus Blüten, die neben der blonden Hexe auf einem blauen Pilz Platz genommen hatte, stimmte der Hexe zu: „Tun wir lieber weiterhin so, als werde uns der Kurs, den wir steuern, an den Ort der Sicherheit und des Glücks geleiten, der auf unseren Karten verzeichnet ist.“ Ein hoch gewachsener Waldgeist sprang verzweifelt auf, als er das hörte. Er hatte bisher geschwiegen, gab aber nun zu bedenken, dass, wer unbewusst verzweifelt, nach außen aber eine Maske von Optimismus zur Schau trägt, nicht gerade weise handelt. Wer aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, kann nur dann Erfolg haben, wenn er realistisch denkt, alle Illusionen über Bord wirft und den Problemen ins Auge sieht. Diese Nüchternheit würde die Wachen von den Träumenden unterscheiden. Der Rest der Zauberversammlung staunte nicht schlecht über die schlauen Worte des Waldgeistes. Ein weiser alter Zauberer mit gütigen blauen Augen rieb sich nach diesen Worten lange seinen Bart. Dann begann er zu lächeln. Bedächtig schlug er sein schwarzes Zauberbuch auf, das vor ihm lag. Als schließlich alle neugierig in seine Richtung blickten, begann er daraus (etwas theatralisch) vorzulesen, was ihm die Weisen seines Dorfes mit auf den Weg gegeben hatten: „Wir haben vielleicht noch eine Überlebenschance! Aber nur unter der Voraussetzung, dass viele hervorragende, gut ausgebildete, geschulte und engagierte Zauberwesen sich durch die neue Herausforderung an den menschlichen Geist aufgerufen fühlen. Und nur unter der Voraussetzung, dass dieses Mal nicht das Ziel die Herrschaft über die Natur ist, sondern Herrschaft über die Technik und über irrationale böse und dunkle Kräfte, die das Überleben unserer Zauberwelt, wenn nicht gar des ganzen Planeten, bedrohen. Es ist die Überzeugung unseres Dorfes, dass die Zukunft unserer Zauberwelt davon abhängt, ob das Bewusstsein der gegenwärtigen Krise die fähigsten Menschen motivieren wird, sich in den Dienst der neuen humanistischen Wissenschaft vom Menschen zu stellen, denn nur ihren Anstrengungen kann es gelingen, die „unlösbaren“ Probleme, die die geheimnisvolle Zaubermacht über uns gebracht hat, zu lösen.“ Bei diesen komplizierten Worten des alten Zauberers stiegen einige Zwerge und Trolle aus der Gesprächsrunde aus und brauten sich erst einmal ein schwarzes Stärkungsgetränk und spielten weiter ihre Zwergenspiele im Zauberwald. Die verbliebene Runde an Zauberwesen diskutierte weiter, bis die Sterne über ihren Köpfen glitzerten. Wie denn eine neue Gesellschaft aussehen könnte, nachdem die unsichtbare Bedrohung vorüber wäre? Was denn die vielen kleinen Dörfer machen könnten, damit sie gut versorgt sind? Wie denn ein neues Wirtschaftssystem für die Zauberwesen aussehen könnte? Sie diskutierten über die vielen alten Bücher ihrer Bibliotheken, die keine Antwort auf ihre Fragen geben konnten. Ein alter kahlköpfiger König mit einem graumelierten Bart und überaus kostbaren Gewändern, der von weit her -mit seinen schnellsten und kräftigsten Pferden -zu der geheimen Versammlung gereist war, schüttelte bald kritisch den Kopf und stellte klar: „Was soll das? Bleiben wir dabei, alle Bewohner unseres Zauberlandes sollen weiter ihre Goldtaler anhäufen können! Hört auf mit eurer Spinnerei!“, dabei gestikulierte er wild mit seinen Händen, an denen bunte Ringe im Mondlicht aufblitzten. Da brach so ein Durcheinander an Stimmen aus, dass die Tiere des Waldes verdutzt aus ihrem Schlaf gerissen wurden ... und wenn sie nicht gestorben sind, diskutieren die Zauberwesen noch heute.

Schafherde - Es gibt keinen Zaun, sondern nur das Tor.

Liebe Schulfamilie, wer hätte sich vor ein paar Wochen vorstellen können, dass unsere bisherige, scheinbar so geordnete, durchgeplante und „sichere“ Welt so durcheinandergewirbelt wird, von etwas, was wir noch nicht mal sehen können? Vielleicht ist jetzt gerade die Zeit, ein wenig „out of the box“ zu denken und manche Dinge zu hinterfragen. Vielleicht bietet diese Krise Chancen. Vielleicht können wir alle dazu unseren Beitrag leisten, und wenn er scheinbar noch so klein ist.

Schöne Osterferien!

(Die Beiträge der „Zauberwesen“ entstammen nicht nur meiner Fantasie, sondern auch aus dem Buch „Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“ von Erich Fromm - erschienen 1976, aber fast schon erschreckend aktuell.)

E. Lindner

Friede ist der Name Gottes

Palmsonntag, 05.04.2020

Das heutige Evangelium (Mt 21,1-11) berichtet vom triumphalen Einzug Jesu in die heilige Stadt Jerusalem. Jesus, der König des Friedens, der in dieser Woche als Verbrecher ans Kreuz geschlagen wird, möchte der Stadt das bringen, was ihr Name besagt: Frieden.

Normalerweise würden wir heute mit geschmückten und gesegneten Palmbuschen in die Kirche einziehen, um durch diese Prozession unsere Sehnsucht nach Frieden auszudrücken.

Bitten wir Christus in diesen unruhigen Zeiten umso mehr, dass er in unser Herz einziehe und uns mit seinem Frieden und seiner Liebe erfülle!

Frau Rohrmoser hat uns folgende Meditation von Bischof César Essayan aus dem Libanon geschickt, die uns eine Hilfe sein kann, am heutigen Palmsonntag besonders für den Frieden in der Welt zu beten:

Wenn wir die Grenzen anerkennen, die uns trennen, dann kann Frieden werden, und wenn die Grenzen von Ländern, Sprache und Kultur von Rasse und Farbe, von Gedanken und Überzeugungen, von Religion und Glaube, uns weder teilen noch trennen, sondern zeigen und deutlich machen, dass jeder und jede einzigartig und unentbehrlich ist! Wenn in der Erkenntnis des Friedens klar würde, dass jeder und jede einzigartig und unentbehrlich, von Gott gewünscht, gewollt und erschaffen ist! Dann, ja, dann wäre jeder Vorwand für Ablehnung und Ausschluss für Gewalt und Krieg, für Unterdrückung und Sklaverei, ja, dann würden diese Vorwände zerfallen. Dann, ja, dann werde ich zu dir kommen und du zu mir langsam, zärtlich, in Sanftmut und Respekt, Schritt für Schritt in der Stille und in der Kraft des Geistes, in Wort und Dialog, dann schwindet die Angst vor Verletzung, dann schwindet, was Gemeinschaft verhindert, denn wer wollte Gott verletzen, der uns zu seinem Ebenbild gemacht hat, wer wollte die Schöpfung verletzen, die uns trägt und auf uns hofft. Dann, ja, dann werde ich dir begegnen und du mir, dann werde ich dir und du mir zum Geschenk Gottes. Dann, ja, dann wird der Friede deinen und meinen Namen tragen Denn ‚Friede‘ ist der Name Gottes.
Regnose

Samstag, 04.04.2020

Was wird aus dieser Welt? Wann geht die Schule eigentlich wieder los? Wie viele Menschen werden noch erkranken? Ob ich mit Mitmenschen spreche oder die Nachrichten lese; egal wohin ich sehe und höre… überall versuchen Menschen, Prognosen abzugeben. Letztens habe ich allerdings etwas über die Technik der Regnose gelesen. Eine was? Naja, stellen wir uns doch vor, wir haben die Krise „hinter uns gebracht“. Wie werden wir darauf zurückblicken? Was werden wir über diese Zeit erzählen? Wie wird uns unser Leben vor der Krise erscheinen? Ohne die vielen Opfer zu vergessen, die diese schlimme Krankheit fordert, wage ich einen „positiven“ Blick zurück aus der Zukunft ins Heute! Ich sitze Silvester 2020/2021 mit meiner Familie und meinen Freund*Innen beim gemeinsamen Abendessen. Es ist ein sehr schöner Abend. Seitdem wir uns lange Zeit nicht sehen konnten, wissen wir wieder, wie sehr wir uns mögen und brauchen. Zu einigen alten Freund*Innen habe ich erst seit der Krise wieder Kontakt. Ich hatte mir mal wieder die Zeit genommen, sie anzurufen. Wir lachen darüber, dass gerade das Zurückziehen in die eigenen vier Wände zu mehr Nähe zwischen uns führte. Mit meinen Nachbar*Innen habe ich seitdem eine richtig gute Beziehung. Wir haben uns gegenseitig sehr geholfen, nicht nur beim Einkaufen. Wir wundern uns, wie gestresst wir alle vor dem „Lockdown“ waren. Wir wussten ja gar nicht mehr, wie wichtig uns Ruhe ist. Wie sehr man eine Tasse Tee genießen kann, wenn man sich Zeit dafür nimmt. Heute nehmen wir uns die Zeit, die wir brauchen. Wir lesen und wir kochen. Wir hören bewusst Musik. Wir beobachten die Sonne beim Aufgehen, beim Untergehen. Wir schauen genau hin, wenn sich im Frühling die Blüten öffnen. Wir haben uns selbst wieder kennengelernt. Wir freuen uns, dass Europa wieder zusammengerückt ist. Das Ziehen von Grenzen zwischen Menschen erscheint uns heute mehr als absurd. Politiker*Innen, die Angst schürten, konnten nichts zur Lösung von Problemen beitragen. Uns wurde bewusst, dass wir nur zusammen und gemeinsam in der Lage sind, die Krisen dieser Zeit zu überstehen. Wir haben den Menschen geholfen, die an den Grenzen Europas gelitten haben. Wir haben gekocht für die Menschen, die hungrig waren. Wir haben Hilfen organisiert. Gemeinsam hat die Welt ein Medikament gefunden, das die Überlebensrate erhöhte. Gerade in der Not hat die Menschheit so wahnsinnig kreativ und konstruktiv reagiert, dass wir alle den Glauben an uns zurückgewonnen haben. Auch in schweren Tagen haben wir den Humor nicht verloren. Wir haben uns wieder angelächelt. Wir haben gelernt, dass wir nur mit der Natur und niemals gegen die Natur Lösungen für die Zukunft finden können. Wir haben unsere Angst vor einer „nicht wachsenden Wirtschaft“ verloren. Ortsnahe Produktion, regionale Landwirtschaft, solidarisches Handwerk, Nachbarschaftsnetzwerke. Sie alle haben einen Platz in unserer Ökonomie gefunden! Das globale System aus weltweitem Umherfahren von Einzelteilen hatte keine Zukunft. Die Feinstaub-Debatte hat sich von selbst erledigt. Unsere Gesellschaft war völlig „überschleunigt“, völlig überhitzt. Der Lockdown wurde zum „Cool down“. Wir haben diese Pause genutzt, um unsere Gesellschaft neu zu erfinden. Was war das nur für eine komische Welt vor der Krise…

So oder so ähnlich könnte eine Regnose aussehen! Denk mal nach! Was ist deine Regnose? Ich wünsche euch allen viel Optimismus in dieser Zeit!

P. Schweinitz

Freitag, 03.04.2020

Vor ein paar Tagen, ging ich zum Einkaufen. Die Regale waren leer, sehr leer und neben mir ging eine ältere Dame mit ihrem Rollator. Sie war ganz entsetzt über die leeren Regale und fing an zu jammern. Es gab keine Bananen und das war für sie ein Problem. Sie erklärte, dass sie jeden Tag in der Früh eine Banane esse und jetzt gibt es keine mehr. Vieles andere was auf ihrem Einkaufszettel stand war ebenfalls ausverkauft. Ich fing an darüber nachzudenken, wie rücksichtslos viele Leute waren, die die Regale regelrecht leer hamstern und verlor ein wenig Glauben in den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Später stand ich dann an der Kasse und die ältere Dame stand hinter mir. Die Frau vor mir hatte noch Glück, sie konnte die letzten Bananen abstauben. Als ich den Supermarkt dann verlassen wollte, sah ich, wie die vorher vor mir stehende Frau zurück in den Laden kam, um einen Teil ihrer Bananen der älteren Dame zu schenken. Die Selbstlosigkeit der Frau beeindruckte mich zutiefst und in mir entwickelte sich wieder ein Funken Zuversicht in das Verhalten der Gesellschaft. Gerade in Zeiten wie diesen sollten wir Zusammenhalt doch groß schreiben!

Julia (Schülerin des Gymnasiums)

Manhu, was ist das?

Donnerstag, 02.04.2020

Was hatte ich für einen schrecklichen Albtraum heute Nacht! Ich träumte, dass auf der Toilette das Klopapier ausging! Zunächst war ich darüber nicht beunruhigt, denn wir hatten ja vorgesorgt. Im Vorratsschrank lagerten 10 wunderbare Großpackungen der wertvollen Ware, die ich - Hamsterkauf hin oder her - vor wenigen Tagen gerade noch ergattert hatte, bevor das Regal im Supermarkt leer war. Mit Zufriedenheit blickte ich über unseren Schatz, zog dann bedächtig die oberste Großpackung heraus, öffnete sie und griff nach einer Rolle. Doch als ich sie berührte, begann sich die Rolle zu meinem Entsetzen mehr und mehr aufzulösen, der flauschig weiche viellagige Zellstoff zerfiel in meinen Händen innerhalb weniger Momente in weißlich-grauen, faserigen Staub - wie eine Pharaonenmumie. Ein heiserer Schrei entfuhr meinen trockenen Lippen! Ich griff nach der nächsten Rolle, doch auch diese zerbröselte bei meiner Berührung und in atemberaubender Geschwindigkeit setzte sich der Zerfall in der ganzen Packung fort Es blieb nur trockener, grau-weißer Staub. Alles Klopapier dahin! Jedes einzelne Blatt!! Hastig öffnete ich die zweite Packung doch auch ihr Inhalt löste sich auf! Ich griff von Packung zu Packung, immer schneller und schneller, und immer mehr und mehr Staub ergoss sich auf mich und den Boden. Schreiend und in Schweiß gebadet wachte ich auf! Gott sei Dank, nur ein Traum!

Das Volk Israel, so erzählt es das Alte Testament, musste auf der Flucht aus der Unterdrückung in Ägypten auf einem langen und entbehrungsreichen Marsch durch die Wüste ziehen. Bald waren die wenigen Vorräte aufgebraucht. Der Hunger wurde immer bedrängender. Die Menschen wurden immer verzweifelter und fragten sich: „Lässt Gott uns hier alle sterben?“ Da entdeckten sie eines Morgens unter den Sträuchern am Rand ihres Lagers unzählige weiße, klebrige Krümmel. „Manhu?“, fragten sie. Das heißt auf deutsch: „Was ist das!?“ Essbar, süß und sättigend waren die Körnchen. Sie sammelten es in Krüge und nannten es Manna! Von nun an fanden sie jeden Morgen neu davon, so viel, dass sie den ganzen Tag davon leben konnten. Und sie spürten: Gott hat sie doch nicht im Stich gelassen. Doch manche beschlich die Sorge erneut: „Wird morgen wieder genug davon da sein? Vielleicht reicht es nicht für alle!! Wir wollen dann nicht die Dummen sein!“ Und sie nahmen mehr und größere Krüge und sammelten, bis alles randvoll gefüllt war. Ruhig und fest war ihr Schlaf in dieser Nacht.Am nächsten Morgen vergewisserten sie sich, dass alles noch da war. Sie öffneten die Krüge. Doch was für ein Schreck! Es war alles verdorben!Die Menschen waren entsetzt und sie fühlten sich gleichzeitig ertappt. Wie klein war ihr Vertrauen! Wie sehr war jeder in all der Sorge nur auch sich selbst bedacht gewesen! Aber so würden sie nie durch diese Wüste kommen. Sie spürten, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als sich darauf zu verlassen, dass Gott sich jeden Tag neu um sie kümmern und für sie sorgen würde.

„All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ So hat es viele Jahrhunderte später der Verfasser des ersten Petrusbriefes geschrieben, an Leute die sich auch viele Sorgen um ihr Leben machen mussten.

Ich finde, es ist nur menschlich, dass wir uns Sorgen machen um uns und vor allem auch um andere. Genauso wie es menschlich ist, so gut es geht vorzusorgen. Doch es kann gut tun, diese Sorge immer wieder auch loszuwerden, abzugeben.

Ich sage Gott heute morgen, was mir gerade am meisten Sorgen macht. Ich bitte ihn um Stärke, das zu tun, was in meiner Macht steht. Und ich bitte ihn um Hilfe, Geduld und um eine Portion Humor, wo ich alleine nicht damit fertig werde.

Ich denke an euch und bitte für euch dasselbe.

T. Müller

Mittwoch, 01.04.2020

So ein Windlicht haben wir gestern, als um 21 Uhr die Glocken zu hören waren, bei uns vor die Haustür gestellt. Macht das Sinn? Wer hat etwas davon, wenn die Glocken läuten? Und wer hat etwas davon, wenn wir eine Kerze vor die Tür stellen? Wir verbringen unsere Tage gerade sehr geruhsam, manchmal hat man fast das Gefühl von Ferien. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Bilder, die wir jeden Abend in der Tagesschau zu sehen bekommen. Aber die Bedrohung scheint so weit weg - so unwirklich… Doch da gibt es viele Menschen, die im Moment fast Übermenschliches leisten, die nicht - wie wir - ruhige Tage verleben. Die mehr Arbeit haben, als sie eigentlich leisten können. Da gibt es Menschen, die nicht - wie wir - in einer Familie leben, in der sie sich geborgen und aufgehoben fühlen. Die alleine sind und im Moment keine Gesellschaft um sich haben. Da gibt es Menschen, die nicht mehr gesund sind oder die in ihrem Familienkreis erkrankte Personen haben, um die sie sich große Sorgen machen. Wir haben beschlossen, dass wir dieses Windlicht jetzt jeden Abend vor die Türstellen wollen. Denn für uns ist es ein Moment des Innehaltens. Wir machen uns bewusst, wie gut es uns gerade trotz allem geht. Und wir denken an die Menschen, die es gerade ungleich schwerer haben als wir. Als Zeichen unserer Solidarität und unserer Dankbarkeit zünden wir diese Kerze an. Ein kleines Licht in der Dunkelheit, das Mut und Hoffnung verbreiten soll.

Herr, sei du bei uns mit deiner Liebe, schenke uns Kraft und Zuversicht für jeden neuen Tag! Amen

E. Leeb

Dienstag, 31.03.2020

Guten Morgen, liebe Schülerinnen! Guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Lasst uns den heutigen Tag mit folgender Geschichte beginnen:

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten sich überlegen, was das Netteste sei, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben den Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin. Am Wochenende schrieb die Frau jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den Einzelnen aufgeschrieben hatten. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. „Wirklich?“, hörte man flüstern. „Ich wusste gar nicht, dass ich Irgendjemandem etwas bedeute!“ und „Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen…“, waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Liste wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus, denn die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen. Einige Jahre später war einer der Schüler, Mark, verstorben und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. „Wir wollen Ihnen etwas zeigen“, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus der Tasche. „Das wurde bei Mark gefunden. Wir dachten, Sie würden es erkennen.“ Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. Alle früheren Schüler versammelten nun um die Lehrerin. Einer lächelte ein bisschen und sagte: „Ich habe meine Liste auch noch, sie liegt in der obersten Schublade meines Schreibtischs.“ Eine andere sagte: „Mein Mann bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.“ „Ich habe meine auch noch“, sagte der Nächste, „sie ist in meinem Tagebuch.“ Dann griff eine ehemalige Mitschülerin in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und völlig ausgefranste Liste den anderen. „Ich trage sie immer bei mir“, sagte sie und meinte dann ohne mit der Wimper zu zucken: „Ich glaube, wir haben die Listen alle aufbewahrt!“

Diese Geschichte von den netten Worten soll uns für die Zeit, in der wir uns gerade nicht treffen können, Mut machen. Denkt an die vielen netten Worte, die Schülerinnen oder Lehrerinnen und Lehrer zu euch gesagt haben und nehmt sie mit in den heutigen Tag. Vielleicht schickt ihr euch auch neue nette Worte zu!

Ich wünsche euch alles Gute und bleibt gesund!

K. Kunert

Fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein. (Thomas v. Aquin)

Montag, 30.03.2020

Liebe Schulfamilie,

auch wenn uns alle die notwendig gewordene Freiraumeinschränkung sehr belastet, freuen wir uns umso mehr auf ein hoffentlich absehbares Wiedersehen im gewohnten sozialen Umfeld. Vielleicht überwinden manche unserer Zeitgenossen im Nachhinein ihre egomanischen Verhaltensweisen, das Musikvideo könnte dabei hilfreich wirken... Herzliche Grüße und achten Sie bitte allesamt auf Ihre sowie Ihrer Mitmenschen Gesundheit,

Hans Lindner

Lazarus, komm heraus!

Sonntag, 29.03.2020

Das Evangelium vom 5. Fastensonntag (Joh 11, 1-45) berichtet von der Auferweckung des Lazarus. Jesus weint über den Tod seines Freundes Lazarus. Er selbst geht dem Tod nicht aus dem Weg. Aber der Tod hat keine Macht über Jesus, sondern Jesus hat Macht über den Tod. Diese Gewissheit kann uns Geborgenheit und Hoffnung schenken. Diese Gewissheit kann uns Mut machen: Jesus hält uns immer in seiner Hand. Seine Macht bewahrt uns nicht vor allem Unheil, vor Leid und Sorgen. Aber er bewahrt uns in allem, was kommt. Nichts, nicht einmal der Tod kann uns aus der Hand Jesu reißen, wenn wir uns ihm anvertrauen. So sind wir auch am heutigen Sonntag eingeladen, Gott unsere Freuden und Sorgen anzuvertrauen – mitten in diesen Corona-Tagen. Jesus liebt seine Freunde Lazarus und dessen Schwestern Martha und Maria. Er weint über den Tod seines Freundes und er hilft seinen Freunden. Vielleicht spüren wir in diesen Tagen deutlicher, wer und was in unserem Leben wirklich wichtig ist. Und auch wir können und sollen in diesen Tagen füreinander da sein und einander helfen.

Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht!
... mit Flügeln wie Adler

Samstag, 28.03.2020

Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40,3)

Diese Bibelstelle möchte ich euch heute in den Tag mitgeben. Sie hilft mir besonders in dieser schwierigen Zeit auf Gott zu vertrauen, denn er gibt uns Kraft in Krankheit und Bedrängnis. Wenn ich glaube, dass er mich nicht verlassen wird und ich dabei auch anderen Menschen vertrauen kann, werden wir zusammen die Krise überstehen. Auch wenn wir momentan durch die Ausgangsbeschränkungen in unserer Bewegung eingeschränkt sind, ist es schön, mit anderen in Kontakt zu sein, Gespräche zu führen und meinen geistigen Horizont zu erweitern. Ich vertraue darauf, dass alles gut werden wird.

Lea (Schülerin des Gymnasiums)

Misereor Hungertuch 2017/2018: Ich bin, weil Du bist

Freitag, 27.03.2020

Vor drei Jahren habe ich mit einer 5. Klasse einen Ostergottesdienst mit dem Thema des Fastentuchs "Ich bin, weil du bist" aus der Misereor Fastenaktion 2017/2018 vorbereitet. Dieses zweiteilige Hungertuch des nigerianischen Künstlers Chidi Kwubiri hat mir so gut gefallen, dass es seitdem in meinem Arbeitszimmer hängt. Zwei Menschen aus seiner afrikanischen Heimat schauen sich intensiv an und berühren sich ruhig und respektvoll über eine Grenze hinweg. Die ausgestreckten Arme liegen auf den Schultern des oder der Anderen und nehmen die Farbe an. In diesem Geben und Empfangen wächst Beziehung. Die beiden Bilder sind so angeordnet, dass ein schmaler Zwischenraum erkennbar bleibt.

Ich bin, weil Du bist

Dieses afrikanische Sprichwort passt sehr gut zu unseren außergewöhnlichen Tagen. Die Überzeugung, dass es zum Menschsein gehört, Teil eines Netzes von Beziehungen zu sein, wird zur Zeit jeden Tag gelebt: Wenn wir in der Familie wieder ganz eng zusammenrücken, wenn wir Eltern unseren Kindern bei den schulischen Arbeitsaufträgen helfen, wenn wir uns jeden Abend um 21 Uhr klatschend bei Ärzten und Pflegern bedanken, wenn Einkäufe für ältere Menschen durch Nachbarschaftshilfen organisiert werden und vieles mehr. Doch es ist im Bild auch ein schmaler weißer Zwischenraum erkennbar. Wir Menschen müssen zur Zeit auf Distanz bleiben, um selbst gesund zu bleiben und andere zu schützen. Wie gut, dass wir unsere Augen und Hände haben, um Beziehung auszudrücken: Ein kleines Lächeln, ein sich Zuwinken – das bringt Hoffnung und überbrückt die Distanz. Durch die Farbe Grün für neuen Lebensmut und die Farbe Gelb-Gold als Farbe des Göttlichen werden die biblischen Schöpfungsberichte zusammengefasst:

Von Gott geschaffen und getragen bilden sämtliche Geschöpfe eine universale Familie, die jede Krise gemeinsam bewältigen kann.

Ich wünsche uns allen viel Kraft für diese Aufgabe und möchte zum Schluss gemeinsam mit Ihnen/mit Euch beten:

Guter Gott: Aus unserem Alltag kommen wir zu dir. Aus dem, was uns in Beschlag nimmt, kommen wir zu dir. Mit unseren Ideen kommen wir zu dir. Mit dem, was uns hindert, kommen wir zu dir. Du bist an unserer Seite. In Jesus, unserem Bruder, gibst du uns ein Vorbild. Mit deiner Geisteskraft belebst du uns und schenkst uns Kreativität. Lass uns deine Gegenwart spüren im gemeinsamen Beten, Singen und Nachdenken. Du gehst mit – durch alle Zeit. Amen

C. Renner-Walchshöfer

Betrachte die Welt mit anderen Augen

Donnerstag, 26.03.2020

Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen (Pearl S. Buck)

Heutzutage übersehen wir häufig eben dieses, obwohl es direkt vor unserer Nase liegt, weil wir es uns in ganz anderen Dingen erwarten. Auch die sozialen Netzwerke tragen dazu bei, dass viele Menschen nur immer nach dem Außergewöhnlichen und Aufregenden suchen, das sie dann als Foto ins Internet hochladen. So wird es schon fast zum Wettbewerb, wer das Abenteuerlichste im Urlaub erlebt hat, wer das beste Auto fährt oder wer die teuren Markenklamotten trägt. In der realen Welt wird mit Blicken verglichen. In der virtuellen mit Klicks und Likes. Doch sind das alles nicht nur inhaltslose Dinge, die immer mehr an Bedeutung gewinnen in unserer Gesellschaft? Wieso erkennen viele nicht, dass diese Dinge oberflächlich sind und man durch sie nicht glücklich werden kann? Es liegt viel mehr in den normalen Alltagsdingen, die, wenn man sie mit einem anderen Blickwinkel betrachtet, das Besondere ergeben. Das sind die kleinen Dinge, die wirklich zählen im Leben. Wenn wir immer nur auf das Besondere warten, bleibt der Platz stets leer. Suche das Besondere in den normalsten Dingen, betrachte die Welt mit anderen Augen, aus einer anderen Perspektive und du wirst mehr finden als du dir erträumtest.

Nicola Maria (Schülerin des Gymnasiums)

Mittwoch, 25.03.2020

Liebe Schulfamilie,

diese Postkarte fand ich in den Archivalien unserer Klosterschwestern. 25. März 1939 – diese Karte unserer Schulkirche haben die Englischen Fräulein damals vor 81 Jahren speziell als Abschiedsgeschenk für ihre Schülerinnen und Lehrkräfte drucken lassen, weil das der Tag der Enteignung und Schließung der eigenen Schule durch die Nationalsozialisten war. Niemand kannte die Zukunft, aber die Ordensfrauen waren wie ihre Gründerin Mary Ward (1585-1645) von unerschütterlichen Gottvertrauen… Das könnten wir in diesen unruhigen Zeiten nachahmen! Und sie sollte Recht behalten – 1945 ging es mit unserer Schule wieder weiter!! Gottvertrauen kann man erbeten – lernen: Wer zuhause eine Bibel hat, könnte einmal den Ratschlag des Psalms 91 dazu nachlesen;-)!

Pfarrer A. Albert

Spürst du, wie kostbar es ist?

Dienstag, 24.03.2020

Die ganze Welt scheint betroffen von der Corona-Krise. Und ja es ist mehr als traurig und schlimm zu sehen, wie die Menschen sterben. Wie Menschen nicht mehr die Hilfe bekommen können, die sie brauchen, weil die Gesundheitssysteme überlastet oder gar nicht soweit ausgestattet sind. Vor allem die Situation in Italien ruft bei mir beinahe dauerhafte Gänsehaut hervor. Doch angesichts der schlimmen Situation finde ich, gibt es auch positive Erkenntnisse, Dinge, welche uns trotz dem bedrohlichen Chaos zum Nachdenken anregen sollten. Das Wichtigste, was uns dieser Virus zeigt, ist, dass wir alle Menschen sind. Der Virus trifft jeden unabhängig von Religion, Staatsangehörigkeit, Hautfarbe oder Besitz. Weil wir alle gleich gebaut sind. Der Virus macht keinen Unterschied, wo wir einen machen. Zeigt das nicht, dass Solidarität, Fürsorge und Rücksicht gegenüber dem Anderen wichtig sind? Des Weiteren finde ich, rüttelt er uns auf. Wir alle hetzen in unserem Alltag regelrecht von einem Termin zum anderen. Kaum einer nimmt sich die Zeit, um kurz inne zu halten und dankbar zu sein, dass man am Leben ist.

Du hast eine Lunge, mit der du die frische Frühlingsluft atmen kannst. Du hast fünf Sinne, welche dir die unterschiedlichsten Eindrücke dieser wunderbaren einzigartigen Welt greifbar machen. Du hast Beine, die dich auf jeden Berg tragen können. Du hast zwei Augen, mit denen du die unterschiedlichsten Farben wahrnehmen kannst. Atme tief die Luft ein - spürst du, wie du am Leben bist? Plötzlich sind die Grenzen dicht und wir sitzen in unseren eigenen vier Wänden fest - viel zu selbstverständlich haben wir es genommen, jederzeit an einen anderen Ort reisen zu können. Plötzlich sieht man die beste Freundin nur noch per Videoanruf - viel zu selbstverständlich haben wir es genommen sich jeden Tag zu sehen, direkten Kontakt zu haben. Plötzlich sind wir in unserer Freiheit eingeschränkt - viel zu selbstverständlich haben wir diese genommen. Plötzlich können wir die Großeltern nicht mehr besuchen - viel zu oft hatten wir Besuche aufgeschoben. Plötzlich kann man nicht mehr zur Arbeit gehen - viel zu oft hat man diese verflucht, anstatt dankbar zu sein. Die Welt scheint still zu stehen. Plötzlich wird die Atmosphäre klar, die Kanäle in Venedig sauber und klarer denn je. Plötzlich werden seit vielen Jahren wieder Delfine an Küsten gesichtet. Der Mensch hat die wunderbare Kraft in der Einfachheit der Natur vergessen - findest du nicht? Der Mensch hat vergessen was es heißt, die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen. Wir alle streben immer nur nach mehr, ohne zu erkennen, dass wir das Wichtigste längst haben. Wie oft hast du gestresst versucht irgendwo hineinzupassen, den Anderen gerecht zu werden? Wie oft hast du deine Träume zur Seite geschoben, weil man etwas Anderes von dir erwartet hat? Wie oft hast du dieses Leben für selbstverständlich genommen, obwohl es dir schon morgen wieder genommen werden kann?

Schließe die Augen, halte kurz inne, atme die Luft tief ein, spürst du, dass du am Leben bist? Sag, spürst du, wie kostbar es ist?

Anna (Schülerin des Gymnasiums)

Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht.

Montag, 23.03.2020

Liebe Schülerinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir alle erleben gerade außergewöhnliche Zeiten, die große Veränderungen mit sich bringen und uns neue Wege gehen lassen. So etwas haben wir alle noch nicht erlebt. Dass an einem Montag Vormittag, noch weit vor den Osterferien, jeder von uns daheim sitzt, selbstständig lernt oder Homeoffice macht, hätte sich vor ein paar Wochen noch niemand vorstellen können. Und nun erfahren wir täglich, wie das Corona-Virus unseren Alltag bestimmt und verändert. Jetzt geht es einfach darum, dass wir uns selber und auch unsere Mitmenschen schützen und nicht gefährden. Aber gerade in diesen schwierigen Wochen wollen wir uns auch als Schulgemeinschaft gegenseitig unterstützen und stärken. Mit einem Anruf bei einer Mitschülerin oder einem Kollegen, wo ich mal nachfrage, wie es ihr oder ihm geht. Aber natürlich auch im gemeinsamen Beten und Besinnen auf das, was unserem Leben Sinn und Halt verleiht.

Deswegen möchten wir euch gern in der Zeit bis Ostern auf unserer Schulhomepage ein Angebot machen, mit dem ihr am Morgen, wenn ihr wollt, gut in euern Lernalltag daheim starten und vielleicht den ein oder andern schönen Gedanken mit in den Tag hineinnehmen könnt.

Ich würde den heutigen Impuls gern beginnen mit einem Taizélied, das mir sehr lieb geworden ist. Ihr könnt es hier anhören:

Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu dir. Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht. Bei dir ist die Hilfe, bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.

Der Text dieses Liedes stammt von Dietrich Bonhoeffer, der uns ein besonderes Vorbild sein kann in seinem Vertrauen auf Gott. Manchmal haben wir das Gefühl, dass Gott uns nicht sieht und hört. Aber in vielen biblischen Texten und auch heute machen Menschen im Glauben die Erfahrung, dass dieser Gott sie nicht verlassen hat und ihnen zusagt: "Ich gehe mit dir und bin bei dir! Hab keine Angst!" Das gilt auch für uns, den heutigen Tag und die kommenden Wochen: "Fürchte dich nicht. Trau dem Leben. Gott gibt uns Kraft zu bestehen - trotz aller Anfragen des Lebens!"

Also dann einen guten Start in die neue Woche, bleibt gesund und die besten Wünsche euch allen!

P. Hofer