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Trailrunningcamp im Kleinwalsertal 11.–14. Oktober 2017

Am Mittwoch 11. Oktober war es endlich soweit. Das TRAIL Magazin lud zum Trailrunningcamp ins Kleinwalsertal. Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte ich mich angemeldet, die Vorfreude wuchs von Monat zu Monat, Woche zu Woche und Tag zu Tag stärker an. Als dann auch noch alle Wetterfrösche herrlichstes Spätherbstwetter prophezeiten, konnte eigentlich schon gar nichts mehr schief gehen.

Die Anreise mit dem Zug vom Badischen Bahnhof in Basel gestaltete sich als landschaftlich reizvoll, abwechslungsreich und absolut problemlos. Am Bahnhof in Oberstdorf (Allgäu) wurde ich vom Hoteldirektor persönlich abholt und ins Aparthotel Kleinwalsertal in Mittelberg chauffiert. Nach gut 4½ Stunden Zug- und 20 Minuten Autofahrt war ich bereits kurz nach 14 Uhr im Hotel. So blieb mir genügend Zeit bis zum Treffpunkt um 18 Uhr, um mich in dem gemütlichen und einladenden Zimmer einzurichten und die Gegend schon mal etwas auszukundschaften. Ich kann vorwegnehmen, dass mich das Kleinwalsertal schon von der ersten Minute weg gefesselt hat und nun zusammen mit meinem Lieblingstal in den Schweizer Bergen, dem Lötschental an erster Stelle auf der Liste Da geh ich wieder hin rangiert.

Mittwoch // Treffpunkt 18 Uhr

Die Spannung stieg schon ein wenig an, als ich mich um 18 Uhr wie abgemacht in den Laufklamotten Richtung Hotellobby aufmachte. Was erwartet mich da? Wie wieviele Personen sind wir? Mag ich da überhaupt mit? … Fragen über Fragen, die aber schon nach den ersten Sekunden verblichen. Die beiden Guides Denis Wischniewski und Michael Arend hiessen uns in lockerer und unkomplizierter Art und Weise willkommen und ich fühlte mich sofort wohl in dieser Runde. Wir waren dieses Jahr nur eine kleine Gruppe bestehend aus Andreas, Carsten, Frank, Julia, John, Frank, Stephan und meiner Wenigkeit. Für uns Teilnehmenden war diese geringe Grösse natürlich super. Nach der kurzen Begrüssung starteten wir alsdann zu unserer ersten Warm-Up-Runde. Eine gute Stunde lockerer Stirnlampenlauf stand auf dem Programm. Man wechselte die ersten Worte und schnupperte schon einmal die ersten knackigen Höhenmeter, deren 350 Hm dann am Ende bereits auf dem Zähler standen. Nach der obligaten Dusche und dem Nachtessen trafen wir uns alle in unserem Seminarraum, wo sich Denis und Micha nochmals vorstellten, das Programm des Camps erläuterten und uns als ersten Höhepunkt eine Tasche mit vielen kleinen und grossen Geschenken überreichten: T-Shirt, Sweater, Bandana, Riegel, Adventurefood, Gels, Shaker etc. unsere Augen glänzten. Diese Überraschung war gelungen!

Tagesanbruch am Donnerstag 12.10.2017

Donnerstag // für Gipfelstürmer

«Wir sind nicht auf der Flucht» mit diesen sympathischen Worten würzte Denis seine Begrüssungsrede am Vorabend. Wir konnten den Start in den Tag also gemütlicher angehen, trafen uns um 8 Uhr zum Frühstück und um 10 Uhr dann zu unserem ersten langen Lauf. Zum Wetter gibts nicht viel zu sagen: Es war die ganzen Tage einfach phantastisch. Die Bilder sprechen für sich. Unser Lauf führte durch das Gemsteltal, über den Gemstelpass hinauf zur Widdersteinhütte auf 2015 m. Mit knapp 1000 Höhenmeter konnten wir ausgiebig Höhenluft schnuppern und waren froh, dass wir unsere Trailstöcke für den Aufstieg mit dabei hatten. Trotz schönstem Herbstwetter, die Temperaturen waren frisch in der Höhe und es lag bereits schon erster Schnee da oben. Unsere Stimmung war super, wir genossen es sichtlich.

Nach der Mittagspause, folgten ein paar Fotosessions im Gelände – bei welcher mein rechter Schuh gefüllte Bekanntschaft mit einem unter einer Schneedecke verborgenem Morastfeld machte – bevor wir uns dann in den teils schon etwas waghalsigen Downhill durch das Bärgunttal hinunter nach Baad stürzten. Wer nicht wagt der nicht gewinnt, zuerst noch zaghaft, dann immer sicherer und zum Schluss schon fast übermütig, schoss ich den Berg runter. Es hat merklich Spass gemacht, das Brennen der Oberschenkel hielt sich total in Grenzen. In der Ortschaft Baad, der hinterste Ort im Tal, gönnten wir uns zur Belohnung Kaffee und Kuchen und liefen dann locker und gestärkt die letzten 4 bis 5 Kilometer dem Flüsschen entlang zurück nach Mittelberg. Den verbleibenden Nachmittag erholte ich mich in der ausgezeichneten Wellnesslandschaft im Hotel. Nach dem gemeinsamen Nachtessen, stellte sich Micha versiert unseren Fragen rund ums Laufen und Training und machte uns den STRYD Powermeter zur Trainingssteuerung schmackhaft. Micha ist der erste zertifizierte Trainer, der mit seinen Athleten mit diesem Tool arbeitet. Voll krass, welches noch so kleine Detail hier gemessen werden kann, aber auch voll krass, welche Datenflut da zusammenkommt.

Freitag // nur für Schwindelfreie

Wiederum zu humaner Zeit um 10 Uhr schritten wir vom Hotel zur Walmendingerhornbahn und liessen uns in die Höhe tragen. Dies war als Vorsichtmassnahme von Denis und Micha so eingeplant, damit wir frisch und konzentriert den technisch anspruchsvollen und streckenweise sehr schmalen Berggratpfad in den Laufschuhen abrocken konnten. Eine wohlüberlegte Entscheidung unserer beiden Guides. Begleitet wurden wir am heutigen Tag durch Dominik, welcher seine Brötchen als Profifotograf verdient und gerne und oft selbst auf den Trails unterwegs ist.

Der Trail der Kategorie Extraklasse führte uns vom Walmendingerhorn, entlang dem Grat hinüber auf den Gipfel des Grünhorn. Viele Ahs und Ohs entlockten uns der Trail und die Landschaft, hin und wieder gewürzt mit einem zaghaften Ächtzen, viele atemberaubende Bilder fing Dominik von uns ein. Ein weiterer genialer Trailtag wurde uns hier geboten.

Den Abstieg nach Baad nahmen wir zuerst alle gemeinsam in Angriff. Beim Starzeljoch trennte sich dann die Gruppe. Denis wählte mit seiner Gruppe den direkten Abstieg hinunter, die andere Gruppe bestehend aus Julia, John und mir wurden von Micha und Dominik noch etwas weiter über sagenhafte Trails gelotst. Ein technisch nochmals anspruchsvoller Singletrail führte uns zunächst zum Derrenjoch und dann im reizvollen Derratal hinunter nach Baad, wo wir mit der Gruppe von Denis in unserem Stammcafé wieder zusammen trafen.

Frisch gestärkt ging's von Baad zurück zum Hotel in Mittelberg, wo ich mich auf ein weiteres «Cool down» in der Saunawelt freute. Nach dem gemeinsamen Nachtessen, zeigte uns Denis eine Auswahl der Bilder der vergangenen Tage, gefolgt von einer rasenden und halsbrecherischen Downhillstudie über Kilian Jornet und einen Film über Timothy Olson und seinen Ups and Downs am «Hard Rock 100» 2016 in Silverton, Colorado. Ein wiederum gelungener Ausklang, aber leider auch schon wieder der letzte gemeinsame Abend.

Samstag // für Lerchen, nicht für Eulen

Kaum begonnen, da nahte auch schon wieder der Abschied. In so einer tollen Gemeinschaft vergeht die Zeit einfach immer viel zu schnell. Doch bevor es ans Farewell-Sagen ging, gönnten wir uns noch einen Tagesanbruch-Lauf. Um 7 Uhr wetzten wir nochmals die Sohlen und schraubten uns das Wildental hinauf zur Inneren Kuhgehrenalpe. Das war knackig, sowohl hinauf als auch wieder runter. Ich liess es im Downhill nochmals krachen. Hat Spass gemacht, Leute, diese letzte Runde mit euch zusammen. Nach Dusche und dem Frühstück hiess es dann endgültig: Ciao zusammen! Genial und schön war's! Pfüat ‘na

Tagesanbruch im Kleinwalsertal

Ich hatte wohlweislich noch zwei Tage Verlängerung gebucht, was sich bei diesem herrlichen Wetter als nochmaliges Bonbon entpuppte. Nach der Verabschiedung legte ich mich noch etwas auf's Ohr, denn der musikalische «Krach» des Romantik Express' liess mich am Vorabend lange keinen Schlaf finden. Um die Mittagszeit schnappte ich mir ein Buch, ging mit der Bahn hinauf zum Walmendingerhorn, setzte mich da ein wenig abseits auf einen Stein in der Sonne und widmete mich meiner Lektüre. Selbstverständlich nicht ohne den Ausblick auch immer wieder gebührend zu geniessen. Die Zeit verging im Fluge. Den späteren Nachmittag liess ich in der Sauna ausklingen und genoss den Abend bei Leckerbissen aus der Hotelküche und nochmaliger Lektüre in meinem Alpenkrimi.

Sonntag // für Speedhiker

Meinen leider bereits schon letzten ganzen Tag im Kleinwalsertal wollte ich nochmals voll und ganz auskosten. So startete ich beizeiten nach ausgiebigem Frühstück auf meine Abschlusswanderung. Ich wollte meine Beine zumindest ein bisschen schonen und entschied mich drum für eine Hiking- anstelle einer Runningrunde. Der Walserbus beförderte mich zuerst nach Baad, von wo ich anschliessend durch das malerische Derratal, über das Derrenjoch hinauf zur Güntlespitze marschierte. Dort oben herrschte dann schon fast ein Volksaufmarsch. Will heissen, dass sich noch weitere wackere Outdoorfanatiker(innen) rumtummelten und die Gipfel-Sonnenstrahlen genossen.

Der Rückweg führte mich via Derrenjoch über den phänomenalen Grat zum Starzeljoch und anschliessend hinunter nach Baad. Kaffee und Früchtekuchen durften auch heuer nicht fehlen. Das war sie dann, meine Abschlusswanderung. Aber eines weiss ich schon gewiss: Kleinwalsertal, wir sehen uns wieder. Und tschüss 👌👋

(Bilder hinzugefügt am 28. Dezember 2017)

Und ein paar Bilder von Dominik Berchtold

(Bilder hinzugefügt am 28. Dezember 2017)
Created By
Thomas Bruhin
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