Johanniter-Weihnachtstrucker Unterwegs mit dem Konvoi Albanien (Region Shkoder)

„Die Zustände, unter denen viele Menschen in Albanien heute noch leben müssen, sind unvorstellbar. Dabei liegt das Land mitten in Europa.“ Daniela Benkert, die seit sechs Jahren den albanischen Konvoi der Johanniter-Weihnachtstrucker leitet, ist auch heute noch immer wieder tief betroffen von den Dingen, die sie in dem Land auf der Balkanhalbinsel sieht und erlebt.

Jeder Konvoi wurde von einem MediaTeam begleitet.
Überfahrt nach Albanien: In Bari kommen die zahlreichen Trucks auf die Fähre in Richtung Durres (Albanien)

Albanien gilt als ärmstes Land in Europa - ein Land, in dem die meisten Menschen vom Ackerbau leben. Fast 7.000 km², also rund ein Viertel der Gesamtfläche des Landes, sind landwirtschaftlich nutzbar. Auch das Klima ist grundsätzlich für die meisten Arten der Viehzucht und der Landwirtschaft geeignet. Aber der steinige Boden macht die Landwirtschaft, die häufig noch von Hand betrieben wird, äußerst mühsam.

„Gerade im Winter, wenn die Erde gefroren ist, leiden erschreckend viele Menschen unter Hunger“, berichtet Daniela Benkert. „Manche von ihnen sind wochenlang in ihren Bergdörfern eingeschneit, ohne eine Möglichkeit, diese zu verlassen“, sagt sie und ergänzt: „Es gibt Gegenden, die wir mit unseren Sattelzügen überhaupt nicht erreichen können, weil es einfach keine oder viel zu enge Straßen gibt.“

Ein anderes häufig vorkommendes Problem sind die sehr niedrig hängenden, provisorischen Stromleitungen, unter denen die LKW nicht gefahrlos durchkommen. In beiden Fällen heißt es für die Weihnachtstrucker: Umladen auf Kleintransporter. „Manche Menschen kommen sogar mit ihren Eseln aus den Bergen, um sich ein Paket abzuholen“, so Benkert.

Eine feste Anlaufstelle für die Johanniter-Weihnachtstrucker ist das Kloster in Shkoder. Dort setzt sich seit mehr als zehn Jahren Sr. Maria Christina Färber für die notleidende Bevölkerung ein. Die gebürtige Donauwörtherin gehört zu den Schwestern des in der Schweiz beheimateten Ordens „Spirituelle Weggemeinschaft“, der hier, im Norden Albaniens, eine Außenstelle betreibt - einer Gegend, in der viele Familien noch in Blutrache leben.

„Es gibt hier viele Jungen und Männer, die aus Angst um ihr Leben jahrelang nicht das Haus verlassen, die keine Schule besuchen und keiner Arbeit nachgehen können“, berichtet Schwester Christina. Daher müssen die Frauen den Lebensunterhalt für die Familien bestreiten. Viele schaffen das nicht. Armut ist die Folge.“

Das Kloster ist für Viele ein Lichtblick und ein Rettungsanker. Hier finden die durch die Blutrache traumatisierten Kinder und Jugendlichen Unterschlupf und werden betreut. Außerdem kümmern sich die Schwestern um die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung im Umfeld des Klosters und setzen sich für eine gewisse Infrastruktur in den Armenvierteln der Region ein.

„Den Menschen hier fehlt es an allem“, sagt Schwester Christina. „Grundnahrungsmittel werden dringendst benötigt. Hygieneartikel oder gar Spielwaren gehören zu den unerreichbaren Luxusgütern. Deshalb sind die Besuche der Weihnachtstrucker ein wahrer Segen und eine echte Hilfe für die Familien, um zu Überleben.“

Credits:

Marion Martin

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