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Michael Ecker „Das bringt mir Spaß am Leben“

Spaß im Rollstuhl

Wenn er einen Wunsch bei einer guten Fee frei hätte, würde er sich natürlich wünschen, wieder laufen zu können. Aber nur unter einer Bedingung: Den ganzen Spaß, den er sich aufgebaut hat, seitdem er im Rollstuhl sitzt, den will er nicht verlieren!

Michael Ecker strahlt Entschlossenheit aus und Lebensfreude. Kein bisschen Bitterkeit über sein Schicksal: Der 60jährige hat eine unheilbare Muskelschwunderkrankung und sitzt seit sieben Jahren im Rollstuhl. "Griesgrämig werden oder Trübsal blasen", davon ist er überzeugt, "bringt mir gar nichts. Ich richte den Blick auf das Positive. Durch die Krankheit kann ich zwar jetzt nicht mehr laufen, aber durch den Rolli bin ich mobiler als vorher".

Michael Ecker konnte zuletzt zwar noch Auto fahren, aber dann nur wenige Schritte ohne Hilfe gehen. "Ich reise gern, und seit ich den Rolli habe, bin ich andauernd unterwegs, " schwärmt er, "ich kann überall hin".

Aus Reiselust wird ein Ehrenamt

Natürlich gibt es dabei so manche Hürde zu überwinden. Doch Michael Ecker ist gut organisiert. Ein Streifzug durch die Hamburger Hafencity, die er im letzten Jahr mit einem befreundeten Paar unternahm, war dann auch der Auslöser dafür, mehr aus seiner Reiselust zu machen. Viel Begeisterung und Zuspruch von Freunden ließen schließlich die Idee der "Rolli-Touren" reifen. Und für Michael Ecker war von vornherein klar: Er will kein Gewerbe betreiben. Es geht ihm darum, anderen Rolli-Fahrern sein Hamburg und sein Bergedorf zeigen, Tipps und Tricks zur Mobilität weiter zu geben, einfach mit reisefreudigen Menschen unterwegs zu sein und seine Erlebnisse zu teilen.

Rolli-Touren in Bergedorf und Hamburg

Mit der zündenden Idee, die Rolli-Touren ehrenamtlich anzubieten, kam Michael Ecker schließlich - nach einigen frustrierenden Umwegen - zum Haus im Park und fand sofort offene Türen. Einmal im Monat stehen seine Rolli-Touren hier nun auf dem Programm: immer im Wechsel eine Hamburg- und eine Bergedorf-Tour. Und jede ist wieder anders, weil Michael Ecker sich ganz auf die Bedürfnisse und Wünsche seiner Gäste einstellt. Vor so einer Tour gibt es einiges zu bedenken. Michael Eckert checkt die Strecken im Vorwege genau: Wie lange ist man unterwegs? Sind alle Fahrstühle auf der Strecke intakt? Ganz wichtig: Wo gibt es Rolli-Toiletten? "Wer noch keine Routine mit öffentlichen Verkehrsmitteln hat", rät er, "soll möglichst eine Begleitperson, die mobil ist, dabei haben."

Mobilität = Freude am Leben

Und er schaut, mit was für Menschen er es zu tun bekommt, auch, wo deren Grenzen sind. Einmal war er mit einem Rolli-Fahrer unterwegs, der kurz zuvor mehrere Schlaganfälle erlitten hatte. Das Sprechen fiel ihm noch schwer und wurde schnell anstrengend, wenn er auf zu viele Dinge gleichzeitig achten sollte. "Wir haben das mit kleinen Etappen gelöst", sagt Michael Ecker, "sind ein Stück gefahren, haben dann eine Pause eingelegt, ich habe ihm etwas erzählt und er mir, und dann sind wir wieder weiter gefahren." Bei dieser Tour hat Michael Ecker auch etwas von seinem Gast gelernt: Der alteingesessene Bergedorfer hat ihm einige spannende Seiten der Stadt gezeigt, die er noch gar nicht kannte, obwohl er ja auch hier wohnt.

"Das ist ja das Tolle, "sagt Michael Ecker, "ich komme herum, treffe nette Menschen und lerne auch noch etwas dazu. Und die ganze Aktivität hält mich fit. Mobilität bedeutet für mich Freude am Leben. Ich hoffe, dass ich meine Touren noch lange machen kann."

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Credits: www.inspirative.de

Credits:

Karin Steinhage

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