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Die Religion der Römer von Edwin Yamauchi / Geschichte des Christentums

Die Römer verehrten ursprünglich eine geheimnisvolle, die Natur durch­waltende unpersönliche Macht, wobei sie den korrekten Vollzug des Ritus betonten. Religion war ein durch das lateinische Sprichwort „Ich gebe, damit du gibst" charakterisierbarer Vertrag.

Die Römer glaubten, sich um die Bewahrung „des Friedens der Götter" bemühen zu müssen - durch Opfer oder besondere Mahlzeiten, bei denen Götterbilder ausgestellt wurden. Bei jedem Mahl wurden den Geistern des Hofes und der Speisekammer Opfer dargebracht.

Die Römischen Götter

In der Zeit der römischen Republik (509-27 v. Chr.) wurden griechische Mythen übernommen und die einhei­mischen Götter mit griechischen Göt­tern identifiziert.

Jupiter (griech. Zeus) war „der beste und größte" Gott, sein auf dem capitolinischen Hügel erbauter Tem­pel der bedeutendste. Er tat seinen Willen durch Blitz und Donner kund. Jeder siegreiche Feldherr oder Herr­scher hatte in seinem „Triumphzug" zum Jupitertempel zu ziehen, eine Prozession, in der Kriegsgefangene und -beute zur Schau gestellt wurden.

Juno (griech. Hera) war die für Frauen und Ehe verantwortliche Göt­tin. Ihren Monat Juni (genauer: die zweite Juni-Hälfte) hie1t man für ei­nen besonders günstigen Hochzeits­Termin. Mars (griech. Ares), der Gott des Krieges, war der zweitwichtigste Gott.

Neptun (griech. Poseidon) war der Gott des Meeres und der Flüsse. Sei­ne Priester waren als „Brückenbauer" (lat. pontifex) bekannt. Der pontifex maximus (Ooerpriester), ein gewähl­ter Amtsträger, überwachte den reli­giösen Kalender und die Opfer. Der Titel hat sich erhalten und wird heute dem Papst beigelegt.

Merkur (gnech. Hermes) war der Gott der Kaufleute (und der Diebe!), Venus (griech. Aphrodite) die Göttin der Lielie und der Schönheit. In Ko­rinth betrieben tausend Prostituierte ihr Gewerbe als Teil ihres Kultes.

Viele unserer Monatsnamen gehen auf die römische Religion zurück. Der Januar z. B. ist nach dem doppelge­sichtigen Gott Janus benannt, dessen Tor in Kriegszeiten offengehalten, in Friedenszeiten aber geschlossen wur­de. Es war gewöhnlich offen.

Die Zeichen lesen

Die Ansage künftiger und die Deu­tung vergangener Ereignisse spielten in Religion, Politik und Kriegsführung eine große Rolle.

Ungewöhnliche Ereignisse waren Zeichen für einen Bruch des "Frie­dens der Göner", etwa Mißgeburten (z.B. ein fünfbeiniges Fohlen), aber auch vom Himmel fallende heiße Stei­ne oder Blut schwitzende Schilde.

Die Römer wollten den Willen der Götter insbesondere durch das Beob­achten der durch Vögel gegebenen Zeichen erfahren. Vom Tempelbezirk aus beobachteten sie den Flug der Vögel, ihre Anzahl und ihre Schreie. Ebenso sorgfältig überwachten sie die Fütterung der Hühner auf militäri­schen Unternehmungen. Als einige der heiligen Hühner nicht fressen wollten, schleuderte sie ein ungeduldi­ger Marineoffizier in die See mit der Bemerkung: ,,Laßt sie trinken, wenn sie nicht fressen wollen!" Diese infa­me Tat jedoch kostete ihn die Schlacht, wie überliefert wird.

Keine militärische Aktion und kein offizieller Schritt sollte unternommen werden, ohne den Willen der Götter durch einen Akt der Weissagung er­forscht zu haben. Die Zeichen zu miß­achten, galt als schlechtes Omen, und die Sterne zu ignorieren, verhieß eine „Katastrophe". So war Caesar durch Träume und andere Omen vor seiner Ermordung gewarnt worden, doch er mißachtete die Zeichen.

Credits:

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