VfB Stuttgart - Dynamo Dresden 3:3 (1:3) Von Patrick Kuolt, Eßlinger Zeitung (Foto: dpa)

Es war ein Spektakel, ein Zweitligaspiel der ganz besonderen Art, das der VfB Stuttgart und Dynamo Dresden den 58.000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena boten. Nach 26 Minuten hatte Dresdens Torjäger Stefan Kutsche mit einem lupenreinen Hattrick (4., 22., 26.) bereits für eine 3:0-Führung der Gäste gesorgt. Während die Dresdner Fans bereits "Auswärtssieg, Auswärtssieg" skandierten, sendete der VfB aber ein Lebenszeichen: Carlos Mané spielte Simon Terodde frei - nur noch 1:3 (29.). In der Folge beherrschte Stuttgart die Partie - insgesamt vier Lattentreffer und ein Pfostenschuss der Schwaben verdeutlichen dies. Und Tore fielen auch: Erst verkürzte Emiliano Insua per Lupfer auf Vorlage von Anto Grgic auf 2:3 (75.), dann brachte erneut Terodde in der vierten Minute der Nachspielzeit das Stadion mit dem 3:3 per Foulelfmeter zum Kochen. Der VfB übernimmt dank des späten Punktgewinns wieder die Tabellenführung in der 2. Bundesliga. (Fotos: dpa)

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Die Stimmen zum Spiel

VfB-Trainer Hannes Wolf

"Eigentlich war es ein geiles Spiel für alle anderen."
"Ich kann mich nicht so richtig freuen über den Punkt. Und ich weiß auch nicht, ob das noch kommt. Man muss über die Mentalität reden. Es gibt Fehler, die man machen darf und es gibt Fehler, die man nicht machen darf. Wir haben Fehler gemacht, die man nicht machen darf. Die Qualität unserer Mannschaft wird oft betont. Qualität bedeutet aber auch die Bereitschaft, gegen den Ball zu sprinten. Das haben wir einfach nicht getan. Das geht nicht. Das gilt vor allem für die jungen Spieler. Denn sonst laufen wir immer hinterher und das können wir uns nicht erlauben. Die Tore von Dresden haben wir zu einfach zugelassen. Aber eigentlich war es ein geiles Spiel für alle anderen.“ (Foto: dpa)

VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser

"Wichtig war vor allem, dass wir unser wahnsinniges, unser fantastisches Publikum nicht mit einer Niederlage nach Hause schicken. Das hätte mich heute nämlich, glaube ich, krank gemacht."
"Wenn man mit dem Spiel nichts zu tun hat, ist das natürlich ein ganz tolles Ereignis. Wir sind allerdings etwas traurig, dass wir zwei Punkte verloren haben und über die Art unserer Auftritts in Teilen der ersten Hälfte. Das waren ganz dumme Tore, die wir da bekommen haben. Aber unter dem Strich muss man sagen, wenn man 0:3 zurückliegt und dann so ein Spiel noch dreht und am Ende sogar fast noch gewinnt, dann bleibt natürlich auch viel Positives. Wichtig war vor allem, dass wir unser wahnsinniges, unser fantastisches Publikum nicht mit einer Niederlage nach Hause schicken. Das hätte mich heute nämlich, glaube ich, krank gemacht. Mir war nach dem 1:3 klar, dass wir es noch schaffen würden. Das Fazit ist, dass wir eine Mannschaft haben, die in dieser Liga jeden Gegner schlagen kann, wenn sie wie heute im zweiten Durchgang ihre hohe Qualität abruft." (Foto: dpa)

VfB-Doppeltorschütze Simon Terodde

"Entweder man versteckt sich irgendwo, bis das Spiel zu Ende ist, oder du gibst Gas, versteckst dich nicht und versuchst das Ding zu drehen."
"Es war eine tolle Atmosphäre im Stadion, allerdings hatten wir mit dem frühen Rückstand einen denkbar schlechten Start. Es gibt dann zwei Wege, wie man mit so einer Situation umgehen kann: Entweder man versteckt sich irgendwo, bis das Spiel zu Ende ist, oder du gibst Gas, versteckst dich nicht und versuchst das Ding zu drehen. Ich denke, man hat auch schon vor der Halbzeit gesehen, dass wir dem 2:3 nahe waren. Es war wichtig, dass wir die Köpfe oben behalten haben. Wir haben immer gespürt, dass noch was geht. Am Ende sind wir natürlich sehr zufrieden, dass wir noch den 3:3-Ausgleich geholt haben, obwohl bei vier Latten- und einem Pfostentreffer sicher auch noch mehr möglich gewesen wäre. Ich denke, Dresden war mit dem Unentschieden am Ende gut bedient. Beim Elfmeter ging es darum Verantwortung zu übernehmen. Ich gehöre zu den erfahrenen Spielern und wollte mich deshalb natürlich nicht drücken." (Foto: dpa)

VfB-Kapitän Christian Gentner

"Schon in der Halbzeit hat die Mannschaft einen so entschlossenen Eindruck gemacht, dass es eigentlich sicher war, dass wir das Spiel heute nicht verlieren."
"Es ist schwer zu sagen, ob es eher ein Punktgewinn war oder ob wir zwei Punkte verloren haben. Auf dem Platz hat es sich nicht so angefühlt, als müssten wir jetzt 0:3 hinten liegen. Bei den Gegentoren hatten wir eine gewisse Schlafmützigkeit drin. Es waren einfache Fehler, die von den Dresdnern gnadenlos bestraft wurden. Aber schon in der Halbzeit hat die Mannschaft einen so entschlossenen Eindruck gemacht, dass es eigentlich sicher war, dass wir das Spiel heute nicht verlieren. Wir haben nicht den Faden verloren, haben trotzdem unser Ding durchgezogen und haben uns dann spät mit dem Treffer von Simon Terodde dafür belohnt. Dass es dann bis zur vierten Minute der Nachspielzeit dauert, wäre aber nicht unbedingt nötig gewesen. Auf die Tabelle schauen wir trotz der engen Konstellation an der Spitze nicht." (Foto: dpa)

VfB-Stürmer Daniel Ginczek

"Wir hatten endlich mal wieder das Glück, das uns in den vergangenen Spielen gefehlt hat."
"In der ersten Hälfte sind wir wieder Mal schlecht ins Spiel gekommen, wie auch in den vergangenen Spielen. Im zweiten Durchgang war es dann ein Riesenspiel von uns. 60.000 Zuschauer im Stadion - ich glaube jeder von uns hat heute gespürt, dass es ein ganz besonderes Spiel ist. Wir haben uns nicht aufgegeben und wurden dann in letzter Minute belohnt. Dabei hatten wir dann auch endlich wieder das Glück, das uns in den vergangenen beiden Spielen etwas gefehlt hat. Schade, dass wir erst 0:3 zurückliegen müssen, um aufzuwachen. Das gelingt einem auch nicht immer, das noch zu drehen. Gegen 1860 München am Mittwoch müssen wir von der ersten Minute an voll da sein. denn es geht nur so in dieser Liga." (Foto: dpa)
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Patrick Kuolt
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Credits:

Alle Fotos: dpa

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