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Neugierig oder gierig auf Neues? Christoph Ammann

In den letzten Monaten haben wir an dieser Stelle viel Positives über Neugier gelesen. So unter anderem, dass Neugier dazu beiträgt, gelernte Informationen besser zu behalten und das Belohnungssystem im Gehirn zu aktivieren. Die Befriedigung von Neugier und das Entdecken von Neuem führt zur Ausschüttung von Dopamin. Das ist ein Botenstoff, der motivations- und antriebssteigernde Effekte im Körper erzeugt und unser Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Insbesondere bei Kindern ist Neugier in aller Regel positiv.

Aber wie sieht es bei Teenagern, Jugendlichen und Erwachsenen aus? Ist die Gier auf Neues und die Gier nach Neuigkeiten auch positiv? Manchmal wage ich das zu bezweifeln.

Neugier galt lange Zeit als Laster. Der Kirchenvater Augustinus bezeichnete sie als «andachtsferne Lust». Mit Blick auf unsere Zeit muss Augustinus eine prophetische Ader gehabt haben. Die Gier nach Neuem hat oft auch negative Aspekte und kann sogar ein Suchtpotenzial beinhalten. Wir wollen der Banalität des Alltags entfliehen. Wir erliegen der Begierde unserer Triebe. Wir sind gierig und unersättlich auf der Jagd nach News und können uns der medialen Reizüberflutung nicht mehr entziehen.

Ich ermutige dich, wünsche dir und mir viel Kraft, diese in uns schlummernde Begierde zu besiegen und in eine gesunde, leidenschaftliche Neugier zu wandeln. Denn Jesus will unser Herz verändern und uns dabei helfen: Beschränke dich in deiner Gier nach (materiellem) Neuem und beschenke dafür deine Gemeinde. Hüte dich vor der Gier nach News, vertraue auf Gott und stille dein Informationsbedürfnis mit den ewig gültigen Inhalten der Bibel. Unterdrücke deine Gier, über andere zu reden und sie zu kritisieren, und gestalte dein Leben nach den Massstäben von Jesus.

Christoph Ammann, Leitung FEG Schweiz, christoph.ammann@feg.ch