Next Stop - Hong Kong Mein Auslandssemester

31/01/2017

Leider kommt dieser Post etwas verspätet und nicht wie ursprünglich gedacht im Wochentakt. Aber ich hoffe ihr freut euch trotzdem noch drüber.

Hier sind inzwischen zwei weitere Wochen vergangen und ich bin jetzt tatsächlich schon 4 Wochen weg von Zuhause. Das fühlt sich für mich bei weitem nicht so lange an. Das bedeutet aber auch, dass es für mich in knapp 3 Monaten schon wieder weiter geht.

Mir geht es hier drüben eigentlich echt gut. Klar ist auch etwas Heimweh dabei, aber da wir ständig unterwegs sind, hält sich das doch sehr in Grenzen. Am meisten fehlt es mir mit den RoFus zu tanzen und auch die mittwöchlichen Partys im App Club. ( Liebe RoFus ich wünsche euch ne mega Kampagne. Wir sehen uns im Oktober wieder zum Trainingslager)

Momentan haben wir hier eine Woche Ferien. Das sind die sog. New Years Holidays. Hier wird/wurde nämlich grade das neue Jahr des Chinesichen Kalenders eingeläutet. Dazu werde ich euch später aber noch etwas zeigen. Zuerst möchte ich noch meine versäumten Themen nachholen.

Studieren an der City University of Hong Kong

Mit knapp 33 Jahren ist die CityU eine sehr junge Universitäten ( im Vergleich die HS Karlsruhe ist über 100 Jahre älter). Dennoch erfährt sie ein extremes Wachstum. Innerhalb der wenigen Jahr hat sie es geschafft sich unter den Top 100 Universitäten weltweit auf den 55. Platz zu kämpfen. Als Vergleichswert, das KIT belegt im weltweiten QS-Ranking den 98. Platz. Etwa 9,5 Tausend Studenten sind in der Universität eingeschrieben davon sind alleine 3.000 keine Einheimischen. Mit etwa 1.000 Austauschstudenten in jedem Jahr, fühlt man sich auch als "Weißer" nicht verloren.

Als Austauschstudent in Vollzeit ist man gezwungen mindestens 12 Creditpoints zu erreichen. Jeder Kurs gibt hier 3 Punkte und somit sollte man mindestens für 4 Kurse eingeschrieben sein. Ich habe mich für 5 Kurse entschieden welche ich hier besuchen werde.

  • Mandarin - for non-chinese-speakers ( wer mal eine Herausforderung sucht, der kann sich an die Chinesischen Schriftzeichen wagen - einfach ist anders)
  • Urban Green City - Pollution und Solution
  • Engineering Communication - Es hat sich herausgestellt, dass das ein Kurs der Freshmen ist. Also ein Kurs der im 1. bzw 2. Semester angeboten wird. Dementsprechend ist der Content manchmal sehr banal. Wir bekommen hier Grundlagen im Schreiben von Berichten beigebracht (Times New Roman 12pt, Zeilenabstand 1,5 ... ) Aber den Kurs belege ich hauptsächlich weil er später Einblicke in die Nutzung von AutoCAD und BIM gibt. Hoffentlich. Später irgendwann.
  • Transportation and Development - Der Professor in dieser Vorlesung hat scheinbar schon viel erlebt und erzählt auch ausführlich davon. Wie es scheint ist er nur am Arbeiten und hat kaum Privatleben - außer seiner Freundin. Und seiner Meinung nach ist er auch "arm", wobei sein überdimensioniertes IPad da eine andere Sprache spricht.
  • Transport Planning and Management - Leider spricht die Dozentin kein perfektes Englisch und switcht dann immer wieder in Cantonesisch... Nach der zweiten Woche ist ihr immerhin aufgefallen, dass ich das nicht verstehe. "Do you speak Chinese?" - Gegenfrage: Sehe ich denn so aus?

Im Allgemeinen ist der Stoff in den Vorlesungen einfach gehalten, da sie meisten schon genug Probleme mit der Sprache an sich haben.

Eine Besonderheit hier ist die Anwesenheitspflicht in vielen Vorlesungen. Allerdings wird diese auch mit 10% der Endnote belohnt. Das aufstehen um 8 lohnt sich also auch wenn man dann während der Vorlesung wieder einschläft. Die erste Vorlesung beginnt um 9 Uhr und die letzte endet um 22 Uhr. In der Regel sind die Vorlesungen 2h und 55min lang (mit kleinen Pausen).

So sieht dann mein Stundenplan aus. Also alles sehr entspannt hier.

Wenn die Ferien vorbei sind beginnen schon die Zwischenprüfungen für dieses Semester. Zusätzlich müssen wir viele Gruppenarbeiten machen und Hausaufgaben abgeben.

Lunar New Year

Im asiatischen Raum wird das neue Jahr erst ende Januar gefeiert. Am 27. findet eine Art Silvester statt. Das ist also der Abend bevor das neue Jahr beginnt. Er wird meistens mit den Familien gefeiert. Im allgemeinen werden alle Feiertage rund um Neu Jahr gerne mit Freunden und der Familie verbracht. Es wird gekocht und es werden Spiele gespielt. Oft geht es dabei um Geld. Auch kleine Kinder dürfen schon mitspielen. Am beliebtesten ist hierbei Majong.

Während der Festtage ist in der Stadt sehr viel geboten. Blumenmärkte, Feuerwerk, Gebetsmärkte, ein Straßenumzug und so weiter.

Hier ist jedes Mal die Hölle los, wenn ein Event statt findet. Ich bin immer noch beeindruckt wie so viele Menschen in einem so kleinen Land unter kommen. Und dann sehen die auch noch alle gleich aus ...

Tempel und Gärten

Wer keine Lust mehr auf das Großstadt-Feeling hat, der kann sich in den unzähligen Gärten/ Parks und Tempeln entspannen.

In mitten von Autobahnen und Zugstrecken befindet sich einer der schönsten Gärten. Der Nan Lian Garden befindet sich nur wenige Gehminuten von der MTR-Station Diamond Hill entfernt. Besonders fällt auf, dass man hier kaum Straßenlärm wahr nehmen kann, da überall Wasserspiele und Teiche angelegt sind die laut vor sich hin plätschern.

Direkt an den Garten schließt ein alter Tempel an.

Wer es lieber etwas ausgefallener möchte, der wird auch mitten in der Stadt in Zentrum fündig. Hier befindet sich der älteste Tempel Hong Kongs. Beinahe hätten wir ihn übersehen, da er sehr unscheinbar am Straßenrand versteckt steht.

Ein wenig weiter im Norden in Shatin befindet sich der 10.000 Buddha Tempel. Hier gibt es tatsächlich 10.000 Buddhas in allen Formen die man sich vorstellen kann. Und Affen. Davon aber leider nur zwei an dem Tag an dem wir dort waren.

- Touri-Foto muss sein! -

Weit Außerhalb von der Stadt gibt es noch eine Sehenswürdigkeit die man nicht verpassen sollte. Der Big Buddha und das dazugehörige Po Lin Kloster befinden sich mitten in den Bergen der Insel Lantau.

Mit ihren 34 Metern ist die Bronzestatue des Buddhas eine der fünf größten Statuen von Buddha in China

- Eine Kuh -

Der letzten Tempel welchen wir besucht haben, befindet sich auch nördlich von Kowloon City. Er wird bevorzugt zu Neu Jahr besucht, denn dann beten die Menschen für ein glückliches und erfolgreiches kommendes Jahr.

Besonders viel Glück benötigen die Menschen die im Sternzeichen des jetzigen Jahres (Hahn) geboren wurden. Denn für sie ist es das Jahr, welches ihnen am wenigsten Glück bringen soll. - Zum Glück wurde ich im Jahr des Hahnes geboren und somit hatte ich die Chance mir viele schöne Glücksbringer zu kaufen und fleißig auf die Glücks-Trommel zu schlagen -

Womit wir auch schon zu einem weiteren Thema kommen.

Dinge die Glück bringen !

Leider habe ich es noch nicht ganz geschafft herauszufinden wann und wo, was am meisten Glück oder Erfolg bringt. Fakt ist aber, dass einem all die schönen Dinge die es hier zu kaufen gibt helfen sollen.

Windräder sollen das Glück wortwörtlich voran blasen.

Blumen am Neu Jahrs Fest haben unterschiedliche Bedeutungen. Pfirsichblüten sollen z.B. Glück in der Lieber bringen

Schriftzeichen auf rotem Reispapier - In diesem Fall ist mein Wunsch, dass alle meine Wünsche wahr werden. Bzw., dass alles woran ich Denke in Erfüllung geht.

Und damit wir das in Zukunft auch so schön hinbekommen, haben wir Mädels uns für einen Kalligrafie-Kurs angemeldet.

Die Asiatische Kultur ...

... und wie sie auf uns wirkt.

Die Asiaten haben doch schon sehr viele Eigenheiten mit denen man erst lernen muss umzugehen. Was vielleicht anfangs nicht offensichtlich als störend empfunden wurde, wird mit der Zeit eine Probe auf die Belastbarkeit. Hong Kongs Einwohner sind...

  • ... sehr unhöflich - Nicht nur, dass hier jeder mit seinem Handy vor dem Gesicht rum läuft und dich damit überrennt. Hauptsächlich ältere Menschen halten nicht viel von Manieren. Zumindest scheint es so auf uns Westler. Sie bleiben einfach mitten auf der Straße stehen... immer und ständig... . Sie überrennen dich auch wenn sie dich ganz genau gesehen haben. Da gibt es kein "Entschuldigung kann ich vorbei" ... da heißt es Anlauf nehmen und durch drücken.
  • ... zwiegespalten uns "Weißen" gegenüber - Es gibt hier genug Menschen die einen so ignorieren können , dass du an deiner Existenz zweifelst. Ob das nun aus Schüchternheit, Angst oder Unsicherheit rührt, das ist eine große Frage. Dann gibt es aber auch die, welche ihre Neugierde nicht verstecken können und dich Stunden um Stunden ausfragen. Wenn hier jemand mit dir sprechen sollte, dann ist Deutschland übrigens sehr hoch im Kurs. Die Asiaten halten sehr viel von der deutschen Strebsamkeit und ihrem Arbeitsmut.
  • ... sehr langsam - Wer eine dringende Antwort benötigt, der sollte am Besten ein persönliches Gespräch aufsuchen, denn hier wird alles etwas langsamer bearbeitet. Eine Email wird zum Beispiel frühestens an Tag 2 gelesen und an Tag 3 beantwortet. Auch lustig zu beobachten ist, dass die Hong Konger sehr langsam laufen. Das überhaupt nichts für uns hektischen Europäer wir sind da viel zu ungeduldig für.
  • ... am schmatzen und schlürfen - Zumindest von der Eigenschaft wusste ich schon bevor ich hier ankam. Wer mal selbst versucht hat mit Stäbchen eine Suppe zu essen, der wird schnell merken, ohne Geräusche ist das fast nicht machbar.
  • ... extrem Gesundheitsbewusst - Wer in Hong Kong krank ist, der trägt eine Gesichtsmaske. Soweit auch nachvollziehbar. Allerdings gibt das alles recht wenig Sinn im Anbetracht dessen, dass man überall (auf Lifts, in der Tram...) den Handlauf bzw. das Geländer oder eine Stange festhalten muss. Einen besseren Bakterienherd kann man sich kaum aussuchen. Auch wird sehr viel Wert auf die richtige Ernährung gelegt. So wurde ich darauf hingewiesen, dass es nicht korrekt sei eine Erdbeere als Nachtisch zu essen. Statt dessen sollte diese lieber als Vorspeise verzehrt werden, um möglichst viele Nährwerte zu sich zu nehmen. Das passende Gegenbeispiel sind die nicht vorhandenen Nährwertangaben bzw. explizit aufgesplittete Zutatenlisten. Hier wird lediglich auf Zusätze hingewiesen, in welcher Form diese aber auftreten bzw. ob es sich hierbei um gefährliche/krebserregende Substanzen handelt, das weiß hier niemand.

Eigentlich gäbe es hier jetzt noch viel mehr zu erzählen, von dem was ich hier sehe und erlebe. Leider fehlt mir aber die Zeit das alles auf Papier zu bringen. Aber ich verspreche euch, wenn ich zurück bin, dann gibt es alle 10.000 Bilder auf ein Mal.

Ps.: Im nächsten Beitrag schaffe ich es hoffentlich etwas über die Strände, die Lebensverhältnisse hier, unsere Ausflüge und das Beantragen eines neuen Visa-Stempels erzählen. Stay tuned.

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