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Offen gesagt Newsletter aus Polen / Vision Europa / Dezember 2021

Offen gesagt

Danke für die Unterstützung, die unsere Mitarbeiter/innen in Polen von dir regelmässig erhalten. In diesem Newsletter kannst du sie von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

Andreas Hahn , Länderverantwortlicher Polen - Vision Europa

Andreas und Astrid Hahn
Daniel und Ania arbeiten in der Gemeinde in Piotrków Trybunalski (Zentralpolen). Sie haben drei erwachsene Kinder.

Daniel, Worüber hast du in letzter Zeit so richtig gelacht?

  • Letzten Sonntag besuchten uns unsere Kinder, und beim gemeinsamen Essen erinnerten wir uns an frühere Zeiten, als sie noch klein waren. Viele lustige Geschichten und viel Gelächter gab es da zu hören!

Mit wem würdest du gerne mal eine Woche tauschen – und sei es nur zum Spass?

  • Gerne würde ich mal mit einem der Astronauten auf der Internationalen Raumstation tauschen und die Erde von oben betrachten. Immer, wenn ich den Sternenhimmel anschaue und bedenke, wie groß der Kosmos ist, bestaune ich die Größe und Herrlichkeit des Schöpfers. Aber eine ganze Woche auf der Raumstation wäre mir dann doch zu viel!

Eine der grössten Herausforderungen für Christen in Polen ist?

  • Die liberale Theologie und der Postmodernismus, die den Menschen ins Zentrum stellen und nicht Gott und sein heiliges Wort, dessen Autorität immer mehr in Frage gestellt wird. Man kann heute beobachten, dass einige Christen unter dem Deckmantel einer oberflächlichen Geistlichkeit hauptsächlich für sich selbst leben und nicht zur Ehre Gottes.

Was liebst du an den Polen und Polinnen?

  • Die Gastfreundschaft und die Bereitschaft, anderen ohne Eigeninteresse zu helfen.

Was sind deine Vorbilder im Glauben?

  • Viele Christen aus der Generation vor mir, die mir ein Beispiel gegeben haben (besonders in der Zeit des Kommunismus), wie man mit Gott und für Gott leben kann. Ihre Treue, Kompromisslosigkeit und echte Hingabe habe ich bis heute vor Augen, und das hilft mir auf meinem eigenen Weg mit Gott.

Eine Schwäche, die du durch den Glauben besser in den Griff bekommen hast?

  • Früher hat es mich sehr belastet, dass trotz meines eifrigen Dienstes wenig Frucht sichtbar war (z.B. die Anzahl Menschen, die zum Glauben kommt). Deshalb war ich traurig und suchte die Schuld hauptsächlich bei mir selbst. Gott hat mir jedoch gezeigt, dass solche Frucht seine Sache ist. Meine Sache ist es, ihm treu zu sein, auch in den kleinsten Dingen. Seitdem diene ich Gott mit deutlich mehr Freude.

Ein Buch, das dich neben der Bibel besonders vorangebracht hat.

  • Mark Dever, Nine Marks of a Healthy Church (Neun Merkmale einer gesunden Gemeinde). Das Buch hat mir geholfen, die Gemeinde Jesu auf eine neue Weise zu sehen, besonders was die Wichtigkeit von Auslegungspredigt betrifft und von bewusster und verantwortlicher Mitgliedschaft in einer lokalen Gemeinde.

Dein grösster Traum für die Zukunft?

  • Dass unser Gemeindegebäude in Piotrków fertig gestellt werden kann, und dass ich erleben kann, wie es zu 100% zu Gottes Ehre und für den Bau seines Reiches in Polen genutzt wird.
Markus ist Landesleiter für VE in Polen. Er pflegt die Kontakte zu den anderen Mitarbeitern und hilft mit Schulungen. Ula und er haben zwei Söhne: Calvin und Boaz.

Worüber hast du in letzter Zeit so richtig gelacht?

  • Es klingt vielleicht seltsam, aber ich habe herzhaft darüber gelacht, dass ich gerade (wegen Covid) nichts riechen kann, nicht mal Domestos :)

Mit wem würdest du gerne mal eine Woche tauschen – und sei es nur zum Spass?

  • Gerne mit einem der Apostel (nicht unbedingt mit den „großen“), um einfach mal eine Woche mit Jesus und seinen Jüngern mitzulaufen und zu lernen.

Eine der grössten Herausforderungen für Christen in Polen ist?

  • Wohl dieselbe wie bei allen anderen: wie kann man den Glauben leben, um weder in die Gesetzlichkeit zu verfallen („du musst dich ‚so‘ verhalten, um ein guter Christ zu sein“) noch in die Beliebigkeit abzudriften („sei nicht so, das machen doch alle so“).

Was liebst du an den Polen und Polinnen?

  • Ihre Kreativität, und die Fähigkeit, „trotzdem“ zu lachen.

Was sind deine Vorbilder im Glauben?

  • Neben Boaz (der aus der Bibel) und Calvin (der aus der Kirchengeschichte) sind es in letzter Zeit besonders Astrid und Andreas Hahn.

Eine Schwäche, die du durch den Glauben besser in den Griff bekommen hast?

  • Als Teenager hatte ich (wie wohl viele andere auch) Probleme mit meinem Selbstwertgefühl. Doch je mehr ich durch Bibellesen und Theologieunterricht verstand, wer ich in Christus bin, desto mehr verschwand das Problem.

Ein Buch, dass dich neben der Bibel besonders vorangebracht hat.

  • „Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt“ von Bob George, und genauso auch „Dienstanweisungen an einen Unterteufel“ von C.S.Lewis.

Dein grösster Traum für die Zukunft?

  • Dass die Mehrheit der Polen Gott wahrhaftig kennen lernt. Dass sie begreifen, dass er zuerst nicht ein strenger Richter ist, der nur darauf wartet, dir eine überzubraten, sondern ein liebender Vater, der sich danach sehnt, dass du zu ihm zurückkehrst - egal wie sehr du dein Leben in den Sand gesetzt hast.
Jan und Marta setzen sich ein in einer FEG-Gemeinde in der Grossstadt Lodz in Zentralpolen. Sie haben zwei erwachsene Kinder.

Worüber hast du in letzter Zeit so richtig gelacht?

  • Als meine Frau kürzlich andeutete, dass sie vielleicht schwanger sein könnte, stellte ich mir die Reaktion unserer erwachsenen Kinder vor … und mich selbst wieder als Vater in meinem Alter! Letztlich aber blieb es bei diesem Lacher!

Mit wem würdest du gerne mal eine Woche tauschen – und sei es nur zum Spass?

  • Es würde mir Spaß machen, mit mir selbst als junger Mann die Plätze zu tauschen und mit meiner heutigen Erfahrung in meine Jugendzeit zurückzugehen. Ich denke, dass ich einige Situationen und Verhaltensweisen hätte vermeiden können, wenn ich auf Jesus geschaut hätte!

Eine der grössten Herausforderungen für Christen in Polen ist?

  • Weil es in Polen am wenigsten evangelische Christen in Europa gibt, ist es umso wichtiger, dass wir gemeinsam voller Eifer beten und uns in den Gemeinden besser gegenseitig Liebe erweisen.

Was liebst du an den Polen und Polinnen?

  • Die Fähigkeit, spontan zu handeln und Pläne schnell an die jeweilige Situation anzupassen. Dass ihnen Beziehungen, Familie und Gastfreundschaft viel bedeuten.

Was sind deine Vorbilder im Glauben?

  • Der Apostel Paulus ist für mich auf jeden Fall ein Vorbild, ein Beispiel für Eifer und Hingabe. Er blickte auf den, der sein Leben ist - Christus. So diente er den Gläubigen und ganzen Gemeinden unabhängig von ihrem geistlichen Zustand. Sogar Verfolgung, Steinigung und Geißelung hielten ihn nicht von seiner Mission ab. Ich wünschte, ich könnte mich so auf Jesus fokussieren wie er und hätte so viel geistige Kraft.

Eine Schwäche, die du durch den Glauben besser in den Griff bekommen hast?

  • Früher hatte ich mehr Angst vor den Reaktionen anderer Menschen auf meinen Dienst. Jetzt spielen die Reaktionen der anderen auf meinen Dienst oder ihre Haltung eine kleinere Rolle. Es fällt mir leichter, trotz aller Widrigkeiten motiviert zu bleiben, weil ich lerne, meine Kraft von oben zu schöpfen. Ich möchte weiterhin lernen, ein Pastor und Evangelist für Christus zu sein, ohne von Menschen oder Umständen abhängig zu sein.

Ein Buch, dass dich neben der Bibel besonders vorangebracht hat.

  • „Die Pilgerreise“ von John Bunyan. Die Geschichte einer Wanderung mit Hindernissen als Allegorie für das christliche Leben hat mich sehr angesprochen. Nach der Lektüre fiel es mir leichter, mein tägliches Leben aus geistlicher Perspektive zu betrachten.

Dein grösster Traum für die Zukunft?

  • Bevor ich in den Ruhestand gehe, möchte ich dafür sorgen, dass unsere Gemeinde für ihre Liebe zu Christus und zueinander sowie für ihre missionarische Arbeit bekannt wird. Und da unser derzeitiges Gebäude eher abrissreif ist, würde ich gerne neue Versammlungsräume sehen. Und wenn ich vor Christus stehe, wünsche ich mir, dass mein geistliches Gebäude aus kostbaren Steinen besteht ...
Jarek und Ania arbeiten in einer anderen FEG-Gemeinde in Lodz. Sie haben einen erwachsenen Sohn und eine kleine Tochter Hania.

Worüber hast du in letzter Zeit so richtig gelacht?

  • Über den sogenannten "Humor in Schulheften". Das sind Formulierungen in Schüler-Aufsätzen (Beispiel: "In der Jugend lernt das Kind viel leichter als im Alter." - "Das Vakuum ist ein großer leerer Raum, wo der Papst wohnt.")

Mit wem würdest du gerne mal eine Woche tauschen – und sei es nur zum Spass?

  • Mit jemandem, der in Wäldern und Bergen wandert - irgendwo in einem unzugänglichen Gebiet in den USA oder Kanada (oder auch in Polen).

Eine der grössten Herausforderungen für Christen in Polen ist?

  • Den guten Weg zu finden zwischen Extremen: Auf der einen Seite eine Hyper-Orthodoxie und Konservativismus, auf der anderen Seite eine große Offenheit für alle neuen Dinge, die in christlicher Verpackung daherkommen (besonders in charismatischen Gemeinden). Also einen Weg der Gnade und Wahrheit zu finden, der von Christus geprägt ist. Wichtig ist dabei die Fähigkeit, zusammen zu sein und zu bleiben, auch wenn kleinere Dinge uns unterscheiden. Eine weitere Herausforderung ist die Fähigkeit, Dialog zu führen mit anderen Gemeinden und mit dem Ziel der Evangelisation zusammen zu arbeiten, Verantwortung für den geistlichen Zustand unseres Landes und für Evangelisation zu übernehmen.

Was liebst du an den Polen und Polinnen?

  • Dass sie Beziehungen mehr schätzen als Regeln, dass sie gegen den Strom schwimmen können, dass sie nicht alles unkritisch übernehmen, dass sie flexibel und spontan sein können.

Was sind deine Vorbilder im Glauben?

  • Viele Christen aus der Geschichte: Martin Luther, David Brainerd, John Wesley, Hudson Taylor, Georg Müller, William Carey, Sadhu Sundar Singh, aber auch Richard Wurmbrand und viele verfolgte Christen in der Geschichte und heute. Auch einige Christen, die ich heute persönlich kenne in der Schweiz und in Polen.

Eine Schwäche, die du durch den Glauben besser in den Griff bekommen hast?

  • Schon vor einigen Jahren beschloss ich, dass ich nicht auf erotische Internetseiten gehen würde, auch wenn es mich dahingezogen hatte. Ich musste dafür eine konkrete Entscheidung treffen. Gott sei Dank kann ich es einhalten - und nur ihm sei die Ehre dafür.

Ein Buch, dass dich neben der Bibel besonders vorangebracht hat.

  • Sehr viele. Einige will ich nennen: Martin Lloyd-Jones, Geistliche Depression - komme immer wieder gern darauf zurück. Jim Elliot, Im Schatten des Allmächtigen. Rick Joyner, Erweckung. Ole Hallesby - Vom Beten. Larry Crabb, Von innen nach außen. Jerry Bridges, Disziplin der Gnade. Diese Autoren mag ich besonders: Tim Keller, C.S. Lewis, Martin Lloyd-Jones, A.W. Tozer.

Dein grösster Traum für die Zukunft?

  • Dass Gott in Lodz und in Polen Gnade für eine Erweckung gibt, so wie damals in Wales im Jahr 1905. Dass Polen die Gnade von Jesus Christus kennenlernen und durch sie verändert werden. Dass viele neue biblische Gemeinden entstehen. Dass das Evangelium das gesellschaftliche Leben, die Wirtschaft, die Regierenden in unserem Land verändert.
Unsere Mitarbeiter in Tarnów (Südostpolen) heissen ebenfalls Jarek und Ania. Sie leiten dort ein Neugründungs-Projekt.

Worüber hast du in letzter Zeit so richtig gelacht?

Über einen Esel, der sein Spiegelbild anschaute und dabei sehr schräge Töne von sich gab!

Mit wem würdest du gerne mal eine Woche tauschen – und sei es nur zum Spass?

Mit einem Delfin-Trainer.

Eine der grössten Herausforderungen für Christen in Polen?

Gemeinschafts-bezogenes Denken, gemeinsames Arbeiten zum Wohl der Gemeinschaft.

Was liebst du an den Polen und Polinnen?

Ihre Ehrlichkeit.

Was sind deine Vorbilder im Glauben?

John Piper, Tim Keller, Voddie Baucham

Eine Schwäche, die du durch den Glauben besser in den Griff bekommen hast?

Den Zorn auf Leute, die bewusst eine Mittelmäßigkeit in ihrer Beziehung zu Gott wählen. Gott hat diesen Zorn verändert in Traurigkeit und Gebet für diese Leute.

Ein Buch, das dich neben der Bibel besonders vorangebracht hat.

John Piper, Dein Leben ist einmalig. Voddie Baucham, Family Driven Faith.

Dein grösster Traum für die Zukunft?

Ins Auto sitzen und so lange fahren, bis mich der Ozean stoppt.

Józef und Jolanta arbeiten in der Gemeinde in Turek (Zentralpolen). Sie haben vier erwachsene Kinder und einige Grosskinder.

Worüber hast du in letzter Zeit so richtig gelacht?

  • Über meine Enkel!

Mit wem würdest du gerne mal eine Woche tauschen – und sei es nur zum Spass?

  • Eine Woche mit dem Apostel Paulus zusammen sein.

Eine der grössten Herausforderungen für Christen in Polen ist:

  • Missions- und Evangelisations-Arbeit, und theologische Ausbildung.

Was liebst du an den Polen und Polinnen?

  • Dass sie Polen und Polinnen sind. Dass sie Gott suchen. Dass sie fleißig sind.

Was sind deine Vorbilder im Glauben?

  • Erny Palnoch (ponisch-stämmiger englischer Missionar), Antoni Pliński (Bundes-Vorsitzender der FEG Polen in kommunistischer Zeit).

Eine Schwäche, die du durch den Glauben besser in den Griff bekommen hast?

  • Vor einiger Zeit standen in der Gemeinde Leute auf, die nicht wollten, dass ich über Sünde und über die Hölle rede. Der Glaube an Jesus hat mich dabei gestärkt und Standhaftigkeit geschenkt.

Ein Buch, das dich neben der Bibel besonders vorangebracht hat.

  • R.C. Sproul, Die Heiligkeit Gottes.

Dein grösster Traum für die Zukunft?

  • Dass ich noch erleben darf, wie Gott in Polen eine Erweckung schenkt und viele Polen gerettet werden. Denn Polen hat noch nie so etwas erlebt.

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Credits:

Erstellt mit einem Bild von kaboompics - "flag poland sky"